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Redaktion Dr. Web 14. März 2013

CMS Made Simple: Das beste CMS für Entwickler?

Heute wer­de ich einen tie­fe­ren Blick auf CMS Made Simple wer­fen. Dieses Content Management System hat bereits ein erkleck­li­che Zahl an Jährchen auf dem Buckel, gehört dabei aber nicht zu den Großen der Branche. CMS Made Simple legt nach eige­nem Bekunden den Fokus auf Simplicity, am ehes­ten zu über­set­zen mit Einfachheit. Einfachheit ist dabei nicht im Sinne von gerin­gem Funktionsumfang zu ver­ste­hen, son­dern im Sinne von Benutzerfreundlichkeit und posi­ti­ver Schlichtheit. Schauen wir mal, inwie­weit das CMS die­sem selbst gesteck­tem Claim gerecht wird.

Einstieg in CMS-MS

CMS Made Simple ist sicher nicht das popu­lärs­te CMS der Welt. Es kann sich aller­dings auf eine loya­le Nutzerbasis ver­las­sen und fin­det stets Entwickler, die bevor­zugt CMS-MS ver­wen­den, wo immer es sinn­voll ist. Es muss also etwas dran sein, an die­ser Software…

cms-made-simple-mug
Bildquelle: Flickr | Wishy

CMS Made Simple posi­tio­niert sich nicht als allei­ni­ges CMS im Leben eines Entwicklers, als eier­le­gen­de Wollmilchsau, son­dern will eher eine Alternative für bestimm­te Anforderungsprofile sein. Es behaup­tet von sich, wesent­lich ein­fa­cher und agi­ler als die meis­ten der ande­ren ver­füg­ba­ren Systeme zu sein. So will CMS-MS zwar nicht WordPress vom Thron sto­ßen, erklärt sich jedoch klar zur (bes­se­ren) Alternative zu schwe­re­ren Wettbewerbern, wenn das Projekt passt.

Die Vorteile

CMS Made Simple ist vor allem fle­xi­bel und ver­flixt schnell im Alltagsbetrieb. Wie die meis­ten ande­ren CMS ist auch CMS-MS Open Source.

Um die Vorteile des Systems zu ver­ste­hen, muss man unter die Haube schau­en. Was hier als ers­tes auf­fällt, ist, dass nicht nur der Claim der Simplicity stimmt, son­dern dass die Herangehensweise an die Inhaltserstellung sehr gerad­li­nig ist. Das Templating gestal­tet sich zwar nicht gera­de ein­fach, dafür aber fle­xi­bel. Der Code ist sau­ber und für regel­mä­ßi­ge Updates ist Sorge getra­gen.

Schauen wir auf das Template-System. CMS Made Simple nutzt hier­für die Smarty-Bibliothek. Smarty ver­fügt über eini­ge, ganz eige­ne Vorteile, die sich natür­lich naht­los an CMS-MS ver­er­ben:

  1. Es fin­det kein Template-Parsing bei jedem Website-Besuch statt. Smarty kom­pi­liert die Templates ein­ma­lig und lie­fert fort­an nur noch die so erzeug­ten PHP-Scripte aus.
  2. So kann ein Design auf Basis von Smarty voll von PHP Compiler-Caches, etwa Zend, pro­fi­tie­ren.
  3. Da Smarty eine eige­ne Template-Sprache mit­bringt, kön­nen die Vorlagen ein­fach ange­passt wer­den.

Lassen Sie mich an die­ser Stelle noch­mal auf das Wörtchen “Simple” in CMS Made Simple zurück kom­men.

cms-ms-preview

CMS-MS ver­wen­det Custom Tags, Funktionserweiterungen in Smarty, um die eige­ne Leistungsfähigkeit zu gewähr­leis­ten und zu ent­wi­ckeln. Das führt nicht nur zu einem schnel­len Einstieg, da die Spracherweiterungen ein­fach zu erler­nen sind. Es ent­bin­det auch von der Notwendigkeit, in den Templates mit Inline-PHP Funktionalitäten steu­ern zu müs­sen. All das wird den Endnutzer nicht inter­es­sie­ren. Der will zumeist bloß schnell eine Website an den Start brin­gen. Das Template holt er sich von irgend­wo, even­tu­ell von einem pro­fes­sio­nel­len Entwickler.

Und für genau die­sen pro­fes­sio­nel­len Entwickler kann die Herangehensweise des CMS-MS an das Templating zeit­spa­rend wir­ken, denn es ist wirk­lich “sim­pel”…

Wie ist es um die Struktur der Templates bestellt?

In CMS Made Simple kön­nen jedem Template vie­le ver­schie­de­ne Stylesheets zuge­ord­net sein. Hier kommt das Smarty Tag-System ins Spiel, mit des­sen Hilfe Unter-Templates mög­lich sind. Jedes Template beinhal­tet Platzhalter oder – in ein­fa­che­ren Worten aus­ge­drückt – bear­beit­ba­re Bereiche und ist in der Lage, exter­ne Module ein­zu­bin­den, die feh­len­de Funktionalität nach­lie­fern. Ist das Template fer­tig, kann es sofort an die Bearbeitung der Seiten gehen.

Zudem ist CMS Made Simple eher leicht­fü­ßig und läuft sehr genüg­sam. Es wird Ihrem Server nicht vor Leistungshunger die Haare vom Kopf fres­sen.

Die Nachteile

Es ist nicht ein­fach, Nachteile an einem System auf­zu­de­cken, das gar nicht viel ver­spricht. Nachdem es sich aber offen­bar vor­nehm­lich an Entwickler wen­det, soll­te man schon eini­ge ent­wick­ler­freund­li­che Aspekte fin­den kön­nen. Und genau hier fin­den sich mei­ner Meinung nach eini­ge Bereiche, an denen etwas Arbeit von Seiten des Core-Teams dem System gut tun könn­te.

Wie bereits erwähnt, will CMS-MS dan­kens­wer­ter­wei­se die Erstellung eines Website-Design ver­ein­fa­chen – was eine gute Sache ist. Custom Tags und Module erlau­ben die Anpassung und/oder Erweiterung des Systems in jede gewünsch­te Richtung.

custom-tags-in-cmsms
Custom Tags in CMS-MS

Aber: aus­ge­rech­net hier leis­tet sich CMS-MS Schwächen. Denn in ver­schie­de­nen Bereichen scheint mir das Konzept der Modularität über­zo­gen wor­den zu sein. Nehmen wir als Beispiel den Einbau eines Blogs in die Website. Das ist kei­ne welt­frem­de Anforderung und dürf­te bei so ziem­lich jeder aktu­el­len Website im Pflichtenheft ste­hen.

Natürlich ist es mög­lich, in CMS-MS auch einen Blog zu inte­grie­ren, aller­dings muss man bereits für die­se Kernanforderung auf exter­ne Module zurück grei­fen, es sei denn, man woll­te sich mit einer simp­len chro­no­lo­gi­schen Auflistung von Beiträgen begnü­gen.

Hier führt sich das Konzept teils ad absur­dum. Anstatt Entwickler in ihrer Arbeit zu beschleu­ni­gen, zwingt man sie, zu exter­nen Modulen nur des­halb zu grei­fen, weil wich­ti­ge, stets benö­tig­te Features nicht im Core inte­griert sind. Event-Kalender oder Bildergalerien sind eben­sol­che Themen, für die es exter­ner Hilfe bedarf, die aber in Zeiten von HTML5 und ent­spre­chend moder­ner Websites in den Core eines Systems gehö­ren – jeden­falls nach mei­ner Auffassung…

Nun könn­te man ja sagen, solan­ge es die erfor­der­li­chen Module gibt, sei das ja alles halb so wild. Aber, natür­lich darf man nicht ver­ges­sen, dass jedes Modul, ver­gleich­bar mit den Plugins in WordPress poten­zi­el­le Integrationsprobleme, even­tu­ell sogar Sicherheitsrisiken in sich trägt. Da ist es nur auf den ers­ten Blick ein Vorteil, dass das Kernsystem flink und agil arbei­tet. Wenn man auf den zwei­ten Blick erken­nen muss, dass das Kernsystem den Anforderungen schon ein­fa­cher moder­ner Websites nicht genügt, währt die Freude kurz. Da die Entwickler des Kerns nur in Ausnahmefällen mit den Entwicklern der Module per­so­nen­iden­tisch sind, darf man sich über­dies nicht wun­dern, wenn es zu Schwierigkeiten im Zusammenspiel von Modul und Kern kommt. Solche Probleme gibt es und füh­ren in Extremfällen zur Unbrauchbarkeit der Lösung ins­ge­samt.

Dabei macht CMS Made Simple eigent­lich den Eindruck eines guten Gesamtpakets. Die Dokumentation ist wirk­lich gut. Schauen Sie sich bei­spiels­wei­se mal die­se Anleitung zum Caching an. Es gibt eine inter­es­san­te Auswahl an Templates, Modulen und Plugins, eben­so wie eine Dokumentation zur API oder zur Datenbankabstraktionsschicht.

Für wen ist CMS-MS nun empfehlenswert und wofür?

Bevor ich mei­nen Senf zu die­ser Frage abge­be, las­se ich mal die Entwickler selbst zu Wort kom­men:

If you’re an expe­ri­en­ced web deve­lo­per. If you have found that some­ti­mes crea­ting a simp­le cor­po­ra­te or orga­ni­za­ti­on web­site is dif­fi­cult in some of the other con­tent manage­ment sys­tems. If you have found that other CMS’s are some­ti­mes “over­kill” for what you need. If you want to be able to hand off the con­tent manage­ment to edi­tors. If you want com­ple­te con­trol over the lay­out and appearan­ce of the site, and you know how to do it… If you want a simp­le, easy to use, yet expan­da­ble tool – then CMS Made Simple is pro­bab­ly for you.

Kern die­ses Zitats ist zum einen “If you’re an expe­ri­en­ced web deve­lo­per” und zum ande­ren “you know how to do it…”.

CMS Made Simple rich­tet sich damit defi­ni­tiv nicht an Nichtentwickler und bei den Entwicklern auch nicht an sol­che, die gera­de erst den Einstieg gewagt haben. Viel mehr sieht es sich selbst als Tool für pro­fes­sio­nel­le Webentwickler. In der Tat kann man die Erwartung berech­tigt hegen, dass Custom Tags, Module und Plugins die Arbeit mit CMS-MS beschleu­ni­gen, mög­li­cher­wei­se sogar so deut­lich, dass ande­re Systeme nicht Schritt hal­ten kön­nen.

Es gibt zwar einen Tutorial-Bereich für End-Nutzer, der aller­dings nicht wirk­lich End-Nutzer adres­siert, son­dern sich eher an neue Nutzer auf Developer-Level wen­det.

Alles in allem wür­de ich CMS Made Simple damit am ehes­ten als Bare-Bones CMS beschrei­ben wol­len. Ich zöge­re etwas, sogar das Wort Framework zu ver­wen­den. Dennoch ist CMS-MS eher ein Starterkit, auf des­sen Basis man ein Webprojekt auf­set­zen kann. Ein aus­ge­wach­se­nes, full-fea­tured Web Management-Paket ist es jeden­falls nicht.

Sie soll­ten CMS Made Simple dem­nach nut­zen, wenn:

  • Sie auf der Suche nach einem leicht­ge­wich­ti­gen, flin­ken System sind, das sich ein­fach erwei­tern lässt.
  • Sie die Features der Boliden vom Schlage eines Drupal nicht benö­ti­gen.
  • Sie sich nicht zu scha­de sind, dem CMS eigen­hän­dig neue Funktionalität bei­zu­bie­gen oder von ande­ren in der Form von Modulen bei­bie­gen zu las­sen.

Sie soll­ten CMS Made Simple hin­ge­gen nicht nut­zen, wenn Sie eine schwer­ge­wich­ti­ge Website, gepackt mit den moderns­ten Super-Features und Funktionen bau­en wol­len. Lassen Sie in die­sem Falle bloß die Finger davon. Denn, wenn Sie auch die aus­rei­chen­de Zahl an Modulen fin­den mögen, Sie brem­sen damit das System aus und ver­lie­ren die Agilität, die einen der Vorteile des Systems aus­macht. Programmieren Sie hin­ge­gen die feh­len­den Funktionen sel­ber, könn­ten Sie schnell in die Situation gelan­gen, dass Sie dadurch eher Zeit ver­lie­ren, als wel­che zu spa­ren.

Ich will es noch ein­mal beto­nen: wenn Sie eine gro­ße, viel­fäl­tig funk­tio­na­le Website pla­nen, las­sen Sie die Finger von CMS-MS. Ich will nicht bestrei­ten, dass man auch die­se Projekte mit CMS-MS an den Start brin­gen könn­te. Allerdings gibt es dafür deut­lich geeig­ne­te­re Tools. Schließlich schlägt man den Nagel ja auch nicht mit dem Bohrer in die Wand…

Was hal­ten Sie von CMS Made Simple? Haben Sie damit bereits gear­bei­tet? Nutzen Sie den Kommentarbereich für Ihren Erfahrungsbericht!

Links zum Beitrag

Der Beitrag erschien zuerst in unse­rem eng­lisch­spra­chi­gen Schwestermagazin Noupe und wur­de im Original geschrie­ben von Sufyan Bin Uzayr.

(sbu/dpe)

Redaktion Dr. Web

Unter der Bezeichnung "Redaktion Dr. Web" findest du Beiträge, die von mehreren Autorinnen und Autoren kollaborativ erstellt wurden. Auch Beiträge von Gastautoren sind hier zu finden. Beachte dann bitte die zusätzlichen Informationen zum Autor oder zur Autorin im Beitrag selbst.

8 Kommentare

  1. Wenn ich flink und ver­flixt schnell lese kom­men mir da erheb­li­che Zweifel an den Aussagen.
    Das Thema man­geln­de Performance ist seit Jahren vor­han­den und bis heu­te nicht gelöst.
    Empfehle den Test mal mit Ergebnissen eines Benchmarks wie Siege o.ä. zu ergän­zen.

  2. CMSMS gehört auch zu mei­nen Favoriten. Lediglich die Erstellung von mehr­spra­chi­gen Websites ist nicht beson­ders kom­for­ta­bel. Ansonsten sind klei­ne­re Unternehmenwebsites schnell damit umge­setzt. Die Update-Funktion könn­te aller­dings auch mal ver­bes­sert wer­den. Hier sind ande­re Systeme (WordPress, Drupal) klar im Vorteil.

  3. CMSmadeSimple gehört auch zu mei­nen Favoriten. Lediglich die Erstellung von mehr­spra­chi­gen Websites ist nicht beson­ders kom­for­ta­bel. Ansonsten sind klei­ne­re Unternehmenwebsites schnell damit umge­setzt. Die Update-Funktion könn­te aller­dings auch mal ver­bes­sert wer­den. Hier sind ande­re Systeme (WordPress, Drupal) klar im Vorteil.

  4. Danke für den aus­fürhli­chen Test. Konnte vie­le neue Ansichten gewin­nen, die mir so zuvor nicht auf­ge­fal­len sind. Danke für die tol­le Darstellung.

  5. Ich nut­ze CMSmadeSimple seit ca. 2007. Als “Teilzeit-Webseiten-Verwalter” such­te ich ein CMS für eine Webseite mit mitt­le­rem Umfang und blieb damals bei die­sem CMS. Die meis­ten Punkte des Beitrages kann ich bestä­ti­gen. Die Entwicklung von CMSmadeSimple war in die­ser Zeit kon­ti­nu­ier­tich und bestän­dig – ein Punkt von Unsicherheit am Anfang. Tatsächlich ist die Auswahl an Modulen sehr groß und die Installation meist pro­blem­los, wenn man die “Release Notes” liest…;-)). Aber es gab es hin und wie­der try and error. Ein her­vor­ra­gen­des Modul, das ich viel­fäl­tig nut­ze ist das Galerie-Modul. Ob Videos, Bilder und noch eini­ge ande­re Anwendungen. Die Templateerstellung ist sehr fle­xi­bel; auch die Facebookseite wird aus dem CMS befüllt. Mit Anpassungen und “Sonderwünschen” habe ich schon eini­ge Zeit ver­bracht, aber wenigs­tens war das Einarbeiten in die Smarty-Templates dann auch hilf­reich beim Oxid-Shop, der eben­falls Smarty ver­wen­det.

  6. CMS-Reviews find ich gut. So kann man sich ein Bild machen, ohne sich vor­ab tage­lang in etwas ein­ar­bei­ten zu müs­sen, was even­tu­ell nicht passt. Momentan ist ja ProcessWire in aller Munde, das wirk­lich geni­al sein soll. Ich wer­de dem­nächst mal einen Test damit machen… even­tu­ell auch mal mit Redaxo.

  7. Vielen Dank für den aus­führ­li­chen Test “unse­res” CMS ;). Würde den Beitrag gern ver­lin­ken, sofern kei­ne Einwände bestehen.

    Stünde allen­falls noch zu ergän­zen, dass es unter http://www.cmsmadesimple.de auch eine deutsch­spra­chi­ge Supportseite mit einem eige­nen Forenteil gibt … es gibt immer noch Anwender, die sich mit Fach-Englisch etwas schwer tun.

    • Witzig, dass immer noch manch­mal jemand fragt, ob Einwände gegen das Verlinken, gegen die Natur, das Wesen des Netzes, bestehen. Das ist wohl irgend­wie auch Deutschland und sein Rechtssystem ;-)

      Danke für die Ergänzung des Links zur deut­schen Seite.

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