Anzeige
Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Projekte.
↬ Loslegen und Spaces testen ↬ Jetzt testen!
Dieter Petereit 4. März 2009

Bespin – Cloudeditor für Coder

Kein Beitragsbild

Wenn sich schon die ganze Welt ins Internet verlagert, warum dann nicht auch der Coder mitsamt seines Editors? So oder ähnlich muss die Grundüberlegung des Labs-Teams bei Mozilla gewesen sein, die zur Entwicklung eines webbasierten Code-Editors geführt hat. Bespin heißt der Kleine. Warum man ihn nach einem riesigen Planeten aus der Star Wars-Saga benannt hat, ist angesichts des Produktumfangs nicht nur auf den ersten Blick unklar. Immerhin ist der Ansatz interessant genug, um in der gebotenen Kürze einen näheren Blick darauf zu werfen.

Wix Webseiten — echt superpraktisch. ↬ Mehr erfahren

Ohne HTML5 geht gar nichts…

Bespin soll es dem Web-Entwickler ermöglichen, von überall her auf seine individuelle IDE zugreifen zu können. Lediglich ein HTML5-fähiger Browser ist erforderlich, da Bespin wesentlich auf der neuen Canvas-Funktionalität beruht. User des IE bleiben derzeit außen vor. Allerdings kann wohl, wer den IE anders als zum reinen Kompatibilitätstest einsetzt, ohnehin kein ernsthafter Entwickler sein. Probleme werden auch aus dem Opera-Umfeld gemeldet, Safari-User sollen ebenso nicht uneingeschränkt positive Erfahrungen machen. Derzeit ist Bespin demnach eher was für den Firefox-Nutzer, der ohnehin der sympathischte aller denkbaren Netzbürger sein muss. Schließlich gehöre auch ich dazu;-)

Anzeige

Schnell ist er ja…

Aktuell bietet das Labs-Produkt nicht viel, das zu Begeisterungsstürmen hinreißen könnte. Immerhin muss man den Entwicklern bescheinigen, dass sie es geschafft haben, einen Editor zu bauen, der auch bei großen Dateien performant bleibt, sowohl was das Scrollen und Springen wie auch das Einfügen großer Codeblöcke betrifft. Die interne Demo läuft mit Dateien in Größenordnungen von rund 35.ooo Code-Zeilen ohne nennenswerte Verzögerungen. Damit fokussieren sich die Entwickler zunächst auf ein ganz elementar wichtiges Feature, denn wer würde schon einen Editor nutzen, der zwar massenhaft Komfortfunktionen bietet, dabei aber elendig langsam in der Verarbeitungsgeschwindigkeit ist?

Filemanagement in Mac OSX Optik

Das sogenannte Dashboard, der Startpunkt für die Projektarbeit ist nichts anderes als ein design-technisch an Mac OSX angelehnter Dateimanager mit den Funktionen, ohne die ein Dateimanager nicht zu gebrauchen wäre. Im unteren Bildschirmbereich bietet das Dashboard Informationen zu den offenen Sitzungen aller Teammitglieder, so dass jederzeit ersichtlich ist, wer gerade an welcher Datei in welchem Projekt arbeitet. Interessant am Dashboard ist die intelligente Skalierung der Inhalte. Je nach Bildschirmauflösung oder -ausschnitt reduzieren oder erweitern sich die zu einem bestimmten Punkt dargestellten Informationen. Dabei wird nicht, wie ansonsten üblich, von links nach rechts und von oben nach unten reduziert, so dass man bei kleinster Darstellung keinerlei nutzwertige Informationen mehr hätte. Vielmehr reduziert Bespin bei Skalierung den Inhalt intelligent nach dessen Bedeutung für den Coder. Ein Feature, dass ebenfalls nur unter Canvas-Nutzung möglich wurde.

Teamfunktionen still to come…

Derzeit noch nicht implementiert, aber der nächste Kernbereich der Entwicklung sind die Funktionen zur Zusammenarbeit in Entwicklerteams. Dabei werden nicht, wie in anderen Produkten üblich, Dateien schlicht gesperrt, wenn andere gerade daran arbeiten. Vielmehr wird man in Bespin simultan mit mehreren Nutzern am gleichen Code arbeiten können. Diese Integration wird soweit gehen, dass Änderungen und Ergänzungen, die ein Entwickler reintippert, direkt auch bei den anderen angezeigt werden. Man darf gespannt sein, wie die Sicherheitsmechanismen aussehen, die den Code vor der völligen Zerstörung werden retten können.

Plugins still to come…

Bislang bietet Bespin keinerlei Anreize, tatsächlich die Nutzung in Erwägung zu ziehen. Das Labs-Team setzt darauf, dass in Kürze Plugin-Autoren das Produkt massiv aufbohren werden. Dabei scheint es konzeptionell darauf hinaus zu laufen, dass Plugins auf der Cloudseite, also nicht im Browser des Nutzers installiert werden. Es wird wohl auf ein ähnliches System wie das der Gmail-Gadgets hinaus laufen. Meiner Meinung nach wäre die Öffnung hin zu Plugins, respektive AddOns, für den Browser des Anwenders die richtigere Entscheidung gewesen. Möglicherweise wäre die Bindung an Firefox dadurch noch stärker geworden, aber ein Nachteil wäre das ja nicht. Immerhin ist die AddOn-Schnittstelle des Firefox flexibel, leistungsfähig und gut dokumentiert, sowie genutzt. Auf dieser Basis hätte ich der Erwartung kurzfristiger Plugin-Verfügbarkeit jedenfalls eher folgen können. So, wie es jetzt aussieht, wird es meines Erachtens nicht nur länger dauern, bis sich das Featureset aufbohrt, es wird auch weniger breit aufgestellt sein.

Quo vadis?

Die aktuelle Version 0.1.3 bietet Zeilennummern, Syntaxhighlighting für Javascript, CSS und HTML. Über eine Kommandozeile am unteren Bildschirmrand können die verfügbaren Funktionen shell-like aufgerufen werden. So erreicht man auch manches, was per Maus noch nicht geklickt werden kann.

In der eigens eingerichteten Google-Group zu Bespin gibt es zwar ähnlich wenig zu lesen wie in der Beschreibung des Featureset, jedoch was dort steht, ist nicht uninteressant. Offenbar konnte man das Team bereits dafür interessieren, Bespin als embeddable Editor für Textareas zu konzipieren und auch die Strukturunterstützung für bestimmte Entwicklungsszenarios wie der Programmierung von FF-Addons stößt nicht auf taube Ohren. So mag man zwar eventuell das Ziel verfehlen, im Wettbewerb mit Textmate zu bestehen, jedoch könnten die Grundideen des Projekts andere Produkte deutlich verbessern helfen.

Wer selbst einmal in Bespin hineinschnuppern möchte, schaue zunächst dieses Video bei Vimeo an und logge sich dann auf der Projektwebsite ein. ™

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

7 Kommentare

  1. In Zeiten von IE8? Ja, wo isser denn? Sie meinen doch nicht etwa den RC1, oder? So blindblöd wird kein ERNSTHAFTER Entwickler sein, jetzt auf der Basis des IE8 zu arbeiten. Oder doch?

    Außerdem ist es völlig wurscht, ob der durchschnittliche Internetsurfer den IE nutzt. Hier geht es schließlich ausschließlich um das Arbeiten mit Bespin. Und das wird der durchschnittliche Internetsurfer garantiert NIE tun.

    Von daher empfehle ich Ihnen, den Nuhr durchaus selbstreflektorisch anzuwenden.

  2. Sorry aber:
    User des IE bleiben derzeit außen vor. Allerdings kann wohl, wer den IE anders als zum reinen Kompatibilitätstest einsetzt, ohnehin kein ernsthafter Entwickler sein.

    kann zur heutigen Zeit wirklich nur jemand schreiben der selber irgendwie auf dem Baum schläft oder von Beruf Pixel-Schubser ist. Aber ein Entwickler der sein täglich Brot mit Kunden verdient, im Sinne von „nicht Metasprachenschreiber“ und „Wysiwyg-PowerUsern“ schreibt so einen Bullshit in Zeiten von IE8 sicher nicht mehr.
    Firefox ist ja toll,klasse,benutze ihn auch gern und immer wieder, jedoch macht das aleine (wie man oben lesen kann) noch keinen zum Fachmann, sonst kämen solchen Text-Flatulenzen wie oben, gar nicht erst zustande.
    Oder haben die FF-Entwickler jetzt auch schon das Canvas-Control entwickelt?

    Der IE ist sehr wohl in der Lage mit diesem Canvasobject zu arbeiten, er braucht (wie so ziemlich jeder andere Browser) entsprechende Anpassungen (http://excanvas.sourceforge.net/).

    Was sagt doch ein bekannter Comedian immer wieder gerne: Wer keine Ahnung hat, sollte einfach mal die…….
    So blind geht kein ERNSTHAFTER Entwickler durchs Leben, denn den IE nur zu reinen Kompatibilitätstests zu nehmen und diesen in dieser abwertenden Reihenfolge zu berücksichtigen dürfte so etwa 80% der tatsächlichen Internetuser aussen vor lassen würde.

    Tatsache ist eben, das die Mehrheit der Internetbenutzer eben keine Entwickler sind und aufgrund ihre Nichtwissens auf den IE angewiesen sind. Auch wenns so manchem stinkt, es geht nicht mit und nicht ohne ;-)

  3. Ich finde es ist ein gutes Beispiel, um zu zeigen wie viel Potenzial im Canvas-Tag drinnen steckt …

  4. Finde ich eine geniale Idee, aber macht natürlich nur in einem Größeren Team sinn

  5. Warum ist der Name „Bespin“ unklar? Passt doch wie die Faust aufs Auge…die Wolkenstadt auf Bespin war immerhin ein wichtiger Schauplatz in „The Empire Strikes Back“…heißt sogar im Original „Cloud City“, wenn ich mich nicht irre. ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.