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Dieter Petereit 29. August 2018

Dein Bild von Kreativität ist falsch

Ich höre es von allen Seiten. Kaum einer hält sich für krea­tiv. Du sagst, du kannst das ein­fach nicht. Ich glau­be dir nicht. Ich den­ke, dein Bild von Kreativität ist schlicht­weg falsch.

Was ist Kreativität für dich? Glaubst du, dass nur Maler, Musiker und ande­re Künstler krea­tiv sind? Ich den­ke, damit defi­nierst du den Begriff viel zu eng. Kreativität ist viel­mehr, alte Probleme mit neu­er Denke zu lösen. Oder, sie über­haupt zu lösen; um es noch ein wenig nie­der­schwel­li­ger zu hand­ha­ben. So betrach­tet, ist eigent­lich jeder Mensch krea­tiv.

Was dei­ne Kreativität hemmt, ist ledig­lich dei­ne Überzeugung, du seist nicht krea­tiv. Du hast dir da eine sich selbst erfül­len­de Prophezeiung gege­ben, die nun ihr Recht für sich bean­sprucht. Das zu ändern, bedarf ledig­lich einer ver­än­der­ten Grundhaltung.

Vielleicht warst du auch mal krea­tiv, nun aber kommt es dir vor, als hät­te dich dei­ne Kreativität ver­las­sen. Das Gefühl ken­ne ich. Häng dich aber jetzt bloß nicht an die Produktivitätsgurus, son­dern lies lie­ber mei­nen “Kein-Scheiß-Guide für Kreativarbeiter.” Da hast du mehr von.

Wenn du ein paar Techniken aus­pro­bie­ren willst, die dir aus dem krea­ti­ven Loch hel­fen, dann ver­such mal die fol­gen­den: Achte auf genü­gend Schlaf, ernäh­re dich gesund …

Nein, nein. War nur ein Spaß. Klar, das ist alles wich­tig, bringt dir aber in die­sem Moment kei­nen unmit­tel­ba­ren Nutzen. Außerdem kannst du in das Kreativloch auch satt und aus­ge­schla­fen fal­len.

Wenn wir zurück­kom­men auf die Erkenntnis, dass Kreativität sich dar­in mani­fes­tiert, dass wir alte Probleme mit neu­er Denke lösen ler­nen, dann könn­te es uns hel­fen, wenn wir die Rahmenbedingungen der Problembewältigung anpas­sen.

Bislang hast du viel­leicht dei­nen Geist frei schwei­fen las­sen, um auf krea­ti­ve Ideen zu kom­men. Mit Sicherheit hast du das getan. Schließlich gilt das ent­spann­te Nachdenken als Grundvoraussetzung, um krea­ti­ve Säfte über­haupt erst ins Fließen zu brin­gen.

Wenn die­se bewähr­te Vorgehensweise momen­tan aber nicht funk­tio­niert, dann kehr sie um. Setze dir selbst Grenzen. Beschränke dei­ne Möglichkeiten für die Lösung eines Problems gezielt. So weit, dass es nur noch weni­ge Wege der Lösung gibt.

Amazon-Gründer Jeff Bezos sag­te bereits 2008, dass die Basis für Innovationen nach sei­ner Erfahrung stets Beschränkungen sind. Er habe die krea­tivs­ten Ideen für Amazon stets dann gehabt, wenn das Geld am knapps­ten war. Wenn du in einer engen Box ein­ge­sperrt bist, kannst du dir den Weg wie­der raus nur selbst erfin­den, so Bezos.

Ob es sich nun um Geld, Zeit oder ande­re Rahmenbedingungen han­delt. Beschränkungen sind Innovationstreiber. Probier es mal aus.

Eine ande­re Methode ist, etwas zu tun, das du (noch) nicht kannst. Solche para­do­xen Verhaltensweisen sti­mu­lie­ren Problemlösungs-Areale in dir, von denen du mög­li­cher­wei­se noch gar nichts wuss­test. Eine wei­te­re para­do­xe Verhaltensweise ist das Innehalten im schnel­len Büroalltag oder das Gasgeben in ruhi­gen Minuten. Überrasche dein Gehirn. Es wird auf jeden Fall reagie­ren.

Am wich­tigs­ten aber ist, dass du dei­ne Überzeugung, du seist nicht krea­tiv, auf­gibst, bevor sie sich schwer lösch­bar in dei­nen Synapsen ver­an­kert. Denn die­se Überzeugung ist immer falsch. Du BIST krea­tiv.

(Letztes Update: 23. August 2018)

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

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