Anzeige
Smartes Hosting für anspruchsvolle Projekte.
↬ Loslegen und vServer testen ↬ Jetzt testen!
Markus Seyfferth 10. Juli 2019

Arbeitswelt von morgen: Darf es noch ein bisschen digitaler sein?

Eine Frau die ein Geschenk in der Hand hält

Hast du dich schon mal gefragt, wie unsere Arbeitswelt sich in Zukunft verändern könnte? Heute zeige ich dir vier Dinge, die in wenigen Jahren wahrscheinlich ähnlich normal sein werden wie heute bereits Cloudworking und Co.

ein roter spielzeug robtoer

Zugegeben: Du und jeder, der „irgendwas mit Digital“ zum Mittelpunkt seines Berufslebens macht, ist Pulsgeber des beruflichen Fortschritts. Alles, was an Neuerungen sukzessive in andere Branchen durchsickert, hat in der Digitalbranche seinen Ausgangspunkt.

Tatsache ist: Auch das, was künftig noch an breitgesellschaftlichen Änderungen kommen wird, wird bei uns beginnen und tut es bereits heute schon.

Freelancing für (fast) alle

Im E-Business ist Freelancing längst eine feste Größe mit eigenen Regeln und Bedürfnissen. Tatsächlich hat sich diese Form der Selbstständigkeit in so manchen Sparten zur federführenden Macht gemausert, weil es die für beide Parteien schnellste, günstigste Form der Kooperation darstellt.

An diesem Punkt ist die Zukunft nur eine Abfolge logischer Schritte:

  1. Immer mehr Berufe werden digitalisiert.
  2. Immer mehr Geräte und Maschinen werden automatisiert und durch digitale Interfaces übergreifend vereinheitlicht.
  3. Immer weniger Menschen wollen die Arbeit zum allesbestimmenden Faktor ihres Lebens machen, um das sich alles andere herum gruppieren muss.

Heute ist es der Webdesigner, der seine Dienste als Freelancer global anbieten kann. Morgen und übermorgen werden es jedoch auch Berufe sein, die heute niemand auf dem Schirm hätte:

Der Automechaniker, der die Fehlerdiagnosen übers Netz abruft (weil die Technik im Auto ihm schon genau sagt, was kaputt ist) und nur noch wenige Tage pro Monat wirklich in der Werkstatt stehen muss – heute bereits ein zaghaft loslegendes Business.

Vielleicht auch der Industriegeräte-Bediener, der an einem Tag in einem Stahlwerk einen Kran steuert und am nächsten einen Tagebaubagger – auch hier dank vereinheitlichter digitaler Interfaces kein Problem mehr.

Kaum ein Beruf, der nicht ohne klassisches Arbeitgeber-Angestellten-Verhältnis machbar wäre. Wie immens die Auswirkungen sein werden, kann man sich heute noch gar nicht ausmalen.

Die Gehaltsfrage anders gestellt

Eine Frau die ein Bitcoin Münze in der Hand hält

Kennst du Paragraph 107 Absatz 1 der Gewerbeordnung? Wenn du mit nein antwortest und kein Jurist bist, ist das nicht schlimm. Das Gesetz besagt:

Das Arbeitsentgelt ist in Euro zu berechnen und auszuzahlen

Vielleicht nicht morgen, aber definitiv in den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird dieser Satz immer mehr wie ein Relikt der Vergangenheit wirken. Vielleicht wird er sogar ganz aus den Gesetzbüchern gestrichen.

Warum? Es gibt, wirft man einen Blick auf die Plagorm Bitwiki, bereits heute mehrere dutzend etablierte Kryprowährungen. Rechnet man noch die kleineren dazu, sprechen wir schon heute von einer stramm dreistelligen Zahl.

Wahrscheinlich hast du in den jüngsten Nachrichtenmeldungen auch mitbekommen, dass selbst Facebook mit dem „Libra“ eine eigene Währung einführen wird.

Das alles sagt uns eines:

Reguläre Währungen, wie wir sie kennen, wie sie seit Anbeginn des menschlichen Währungssystems als vom Staat kontrolliertes Zahlungsmittel jenseits des Tauschhandels existierten, bekommen immer mehr Konkurrenz.

Noch ist es zumindest eine rechtliche Grauzone, sich in Krypto auszahlen zu lassen. Falls Staaten jedoch nicht gänzlich den Anschluss verlieren möchten, werden sie gar nicht umhinkommen, das freizugeben.

Machen werden es so oder so immer mehr Menschen und kein Staat will sich auch nur einen Steuercent entgehen lassen. Künftig wird es deshalb wohl ziemlich normal werden, in Verträgen folgendes zu finden:

Bitte kreuzen Sie an, auf welche Weise das Arbeitsentgelt ausgezahlt werden soll:

  • Euro [ ]
  • US-Dollar [ ]
  • Renminbi [ ]
  • Kryptowährung [ ] (bitte spezifizieren)

Zuhause zum Wohle aller

Betreibst du einen E-Commerce-Betrieb? Dann weißt du genau, wie viel Geld Räume kosten. Doch du brauchst sie ja, weil du nun mal das, was du verkaufen möchtest, vorrätig halten musst – und vielleicht auch deshalb, weil dir der Gesetzgeber weitreichende Vorschriften bezüglich des Platzes für deine Angestellten macht.

Aber denk mal etwas weiter: Dieses Prinzip, wo man praktisch gezwungen wird, große Räumlichkeiten anzumieten, ist längst nicht überall der Fall – überall wollen jedoch Unternehmer Geld sparen, das ist die Natur der Sache.

Und dann überleg dir mal folgende Punkte:

  • Räumlichkeiten sind ein dicker Punkt auf der unternehmerischen Fixkosten-Liste.
  • Nicht nur im städtischen Bereich, sondern teils enorm großen Boom-Einzugsbereichen ringsherum explodieren Mieten ohne Ende in Sicht.
  • Aus Umweltgründen wird sich Mobilität immer mehr wandeln – gleichzeitig hat aber auch nicht jeder Lust, die Alternativen jenseits vom eigenen (Elektro-)Auto zu nutzen und sei es nur, weil es das Pendeln verlängert.
  • Das, was wirklich nur bei physischer Anwesenheit geleistet werden kann, schrumpft dank Digitalisierung beinahe täglich immer mehr zusammen.

Für den digitalen Freelancer mag es schon seit Jahr und Tag vollkommen normal sein, aus dem Home Office zu arbeiten. Glaubt man den Statistiken, stehen wir derzeit an der Schwelle zur Hälfte aller deutschen Unternehmen, die ihren Arbeitnehmern Home Office gestatten.

Genau diese Zahlen werden aber noch viel, viel mehr werden. Videokonferenzen, Cloudworking, Work-Life-Balance, das alles sind enorm schlagkräftige Argumente. Und sie werden immer verführerischer für Unternehmen, weil sie dadurch in die Lage versetzt werden, je nach Ausrichtung enorme Flächen, die sie sonst für Inhouse-Belegschaft anmieten, ausstaffieren und unterhalten müssen, abschaffen können.

Tatsächlich sieht es so aus: Praktisch jeder Job, der vom Schreibtisch aus erledigt wird, kann zuhause erledigt werden.

Showdown der Mitarbeitergewinnung

Eine Frau die ein Geschenk in der Hand hält

Der Fachkräftemangel ist schon heute in aller Munde. Und er wird höchstwahrscheinlich kaum abebben. Das sorgt bereits heute dafür, dass Firmen sich wirklich anstrengen und zahlreiche Boni liefern müssen, um Bewerber zu bekommen.

Aber: Sollte es sich wirklich bewahrheiten und irgendwann in den kommenden Jahren das bedingungslose Grundeinkommen kommen, werden die Mitarbeitergewinnungsmaßnahmen von heute dagegen wie eine Sommerbrise im Vergleich zum Winter-Orkan wirken.

Denn:

  • Der Faktor „Job als Lebensgrundlage“ fällt weg. Sein Leben bestreiten kann man durch das Grundeinkommen.
  • Die meisten Menschen, die arbeiten wollen, werden sich auf das verlegen, was ihnen wirklich am Herzen liegt.

Dass das Grundeinkommen kommt, ist relativ wahrscheinlich – immer mehr Menschen fordern es, immer mehr Experten bestätigen die Vorteile. Der Politik bleibt da nur, sich dem Volkswillen zu beugen, wenn sie nicht an der Urne abgestraft werden will.

Unternehmen jeglicher Couleur wird dann nichts übrigbleiben, als sich maximal attraktiv zu machen. Ein dickes Gehalt allein wird da nur noch zur untergeordneten Maßnahme. Wie genau man Bewerber lockt, wenn nicht über Geld, dazu gibt es viele Meinungen. In einigen Jahren werden wir vielleicht sehen, welches Prinzip am besten zieht.

Bildquellen:

  1. unsplash.com © Tincho Franko
  2. unsplash.com © André François McKenzie
  3. unsplash.com © Kira auf der Heide
Markus Seyfferth

Markus Seyfferth

Markus leitet seit April 2019 die Geschicke von Dr. Web, und ist dabei, einige interessante neue Projekte in Angriff zu nehmen. Zuvor war er für mehr als 6 Jahre der Geschäftsführer und Vorstand vom Smashing Magazine, der englischsprachigen Schwesterpublikation von Dr. Web.

Ein Kommentar

  1. Schöner Artikel, gefällt mir sehr! Wenn man über diese ganzen genannten Punkte so nachdenkt weiß man gar nicht ob man freudig oder eher ängstlich in die Zukunft schauen sollte. Aber eins kann man wohl festhalten: Die Zukunft wird noch digitaler sein, in jedwedem Bereich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.