Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
Andreas Hecht 4. Januar 2019

Website fertig? Die ultimative Checkliste für dein Web-Projekt

Die Entwicklung von Websites kann ein lang­wie­ri­ger und müh­sa­mer Prozess sein. Besonders, wenn du einen Klienten erwischt, der kei­ne kla­re Vorstellung vom Projekt hat. Du könn­test jetzt in die Versuchung gera­ten, die Website auf Biegen und Brechen online zu brin­gen. Das könn­te dir jedoch ordent­lich aufs Butterende schla­gen.

Checkliste: Das solltest Du tun, bevor Deine Website live geht

Wenn du denkst, dass du die letz­ten Fehler im Live-Betrieb aus­mer­zen kannst, dann kann dich die­se Einstellung durch­aus in Schwierigkeiten brin­gen. Auch wenn dein Klient schwie­rig ist, so hat er ein Anrecht auf Qualität und soll­te zu jeder Zeit in den Prozess ein­ge­bun­den sein. Beide Parteien soll­ten sich ihrer Verpflichtungen im Erstellungsprozess bewusst sein.

Dir als Webentwickler muss klar sein, dass dei­ne Reputation unter Umständen unter einer Harakiri-Aktion durch­aus lei­den kann. Unfertige Websites online zu stel­len und dann nach­zu­ar­bei­ten, ist nicht eben ein Qualitätsbeweis. Das wird sich höchst­wahr­schein­lich her­um­spre­chen, was wie­der­um nicht gut für dich und dei­nen Ruf als Fachmann sein kann.

15 Fragen vor dem Website-Launch

Um dir die­ses und ande­re Probleme zu erspa­ren, habe ich eine Checkliste zusam­men­ge­stellt, die dir dabei hel­fen soll, nur noch »fer­ti­ge« Websites zu ver­öf­fent­li­chen.

#01: Hast du den vereinbarten Arbeitsumfang vollständig geleistet?

Dein Klient und du haben bei Projektbeginn (hof­fent­lich) einen genau defi­nier­ten Arbeitsumfang schrift­lich fest­ge­legt. Während der Arbeiten an der Website kann sich die­ser Umfang natür­lich ergänzt haben, was jeweils schrift­lich fixiert wer­den soll­te.

Der Besitzer der Website hat mit dir also ver­ein­bart, wel­che Elemente die Website haben soll. Wieviele Seiten, wel­che Inhalte, wer die Inhalte ver­fasst, ob die Website z.B. einen Slider haben soll, wel­che spe­zi­el­len Funktionalitäten gewünscht wer­den und so wei­ter.

Gehe die Liste durch und prü­fe ein­ge­hend, ob alle ver­ein­bar­ten Funktionen und Elemente vor­han­den sind und funk­tio­nie­ren. Ist die Liste unvoll­stän­dig bear­bei­tet, arbei­te sie voll­stän­dig ab.

#02: Funktioniert jede einzelne Seite wie sie soll?

Jede ein­zel­ne Seite soll­te nun genau­es­tens geprüft wer­den. Schaue dir jedes Element an und che­cke, ob alles so aus­sieht, wie es aus­se­hen soll. Funktioniert alles? Prüfe es. Checke vor allem fol­gen­des:

  • Das Logo
  • Die Navigation
  • Die Bilder und Grafiken
  • Die Texte – auch auf kor­rek­te Anzeige
  • Die Call-to-Action Elemente
  • Die Formulare (Kontaktformular, Newsletter)
  • Die Links
  • Die Google-Maps
  • Die Kontaktinfo
  • Das Impressum
  • Die Social Media Buttons
  • Die Widgets
  • Die Logins

All die­se Dinge müs­sen funk­tio­nie­ren und gut ange­zeigt wer­den.

#03: Sind die Texte optisch und inhaltlich einwandfrei?

Gerade die Inhalte, die Texte sind sehr wich­tig. Sie müs­sen nicht nur gut aus­se­hen, son­dern auch mög­lichst feh­ler­frei geschrie­ben sein. Deshalb schaue dir jeden ein­zel­nen Textbereich genau an. Prüfe ein­ge­hend, ob die Darstellung bereits opti­mal ist. Wenn die Darstellung der Textbereiche ver­bes­sert wer­den kann, gehe die­ser Aufgabe nach.

Wenn das Design der Texte opti­mal ist, prü­fe die Inhalte auf Rechtschreibfehler. Lasse nicht zu, dass Texte mit Fehlern online gehen. Deine Reputation wird dar­un­ter lei­den. Mit den fol­gen­den Online-Tools kannst du einen Test auf Fehler durch­füh­ren:

Korrekturen.de  |  Duden.de

#04: Hast du hochwertige und passende Fotos verwendet?

Für vie­le Firmen und Branchen ist eine opti­ma­le Darstellung auf den Fotos extrem wich­tig. Prüfe daher jedes ein­zel­ne Foto, ob es in einer aus­rei­chen­den Qualität vor­liegt. Sind man­che Bereiche noch nicht aus­sa­ge­kräf­tig genug bebil­dert, set­ze ent­we­der her­vor­ra­gen­de Stockfotos ein oder bit­te den Klienten, pro­fes­sio­nel­le Bilder machen zu las­sen.

Sollten Fotos der Firmenzentrale und der Mitarbeiter ein­ge­setzt wer­den, so sind pro­fes­sio­nel­le Fotos ein Muss. Mache dei­nem Kunden klar, dass er dafür Geld in die Hand neh­men soll­te.

Schau auch mal in die immer pro­fes­sio­nel­ler wer­den­den Kataloge mit kos­ten­lo­sen Fotos. Das ein oder ande­re ist da zu fin­den. Achte aber stets dar­auf, dass Bilder auf einer Website einer gemein­sa­men Linie fol­gen soll­ten. Bau kei­nen Flickenteppich aus zuein­an­der unpas­sen­den Bildern.

Wichtig: Funktioniert das Favicon? Ein Favicon ist ein wich­ti­ger Teil der Identität einer Website.

#05: Werden die geltenden Datenschutzbestimmungen eingehalten?

Ist die Datenschutzerklärung vor­han­den und kor­rekt aus­ge­ar­bei­tet? Sind die Sozialen Netzwerke auf­ge­führt? Prüfe und kor­ri­gie­re die­se Punkte, wenn nötig. Stelle sicher, dass die Vorgaben der DSGVO eher über­erfüllt wer­den, als sie gera­de so zu errei­chen.

Prüfe eben­falls das Impressum genau auf alle vor­ge­schrie­be­nen Angaben. Für GmbHs und Aktiengesellschaften gel­ten beson­de­re Regeln. Prüfe die­se auf Einhaltung.

Impressums-Muster für eine GmbH

#06: Hast du Methoden zur Behandlung von 404-Fehlermeldungen vorgesehen?

Wenn du die­sen Punkt erreicht hast, dann hast du bereits jeden Link inner­halb der Website auf Funktion getes­tet. Hast du auch bedacht, dass es 404-Fehler durch fal­sche Eingaben der User geben könn­te? Jede Website soll­te eine benut­zer­de­fi­nier­te 404-Fehlerseite haben, damit die User etas mit die­ser Fehlermeldung anfan­gen kön­nen.

Solltest du bis jetzt noch kei­ne eige­ne 404-Seite erstellt haben, dann wäre jetzt ein guter Zeitpunkt dafür.

#07: Ist die Website für Suchmaschinen optimiert?

Die bes­te Website nützt nichts, wenn sie nicht gefun­den wird. Daher ist ein SEO-Test eine sehr gute Sache. Prüfe, ob ein SEO-Plugin instal­liert ist, ob die ein­zel­nen Seiten die rich­ti­gen Titel haben, ob die Titel die rich­ti­ge Länge besit­zen, um in den Suchergebnissen ange­zeigt zu wer­den (maxi­mal 65 Zeichen) und ob für jede Seite eine benut­zer­de­fi­nier­te Meta-Beschreibung exis­tiert.

Des Weiteren prü­fe eben­falls, ob die wich­ti­gen Open Graph Tags für die Sozialen Netzwerke kor­rekt aus­ge­ge­ben wer­den. Hier haben wir uns mit Onsite-SEO näher beschäf­tigt.

#08: Funktionieren angebundene Systeme?

Hast du einen Online-Shop ange­bunn­den? Teste jede ein­zel­ne Funktion des Shops. Mache einen Testkauf. Ist ein Customer-Relationship-Management (CRM) ange­schlos­sen, dann tes­te des­sen Funktionen eben­falls und schaue, ob alle wich­ti­gen Daten impor­tiert wer­den.

#09: Kann die Website mobil problemlos verwendet werden?

Heute soll­te jede Seite respon­siv sein und sich daher jeder Bildschirmauflösung anpas­sen. Teste ein­ge­hend auf ver­schie­de­nen, rea­len Endgeräten, ob die Website alle Elemente kor­rekt anzeigt und ob even­tu­ell wei­te­re Elemente aus­ge­blen­det wer­den kön­nen und soll­ten.

Jede ein­zel­ne Seite der Website soll­te auf mobi­len Geräten gut aus­se­hen, die Proportionen müs­sen – wie die Textgröße eben­falls – stim­men.

#10: Funktioniert die Website in allen gängigen Browsern?

In dei­nem ver­ein­bar­ten Arbeitsumfang soll­te ste­hen, auf wel­che Browser du die Website zu opti­mie­ren hat­test. Mein Tipp an dich: Lege genau­es­tens mit dem Kunden fest, ob die Website auch in den Internet-Explorern zu funk­tio­nie­ren hat und wenn schon, dann in wel­chen Versionen.

Teste nun die Website in allen ver­ein­bar­ten Browsern auf kor­rek­tes Design und Funktionalität. Sollte nicht alles opti­mal sein, arbei­te die Probleme ab.

#11: Liefert deine Website validen Code aus?

Die Qualität dei­nes HTML-Codes ist wich­tig für die Robustheit der Website. Daher soll­te der HTML-Code immer vali­de und feh­ler­frei sein, wenn du eine Website aus­lie­ferst. Zudem sind die von dir erstell­ten Websites dein Aushängeschild im Internet.

Lasse es nicht zu, dass du feh­ler­haf­ten Code aus­lie­ferst, der dann von einem Plugin völ­lig zer­stört wer­den könn­te. Es exis­tie­ren vie­le Validatoren im Netz, der bekann­tes­te dürf­te der Validator des W3C sein.

W3C HTML Validator

#12: Funktioniert das eingesetzte SSL-Zertifikat einwandfrei?

Benutzt die von dir erstell­te Website ein SSL-Zertifikat? Dann tes­te alle Seiten der Website, ob es über­all in Grün ange­zeigt wird und somit auch alle gela­de­nen Ressourcen über HTTPS laden kann. Solltest du Fehler ent­de­cken, arbei­te sie nach.

Der kos­ten­lo­se Online SSL Checker hilft dir bei dei­ner Arbeit.

#13: Lädt die Website schnell und ist auch ansonsten performant?

Die Ladegeschwindigkeit ist ein wich­ti­ger Faktor für die Benutzererfahrung einer Website. Je schnel­ler eine Website ist, des­to weni­ger Absprünge sind zu ver­zeich­nen. Denn die User ent­schei­den sehr schnell, ob sie auf einer Website blei­ben oder nicht. Zudem ist die Geschwindigkeit einer Website ein Rankingfaktor der Google-Suchmaschine.

Bereits drei Sekunden Ladezeit emp­fin­den vie­le Menschen als zu lang, stel­le daher sicher, dass sich die Ladezeit zumin­dest bei cir­ca ein­ein­halb Sekunden bewegt. Das ist auch ohne tief­grei­fen­de Änderungen an der Website mög­lich.

Ich emp­feh­le zum Testen die Pingdom Tools.

#14: Ist die Website gegen Angriffe von außen abgesichert?

Kümmere dich ein­ge­hend um die Sicherheit der Website. Solltest du noch kei­ner­lei Maßnahmen getrof­fen haben, dann füh­re sie jetzt durch. Ein Mindestmaß an Sicherheit kannst du durch den Einsatz der opti­ma­len .htac­cess Datei dar­stel­len. Überprüfe die Serversicherheit der Website und imple­men­tie­re die rich­ti­gen HTTP-Header.

Wenn die von dir erstell­te Website auf Basis von WordPress ist, dann kom­men die fol­gen­den Sicherheitseinstellungen für die wp-config.php infra­ge.

#15: Hast du sämtliche Zugangsdaten vor der Übergabe erneuert?

Bevor du die Website an den Klienten über­gibst, emp­feh­le ich dir, alle Passwörter zu erneu­ern und hier­für star­ke, siche­re Passwörter zu wäh­len. Sollten sich noch zu ein­fa­che Benutzernamen wie »Admin« unter den Zugängen bewe­gen, dann wäh­le hier bes­se­re Varianten.

Trage eben­falls Sorge dafür, dass die User ihre Passwörter nicht so ein­fach in unsi­che­re Varianten ändern kön­nen. Das erreichst du mit die­sem Code, der in die functions.php des WordPress-Themes kommt, falls du eine WordPress-Website erstellt hast.

Fazit

Puh, die­se Liste ist lang und kann des­halb eini­ges an Zeit kos­ten. Bevor du sie abkürzt, denk dran, dass sie dir Sicherheit in vie­ler­lei Hinsicht bie­tet. Der wich­tigs­te Effekt ist der, dass du dich vor Fehlern schützt, die dei­nen Ruf als Fachmann rui­nie­ren kön­nen. Denn mit der kon­se­quen­ten Verwendung die­ser Checkliste wirst du nur noch Qualität lie­fern. Das kommt dir, dei­nem Chef und vor allem dem Kunden zugu­te.

Bevor du danach die Website auf »Live« schal­test, sor­ge wirk­lich immer dafür, dass du von dei­nem Klienten, sei­nem Admin und even­tu­ell dei­nem Chef das Okay besitzt. Diese Personen müs­sen unbe­dingt über die Website schau­en und sie gege­be­nen­falls eben­falls tes­ten, um dann – das schrift­li­che – Okay zu geben. So bist du immer auf der siche­ren Seite.

(Artikelbild: Depositphotos)

Andreas Hecht

Andreas Hecht

entwickelt WordPress-Websites und bietet dir einen Website Sicherheit Service und einen Performance Service für deine Website. Außerdem ist er Spezialist für Onpage SEO und bringt Deine Website in die Top-Suchergebnisse von Google. Auf seinem Blog schreibt er über WordPress, SEO und Content SEO.

Ein Kommentar

  1. Ein wich­ti­ger Punkt, der mir noch fehlt: Prüfen von Redirects (Weiterleitungen). Häufig wird vor allem auf der Startseite ver­ges­sen, die­se sau­ber ein­zu­rich­ten. Die Startseite ist dadurch durch vie­le Varianten auf­ruf­bar:
    mit-www
    ohne-www
    /index.php
    /home
    Hier soll­te man sich für eine Variante (mit oder ohne www) ent­schei­den und alle ande­ren Ziele per 301-Redirect wei­ter­lei­ten. Beim Prüfen der Varianten hel­fen Plugins wie “Redirect Path” in Chrome, um die Weiterleitungen zu visua­li­sie­ren.

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