Dieter Petereit 8. Februar 2010

Backupify – Cloudsicherung in der Cloud

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Gehören Sie zu den intensiven Nutzern von Cloud Services? Twittern, flickern, livestreamen Sie? Ihre Fotos liegen bei Flickr oder Photobucket? Gebloggt wird mit WordPress oder Blogger? Dokumente liegen bei Google Text & Tabellen oder Zoho Docs? Mails schreiben Sie mit Gmail oder – Gott bewahre – Hotmail? Und wo ist Ihre Datensicherung? Der neue Dienst Backupify bietet eine simple und funktionsfähige Lösung für dieses Problem!

Sicher. Viele der Dinge, die man in die Cloud schickt, befinden sich zuvor auf der eigenen Festplatte. So dürfte es beispielsweise im Falle von Flickr oder Photobucket sein. Dann jedoch gibt es die Inhalte, die erst in der Cloud entstehen. Hierzu gehören insbesondere Twitter, Facebook und der gesamte Livestreamingbereich. Ebenso legt nicht jeder Blogger diszipliniert seine Posts zusätzlich auf der heimischen Platte ab. Dienste wie Zoho Docs oder Google Text & Tabellen, die kollaborativ genutzt werden, setzen ebenfalls eine strenge Disziplin ihrer Nutzer in Sachen Datensicherung voraus. Hand aufs Herz, wer von Ihnen sichert konsequent und regelmäßig seine Daten aus der Cloud zurück?

Wie sichere ich meine Clouddaten?

Der Blogger, der WordPress auf seinem eigenen Webspace betreibt, hat es vergleichsweise gut. Er konfiguriert eine Datensicherung und lässt sich diese bequem per E-Mail zusenden. Mit Hilfe der diversen Twitter-Tools zieht er seine Tweets ebenso in die WordPressdatenbank und sichert sie so gleich mit. Da ist der Blogspot-Blogger weniger gut bedient. Ihm bleibt nur das lokale Vorschreiben seiner Onlinebeiträge. Erfahrungsgemäß tut das aber kaum einer…

Google Text & Tabellen bietet neuerdings auch ohne Tricks die Möglichkeit, alle dort gespeicherten Dateien in Tranchen von 2 GB als Zip zu exportieren. Dabei lassen sich noch die Zielformate konfigurieren, zum Beispiel als Word, PDF, HTML oder RTF oder oder. Der Onlinebackup-Dienstleister Syncplicity bietet übrigens ebenfalls ein automatisiertes Backup für Ihre Google Texte & Tabellen.

Ähnlich funktioniert die Sicherung bei Zoho Docs. Allerdings lassen sich dort nur fünf Dateien gleichzeitig zippen, was bei größeren Archiven einiges an Arbeit für eine Komplettsicherung bedeutet. Dafür könnte Zoho Docs Ihre Dokumente aus Google Docs übernehmen, aber das ist eine andere Geschichte.

Googlemail-Verwender haben wahrscheinlich irgendwo einen Pop-Client mitlaufen, der ihnen die Mails aus dem Googlepostfach lokal speichert. Oder etwa nicht? Der reine Zugriff via IMAP führt nicht zu einer dauerhaften lokalen Sicherung, aber wem sage ich das. Genauso verhält es sich mit den immer noch Millionen Verwendern des schauderhaften Hotmail.

Völlig flüchtig sind Dienste wie Twitter, Facebook und die Livestreamingservices dann, wenn man kein WordPressblogger mit eigenem Webspace ist. Sicherlich kann man insofern eine gewisse Sicherheit hinbekommen, als man die Accounts miteinander so verknüpft, dass das, was in dem einen Dienst erscheint, auch in dem anderen Dienst abgelegt wird. Interessanter für den Follower wird man so aber eher nicht.

Backupify – Aus der Cloud in die Cloud

Derzeit versucht sich der relativ neue Dienst Backupify als Schweizer Taschenmesser für die Probleme des digitalen Nomaden und seiner Inhalte zu etablieren. Noch bis zum 15. Februar kann sich dort ein Jeder einen kostenfreien Account zulegen. Backupify hat die Phase der kostenlosen Nutzung gerade wieder um zwei Wochen verlängert und verspricht, die Nutzer aus der kostenlosen Phase danach ebenso kostenlos auf ein Paket hoch zu stufen, das voraussichtlich 49 Dollar pro Jahr kosten wird.

Nach Einführung des Bezahlmodelles soll es demnach einen weiterhin kostenlosen Dienst geben, der allerdings auf 1 GB Speicherplatz beschränkt sein wird. Daneben wird es wohl zwei Accounts geben, die mit 49, respektive 79 Dollar jährlich aufgerufen sind. Diese sollen natürlich deutlich mehr Speicherplatz, sowie Features, wie den Zip-Download der Komplettbackups oder die Sicherung als PDF beinhalten.

Backupify unterstützt derzeit, teils in Beta folgende Dienste: Twitter, Delicious, Zoho, Google Docs, Photobucket, (selbstgehostetes) WordPress, Basecamp, Gmail, Facebook, FriendFeed, Blogger und Hotmail.

Backupify – meine Erfahrungen

Ich habe vor einigen Tagen einen Account bei Backupify eröffnet und nutze dort das Backup für Twitter, Delicious, Zoho, Google Docs und Facebook. Die Kontoeröffnung selbst ist schnell erledigt. Backupify nennt einen Zeitraum bis zu 48 Stunden, der vergehen kann, bis erstmalig eine Sicherung erfolgt.

Für die meisten Services ist es möglich, eine webbasierte Authentifizierung durchzuführen, während andere, wie Gmail das Hinterlegen von Benutzername und Kennwort verlangen, was dem geübten Web-Zwonuller wieder weniger geschmeidig von der Hand geht.

Tatsächlich war Backupify bereits am Abend des Anmeldetages dabei, fleißig Daten aus meiner Cloud zu sichern. Die Daten werden in Amazons S3 Services abgelegt. Wer bereits einen S3-Account hat, kann diesen auch nutzen.

Die Sicherungsdaten werden in Backupify so abgelegt, wie sie der jeweilige Dienst bereit stellt. Das ist kein Problem bei Flickr, Google und Zoho Docs, sieht hingegen bei den Twitterrohdaten (XML) etwas ulkig aus. Hier aber fügt Backupify automatisiert ein PDF zur Sicherung hinzu. Dieses enthält in bester Buchmanier und schön gegliedert Ihre Twitterhistorie.

Täglich oder wöchentlich kann man sich per Mail über den Stand der Sicherung informieren lassen. Zusätzlich steht online eine Historie zur jederzeitigen Einsicht bereit:

bufy-historie.png

Über den Punkt Archives gelangt man dann an die eigentliche Sicherung. Wie Sie sehen, handelt es sich hier um eine Liste meiner Google Dokumente, die ich von dieser Stelle aus öffnen und im Zielformat herunterladen kann.

Leider äußert sich Backupify nur sehr schwammig zur Thematik der Sicherheit der Datenablage. Kopiere ich eine der URLs, die zu meinen Daten führen und „paste“ sie in einen anderen Browser, wird die Datei geöffnet. Das funktioniert auch, wenn ich die URL auf einem zweiten Rechner abschreibe. Da die URL ein „Expires“ enthält, gehe ich davon aus, dass dieser Zugang nur zeitlich begrenzt funktionieren würde, schön ist es aber dennoch nicht. Und Sicherheit wird auch anders geschrieben.

Fazit: Backupify holt zwar auf den ersten Blick Clouddaten nur an eine andere Stelle der Cloud. Da man aus Backupify jedoch downloaden kann, taugt der Dienst dennoch als Backuplösung. Bei großen Beständen wird der Zip-Download zwingend sein, den man allerdings erst mit einem kostenpflichtigen Account erhält. Das Thema der sicheren Datenspeicherung auf den S3-Servern muss seitens Backupify noch deutlich überdacht werden. Im derzeitigen Zustand sollte man dem Dienst nur Daten anvertrauen, die nicht geschäftskritisch oder anderweitig sensibel sind. Andererseits: Solche Daten hätten Sie ohnehin nicht in der Cloud, oder?

(sl)

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.
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12 Kommentare

  1. Zitat: „Kopiere ich eine der URLs, die zu meinen Daten führen und „paste“ sie in einen anderen Browser, wird die Datei geöffnet. Das funktioniert auch, wenn ich die URL auf einem zweiten Rechner abschreibe.“

    Ja, das unterstreicht wiederholt, dass der Autor keine Ahnung von der Materie hat. Da ist eine Signatur an die URL drangehängt, eine Art Schlüssel. Wenn dieser weitergegeben oder halt im anderen Browser mitkopiert wird, dann hat man auch den Zugriff auf die Datei. Versuch mal das gleiche mit dem Wohnungsschlüssel, wird dir nicht anders gehen.

  2. noch nie von GMail adressen spam bekommen? GMail ist das neue hotmail was spam angeht. wenn ich in meinen spamordner schaue dann sind die gmail adressen dort schon recht zahlreich, obwohl mein ganzer pharma spam immer noch von @hotmail kommt. in meinem phpBB forum sieht es dagegen ganz anders aus; 95% aller anmeldungen die eine gmail adresse angeben sind inzwischen spambots, nur noch 6% der spambots versuchen es mit hotmail adressen.

  3. Ich kann mich an Zeiten erinnern, da war jede Mail, die ich von einem Hotmail-Absender erhielt, Spam. Heutzutage mag es vielleicht nur jede zweite sein. Hingegen kann ich mich nicht erinnern, schon jemals von einer Gmail-Adresse bespamt worden zu sein.

    Ansonsten hege ich keine Vorlieben für bestimmte Unternehmen. Jedenfalls nicht aus sachfremden Gründen, quasi um der Vorliebe willen…

  4. Ich nehme mal an, dass Herr Petereit einfach weniger mit der Firma aus Redmond anfangen kann als mit der aus Mountain View.

    Die Überschrift finde ich auch sehr gelungen!
    „Cloudsicherung in der Cloud“.

  5. Wieso denn „Mails schreiben Sie mit Gmail oder – Gott bewahre – Hotmail?“

    Ist google nicht die Firma, die die Inhalte von deiner Mail laut AGB benutzen darf?

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