
Chinas KI spaltet sich in zwei Lager
ByteDance und DeepSeek dominieren Chinas KI Markt mit über 280 Millionen Nutzern. Doch ihre Strategien könnten unterschiedlicher nicht sein. Eine Weichenstellung, die auch europäische Unternehmen betrifft.
Zwei Wege, ein Ziel
Stellen Sie sich vor, Sie müssten sich zwischen zwei grundverschiedenen KI Strategien entscheiden: Maximale Effizienz oder maximale Reichweite? Chinas führende KI Unternehmen haben diese Frage für sich beantwortet. Und zwar mit diametral entgegengesetzten Ansätzen.
DeepSeek setzt auf Effizienz
DeepSeek hat sich von Anfang an auf Modell Effizienz fokussiert. Der Grund ist pragmatisch: Das Startup hat Berichten zufolge keinen unbegrenzten Zugang zu Hochleistungschips. Diese Einschränkung wurde zum Innovationstreiber. Das Ergebnis sind Modelle, die weniger Rechenressourcen zum Training benötigen und Entwicklern geringere Betriebskosten verursachen als vergleichbare westliche Lösungen.
Steve Hsu, Physikprofessor an der Michigan State University und KI Startup Gründer, bringt es auf den Punkt:
Effizienz ist extrem wichtig, wenn Sie ein Startup sind. Ein Open Source Modell ist sowohl bei den Kosten als auch durch die Anpassbarkeit überlegen.
Steve Hsu, Physikprofessor an der Michigan State University
ByteDance denkt in Plattformen
ByteDance verfolgt einen völlig anderen Kurs. Der TikTok Mutterkonzern baut seinen KI Chatbot Doubao systematisch zu einer Art Smartphone Betriebssystem aus. Ende November veröffentlichte ByteDance eine eigene Eingabemethode namens Doubao Input Method.
Noch wichtiger: Das Unternehmen arbeitet bereits mit einem chinesischen Smartphone Hersteller zusammen, um Doubao direkt ins Betriebssystem zu integrieren. Der Chatbot soll Zugriff auf verschiedene Apps erhalten und agentenbasierte Aufgaben ausführen können. Kurz gesagt: ByteDance greift Apples Siri frontal an.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
Beide Unternehmen haben KI Apps mit jeweils über 140 Millionen monatlichen Nutzern. Doch die wirtschaftliche Effizienz unterscheidet sich drastisch. DeepSeek trainierte sein V3 Modell nach eigenen Angaben für nur 6 Millionen US Dollar. Zum Vergleich: OpenAIs GPT 4 kostete 2023 rund 100 Millionen US Dollar.
DeepSeek nutzte dabei etwa ein Zehntel der Rechenleistung, die Meta für sein vergleichbares Modell LLaMA 3.1 aufwendete. Das jüngste DeepSeek V3.2 soll auf Augenhöhe mit den neuesten Modellen von OpenAI und Google liegen. Bei bestimmten Mathematik Benchmarks übertrifft es sie sogar.
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Was bedeutet das für europäische Unternehmen?
Die Aufspaltung in Chinas KI Industrie zeigt zwei Entwicklungspfade. Kleinere Startups wie Zhipu, Minimax und Moonshot folgen DeepSeeks Open Source Ansatz. Baidu und Tencent setzen stärker auf Anwendungen.
Alibaba bewegt sich zwischen beiden Welten: Das Unternehmen veröffentlicht weiterhin neue Versionen seiner Open Source Qwen Modelle, lancierte aber kürzlich auch eine eigene Consumer App. ByteDance hingegen muss sich nicht im Benchmark Wettrennen beweisen.
Das Unternehmen hat bereits eine gigantische Nutzerbasis. Hsu erklärt die Strategie: „Sie müssen nur still liefern, ein wirklich leistungsstarkes KI Modell in ihre bestehende App integrieren. Und genau das tun sie.“
Für Sie als Entscheider
Kommt Ihnen das bekannt vor? Die Wahl zwischen Infrastruktur und Anwendung steht auch europäischen Unternehmen bevor. DeepSeeks Ansatz macht hochwertige KI Modelle für kleinere Teams erschwinglich.
ByteDances Strategie zeigt, wie sich KI nahtlos in bestehende Ökosysteme integrieren lässt. Beide Wege verdienen Aufmerksamkeit, denn chinesische KI Lösungen werden auch für westliche Märkte zunehmend relevant.
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