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Denis Potschien 24. Juni 2015

Behance: 19 inspirierende, kostenlose Schriften gegen langweilige Designs

Das Kreativnetzwerk Behance, das von Adobe betrie­ben wird, ist immer eine gute Anlaufstelle, um sich ein­fach mal inspi­rie­ren zu las­sen. Viele Gestalter und Illustratoren stel­len dort freie und Auftragsarbeiten vor. Darunter befin­den sich auch vie­le Schriften, die nicht nur als Entwurf vor­han­den sind, son­dern auch pro­duk­tiv genutzt wer­den kön­nen. Viele die­ser Schriften sind zudem kos­ten­los und teils sogar recht gut aus­ge­baut.

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Schriften für den Alltagseinsatz

Gerade kos­ten­lo­se Schriften für den täg­li­chen Bedarf zu fin­den, ist nicht immer ein­fach – vor allem dann, wenn man die übli­chen Verdächtigen wie die „Open Sans“ ver­mei­den möch­te. Häufig sind kos­ten­lo­se Schriften nur in weni­gen Schnitten und mit einem über­schau­ba­ren Zeichensatz aus­ge­baut. Viele der Schriften auf Behance eig­nen sich jedoch gut für den Alltagseinsatz.

So hat das spa­ni­sche Designstudio Atipo mit der seri­fen­lo­sen „Bariol“ eine sehr schö­ne Schrift mit beson­de­rem Charakter gestal­tet. Die „Bariol“ besticht durch ihre Rundungen und ihren sehr nüch­ter­nen Duktus. Deutsche Umlaute und Eszett sind eben­so ent­hal­ten wie eini­ge Ligaturen.

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Bariol“

Der Regulär- und Kursivschnitt sind fast kos­ten­los erhält­lich. Bezahlt wird per Tweet oder Facekook-Post. Weitere Schnitte – ins­ge­samt gibt es acht – sind ab 3 Euro pro Schnitt zu haben. Dabei ent­schei­det man ein­fach selbst, ob man mehr als 3 Euro zah­len möch­te. Ergänzt wird die „Bariol“ durch einen Iconschnitt, des­sen Basisversion mit 52 Icons eben­falls kos­ten­los erhält­lich ist.

Der Kanadier Mathieu Desjardins hat mit der „Pier Sans“ eben­falls eine seri­fen­lo­se Schrift ver­öf­fent­licht, die sich durch ihre Charakteristik von ande­ren Serifenlosen absetzt. Bei der „Pier Sans“ sind es bei­spiels­wei­se die ver­hält­nis­mä­ßig gro­ßen Punzen beim gro­ßen P und R, die auf­fal­len.

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Pier Sans“

Die Schrift ist in den klas­si­schen Schnitten – regu­lär, fett, kur­siv und fett-kur­siv – erhält­lich und kom­plett kos­ten­los. Auch hier sind deut­sche Umlaute und das Eszett vor­han­den.

Neben unge­wöhn­li­chen Schriften gibt es auch ganz klas­si­sche Schriften wie die Caslon oder die Baskerville. Viele kom­mer­zi­el­le Schriftenanbieter, wie Adobe, haben die­se Schriften im Angebot.

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Mit der „Libre Caslon“ und der „Libre Baskerville“ hat der Argentinier Pablo Impallari zwei der bekann­tes­ten Barockschriften unter der „Open Font Licence“ her­aus­ge­bracht. Beide Schriften sind als regu­lä­rer, kur­si­ver und fet­ter Schnitt vor­han­den. Sie sind für jeweils über 100 Sprachen aus­ge­baut. Vorhanden sind unter ande­rem auch deut­sche Umlaute und das Eszett. Da es sich um ein Open-Font-Projekt han­delt, sind auch die Quelldateien der Schriften frei ver­füg­bar.

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Außergewöhnliche Schriften

Neben kos­ten­lo­sen Alltagsschriften fin­det man bei Behance natür­lich auch außer­ge­wöhn­li­che Schriftentwürfe und ein­satz­fä­hi­ge Schriften, die in ers­ter Linie für Überschriften geeig­net sind. Bei der „Sketchetik“ han­delt es sich bei­spiels­wei­se um eine Schrift, die aus­sieht, als sei sie per Bleistift schraf­fiert wor­den.

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Sketchetik“

Gestaltet wur­de die Schrift vom Finnen Ossi Gustafsson. Insgesamt gibt es fünf Schnitte, wobei die „Light“-Variante kos­ten­los erhält­lich ist. Die ande­ren Schnitte sind über den kom­mer­zi­el­len Anbieter MyFonts zu erwer­ben.

Ebenfalls unge­wöhn­lich ist die „Adamas“ des Rumänen Octavian Belintan. Die Schrift, die nur als Majuskelschrift exis­tiert, setzt sich aus einem ungleich­mä­ßi­gen Gitternetz zusam­men, das einen gewis­sen räum­li­chen Eindruck ver­mit­telt. Es gibt nur ein Schnitt, der dafür aber kos­ten­los erhält­lich ist.

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Adamas“

Der unga­ri­sche Gestalter Akos Polgardi hat mit der „Hexa“ eine gebro­che­ne Schrift her­aus­ge­bracht. Diese unter­schei­det sich jedoch deut­lich von den gebro­che­nen Schriften aus dem Mittelalter. Die geo­me­trisch gezeich­ne­te „Hexa“ hat zwar die typi­schen Merkmale gebro­che­ner Schriften, wirkt auf­grund der stren­gen Geometrie jedoch wesent­lich moder­ner und zeit­ge­mä­ßer als ihre „Vorfahren“.

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Hexa“

Auch die „Hexa“, die nur in einem Schnitt exis­tiert, ist kos­ten­los erhält­lich.

Wer Schreibschriften mag, wird womög­lich auch die „Nickainley“ des indo­ne­si­schen Labels Senios Studio mögen.

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Nickeinley“

Die Schrift ist zwar nur in einem Schnitt vor­han­den, hat dafür aber sehr nett gestal­te­te Buchstaben – vor allem die Großbuchstaben ste­chen her­vor. Leider ist der Zeichenumfang recht beschränkt. Deutsche Umlaute und Eszett sind nicht vor­han­den. Aber für Überschriften und Logos, für wel­che die Schrift gut geeig­net ist, las­sen sich zumin­dest Umlaute gut nach­zeich­nen.

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„Waterlily“

Eine ande­re hand­schrift­lich anmu­ten­de Schrift ist die „Waterlily“. Wie der Name ver­mu­ten lässt, ahmt die Schrift eine mit dem Pinsel und Wasserfarbe gemal­te Schrift nach, was ihr recht gut gelingt – vor allem, wenn man sie in Pastelltönen setzt. Gestaltet wur­de die „Waterlily“ von „The Hungry JPEG“ aus den Vereinigten Staaten. Auch die­se Schrift eig­net sich gut für Überschriften.

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Ridge“

Ebenfalls eher für Überschriften und Logogestaltung bie­tet sich die „Ridge“ an. Jeder Buchstabe scheint aus einem schma­len Band zu bestehen, wel­ches jeweils zu einem Buchstaben zusam­men­ge­fal­tet wur­de. Die „Ridge“ gibt es nur als Großbuchstabenschrift. Aber auch die­se ist dafür kos­ten­los erhält­lich.

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Typometry“

Die geo­me­tri­sche „Typometry“ des Slowenen Emil Kozole ist als Schulprojekt ent­stan­den. Die als Outline ange­leg­ten Buchstaben erge­ben teils sehr unge­wöhn­li­che Buchstabenformen. Während die Buchstaben der ursprüng­li­chen Schrift nur als EPS- und PDF-Dateien erhält­lich sind, ist die über­ar­bei­te­te Schrift auch als sol­che erhält­lich – dafür aber kos­ten­pflich­tig.

Open-Source-Schriften

Wie auch schon die bereits erwähn­ten „Libre Caslon“ und „Libre Baskerville“ gibt es natür­lich vie­le ande­re Open-Source-Schriften bei Behance. Aber nicht immer sind die­se so gut aus­ge­baut. Oft exis­tiert nur ein Schnitt, wes­halb der pro­duk­ti­ve Einsatz dann häu­fig beschränkt ist. Aber dafür hat jeder ambi­tio­nier­te Gestalter so natür­lich die Möglichkeit, die Schrift selbst wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und aus­zu­bau­en. Denn die Quelldateien sind im Download-Paket der Schriften meist vor­han­den.

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Gidole“

Der däni­sche Gestalter Andreas Larsen hat mit sei­ner „Gidole“ zum Beispiel eine freie Schrift ent­wi­ckelt, die er selbst als „moder­ne DIN“ bezeich­net. Diese exis­tiert zwar nur als Regulärschnitt, ist dafür aber gut aus­ge­baut. Es exis­tie­ren deut­sche Umlaute und das Eszett ist sogar als Versalbuchstabe vor­han­den.

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Genome“

Auch die seri­fen- und schnör­kel­lo­se „Genome“ von Alfredo Marco Pradil aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist nur als „Thin“-Schnitt vor­han­den, besitzt dafür aber eben­falls einen sehr gut aus­ge­bau­ten Zeichensatz. Sie unter­stützt zahl­rei­che Sprachen, dar­un­ter auch Deutsch.

Sowohl Andreas Larsen als auch Alfredo Marco Pradil haben mehr als nur die­se eine Open-Source-Schrift ent­wi­ckelt, wes­halb sich ein Blick auf deren Behance-Profile durch­aus lohnt.

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Aleo“

Die drit­te Open-Source-Schrift im Bunde ist die Serifenschrift „Aleo“ des öster­rei­chi­schen Gestalters Alessio Laiso. Die Schrift ist in ins­ge­samt sechs Schnitten vor­han­den und gehört damit zu den bes­ser aus­ge­bau­ten Open-Source-Schriften.

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Quicksand“

Mit der „Quicksand“ hat Andrew Paglinawan aus den Vereinigten Arabischen Emiraten eine seri­fen­lo­se und abge­run­de­te Schrift gestal­tet, die in sechs Schnitten erhält­lich ist. Sie ist gut aus­ge­baut, hat deut­sche Umlaute nebst Eszett, sowie eini­ge Ligaturen.

Die „Aleo“ und „Quicksand“ tau­gen auf­grund ihrer Schnitte und dem umfas­sen­den Zeichenvorrat auch gut als Alltagsschriften.

Die meis­ten Schriften sind als klas­si­sche Desktop-Schriften vor­han­den, sel­te­ner als Webfonts. Aber zumin­dest bei den Open-Source-Schriften ist es mög­lich, die­se in ent­spre­chen­de Webformate umzu­wan­deln. Hier bie­tet sich etwa der Webfont-Generator von Font Squirrel an. Dieser macht aus Desktopschriften im Handumdrehen Webschriften in den gän­gi­gen Formaten.

Schrift als Kunst

Nicht jede Schrift, die auf Behance vor­ge­stellt wird, ist auch für den pro­duk­ti­ven Einsatz gedacht oder gar geeig­net. Schon auf­grund der Ausgestaltung der Buchstaben – Einbindung von Zeichnung und Fotografie – ist es zumin­dest schwie­rig, die­se auch als Schrift anzu­bie­ten. Dennoch zei­gen die­se Schriften, wie spie­le­risch und künst­le­risch der Umgang mit Typografie sein kann.

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Antropoamórfico“

Unter dem Titel „Antropoamórfico“ hat das Behance-Mitglied „Yes I do con­cept“ ein Alphabet gestal­tet, bei dem die Buchstaben mal aus Insekten, mal aus Blumen oder der mensch­li­chen Anatomie zusam­men­ge­setzt sind.

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Floral Stamp Typography“

Ein ande­res Beispiel ist die illus­tra­ti­ve „Floral Stamp Typography“ der Griechin Meni Chatzipanagiotou, die per Linolschnitt Stempel mit flo­ra­len Mustern erstellt hat. Mit die­sen Stempeln hat sie schließ­lich die Buchstaben ihre Alphabets gestem­pelt.

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Vintage & Eroded Font“

Auch der „Vintage & Eroded Font“ lässt sich nicht als Schrift instal­lie­ren. Bei die­ser flo­ra­len Schrift wach­sen Blumen aus den Buchstaben, wes­halb die­se illus­trier­te Schrift nicht als klas­si­sche Schrift geeig­net, dafür aber sehr nett anzu­schau­en ist. Es ste­hen alle Buchstaben, Ziffern und Interpunktionszeichen als TIFF-Dateien zum Download bereit. So kann man sich zumin­dest kur­ze Texte und Überschriften zusam­men­set­zen.

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„SDA Typography“

Nicht illus­tra­tiv, aber eben­falls unge­wöhn­lich ist das Projekt „SDA Typography“ von Fran Méndez aus dem Vereinigten Königreich. Die Buchstaben sei­ner Schrift sind jeweils aus Bändern zusam­men­ge­setzt. Dabei erge­ben die an unge­wöhn­li­chen Stellen gesetz­ten Knicke ein drei­di­men­sio­na­les Erscheinungsbild, wel­ches durch Schattenwürfe unter­stützt wird.

Auch „SDA Typography“ exis­tiert nicht als Schriftdatei und dient „nur“ der Inspiration.

Fazit

Die hier vor­ge­stell­ten Schriften stel­len nur eine klei­ne Auswahl an Schriften dar, die auf Behance prä­sen­tiert wer­den. Anhand der knapp 20 Schriften, die in die­sem Beitrag her­aus­ge­pickt wur­den, wird aller­dings deut­lich, wie viel­fäl­tig Schrift sein kann und wie unge­wöhn­lich auch der Umgang mit Typografie sein kann.

Daher lohnt es sich, bei Behance mal expli­zit nach Schriften zu suchen – auch wenn es dar­um geht, eine unge­wöhn­li­chen Gestaltung mit Schrift zu fin­den. Ein inten­si­ver Blick ins das Kreativnetzwerk kann jeden­falls nicht scha­den.

(dpe)

Denis Potschien

Denis Potschien

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet. Als Webdesigner und -entwickler gehören HTML5 und CSS3 zu seinen Kernthemen, weshalb er dazu 2013 ein Buch geschrieben hat. „Pure HTML5 und CSS3“ richtet sich an alle, die Vorkenntnisse haben, sich aber bisher mit HTML5 und CSS3 nicht oder nur am Rande beschäftigt haben.

3 Kommentare

  1. Wir dür­fen uns Herrn Larson anschlies­sen. Für die Erstellung von Bildern für Instagram o.Ä. eig­nen sich die Schrifttypen her­vor­ra­gend. Vielen herz­li­chen Dank auch von unse­rer Seite. Herzliche Grüsse aus St. Gallen

  2. Vielen Dank für die Übersicht. Hier hat es extrem schö­ne Fonts dabei.
    Insbesondere für die Gestaltung von “Aussagenbildern” bzw. die Darstellung von Zitaten und Weisheiten in einem anspre­chen­dem Design kön­nen wir uns eini­ge der vor­ge­stell­ten Schriften sehr gut vor­stel­len.
    Nochmals vie­len Dank für Ihre Mühen der Zusammenstellung und bes­te Grüsse

  3. Waterlily fin­de ich rich­tig toll! Auch wenn es wohl beson­ders weib­li­che Menschen anspricht. Wohlmöglich ist der Font aber gar nicht kos­ten­los. Das behaup­tet ein Kommentator bei Behance und ver­weist auf

    https://creativemarket.com/Maroonbaboon/178975-Waterlily-Typeface

    Dort wird der Font zum Kauf ange­bo­ten. Und von einem Kauf ist auch in der Readme die Rede (im ZIP File von BH).

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