Dirk Metzmacher 5. November 2006

Contenido: Container, Module und Templates

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von Dirk Metzmacher

Dass ein kommerzielles Unternehmen im Verbund mit einer Open-Source-Gemeinschaft Probleme haben kann, wissen wir nicht erst seit Mambo. Bei Contenido funktioniert die Zusammenarbeit von Gewerbe und Entwicklergemeinschaft bisher außergewöhnlich gut.

Das mag auch daran liegen, das Four for Business, dass Unternehmen hinter Contenido, einzig mit der Verwirklichung ganzer Projekte inklusive Support Geld verdient. Die riesige Entwicklergemeinschaft hätte auch ein Wörtchen mitzureden, wenn Four for Business plötzlich das Produkt statt des Supports und weitere Dienstleistungen rund um Contenido anbieten würde. Dazu wird es hoffentlich nicht kommen, weshalb man noch lange von der Service-Power eines Dienstleisters und dem offenen Code der Community profitieren kann. Lediglich PHP ab Version 4.1 und eine MySQL-Datenbank werden dazu benötigt.

Contenido ist das ideale CMS für kleine bis mittelständische Unternehmen. Es ist mandantenfähig, bietet die gebräuchliche Trennung zwischen Frontend und Backend sowie die Option, mehrsprachige Websites zu realisieren.

Das Design wird als Layout festgelegt und bleibt – wie es sich gehört – von den Inhalten getrennt. Die Grundstruktur legt man in einer HTML-Datei fest. Ähnlich wie bei WordPress wird dabei nur eine Datei mit dem Grundaufbau, etwa für ein dreispaltiges Layout, ein Header und ein Footer sowie ein externes Stylesheet benötigt. Diese Daten können ohne weitere Software im integrierten HTML-Editor von Contenido erstellt werden. Was in den einzelnen Bereichen geschehen soll, wird durch sogenannte Contendio-Container festgelegt. Hierbei kommt eine ganz eigene Syntax zum Einsatz.

Screenshot
Integrierter HTML-Editor

Container an Container
Die Container zeigen die Stellen an, an denen später die Navigation, das Suchfeld oder weitere Funktionalitäten auftauchen sollen. Dazu werden bestimmte Befehle eingefügt. Der Grundaufbau der linken Spalte könnte etwa wie folgt aussehen:

 
<div id="left">
<container id="1" name="Suche" types="Navigation" mode="fixed" default="Suche">
Suche</container>
<container id="2" name="Hauptnavigation" types="Navigation" mode="fixed" default="Hauptnavigation">
Hauptnavigation</container>
</div>

Die Syntax lautet:

  • id: Spezifiziert die Containernummer
  • name: Spezifiziert einen Containernamen
  • types: Spezifiziert die erlaubten Typen.
  • mode: Spezifiziert den Containermodus.

Erlaubte Modi sind:

  • mandatory: Ein Modul muß ausgewählt werden
  • optional: Ein Modul kann ausgewählt werden
  • fixed: Nur das Default-Modul ist erlaubt
  • default: Spezifiziert das Default-Modul

Module
Die Container müssen nun mit Modulen verbunden werden. Ein Modul enthält etwa die komplette Navigation, ein anderes die Suchfunktion. So kommt die Website zu ihrer Funktionalität. Man klickt also auf »Module« im Abschnitt »Style« und kann vorhandene Module einsehen und neue Module hinzufügen. Im Feld »Ausgabe« sieht man den HTML-Code, der später anstelle der Container eingefügt wird. Durch sogenannte »CMS-Variablen« kann man nun bestimmen, welche Inhalte aus der Datenbank verarbeitet werden sollen. Auch der Typ dieses Moduls, wie etwa Navigation, Inhalt oder gar Bild, wird hier festgelegt. Die zahlreichen CMS-Variablen können in der Dokumentation nachgelesen werden. Damit werden auch Erweiterungen von Modulen zum Kinderspiel.

Screenshot
Module sorgen für die Funktionalität der Website

Templates
Mit dem Layout wurde der Grundaufbau festgelegt, mit den Containern die Stellen angezeigt, die durch die Module ihre Funktionalität erhalten. Zusätzlich können einzelne Templates erstellt werden. Dort wird definiert welcher Container welches Modul darstellen soll. Diese Templates stellen das Verbindungsstück zwischen Layout und Modulen dar. Deren Anzahl wird, passend zur Festlegung der Container innerhalb des Layouts, angezeigt und je nach Bedarf mit einem Modul ausgerüstet. Nachdem die Templates angelegt wurden, kann man diese einer ganzen Kategorie oder einem einzelnen Artikel zuweisen.

Screenshot
Templates verbinden Container und Module

Contenido ist anpassungsfähig. So können zuerst einige Layouts und Module definiert werden, um sie später in verschiedenen Templates zu kombinieren. Für die Inhalte sorgt man dann im Bereich »Content«, wo man Artikel schreibt und ändert, Kategorien festlegt oder Dateien verwaltet. Bei den Artikel wird mit einem Pfeil der Startartikel festgelegt, also der Artikel, der in der Kategorie als erstes angezeigt werden soll.

Unkompliziert erfolgt die Bearbeitung bestehender Artikel im WYSIWYG-Editor. Einfach ist auch das Anlegen eines weiteren Artikels, mit dem neben den Inhalten auch gleich die Kategorie, ein Template und einige Metadaten wie Keywords festgelegt werden. Um an dieser Stelle HTML-Code einzufügen, schaltet man einfach auf die Codedarstellung um.

Unter »Extras« findet man eine komplette Newsletter-Verwaltung. Wie überhaupt Contenido dank einer Plugin-Schnittstelle erweitert werden kann. So zum Beispiel um ein Workflow- oder Fragebogenmanagement und eine LDAP-Anbindung. Der Aufbau dieses CMS ist logisch, die Bedienung einfach. Nur die Zusammenhänge von Layout, Containern, Modulen und Templates mag für unbedarfte Anwender eine Hürde darstellen. ™

Erstveröffentlichung 05.11.2006

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.
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