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Jan Bojaryn 13. April 2007

Blogsoftware Teil 3 – Allrounder: Bloggen mit dem CMS

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Wollen Sie wirklich nichts als bloggen? Wer vor allem eine komplexe Website aufbaut, braucht mehr, als nur Blogsoftware – und profitiert davon, wenn er mit dem ausgewachsenen CMS auch bloggen kann. Wir untersuchen Kandidaten, mit denen genau das möglich ist.

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Drei der ganz Großen wollen wir ins Visier nehmen: Drupal, Typo3 und Joomla. Alle drei Systeme sind weit verbreitet. Vielleicht arbeiten Sie bereits mit einem dieser Programme? Dann lohnt sich ein Blick, ob die aktuelle Lösung für das anstehende Blog nicht ausreicht. Schließlich multipliziert man den Lernaufwand, die Wartungszeiten und unter Umständen auch die Serverlast, indem für jede Aufgabe ein eigenes Programm eingesetzt wird.

Drupal
Schon seit 2001 ist Drupal als ein OpenSource-CMS auf dem Markt, das erfolgreich Schwerpunkte setzen konnte. Während die grundlegende Installation nicht einmal WYSIWYG-Bearbeitung liefert, startet das System mit einer Vielzahl starker Erweiterungen, mächtiger Nutzerverwaltung und aktiver Weiterentwicklung durch. Eine Vielzahl von Websites, die auf Drupal basieren, unterstreichen die Vielseitigkeit des Systems. Natürlich kann Drupal auch bloggen  und speziell die Verwaltung mehrerer Blogs auf einer Installation wird oft als besondere Stärke angeführt.

ScreenshotWeder die Konfiguration noch die Verwaltung von Drupal sind besonders einsteigerfreundlich. Vorausgesetzt werden Apache (ab 1.3) oder IIS (ab 5), PHP (ab 4.3.3) und nach Möglichkeit MySQL (ab 4.1), zur Not auch PostgreSQL (ab 7.3). Ist das System einmal nach Kundenwünschen eingerichtet, können auch Laien damit komfortabel bloggen. Und mit der vor kurzem erschienenen Version 5 wird die rosige Perspektive des Systems einmal mehr unterstrichen. Mit dem Update geht allerdings auch ein Bruch mit Vorgängerversionen einher. Das ist gewollt, Drupal empfiehlt sich selbst nur Nutzern, die große Updates alle paar Monate in Kauf nehmen wollen. So will man auf dem neusten Stand der Technik bleiben. Klar, dass so manches nützliche Plugin noch nicht für Version 5 erschienen ist. Profis werden sich, nicht zuletzt dank der starken Community trotzdem gut zurechtfinden und können vor allem beim Aufbau von Websites mit starkem Social-Networking-Charakter glücklich werden.

Typo3
Eines der größten Schwergewichte im Web muss hier wohl kaum noch vorgestellt werden: Typo3 ist für viele Profis und Webdesignagenturen der Standard, um anspruchsvolle Websites zu entwickeln. ScreenshotAuf Dr. Web ist das System in mehreren Artikeln bereits vorgestellt worden. Auf den ersten Blick sind die Systemvoraussetzungen hier auch nicht viel höher als anderswo. Aber neben Apache oder IIS, PHP (ab 4) und MySQL (oder eine von mehreren alternativen Datenbanken) sind die Anforderungen an den Server recht hoch. Ein halbwegs schneller Prozessor und genug Arbeitsspeicher sind wichtig. Und ohne eine ganze Liste von Software auf dem Server (etwa zlib, GraphicsMagick) spielt Typo viele Stärken gar nicht erst aus. Für Anfänger ist das Interface ein wahr gewordener Alptraum. Ohne Betreuung und Einarbeitung durch Profis sollte kein Laie auf das System losgelassen werden. Aber auf die Idee, Typo extra zum Bloggen einzusetzen, würde ohnehin kaum jemand kommen.

Ist dagegen schon eine professionelle Website mit Typo eingerichtet, dann macht die zusätzliche Einrichtung eines Blogs in derselben Installation wenig Mühe. Besonders die Extension TIMTAB bietet in Kooperation mit zusätzlichen Erweiterungen inzwischen die volle Bandbreite an Blogfeatures. Die vielen technischen Klippen lassen sich nicht nur mit Hilfe der lebendigen Nutzergemeinschaft überbrücken, die besonders auch in Deutschland stark ist. Zu Typo3 gibt es auch eine Vielzahl guter Dokumentationen in Buchform. Besonders komfortabel oder einfach in der Handhabung wird Typo auch als Blog nicht. Aber es funktioniert.

Joomla
Ein Shootingstar unter den freien CMS ist Joomla. Auch, wenn unter der optisch einladenden Haube so manches nicht gerade intuitiv funktioniert, greifen auch Anfänger zu dem System. Mit Hilfe der regen Community kommt man aber durchaus ohne große Fachkenntnisse ans Ziel. Auf jeden Fall ist die Handhabung leichter, als bei Drupal oder bei Typo3. Die Installation klappt, PHP (ab 4.2), MySQL (ab 3.23) und einen Apache-Server (ab 1.13.19) vorausgesetzt, schnell und einfach. Die geforderte XML-Unterstützung und zlib-Bibliothek dürften in aller Regel kein Problem darstellen.

Screenshot

Längere Zeit gab es kaum eine sinnvolle Möglichkeit, mit Joomla zu bloggen. Rudimentär klappt das zwar vom Start weg, wer aber Wert auf zeitgemäße Funktionen, also Kommentare mit variablem Spamschutz, Tags, Trackbacks und so weiter legt, der war lange auf umständliche Lösungen angewiesen – etwa ein Plugin, dass eine komplette WordPress-Installation in Joomla einbindet. Inzwischen sind mit dem frei erhältlichen Mamblog und dem kostenpflichtigen My Blog (45 US$) zwei Plugins erhältlich, die Joomla in wenigen Klicks zur ordentlichen Bloglösung machen. Einige wesentliche Features fehlen noch, aber der schnelle Entwicklungsfortschritt lässt auf Besserung hoffen. Das kostenlose Mamblog muss dagegen noch nachsitzen, bis alle wichtigen Funktionen vorhanden und leicht nutzbar sind. Da das letzte Update über 100 Tage her ist, kann diese Lösung nicht guten Gewissens empfohlen werden. Bloggen mit Joomla ist damit Profis nur mit einer kleinen Zusatzinvestition zu empfehlen, funktioniert dann aber. Und nach einer kurzen Einweisung können es auch Anfänger.

Ein bisschen schlauer
Nun haben wir insgesamt sieben Kandidaten vorgestellt. Auch die drei neuen lassen sich auf OpenSource CMS testen. Zwar zeichnet sich bereits ab, welches System für welchen Nutzer zu empfehlen ist, aber wir wollen das genauer untersuchen – im vierten und letzten Teil unseres Artikels. Dort würdigen wir auch ein paar Systeme, die es nicht in den großen Überblick geschafft haben. ™

Erstveröffentlichung 13.04.2007

Jan Bojaryn

Sprachwissenschaftler, freier Autor und Texter. Befasst sich seit fast 20 Jahren professionell mit Sprache, Webdesign, Usability und Kommunikation im Netz. Schreibt Artikel und Ratgebertexte zu verschiedenen Themen. Liebt guten Text, nutzerfreundliches Design und Currywurst.

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