Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
Adrian Bechtold 26. März 2013

CDN von kostenlos bis teuer – Passende Lösungen für jede Website

Alle Dateien einer Webseite von einem ein­zi­gen Webserver aus­zu­lie­fern scheint längst über­holt, ein Konzept ver­gan­ge­ner Zeiten. Für par­al­le­le Downloads und den damit ver­bun­de­nen schnel­le­ren Seitenaufbau wer­den JavaScript, CSS und Bilder oft über exter­ne Server für sta­ti­sche Inhalte aus­ge­lie­fert. Wer nicht selbst Server mie­ten und admi­nis­trie­ren will, kauft die Dienstleistung bei einem CDN-Provider ein. Unüberschaubar vie­le Anbieter auf dem Markt machen einen Überblick schwie­rig. Möglichkeiten gibt es jedoch genug.

Was ist ein CDN?

Hunderte Dienste gibt es für im Grunde die glei­che Aufgabe, näm­lich vie­le sta­ti­sche Dateien mög­lichst schnell aus­zu­lie­fern. Von güns­tig bis teu­er, von ein­fach bis kom­pli­ziert – jeder Dienst hat sei­ne Vorteile.

Das Prinzip ist immer gleich: Auf der eigent­li­chen Webseite wer­den Links auf sta­ti­sche Inhalte direkt zum CDN gelei­tet, was ein­ma­lig die Original-Datei vom ursprüng­li­chen Server lädt, die­se in den eige­nen Systemen zwi­schen­spei­chert und direkt dem Nutzer aus­lie­fert. Häufig hat ein CDN vie­le, teils welt­weit ver­teil­te Standorte, um die Geschwindigkeit noch­mals zu opti­mie­ren. Die Entscheidung für einen Anbieter muss dabei nicht schwer sein. Ich habe mei­ne per­sön­li­chen Favoriten zusam­men­ge­stellt.

Kostenlos – Cloudflare & Google App Engine

CDN gern – aber es darf kei­nen Cent kos­ten. Eine klei­ne Herausforderung. Schließlich gibt es wenig kos­ten­los. Mit ein paar Tricks im Gepäck kann es jedoch gelin­gen.

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Googles App Engine

Der wohl umständ­lichs­te Dienst ist die Google App Engine. Eigentlich eine voll­wer­ti­ge Umgebung für Webanwendungen, kann das Online-Tool auch sta­ti­sche Dateien auf den Servern von Google able­gen. Der ein­zi­ge Wermutstropfen: Das alles muss manu­ell erle­digt wer­den. Also jede ein­zel­ne Datei muss mit den Tools von Google umständ­lich auf den Server gezo­gen wer­den. Nur die klei­ne App Cirrux Cache ver­sucht, mit manch­mal nicht son­der­lich erfolg­rei­chen Mitteln, ein ordent­li­ches CDN auf der App Engine zu simu­lie­ren. Zudem hat Google die kos­ten­lo­sen Nutzungsmöglichkeiten der App Engine deut­lich ein­ge­schränkt. Dennoch ist der Dienst sicher etwas für den klei­nen Webmaster mit wenig Änderungsbedarf an den Dateien.

Viel ele­gan­ter ist die Lösung mit Cloudflare. Eigentlich eine kom­plet­te Lösung für Web-Security und Geschwindigkeitsoptimierung, lässt sich der Dienst aus San Francisco mit ein­fa­chen Mitteln aus­schließ­lich als CDN nut­zen.

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Cloudflare

Einfach eine neue Domain bei dem Dienst kos­ten­los instal­lie­ren, den DNS-Eintrag auf die IP des Webservers len­ken und alle Links zu sta­ti­schen Dateien auf die neue Domain umstel­len. Fertig. Ab sofort lie­fert Cloudflare alle sta­ti­schen Inhalte von aktu­ell 23 welt­weit ver­teil­ten Rechenzentren zum Nulltarif aus. Keine ver­steck­ten Kosten oder Beschränkungen. Einfacher geht es nicht.

Für WordPress – WP Booster

Auch Blogger wol­len schnel­le Ladezeiten vor­wei­sen kön­nen. Nicht ganz ein­fach bei einem Komplettsystem wie WordPress, bei dem sich nicht ein­fach mal schnell hän­disch die Links eini­ger sta­ti­scher Dateien ändern las­sen. Gab es frü­her nur manu­el­le Methoden wie das Plugin CDN-Linker, gibt es heu­te CDN-Anbieter, die sich aus­schließ­lich auf WordPress spe­zia­li­siert haben.

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WP Booster

Die für mich bes­te Lösung lie­fert aktu­ell WP Booster. Mehr als einen Klick auf die Installation des Plugins und der Eingabe eines API-Keys bedarf es nicht. Danach lei­tet das Plugin auto­ma­tisch alle Anfragen zu sta­ti­schen Dateien auf das CDN um. Kein Nachdenken mehr über das rich­ti­ge Netzwerk oder Einstellungen – die japa­ni­schen Entwickler des Plugins ver­ste­hen ihr Handwerk und lie­fern über das intern ver­wen­de­te Netzwerk Amazon Cloudfront die Dateien sicher und schnell aus. Die Bequemlichkeit las­sen sich die Entwickler mit unge­fähr 6 US-Dollar pro 10 GB Datentransfer jedoch auch ent­spre­chend bezah­len.

Für Ambitionierte – Amazon Cloudfront

Längst ist Amazon mehr als ein Buchversender. Jeder kann die Infrastruktur von Amazon mit dem Programm AWS gegen Bezahlung nut­zen. Das haus­ei­ge­ne CDN Cloudfront ist dabei die bes­te Wahl für Projekte, die mehr als einen kos­ten­lo­sen Dienst brau­chen, aber auch noch kei­ne Enterprise-Kunden sind.

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Amazon Cloudfront

Für die Einrichtung eines Accounts ist nur eine Kreditkarte als Bezahlmethode not­wen­dig. Mit weni­gen Klicks in der Amazon-Konsole ist der Dienst ein­ge­rich­tet. Nach dem Austausch der URL wer­den die Inhalte abso­lut zuver­läs­sig über das Netzwerk von Amazon aus­ge­lie­fert. Rund eine hal­be Million Server ver­teilt über die gan­ze Welt ste­hen zur Verfügung.

Der Dienst hat sich – im Gegensatz zu manch ande­ren AWS-Produkten – als sehr zuver­läs­sig her­aus­ge­stellt. Die Preise sind mit unge­fähr 10–15 Eurocent pro Gigabyte selbst in den Einstiegstarifen abso­lut güns­tig. Mit ein biss­chen mehr Mühe und dem Einsatz eines Plugins, wie dem W3 Total Cache, lässt sich Cloudfront auch in WordPress pro­blem­los inte­grie­ren und man spart sich die zusätz­li­chen Gebühren, die WP Booster nimmt.

Für Großverbraucher – Akamai

Es geht immer bes­ser. Gerade im Enterprise-Markt zäh­len Millisekunden und auch für die anspruchs­volls­ten Nutzer gibt es den pas­sen­den Dienst: Akamai.

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Akamai

Der Platzhirsch und Vorreiter unter den CDN ist in über 80 Ländern ver­tre­ten und lie­fert von Airbus bis Yahoo fast alle grö­ße­ren Webseiten aus. Und das ist auch schon der Haken: Um Akamai zu kon­kur­renz­fä­hi­gen Preisen zu nut­zen, muss wirk­lich extrem viel Datentransfer erzeugt wer­den. Mehr als bei wei­tem die meis­ten Webseiten erzeu­gen.

Dann jedoch ist Akamai für mich immer noch der über­zeu­gen­de Dienst. Die Geschwindigkeit, Flexibilität und die Möglichkeiten der Feinjustierung sind abso­lut ein­ma­lig. Über den Preis schweigt sich Akamai jedoch aus. Nur direk­te Angebote gibt es. Aktuell dürf­te der Einstieg grob unge­fähr bei den Preisen von Amazons Cloudfront lie­gen und redu­ziert sich ent­spre­chend bei mehr Traffic.

Fazit

Für jeden Anwendungsbereich gibt es die pas­sen­de Lösung. Selbst mit einer abge­speck­ten kos­ten­lo­sen Implementation lohnt sich der Einsatz spür­bar. Je nach Webseite lässt sich die Ladezeit ger­ne ein­mal hal­bie­ren. Und für pro­fes­sio­nel­le Anwender führt heu­te abso­lut kein Weg mehr vor­bei an der ver­teil­ten Auslieferung von sta­ti­schen Dateien – da sind die eta­blier­ten CDN-Anbieter auch meist deut­lich güns­ti­ger und siche­rer als eine wacke­li­ge eige­ne Lösung.

Wie ste­hen Sie zum Thema CDN? Haben Sie bereits Erfahrungen damit gesam­melt?

(dpe)

Adrian Bechtold

arbeitet als Kommunikationsberater für IT-Unternehmen und bloggt gerne über Webtechnologien.

11 Kommentare

  1. Code of Ethik ist das Stichwort.
    Grüsse

    Rel=“nofollow”

  2. habe dies gera­de mit Amazon Cloudfront und WP Super Cache Plugin umge­setzt und ist super ein­fach

  3. Wir haben schon diver­se Möglichkeiten (maxcdn) ausprobiert.Sind dann aber wie­der auf eige­ne Rootserver umge­stie­gen. Das Thema Datensicherheit und Transparenz war uns dabei sehr wich­tig.

  4. Hallo zusam­men. Ich bin vor eini­ger Zeit auf http://www.keycdn.com umge­stie­gen und bin super hap­py damit. Custom SSL und Secure Token ist kos­ten­los. Die Verwaltung ist sehr ein­fach und intui­tiv.

  5. Wir haben mit einer Agenturseite ca. ein Jahr jetzt WaceCDN im Einsatz und sind abso­lut zufrie­den. Die Messung liegt immer weit unter der Geschwindigkeit unse­res Hauptservers. Eine für uns emp­feh­lens­wer­te Ergänzung zu dem Beitrag.

  6. Ich fin­de Cloude Fare nicht so toll. Man kann nicht die eige­nen Nameserver nicht nut­zen (nur Payd Produkte). Ich tes­te seit zwei Wochen http://www.Wacecdn.de (Deutsches Unternehemen). Soweit gefällt mir der Dienst sehr gut.

  7. Danke für die tol­len Tipps, für einen Onlineshop eig­net sich dann wohl eher Amazon als die kos­ten­lo­se Lösung. Aber Cloudfare hab ich grad getes­tet, ist abso­lut spit­ze!

  8. Fan wäh­re ich auch ger­ne davon, schein­bar bekom­me ich das bei einer TYPO3 Seite nicht rich­tig ans lau­fen.
    Schade, hat­te mir viel davon ver­spro­chen.

  9. Bin gros­ser Fan von Cloudflare. Bisher nur posi­ti­ve Erfahrungen gemacht. Preis (=0) – Leistungsverhältnis unschlag­bar… Grüsse aus der Schweiz!

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