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Dieter Petereit 9. November 2016

Bessere Medienverwaltung mit der WordPress Real Media Library

WordPress-Nutzer ken­nen das Problem. Die Medienverwaltung von WordPress erlaubt kei­ne ordent­li­che Sortierung. Ab etwa ein­hun­dert Bildern ver­lierst du den Überblick. Die WordPress Real Media Library besei­tigt die­se und ande­re Schwierigkeiten und ist des­halb ein Muss für jeden WordPresser.

wprml-teaser

Das Problem: haufenweise Bilder

Hier auf Dr. Web beher­ber­gen wir mitt­ler­wei­le über 20.000 Bilder. Du kannst dir vor­stel­len, dass kei­ner von uns mehr den Überblick dar­über hat, was wo liegt und sich gege­be­nen­falls sogar immer noch für die Illustration des einen oder ande­ren Beitrags eig­nen wür­de. Inzwischen habe ich mir ange­wöhnt, selbst Bilder, von denen ich weiß, dass sie defi­ni­tiv da sind, neu hoch­zu­la­den, weil mir der Suchvorgang zu lan­ge dau­ert und trotz­dem oft genug nicht zum Ergebnis führt.

Da kam mir ein Leser-Hinweis auf die WordPress Real Media Library (Danke, Stefan) gera­de recht. Anders als ande­re Bildverwaltungs-Addons ersetzt die WordPress Real Media Library (RML) die Medienverwaltung nicht, son­dern setzt dar­auf auf. Dadurch musst du nicht die schwer­wie­gen­de Entscheidung tref­fen, dich für immer an ein Drittplugin zu bin­den, von dem du nicht weißt, ob es in drei Jahren noch exis­tiert. Sollte RML der­einst nicht mehr fort­ent­wi­ckelt wer­den oder du dich anders ent­schei­den, pas­siert dei­nen Bildern nichts. Sie blei­ben alle an Ort und Stelle. Aber, gehen wir die Sache struk­tu­riert an.

WordPress Real Media Library: nicht kostenlos, aber preiswert

RML stammt aus der Entwicklerschmiede des deut­schen Developers Matthias Günter und liegt inzwi­schen in der Version 2.6.4 vor. Das Plugin ver­steht sowohl die eng­li­sche, wie auch die deut­sche Sprache und rich­tet ihre Ausgaben nach der ein­ge­stell­ten Systemsprache.

RML ist nicht kos­ten­los, son­dern ein soge­nann­tes Premium-Plugin. Der Preis ist aller­dings für den hohen Nutzen, den die Lösung bie­tet, ver­gleichs­wei­se gering. Lediglich 24 Dollar kos­tet RML. Es wird exklu­siv über Envatos Codecanyon ver­trie­ben.

WordPress Real Media Library auf Codecanyon

WordPress Real Media Library auf Codecanyon

Im Kaufpreis ent­hal­ten sind alle künf­ti­gen Updates, sowie Support für den Zeitraum von sechs Monaten. Nochmal zum mit­schrei­ben: Du erhältst, zeit­lich unbe­grenzt, alle Updates des Plugins, nur der Support ist auf sechs Monate begrenzt. Für 7,50 Dollar mehr, kannst du den Supportanspruch auf 12 Monate erwei­tern. Völlig zu Recht haben sich bereits fast 2.500 WordPress-Nutzer zum Kauf des Plugins ent­schie­den.

WordPress Real Media Library: einfach installiert, einfacher zu nutzen

Nach dem Kauf lädst du ein 438 KB gro­ßes Zip auf die hei­mi­sche Festplatte. In dei­nem WordPress-Backend gehst du dann auf Plugins > Installieren und klickst dort den Button Plugin hoch­la­den. Im sich nach einem wei­te­ren Klick, dies­mal auf Datei aus­wäh­len öff­nen­den Dateidialog bewegst du dich zum Download-Ordner und wählst das Zip-Archiv mit dem Plugin aus. Nach dem erfolg­rei­chen Upload bie­tet dir WordPress an, das Plugin direkt zu akti­vie­ren, was du bestä­tigst. Das war es. Die WordPress Real Media Library ist instal­liert.

Wenn du nun links­sei­tig irgend­wo einen Menüpunkt suchst, über den du die RML nut­zen kannst, so wirst du nicht fün­dig wer­den. Die WordPress Real Media Library klinkt sich näm­lich direkt in die WordPress-inter­ne Medienverwaltung ein. Nach einem Klick auf Medien öff­net sich – wie gewohnt – dei­ne Mediathek. Die ver­fügt nun jedoch über eine wei­te­re Funktionsleiste, rechts von der Backend-Navigation und links von der eigent­li­chen Medienübersicht.

Direkt nach der Aktivierung des Plugins siehst du ledig­lich ein paar Icons, mit deren Hilfe du spä­ter die RML bear­bei­ten wirst, sowie zwei “Ordner” mit Inhalten. In Alle Dateien und /Unorganisiert befin­den sich der­zeit noch alle dei­ne hoch­ge­la­de­nen Dateien. Insofern ist es logisch, dass bei­de Zähler das glei­che Ergebnis zei­gen. Jetzt liegt es an dir, Ordnung in dei­ne Mediathek zu brin­gen.

WordPress Real Media Library: Erste Sortierungen greifen

WordPress Real Media Library: Erste Sortierungen grei­fen

WordPress Real Media Library: die verschiedenen Ordnertypen und deren Struktur

Links oben neben dem Wörtchen Ordner fin­dest du zwei Buttons, mit deren Hilfe du ers­te Strukturen bau­en wirst. Es gibt die Möglichkeiten, einen neu­en Ordner oder eine neue Kollektion zu erstel­len. Der Unterschied ist schnell erklärt.

Ein neu­er Ordner kann jede Art von Medieninhalt beher­ber­gen, auch Bilder. Er kann jedoch kei­ne Galerien beinhal­ten, wes­halb es für Bildinhalte bes­ser ist, mit Kollektionen zu arbei­ten. Kollektionen sel­ber kön­nen kei­ne Dateien ent­hal­ten. Sie die­nen nur als über­ge­ord­ne­tes Ordnungskriterium für unter­ge­ord­ne­te Galerien. Lass mich das mal kon­kre­ti­sie­ren.

Ich habe einen Ordner “Dokumente” ange­legt und dar­in einen wei­te­ren Ordner namens “PDF” erzeugt. In die­sen Ordner “PDF” zie­he ich nun per Drag-and-Drop etwai­ge PDFs, die sich in mei­ner Mediathek befin­den. So habe ich sie griff­be­reit an einem Ort. Dieser Ordner ist schlicht ein Ordner, kei­ne Kollektion.

Für Bildinhalte, die ich immer wie­der ver­wen­den will, erstell­te ich eine Kollektion namens “Standard-Bildmaterial”. Da Kollektionen kei­ne Dateien ent­hal­ten kön­nen, leg­te ich vor­erst zwei Galerie-Dateien-Ordner an. Den einen nann­te ich “Geräte”, den ande­ren “Characters”. Aus mei­ner Mediathek zog ich mit der Maus pas­sen­de Bilder auf die jewei­li­gen Ordner, was dafür sorgt, dass unver­züg­lich eine Zuordnung erfolgt.

WordPress Real Media Library klinkt sich in den visuellen Editor ein

WordPress Real Media Library klinkt sich in den visu­el­len Editor ein

Diese Galerie-Dateien-Ordner las­sen sich, wenn du willst, aus dem visu­el­len Editor von WordPress anspre­chen. Per Dialogfenster baust du einen sol­chen Ordner ruck­zuck als Galerie in dei­nen Beitrag ein. Das ist aller­dings nicht mein Anwendungsfall. Ich möch­te ledig­lich eine sau­ber struk­tu­rier­te Ordnung schaf­fen, um end­lich nicht mehr ewig suchen oder bestän­dig iden­ti­sche Bilder hoch­la­den zu müs­sen.

WordPress Real Media Library: flexible Einbindung aus dem visuellen Editor heraus

WordPress Real Media Library: fle­xi­ble Einbindung aus dem visu­el­len Editor her­aus

Die gesam­te Ordnerstruktur ist varia­bel. Du kannst unter­ge­ord­ne­te Ordner zu über­ge­ord­ne­ten machen und umge­kehrt. Das geht alles ganz sim­pel per Drag-and-Drop. Ebenso ver­än­derst du bei Bedarf die Reihenfolge der Ordner. Selbst inner­halb der Galerie-Dateien-Ordner ver­än­derst du auf die glei­che Weise die Reihenfolge der Bilder, falls erfor­der­lich. Ansonsten erfolgt die Sortierung auto­ma­tisch, was nicht in jedem Falle das gewünsch­te Ergebnis sein wird.

Keine Entscheidung für die Ewigkeit: RML ist nur ein Aufsatz

Wichtig zu wis­sen, ist, dass sich sämt­li­che Einstellungen und Zuordnungen nicht auf die Dateien sel­ber aus­wir­ken. Wenn du also bei­spiels­wei­se einen Ordner löscht, so löscht du nicht etwa die dar­in ent­hal­te­nen Dateien. Vielmehr löscht du ledig­lich die Zuordnung der ent­hal­te­nen Bilder zu die­sem Ordner. Wenn du also eine Lösung für die phy­si­ka­li­sche Dateiverwaltung suchst, dann ist RML nicht das Richtige für dich. Möchtest du ein­zel­ne Bilder wie­der­um ande­ren Ordnern zuord­nen, so erle­digst du das ent­we­der in der Übersicht per Drag-and-Drop oder in der Detailansicht des ein­zel­nen Bildes rechts unten. Dort fin­det sich ein Button, mit dem du Zugriff auf alle exis­tie­ren­den Ordner erhältst und ent­spre­chend Änderung vor­neh­men kannst. Die Zuordnung eines Bildes zu meh­re­ren Galerie-Dateien-Ordnern ist, obwohl man da sicher­lich bis­wei­len einen Bedarf erken­nen wird, nicht mög­lich.

Sehr schön ist auch der ver­bes­ser­te Uploadanzeiger, den RML bie­tet. Anders als der dif­fu­se Ladebalken des Standard-WordPress, zeigt dir RML in zeit­ge­mä­ßer Weise den Fortschritt des Upload an. Übrigens, alle Ansichten funk­tio­nie­ren als Liste oder als Grid in glei­cher Weise.

RML bin­det sich an allen rele­van­ten Stellen ein, näm­lich über­all da, wo die Mediathek ins Spiel kommt. So fin­dest du die Ordner auch im Dialog Medien hin­zu­fü­gen, den du aus dem Editor regel­mä­ßig auf­rufst, um Bilder oder ande­re Dateien in den Beitrag ein­zu­fü­gen. Mach dir selbst ein Bild und rufe auf der Codecanyon-Produktseite die Live-Preview auf. Darin kannst du ein vor­kon­fi­gu­rier­tes Backend mit Bildern und ande­ren Dateien bestü­cken und mit den Strukturen spie­len. Das wird dich über­zeu­gen.

Auch im Einfügen-Dialog steht die RML bereit

Auch im Einfügen-Dialog steht die RML bereit

Da die WordPress Real Media Library ledig­lich als Aufsatz zur bestehen­den Mediathek ein­bin­det, gibt es kei­ner­lei Probleme bei der Darstellung im Frontend. RML ist voll kom­pa­ti­bel zu allen Themes, wie auch zu WooCommerce und ande­ren Lösungen.

WordPress Real Media Library: Regular oder Extended License?

In der Tat ist die WordPress Real Media Library zwei­fach bepreist. Willst du das Plugin für dich oder einen Kunden auf einer Website ein­set­zen, auf der nichts ver­kauft wird, so gilt der bereits genann­te Preis von 24 Dollar. Ich gehe davon aus, dass das der weit­aus häu­fi­ge­re Fall in unse­rer Leserschaft sein wird.

Willst du oder dein Kunde auf der Website etwas ver­kau­fen oder ist sie an sich eine Bezahlveranstaltung, etwa ein Onlinemagazin, für das man zah­len muss, benö­tigst du die Extended License für 120 Dollar. Auch die­ser Preis ist, gemes­sen am Funktionsumfang, und vor allem ange­sichts der Tatsache, dass du letzt­lich kom­mer­zi­el­len Erfolg mit der Seite anstrebst, nicht zu bean­stan­den.

Mein Urteil: volle Empfehlung

Nach kur­zer Zeit der Nutzung fra­ge ich mich jetzt schon, wie ich bis­lang ohne die RML aus­ge­kom­men bin. Die Ideen für den Einsatz unter­schied­li­cher Ordnerstrukturen sprie­ßen nur so. Das wird mich zwar sicher­lich eini­ge Tage beschäf­ti­gen, aber danach wer­de ich über eine bes­tens struk­tu­rier­te Mediathek ver­fü­gen, in der ich jedes ein­zel­ne Element mit Leichtigkeit wie­der­fin­den und dem­entspre­chend auch wie­der ver­nünf­tig ein­set­zen kön­nen wer­de.

Den Preis von 24 Dollar emp­fin­de ich ange­sichts des Nutzens als wasch­ech­ten No-Brainer. Da habe ich letz­te Woche bei Pizza Luigi ums Eck ja schon mehr gezahlt. Und der lie­fert mir kei­ne Updates umsonst.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

10 Kommentare

  1. ich habs jetzt gefun­den.. vie­len dank trotz­dem

  2. hal­lo… bit­te wie erstel­le ich einen “Galerie-Datei-Ordner”
    ich glaub ich bin zu blöd :)
    dan­ke

  3. Vielen Dank für den Tipp. Habe es auf mei­nem sehr bild­las­ti­gen Blog instal­liert und fin­de es wirk­lich hilf­reich! Lief tech­nisch auch bis­her alles rei­bungs­los.

  4. Ich habe die Erweiterung vor eini­ger Zeit auch aus­pro­biert und mich hat zum Beispiel gestört, dass man nicht direkt in die “Ordner” hoch­la­den kann. Wenn ich mich in einem Unterordner befin­de, dort Dateien hoch­la­de, sind sie danach nicht zuge­ord­net und ich muss das wie­der für alle Dateien durch­füh­ren.

    • Dies ist lei­der wirk­lich nur in der Grid View mög­lich. Im Tabellenmodus wird dies erst noch imple­men­tiert, dan­ke für das Feedback :)

  5. Mein Tip: Enhanced Media Library PRO (https://www.wpuxsolutions.com/plugins/enhanced-media-library/)

    Arbeitet mit Kategorien statt Ordnern. Das hat für mich den Vorteil, dass ich eine Mediendatei ver­schie­de­nen Kategorien zuord­nen kann, statt nur einem (1) Ordner.

    So habe ich z.B. eine Kategorie mit Unterkategorien für ver­schie­de­ne ‘Quellen’. Damit unter­schei­de ich eige­nes Bildmaterial, Stockfotos, Lesereinsendungen usw.

    Desweiteren habe ich noch Kategorien für bestimm­te Objekte auf den Fotos um z.B. alle Bilder mit einem blau­en Auto her­aus zu fil­tern.

    Mit einer wei­te­ren Kategorie dif­fe­ren­zie­re ich bei Produktfotos zwi­schen ver­schie­de­nen her­stel­lern.

    Weiteres Plus des Plugins in der Pro-Version:
    – ein­ma­li­ge Kosten
    – unbe­fris­tet Updates
    – auf belie­big vie­len Sites ein­setz­bar

  6. Hey Dieter,
    dan­ke für dei­nen Artikel. Ich wer­de mir das RML Plugin beim nächs­ten bild­las­ti­gen WordPress Projekt auf jeden Fall instal­lie­ren und aus­pro­bie­ren.
    Hast du RML bei drweb auch instal­liert und hast du ggf. Erfahrung ob RML mit WPML kom­pa­ti­bel ist?

  7. Eine inter­es­san­te Erweiterung der Standard-Mediathek. Gerade wenn man als Fotograf WordPress nutzt oder es für Kunden frei­gibt, dann ist das sicher ein gutes Plugin. Und der Preis der Extended License ist auch abso­lut ok… wenn ich es für Kunden nut­ze, habe ich das ja bald wie­der drin­nen.

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