Sven Lennartz 16. August 2006

Über das Tagging

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Ex Webdesigner und Gründer von Dr. Web, heute ist Sven als Schriftsteller...

Tags wurde hier erst spät eingeführt. Anlass genug, um allerlei Fehler zu produzieren. Anders als Keywords (Stichwörter), die auf einen Begriff Bezug nehmen der tatsächlich einen Beitrag vorhanden ist, bieten Tags (Schlagworte) mehr Freiheiten. Mit ihnen lässt sich ein Inhalt beschreiben (etikettieren), der passende Begriff muss selbst nicht vorkommen. Nach eben diesen Schlagworten kann man sich hier und anderswo passende Inhalte ausgeben lassen. Tags bieten dem Leser auf diese Weise einen alternativen Weg, an passende Inhalte heranzukommen. Mit Stichwörtern funktioniert das auch, dazu ist die Suchbox da.

Es gilt einiges zu beachten, um das Optimum herauszuholen. Fehler die ich selbst gemacht habe:

  • Zu wenige Tags pro Beitrag. Ein oder zwei genügen nicht, es darf schon etwas mehr sein. Fünf halten ich für eine gute Option. Spätestens wenn die Tag-Leiste länger als der eigentliche Beitrag ist, läuft etwas falsch.
  • Was eh schon über eine Rubrik erreichbar ist, muss nicht zusätzlich noch zum Objekt des Taggings werden. Beispiel: die Rubrik „Browser“. Dort findet sich alles zum Thema. Wer es genauer mag, kann, so es ihm angeboten wird, Tags wie „Opera“, „Firefox“ oder „Internet Explorer“ versuchen. Ein Tag „Browser“ bringt nichts Genaueres, sondern eine noch größere Auswahl, was nicht Sinn der Sache ist.
  • Tags können einen Inhalt beschreiben mit Begriffen die im Text selbst nicht vorkommen. Das ist etwas, was Suchmaschinen nicht können. Man vergisst das oft und konzentriert sich auf Keywords. So könnte dieser Beitrag unter Tags wie „Verschlagwortung“, „Weblogs“ oder „Tipps“ laufen, die im Text nicht vorkämen, hätte ich sie nicht für dieses Beispiel erwähnt.
  • Einzahl oder Mehrzahl? Was wird getaggt: „Suchmaschine“ oder „Suchmaschinen“? Hier sollte man sich bereits am Anfang klare Regeln diktieren. Sonst verteilen sich später die Beiträge auf verschiedene Tags. Dies betrifft auch mögliche Abkürzungen (IE, Internet Explorer) oder Bindestriche (OpenSource, Open-Source), deutsche oder englische Begriffe (Tagcloud, Tagwolke). Man sollte das vorher festlegen und einen persönlichen Mini-Styleguide verfassen.
  • Tags sind weitgehend nutzlos, wenn sie nur zu einem einzigen Beitrag führen. Denn interessant wird die Sache erst wenn sich mehrere Beitrage unter dem Dach eines Tag versammeln. Es lohnt nicht exotische oder seltene Begriffe oder gar komplexe Phrasen zu verwenden. Zumal man diese eh vergißt, man brauchte dann ein perfektes maschinelles Vorschlagswesen.
  • Mehrfachbedeutung verwässert den Nutzen. Beispiel: „Meta“, „Suchmaschinen“ und „Metasuschmaschinen. Da ist einer zu viel.
  • Falsches Tagging. Eine Software, die just als Beta-Version erschienen ist, mit dem Tag „Beta“ zu versehen ist zwar für den Moment möglicherweise sinnvoll. Auf lange Sicht aber nicht haltbar. Anders verhält es sich mit Beiträgen, die dem Phänomen „Beta“ an sich zu Leibe rücken. Ein wenig Vorausschau ist nicht zu verachten.

Sven Lennartz

Ex Webdesigner und Gründer von Dr. Web, heute ist Sven als Schriftsteller und Blogger (Conterest) unterwegs. Hol dir sein gratis eBook Wie du mit wenig Zeit viel für dein Blog herausholst. Die Blogpflege Fibel.

25 Kommentare

  1. Zur Klarstellung und Ergänzung: Der von Suchmaschinen ausgewertete tag (dt. Etikett) bei rel=tag in Links gilt…

    a) Für das Ziel! Also nur dann ‚taggt‘ es die eigene Zielseite, wenn intern verlinkt wird. Aber selbstverständlich ist es auch eine sehr sinnvolle Etikettierung der Zielseite.

    b) Der tag / das Etikett ist der letzte Bestandteil der URL und nicht etwa der Linktext!

    S.a. die rel=tag Spezifikation.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang noch, dass man mehrere Begriffe in rel=““ vergeben darf: “The value of this attribute is a space-separated list of link types.” D.h. z.B. rel=“tag nofollow“ ist problemlos möglich. Das wird auch bei Verwendung weiterer microformats interessant.

  2. Pingback: Tipps f
  3. Ein großes ENTSCHULDIGUNG an Alle wg. Dreifach-Kommentar.

    Ich hatte einen Beispiel-Link per code eingeschlossen und da gibt es leider einige Probleme hier auf der Seite. Deswegen steht da jetzt sehr missverständlich „(Beispiel: meine tolle Webseite mit Hamburg Sankt Georg Informationen)“.

    Hoffentlich löscht ein Admin den ganzen Kram?!

    Nochmals Entschuldigung!

  4. @Elmar (10): Die Suchmaschine, die Du suchst heißt beispielsweise Technorati. Der spezielle Kommentar, der festgelegt werden soll/darf verbirgt sich in einem microformat. Das entsprechende microformat bringt man in links unter. Zusätzlich zu href und title verwendet man für die Kennzeichnung von tag-links das microformat rel=“tag“.

    Du kannst also beispielsweise am Kopf des Artikels eine Aufzählung von Links erstellen, die mit rel=“tag“ gekennzeichnet sind und auf Deine eigene interne Suche weiterleiten oder auf z.B. die Google-Suche (q=).

    Ich mache das z.b. auf meiner Seite (Link hinter meinem Namen) direkt unter den Artikeltiteln, allerdings per Textpattern plugin automatisch mit dem erweiterten Artikelfeld keywords.

    Und nein, das taggen von irgendwelchen Sachen per microformat rel=“tag“ bezieht sich überhaupt nicht nur oder eher auf Blogs.

    Ich habe mir angewöhnt beim Setzen eines Links den Linktext auf ein einziges relevantes tag zu kürzen und den Rest als normalen Text darum herum zu stellen (Beispiel: meine tolle Webseite mit Hamburg „href= title= rel=“tag“>Sankt Georg

  5. Guter Artikel! Interessant finde ich aber, dass Du bei der Wahl der/des Tags zu diesem Artikel den gelisteten Regeln widersprichst. Nur ein Tag, Tag verweist nur auf diesen Artikel, … 😀

  6. Kennt jemand eine Suchmaschine für Sites mit statischen HTML-Seiten, die Tags auswertet, z.B. in einem speziellen Kommentar auf jeder Seite? Wörter, die nicht im body vorkommen, in die Meta-Keywords zu schreiben, könnte u.U. zu einer Rank-Abwertung bei I-Net-Suchmaschinen führen.

  7. und was ist mit anglizismen? lege ich einen artikel nun unter filme, film, movie, movies, flick, flicks oder kino ab?

    alles in allem ein weiterer grund, dem ganzen web2.1 hype zutiefst zu misstrauen..

  8. Vielen Dank für die Informationen, ich werde sie in meiner Umsetzung berücksichtigen!

    @Bumblebee Man: Wie schon bei so vielen anderen Begriffen wird sich wohl die US-Amerikanische Bezeichnung auch hierzulande durchsetzen.

  9. Was mich nur an dem Begriff stört ist, dass er (auf deutsch) etwas völlig Neues suggeriert, daher auch die weit verbreiteten Missverständnisse. Tags sind also nichts anderes als eine andere Klasse von Schlüsselbegriffen. Nämlich solche, die sich nicht im Kontext des Inhalts befinden MÜSSEN.

    Tja, aber was sollte man auch statt „Tags“ auf deutsch verwenden? „Tags“ ist im Vergleich zu „Nicht-zwingend-Kontextbezogene Schlüsselwörter“ irgendwie deutlich unhandlicher 🙂

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