
Lernspiele statt Langeweile? Definitiv.
Google-Veteranen starten mit Sparkli eine KI-Lernplattform aus Zürich, die Bildschirmzeit für Kinder in interaktive Entdeckungsreisen verwandelt. Das frische Kapital von 5 Millionen Dollar soll zeigen, dass moderne KI mehr kann als Textwände produzieren.

Warum scheitern Chatbots bei Kindern?
Fragt ein Achtjähriger, wie man eine Stadt auf dem Mars baut, liefert ChatGPT einen langen Text. Das Problem: Kinder lernen nicht durch Lesen. Sie lernen durch Ausprobieren, Entscheiden und Entdecken. Die Gründer von Sparkli kennen dieses Dilemma aus eigener Erfahrung. CEO Lax Poojary versuchte seinem sechsjährigen Sohn mit KI-Chatbots zu erklären, wie Autos oder Regen funktionieren. Das Ergebnis war frustrierend.

Was Kinder wollen, ist eine interaktive Erfahrung. Das war unser Kerngedanke hinter der Gründung von Sparkli
CEO Lax Poojary
Wie funktioniert das Anti-Chatbot-Prinzip?
Sparkli verwandelt Kinderfragen in multimodale Expeditionen. Statt einer Textwand generiert die Plattform Simulationen, Visualisierungen, Debatten und Gestaltungsaufgaben. Beim Mars-Beispiel lernen Kinder altersgerechte Physik, simulieren Umweltbedingungen und entwerfen ihre eigene Infrastruktur. Sie treffen strategische Entscheidungen und müssen diese begründen.
Die Plattform richtet sich an Kinder zwischen 5 und 12 Jahren und deckt Bereiche ab, die in klassischen Lehrplänen oft zu kurz kommen: Finanzwissen, Design Thinking, Nachhaltigkeit, KI-Kompetenz und emotionale Intelligenz.
Welche Köpfe stecken dahinter?
Das Gründerteam bringt massive Google-Erfahrung mit. Poojary und Mitgründer Mynseok Kang bauten gemeinsam die Reiseplattform Touring Bird, die Google 2018 übernahm. Im hauseigenen Inkubator Area 120 entwickelten sie anschließend die Social-Commerce-App Shoploop. CTO Lucie Marchand war ebenfalls bei Google tätig.
Die Pre-Seed-Runde von 4,4 Millionen Euro wird von Founderful angeführt, mit Beteiligung von Arc Investors und einer Förderung durch Innosuisse. Es handelt sich um eine der größten Pre-Seed-Finanzierungen im EdTech-Bereich.
Wie validiert Sparkli den Ansatz?
Die Plattform wird derzeit in einem Pilotprogramm mit einem der weltweit größten privaten Schulnetzwerke getestet. Das bedeutet Zugang zu über 100 Schulen und mehr als 100 000 Schülern. In ersten Pilotklassen simulierten Achtjährige eigene Food-Cart-Geschäfte und debattierten über Budgetierung und Kundenerfahrung. Eltern berichten, dass ihre Kinder nach Sparkli-Sessions enthusiastisch Nachhaltigkeitspläne skizzierten.
„Sparkli stellt einen Paradigmenwechsel dar, wie Kinder mit Wissen interagieren können“, sagt Lukas Weder, Partner bei Founderful. „Das Team kombiniert erstklassiges Engineering mit durchdachter Pädagogik in einem Bereich, der dringend Innovation braucht.“
Warum ist der Markt jetzt bereit?
Der globale EdTech-Markt erreicht 2025 etwa 175 Milliarden Euro und wächst jährlich um rund 13 %. Während Duolingo mit starren Sprachübungen das größte Consumer-EdTech-Unternehmen aufbaute, zielt Sparkli auf den deutlich größeren Markt der allgemeinen Wissensvermittlung. Die Vision: Ein KI-gestütztes Betriebssystem für kindliche Entwicklung, das sich an Interessen erinnert und über Jahre mitwächst.
Die drei Paradigmenwechsel
Velocity Shift
Weg von statischen Lehrplänen. Kinder erkunden neue Themen in dem Moment, in dem sie entstehen.
Chatbot vs. Sparkli
Vermittelte Zukunftskompetenzen
Der Consumer-Launch ist für Juni 2026 geplant. Die offizielle Plattform-Vorstellung erfolgte auf der Bett-Konferenz in London am 21. Januar 2026.
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