Dirk Metzmacher 20. Oktober 2014

Photoshop: Beautyretusche von A bis Z: So arbeiten Sie wie die Model-Agenturen (Teil 2)

Ist die Nase etwas zu groß, sollte Ihr Weg nicht gleich zum Schönheitschirurgen führen. Dank Photoshop müssen Sie nur einen Filter einsetzen, um die Nase zu verkleinern. Und auch das Geraderücken ist dabei kein Problem. Sind Sie mit der Nase zufrieden, so könnten Sie noch eine andere Augenfarbe probieren. Selbst weiße Zähne sind mit Beautyretusche und etwas Photoshop-Magie ein Kinderspiel. Als besondere Highlights bieten wir Ihnen noch eine frische Retusche-Technik für die Haut an.

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Haut

Hautfarben schnell und gezielt angepasst

Im Sommer hatten wir wohl alle schon einmal einen kleinen Sonnenbrand. Hier sehen wir eine besonders schlimme Verbrennung, die sich dank Photoshop aber recht schnell erledigt hat.

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Dazu kopieren Sie die Ebene über Strg+J und optimieren zunächst die Hautstruktur. Bei leichteren Rötungen reicht der kommende Schritt der Neufärbung aus, doch hier ist der Sonnenbrand schon so stark, dass die Haut eine gröbere Struktur zeigt, als die darüber liegende. Stellen Sie die Ebenendeckraft auf 60% ein und aktivieren Sie das Ausbessern-Werkzeug. Umkreisen Sie bei gedrückter Maustaste Bereiche der Haut mit Sonnenbrand und ziehen Sie die Auswahl (durch Anklicken, gedrückt Halten und Ziehen) auf ein Stück gesunder Haut.

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Am Rand arbeiten Sie mit dem Reparatur-Pinsel weiter. Dazu nehmen Sie zunächst bei gedrückter Alt-Taste und einem Klick auf gesunde Haut eine Quelle auf. Malen Sie dann wie vom Pinsel gewohnt (und ohne Alt-Taste) über den Sonnenbrand. Besonders den Übergang der gesunden zur verbrannten Haut sollten Sie weicher gestalten.

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Sieht die Haut nun gleichmäßiger aus, sorgen Sie für eine angenehme Tönung. Klicken Sie dazu im Hauptmenü auf Ebene > Neue Füllebene > Farbfläche und nehmen Sie mit der Pipette einen schönen Hautton auf. Die Füllmethode der Ebene wird im Ebenenbedienfeld von Normal auf Farbe umgestellt. Klicken Sie die Ebenenmaske an und Strg+I zum Invertieren auf der Tastatur. Malen Sie nun mit dem Pinsel, weißer Vordergrundfarbe und einer weichen Spitze die Farbe gezielt über der Haut ein. Reduzieren Sie bei Bedarf noch die Ebenendeckkraft. Jederzeit lässt sich die Farbe durch einen Doppelklick auf die Ebenenminiatur anpassen. So ist die Haut schnell geheilt und wirkt trotzdem gebräunter.

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Neue Retusche: Die Frequenztrennung

Viele Retuschen zerstören die Hauttextur, bis wirklich nur noch eine „aalglatte“ Oberfläche zurück bleibt. Bei der Retusche mit Frequenztrennung geht es eher darum, die Haut zu verfeinern, ohne die typische Struktur der Poren ganz verschwinden zu lassen. Drücken Sie dazu gleich zweimal Strg+J, um zwei Kopien Ihres Fotos zu erhalten. Die oberste Kopie wird ausgeblendet und die darunter liegende Kopie angeklickt, so dass diese Ebene blau hinterlegt ist. Ich habe den Ebenen schon Namen spendiert, die andeuten, wohin die Reise gehen wird.

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Gehen Sie im Menü auf Filter > Weichzeichnungsfilter > Gaußscher Weichzeichner und stellen Sie die Stärke so ein, dass die Hautstruktur gerade eben zu sehen ist. Aktivieren Sie nun die oberste Ebene und machen Sie diese wieder sichtbar. Hier wollen wir nun die Differenz zur unteren Ebene berechnen lassen. Gehen Sie dazu auf Bild > Bildberechnungen und wählen Sie bei Ebene die weichgezeichnete Ebene aus. Bei Mischmodus wählen Sie Subtrahieren an. Stellen Sie noch Skalieren auf 2 und Versatz auf 128. Das sind die Standardwerte, damit nur noch die Unterschiede zur darunterliegenden, weichgezeichneten Ebene stehen bleiben, wie hier zu sehen.

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Die Ebene wirkt nun wie nach einem Hochpassfilter, doch sehen wir hier die perfekte Trennung der Unterschiede zweier Ebenen. Beweis: stellen Sie die Füllmethode im Ebenenbedienfeld auf Lineares Licht um, so erhalten Sie wieder das Originalbild. Wie kommt es nun nach dieser etwas langen Vorbereitung zu der Hautretusche? Aktivieren Sie die Ebene mit dem weichgezeichneten Inhalt. Wir werden auf dieser Ebene nun gezielt Bereiche weiter weichzeichnen, während auf der darüber liegenden Ebene die Textur erhalten bleibt.

Wählen Sie dazu mit dem Lasso-Werkzeug Bereiche aus. Zuvor stellen Sie in der Optionsleiste eine Weiche Kante von etwa 10 bis 20 Pixeln ein (später ja nicht vergessen wieder umzustellen!), damit der Rand nicht zu hart verläuft. Gehen Sie wieder auf Filter > Weichzeichnungsfilter > Gaußscher Weichzeichner und stellen Sie die Stärke nach Bedarf ein. Strg+D hebt die Auswahl auf. Diesen Schritt wiederholen Sie, bis die Haut nach Ihren Vorstellungen retuschiert wurde. Diese Technik wird Sie beeindrucken.

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Extra-Tipp: Sie können auch auf der Ebene mit der Textur arbeiten. Wählen Sie die Ebene an und das Werkzeug Ausbessern-Pinsel aus. Dabei muss in der Optionsleiste Aktuelle Ebene (statt Aktuelle und darunter oder Alle Ebenen) aktiviert sein. Bestimmen Sie mit gedrückter Alt-Taste und einem Klick die Quelle und malen Sie dann über Muttermale, Narben und ähnliche Strukturen.

Nase

Nasenverkleinerung dank Verflüssigen

Möchten Sie die Nase verkleinern oder vergrößern, so nutzen Sie das Lasso-Werkzeug, um die Nase grob zu umfahren. Die Selektion sollte eine weiche Kante erhalten (etwa über Umschalt+F6), um dann über Strg+J den Inhalt der Auswahl auf eine neue Ebene zu kopieren. Jetzt könnten Sie über Strg+T diese Nase leicht drehen oder gar über Bearbeiten > Formgitter dafür sorgen, dass diese noch etwas gerader verläuft.

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Gehen Sie dann auf Filter > Verflüssigen und nutzen Sie die Werkzeuge aus der Palette, wie etwa das Zusammenziehen-Werkzeug oder das Mitziehen-Werkzeug, um die Nase zu verkleinern. Auf der rechten Seite stellen Sie die Eigenschaften des Werkzeuges ein. Nach dem Bestätigen über OK positionieren Sie die kleine Version mit dem Verschieben-Werkzeug.

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Augen

Augenfarbe verändern

Möchten Sie die Augenfarbe Ihres Models verändern (oder auch die Haarfarbe, die Farbe des Lippenstifts, ect.), so wählen Sie nach Ebene > Neue Füllebene > Farbfläche den gewünschten Farbton aus. Ändern Sie die Füllmethode von Normal auf Farbe ab, aktivieren Sie die Ebenenmaske und drücken Sie Strg+I zum Invertieren.

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Malen Sie nun mit dem Pinsel, einer weichen Werkzeugspitze und weißer Vordergrundfarbe über die ursprüngliche Farbe des Auges. Reduzieren Sie leicht die Ebenendeckkraft und stellen Sie die Wunschfarbe über einen Doppelklick auf die Ebenenminiatur noch genauer ein.

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Zähne

Schöne, weiße Zähne

Um Zähne aufzuhellen, werden diese zunächst selektiert. Nutzen Sie dazu das Schnellauswahl-Werkzeug. Mit gedrückter Alt-Taste können dabei Bereiche auch wieder subtrahiert werden. Gehen Sie dann im Menü auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Farbton/Sättigung und wählen Sie statt Standard die Gelbtöne aus. Reduzieren Sie die Sättigung und erhöhen Sie die Helligkeit. Auch die weiteren Farbbereiche könnten Sie noch bearbeiten, wie etwa die Rottöne. Möchten Sie die Zähne weiter zum Strahlen bringen, so aktivieren Sie noch eine Neue Einstellungsebene > Helligkeit/Kontrast. Kopieren Sie die Maske der unteren Ebene per Ziehen bei gedrückter Alt-Taste auf diese neue Ebene. Erhöhen Sie nun die Helligkeit.

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Und nun viel Spaß beim Korrigieren Ihrer eigenen Makel und denen Ihrer Lieben ;-)

(dpe)

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.
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