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Heike Thormann 25. November 2007

Aufgaben entschlossen anpacken

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Unentschlossen zwischen unseren Vorhaben hin und her zu pendeln, kostet Zeit, Kraft und Nerven. Mit dem Ergebnis, dass wir unsere Aufgaben gar nicht erst angehen, sie nur kurz anreißen, fehlerhaft ausführen oder in der sich auftürmenden Menge zu ertrinken drohen. Erfahren Sie in den folgenden neun Tipps, wie Sie die Dinge entschlossener anpacken und erledigen.

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Tipp 1: Verschaffen Sie sich einen Überblick
Oft springen wir unentschlossen zwischen den Dingen hin und her, wenn diese sich – ganz physisch oder übertragen – in ihrer Masse um uns herum zu türmen scheinen. Schnell fühlen wir uns dann überwältigt und erschlagen, reißen alles nur noch an, um uns dann hektisch dem nächsten zuzuwenden.

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Hier kann es hilfreich sein, sich seine Aufgaben und Pläne detailliert aufzuschreiben. So gewinnen Sie den nötigen Abstand zurück, um offene Vorgänge nüchtern und in Ruhe zu betrachten. Wenn Sie Ihre Aufgaben überblicken und beurteilen können, können Sie sie auch entschlossen nacheinander angehen.

Tipp 2: Analysieren Sie Ihre Gewohnheiten
Unsere Aufgaben überblicken zu können und einen klaren Kopf für sie zu haben, ist nur die halbe Miete. Denn nicht selten neigen wir trotzdem dazu, wie gelähmt vor ihnen zu stehen oder sie unentschlossen eine nach der anderen in die Hand zu nehmen.

Beobachten Sie sich dann selbst und fragen Sie sich, warum Sie Ihre Aufgaben jetzt nicht zügig abarbeiten. Ist Ihnen die Aufgabe unangenehm? Fühlen Sie eine innere Sperre, sich mit ihr zu befassen? Und wenn ja, warum? Gibt es immer wieder Dinge, vor denen Sie zurückschrecken oder die Sie anfangen und dann nicht beenden? Wenn ja, welche und warum?

Rufen Sie sich aber auch die Gelegenheiten in Erinnerung, an denen Sie es gar nicht abwarten konnten, sich auf eine Aufgabe zu stürzen. Welche Tätigkeiten waren das? Worin unterscheiden sie sich von denen, die Sie eher zögernd angehen?

Halten Sie sich beides vor Augen und versuchen Sie, Muster zu sehen. So können Sie herausfinden, was Sie motiviert und was nicht, welchen Gewohnheiten und Routinen Sie aus welchen Gründen folgen, was Sie vielleicht in Wirklichkeit gar nicht machen wollen. Das ist der erste Schritt, um – wann immer möglich – nach Alternativen zu suchen.

Tipp 3: Machen Sie sich die Vorteile und Nachteile klar
Liefern Sie Ihrer Entschlossenheit Futter, indem Sie sich die Vor- und Nachteile Ihres Handelns klarmachen. Fragen Sie sich: Was habe ich davon, wenn ich xy umsetze? Welche Vorteile bringt mir das? Und welche Nachteile handele ich mir womöglich damit ein, dass ich sie nicht oder nicht richtig erledige?

Sie können sich dazu zum Beispiel eine Liste erstellen und Argumente sammeln. Vergessen Sie auch nicht, Kopf und Bauch zu befragen. Der stille Disput zwischen beiden erklärt so manches unentschlossene Verharren. Wenn Sie den Sinn einer Aufgabe nachvollziehen können, fällt es Ihnen auch leichter, diese entschieden anzugehen.

Tipp 4: Setzen Sie sich realistische Ziele
Unentschlossenheit kann auch ein Ausdruck fehlender oder falscher Ziele sein. Wenn Sie nicht wissen, wohin die Reise gehen soll, dürfte es Ihnen auch schwer fallen, den Zug ins Rollen zu bringen. Und wenn Sie zuviel auf einmal wollen, laufen Sie Gefahr, sich zu verzetteln und Ihre Kraft zwischen all den Möglichkeiten zu vergeuden. Setzen Sie sich deshalb konkrete, machbare Ziele, die Sie klar vor sich sehen und deshalb konzentriert ansteuern können.

Tipp 5: Treffen Sie eine bewusste Entscheidung
Mit diesen Zielen im Hinterkopf und im Wissen um die Vor- und Nachteile entscheiden Sie sich dann ganz bewusst für Ihre Aufgaben. Formulieren Sie im Geiste auch positiv und sagen Sie eindeutig „Ja“ und nicht halbherzig „Vielleicht“. Umso einfacher wird es Ihnen fallen, sich entschlossen ans Werk zu machen.

Denn mal unter uns: Wem macht es schon Spaß, etwas zu erledigen, was er tun muss. Kein Wunder, wenn wir dann nach Ausflüchten suchen und uns durch Unentschlossenheit selbst blockieren. Wenn Sie Ihre Aufgaben aber bejahen und sie annehmen, hat Ihr kleiner innerer Schweinehund seine Macht verloren.

Und wenn Sie den Dingen nun so gar nichts abgewinnen können? Dann treffen Sie auch hier eine klare Entscheidung und haben Sie, wo immer möglich, den Mut, Nein zu sagen oder Ihre Aufgaben zumindest vorübergehend auf Eis zu legen. Es ist keine Schande, sich Grenzen zu setzen, und allemal besser, als sich unentschlossen mit falscher Betriebsamkeit aufzureiben.

Tipp 6: Planen und organisieren Sie Ihre Aufgaben
Sie haben Ihre Entscheidung getroffen? Prima. Dann nutzen Sie den Schwung und lassen ihn nicht wieder verpuffen. Tun Sie alles dafür, dass Sie das, wozu Sie sich entschlossen haben, auch durchziehen können.

Planen Sie also etwa Ihre Aufgaben sorgfältig, brechen Sie diese in Teilaufgaben herunter, setzen Sie Prioritäten und weisen Sie ihnen feste Termine zu. Arbeiten Sie dann alles der Reihe nach ab. Gewöhnen Sie sich hier am besten eine gewisse Regelmäßigkeit an. So kommen Sie nicht mehr in Versuchung, zwischen Tätigkeiten hin und her zu pendeln.

Extra-Tipp: Erledigen Sie die wichtigsten Aufgaben zuerst, bevor Sie zu Tätigkeiten greifen, die weniger wichtig sind, aber vielleicht mehr Spaß machen. So haben Sie den ersten Brocken schon bewältigt und können mit diesem Erfolgserlebnis beschwingt weitermachen.

Tipp 7: Wenden Sie kleine Motivationstricks an
Wo wir schon bei Erfolgserlebnissen und anderen kleinen Motivationstricks sind: Manchmal ist es auch ganz nützlich, sich unter Druck zu setzen oder andere Menschen als freundliche Helfer mit einzubeziehen.

Sagen Sie also zum Beispiel Bekannten und Kollegen, was Sie vorhaben, welche Aufgaben Sie bis wann erledigt haben wollen. Diese Verbindlichkeit wird Ihnen helfen, zielstrebig vorzugehen und Ihre Termine auch zu halten.

Vielleicht haben Sie auch jemanden, der Ihnen als „Motivationspartner“ zur Seite stehen kann. Sprechen Sie Ihre Wahlmöglichkeiten mit ihm durch, lassen Sie sich Feedback geben, Mut machen oder auch zum Handeln antreiben.

Andere Version: Kennen Sie jemanden, den Sie für sein entschiedenes, durchdachtes Vorgehen schätzen? Dann greifen Sie beim nächsten Anfall von Unentschlossenheit auf dieses Vorbild zurück. Fragen Sie sich, was Ihr „Modell“ in Ihrer Situation tun würde – und handeln Sie entsprechend.

Und natürlich funktionieren auch die üblichen Verdächtigen wie etwa, sich eine Belohnung in Aussicht zu stellen, sobald man seine Aufgaben erledigt hat. Vielleicht ein Anreiz, Vorhaben konsequenter durchzuziehen.

Tipp 8: Verabschieden Sie sich von Perfektionismus und Harmoniesucht
Ach ja, bevor ich es vergesse: Werfen Sie am besten auch Ihren Perfektionismus über Bord und versuchen Sie gar nicht erst, es allen recht zu machen. Beides hält Sie nur auf und mitunter von einem geradlinigen Vorgehen ab.

Fehler sind normal und gehören zum Leben. Wer sie vermeiden will und sich deshalb nicht festzulegen wagt, wird immer hilflos zwischen Alternativen hin und her irren. Auch wer niemanden gegen sich aufbringen will und deshalb eher vorsichtig taktiert, wird sich mit einem entschlossenen Handeln schwer tun.

Tipp 9: Springen Sie
Deshalb hier mein letzter Tipp: Springen Sie einfach.

Aufgaben unentschlossen vor sich her zu schieben, ständig neu anzusetzen, halb zu verwirklichen und dann wieder fallen zu lassen, in der Angst, einen Fehler zu machen, oder in dem Glauben, mit etwas anderem besser zu fahren, kann lähmen.

Dann lieber sich Sinn und Wert von etwas klar machen, realistisch und bewusst entscheiden, planen, organisieren und sich selbst motivieren. Eine letzte Gewissheit gibt es nicht. Aber eine gute Chance, es richtig zu machen. In diesem Sinne: Nutzen Sie sie. ™

Erstveröffentlichung 25.11.2007

Heike Thormann

Heike Thormann ist Trainerin, Redakteurin und Autorin. Ihr Schwerpunkt sind kreative Schreib-, Denk-, Lern- und Arbeitstechniken. Sie schreibt für verschiedene Fachmagazine und gibt mit ihrer Website ein Online-Magazin zu ihren Fachthemen heraus.

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