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Manuel Diwosch 4. November 2008

CMS Joomla! – Ein Alleskönner unter der Lupe.

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Joomla! ist eine Lautumschreibung des Suaheli-Wortes „Jumla“ und bedeutet „das Ganze“. Der Name definiert den Anspruch: Joomla! ist ein ganzheitliches Content-Management-System. Private Homepage, Blog, Vereinsseite, Firmenwebsite, Community-Plattform. Joomla! erfüllt alle Wünsche eines Seitenbetreibers, solange dieser die Grenzen des Systems kennt und es richtig einsetzt.

Joomla! ist eines der beliebtesten Open Source Content-Management-Systeme. Mehr als 200.000 Community User, mehr als 100 Millionen Treffer bei Google, mehr als sechs Millionen Downloads in den vergangenen 18 Monaten, mehr als eine Million Homepage-Besucher pro Monat, Community-Treffen und Tagungen rund um den ganzen Globus, zahlreiche Buchpublikationen und Merchandise-Artikel vom Baseball-Cap über Pullover bis hin zum Rucksack untermauern dies.

Auch Auszeichnungen räumt Joomla! seit der Abspaltung vom Mutterprojekt „Mambo“ im Jahr 2005 in Serie ab. 2006 war Joomla! Gesamtsieger des Packt Open Source CMS Awards, 2007 war es zweiter der Gesamtwertung, gewann dafür aber die Best PHP-CMS-Auszeichnung und auch 2008 steht Joomla! wieder im engsten Favoritenkreis beider Kategorien.

Die Liste der Sites, die Joomla! nutzen, ist beeindruckend. Sie ist endlos lange und führt große und bekannte Namen. Beispielsweise betreiben das Informationszentrum der Vereinten Nationen für Westeuropa, das MTV Network Quizilla und die Eliteuniversität Harvard ihre Internetpräsenz mit Joomla.

Screenshot

Joomla! steht für Vielseitigkeit und Benutzerfreundlichkeit

Darstellen, informieren, verkaufen, diskutieren, Daten sammeln, kooperieren – das sind die Ansprüche, die heute an Anwendungen im World Wide Web gestellt werden. Joomla! ist ein webbasiertes CMS, das all diesen Ansprüchen gerecht wird. Sie können damit private Homepages oder Blogs betreiben, Vereinsseiten verwalten, Unternehmen im Internet präsentieren, Online-Shops betreiben oder eine Community zu einem Thema aufbauen. Joomla! eignet sich vor allem für kleine und mittelgroße Auftritte von Communities und Unternehmen mit einer überschaubaren Anzahl an Inhaltsseiten.

Das CMS bietet eine Vielzahl an Funktionen. Die Menge an Erweiterungen hat eine unbekannte Größe erreicht. Fast alle Bedürfnisse eines Seitenbetreibers können durch bereits vorhandene Module, Plug-ins oder Komponenten befriedigt werden. Man muss sie nur suchen.
Ein derart komplexes System einsetzen zu können, verlangt auch eine gewisse Einarbeitungszeit. Beherrscht man allerdings den Umgang mit Joomla!, so erweist es sich aufgrund seiner simplen Drei-Ebenen-Struktur (Bereich, Kategorie, Beitrag) als durchwegs benutzerfreundlich.

Die Schwächen

Vielseitigkeit und Benutzerfreundlichkeit sind die Stärken des Systems und verantwortlich für die gute Marktposition. Joomla! hat aber auch Schwächen. Die drei Ebenen „Bereich“, „Kategorie“ und „Beitrag“ erlauben zwar theoretisch eine unendliche Zahl an Inhaltsseiten, praktisch ist es dadurch nicht möglich, Websites mit vielen Inhaltsseiten und Inhaltsebenen zu verwalten. Die Übersicht kann mit Joomla! nicht in dem Maße gewahrt werden, wie es etwa eine Ordnerstruktur ermöglichen würde. Ebenso verhält es sich mit der Zuweisung von Zugriffsrechten. Auch diese können nur in drei Gruppen vergeben werden. Einzelnen Usern individuelle Rechte zu geben, ist nicht möglich.

Zudem sind jene Versionen, die auf dem neuen 1.5.-Kern aufbauen (derzeit ist Version 1.5.7. erhältlich), nicht mit allen älteren Erweiterungen kompatibel. Abhilfe schafft ein Plug-in, das eine Brücke für viele Module zu Vorgängerversionen schlägt. Ob eine alte Erweiterung unter Version 1.5. läuft, muss jedoch im Einzelfall ausprobiert werden.

Joomla! im Vergleich

Im Bereich der Open Source Content-Management-Systeme gibt es eine Fülle von Programmen. Typo3, Drupal und WordPress gehören zu den bekanntesten Konkurrenzprodukten, haben ihre Schwerpunkte jedoch anders gesetzt als Joomla!.

  • Typo3 ist das umfassendste quelloffene CMS. Es ist flexibler als Joomla!. Die Inhalte können auf mehreren Ebenen organisiert und die Nutzerrechte individuell vergeben werden. Typo3 eignet sich für mittlere und große Seiten. Für die Steuerung der Templates existiert eine eigene Skriptsprache. Die Hardware-Anforderungen sind dementsprechend hoch und der Administrator muss mit einer langen Einarbeitungszeit zu rechnen.
  • Drupal legt besonderen Wert auf gemeinschaftsbildende Maßnahmen. Die User können eigene Weblogs anlegen und zusammen in „Büchern“ an Texten arbeiten. Zusätzlich verfügt Drupal über eine Versionskontrolle der Inhalte. Drupal etablierte sich durch diese Schwerpunktsetzung als Social-Software unter den bekanntesten CMS.
  • WordPress ist ein Content-Management-System das vorwiegend bei der Erstellung häufig zu aktualisierender Websites, meist Blogs, eingesetzt wird. Es bietet ebenfalls mehreren Teilnehmern die Möglichkeit, Artikel zu veröffentlichen und eignet sich gut als System für Nachrichtenseiten.

Ein Ausblick auf Beispielseiten

Die Joomla!-Optik wird einem modernen CMS entsprechend template-basiert verwaltet und trennt Inhalt von Gestaltung. Einen Ausblick auf die kreativen Möglichkeiten geben die Seiten mamboawards und joomlaawards, auf denen täglich gelungene Joomla!-Seiten ausgezeichnet werden. ™

Manuel Diwosch

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals für Dr. Web und startete eigene, professionelle Webprojekte. Er verbindet technisches Know-How mit dem Fachwissen der journalistischen Kommunikation. Als Dienstleister entwirft er Online-Marketing-Strategien für Unternehmen und setzt diese um.

2 Kommentare

  1. es kommen noch mehr. hier im plus-bereich gibt es eine CMS rubrik mit allerlei systemen, im offenen bereich gibt es das nicht. die neuen joomla artikel ersetzen alte (stichwort mambo), was von den lesern gewünscht wurde. und ja auch sinn macht.

  2. Mussten es 2 Artikel zu Joomla sein, im Plus-Bereich? Persönlich würde ich Artikel zu Open Source Systemen wie Joomla, WordPress & Co. eher im „ungeschützten“ Bereich suchen/erwarten.

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