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Dirk Metzmacher 4. Februar 2005

Click & Sell – Die wichtigsten Micro-Payment-Anbieter

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Bei Kleinstbeträgen stellt sich die Frage nach der Rendite. Deshalb stellen E-Payment-Anbieter verschiedene Zahlungsmethoden zur Verfügung, vereinfachen die Abwicklung, minimieren das Risiko für den Shopbetreiber – und schneiden sich selbst eine dicke Scheibe ab.

Der Handel im Internet wird nach wie vor von den klassischen Zahlungssystemen Überweisung, Kreditkarte, Lastschrift und Rechnungskauf beherrscht. Doch Zahlungen von Kleinbeträgen sind da sehr problematisch. Sie gelten nicht umsonst als das Nadelöhr für den Erfolg im E-Commerce. Grund sind die Konditionen der Zahlungsmethoden.

Das große Problem mit kleinen Beträgen: Die Gebühren für die Transaktion über Kreditkarte oder Lastschrift sind so hoch, dass sie nicht selten über dem eigentlichen Preis des verkauften Produkts liegen. Dies macht den Verkauf von Artikeln über das Internet für wenige Cent beinahe unmöglich. Bei diesem so genannten Micro-Payment haben sich einige Internet-Systeme etablieren können. Unternehmen, die die organisatorischen Angelegenheiten rund um die finanzielle Online-Transaktion übernehmen.

Das Click&Buy der Firstgate AG
Was haben Stiftung Warentest, Spiegel, Die Welt und die Bild-Zeitung gemeinsam? Sie alle verkaufen Content und lassen Firstgate das Geld kassieren. Und das macht Firstgate entweder per Lastschrift oder über die Kreditkarte des Kunden. Zuvor wird aber vom Kunden verlangt, dass er sich bei Firtsgate anmeldet. Hat er das getan, kann er nur durch Eingabe seines Benutzernamens und eines Passwortes den Zugang zu unzähligen Artikeln, Dienstleistungen und Download-Angebote freischalten. Fistgate ist also ein „Account“-basiertes Bezahlsystem, bei dem Einzeltransaktionen kumuliert abgerechnet werden. Als Anbieter solcher Leistungen kann man bei Firstgate zwischen einem Basic-Account und einem Premium-Account wählen.

Für Anbieter die den Basic-Account einsetzen, beträgt die einmalige Anmeldegebühr 49 €. Der monatliche Grundpreis für die Nutzung 5 €. Das ist aber nicht alles. Firstgate verlangt Provisionen, die sich anhand der erzielten monatlichen Umsätze und der Preisstufe des Angebotes ergeben und zwischen 35% und 7% liegen. Da bleibt nicht viel übrig, es sei denn der Content ist Massenware und wird dementsprechend oft abgerufen.

Ähnlich verläuft es beim Premium-Account. Hier stehen zwar weitere Features, wie beispielsweise ein System zur Erstellung und Verwaltung von Online-Abonnements, ein Transaktionsmodul zur Anbindung an ein Warenkorb-System oder die Zahlung per Rechnung, zur Verfügung, aber es wird ebenso tief in die Taschen des Anbieters gegriffen. Man zahlt da keine monatliche Gebühr, sondern einen Provisionssatz der sich anhand der monatlich erzielten Umsätze und der Preisstufe des Angebotes errechnet.

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Weitere Features: Es werden verschiedene Payment-Module wie zum Beispiel „Pay per Click“, „Pay per Minute“ oder „Online-Abo“ angeboten. Im Servicebereich können Verbindungsnachweise und Rechnungen eingesehen werden. Die Umsätze werden monatlich abgerechnet. Um Missbrauch zu vermeiden, werden Kundendaten, wie die Adresse und Konto- oder Kreditdaten, geprüft. Die Preisgestaltung ist frei und kann jederzeit verändert werden. Nützlich: Bei Kundentransaktionen werden die Beschreibung des Inhalts, der Preis, das Datum, die Uhrzeit, die Dauer, Kundenhistorie, Betriebssystem und die Browserversion erfasst, was im Einzelverbindungsnachweis eingesehen werden kann.

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Click&Buy

Die Ebay-Tochter PayPal
Seit einiger Zeit setzt Ebay auch in Deutschland auf die Dienste seiner Tochtergesellschaft PayPal und bietet zu jeder Auktion diesen Service als Zahlungsvariante an. Wobei der weltweit führende Anbieter für die Abwicklung von Online-Zahlungen mit günstigeren Konditionen an den Markt geht als Firstgate.

Will man Geld von seinem PayPal-Konto auf ein deutsches Bankkonto übertragen, berechnet PayPal 1,- Euro. Buchungen von einem PayPal-Konto auf ein anderes PayPal-Konto kosten nichts.

Das eigentliche Konto ist in seiner Basisversion kostenlos, es werden hier jedoch noch keine Kreditkartenzahlungen akzeptiert. Beim Premium- und Business-Konto wird je nach Umsatzvolumen zunächst eine Standardgebühr von 3,4 Prozent des Transaktionsvolumens zuzüglich 0,35 Euro berechnet. Bei anständigem Umsatz sinkt diese auf bis zu 1,9 Prozent des Transaktionsvolumens zuzüglich 0,35 Euro pro Transaktion. Diese Konditionen werden auf der Grundlage des Umsatzvolumens im vorhergehenden Kalendermonat ermittelt.

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PayPal

Der WebCent der Web.de AG
Web.de verfolgt mit einigen Partnern wie Falk, Öko Test, Addison-Wesley, Schwacke oder auch Spiegel und Stern den Weg, eine eigene Internetwährung anzubieten. Mit dem WEB.Cent können neben Web.de Diensten auch bei über 300 Partnern Leistungen abgerufen werden. Der Web.Cent wird vom Kunden gesammelt oder direkt gekauft, was für den Kunden kostenlos ist.

Es können schon Beträge ab 1 Cent effizient abgerechnet werden. Web.Cent-Kunden unterhalten ein Guthaben-Konto. Im Kaufprozess wird einfach eine Buchung vom Kundenkonto zum Anbieter-Konto bei Web.de durchgeführt – allerdings mit der Web.Cent-Währung. Leider werden nur ausgewählte Partner akzeptiert, was eine Kontaktaufnahme per Telefon voraussetzt.

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Web.Cent

T-Pay der Deutschen Telekom
Die enge Verbindung von Online-Dienst und Telefongesellschaft hatte es bereits in den Achtzigerjahren möglich gemacht, Inhalte, Dienstleistungen und Waren bis zu einem Preis von 9,99 DM online abzurufen – und zwar im BTX. Die Überprüfung der Identität lief über die Telefonverbindung. Die Kunden riefen die gewünschte Seite auf und bestätigten ihren Auftrag. Der Betrag dieser Bestellung wurde dann mit der nächsten Telefonrechung beglichen.

In T-Pay, dem Mehrkanal-Bezahlsystem der Telekom, erlebt ein Teil der BTX-Philosophie ihr großes Comeback. Registrierte Kunden können ihre Einkäufe unter anderem auf die Telefonrechnung setzen lassen. Weitere Zahlungsarten sind Pay by Call, MicroMoney, einer Guthabenkarte von T-Pay, Lastschriftverfahren oder Kreditkartenzahlung. Wer nicht alle Bezahlvarianten anbieten möchte, kann auch Kombinationen wählen.

Leider ist der Registrierungsprozess für den Kunden recht aufwändig. Nach einer Plausibilitätsprüfung bekommt dieser ein „Bezahlpasswort“ und kann gleich loslegen. Händler zahlen 116,- € Anmeldungsgebühr. Umsatzabhängige Gebühren kommen dazu. Beim Micromoney und bei der Abrechnung über die Telefonrechnung zahlt man 25% Provision und 12 Cent Minimum. Bei Kleinbeträgen per Lastschrift und Kreditkarten sind es 1,5% Provision und 46 Cent Minimum.

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T-Pay

Das „Paybox“-System
Was ist eigentlich mit Paybox, wird man sich fragen. Vor nicht allzu langer Zeit galt Paybox als die Lösung für Micro-Payments. Das Handy als Geldbeutel. Das überzeugte, da der Nutzer im Prinzip identifizierbar und bekannt ist. Eine Anmeldung ist selbstverständlich auch hier notwendig. Heute scheint das Konzept vorallem in Österreich eingesetzt zu werden. Die Softwarelizenz schlägt beim Standardpaket mit 49,- Euro und beim Premiumpaktet mit 428,- Euro zu Buche, die Jahresgebühr beträgt mindestens 100 Euro. Wohnsitz und Bankkonto in Österreich sind dazu erforderlich.

Paybox ist als einziges System auch noch für den Benutzer mit Kosten verbunden. Für paybox classic etwa fällt ein jährliches Grundentgelt in Höhe von 15,- Euro an. Im Vergleich zur Konkurrenz, die keine Kosten auf Seiten der Nutzer erzeugen und kein Handy benötigen, hat diese Variante keine Chance mehr.

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Paybox

Fazit: Wer über Ebay Waren anbieten möchte, nutzt PayPal, da es in das System integriert wurde. Firstgate rechnet sich besonders bei Massenware wie Artikel, die sich tausende Mal verkaufen. T-Pay ist dazu eine interessante Alternative. Der Web.Cent wurde nicht für „Jedermann“ erschaffen, denn es werden nur exklusive Partner zugelassen. Paybox scheint nur noch geringe Chancen zu haben.

Surftipp: Paymentanbieter für Content und reale Güter

Erstveröffentlichung 04.02.2005

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

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