Denis Potschien 23. November 2018

Bequem zahlen: Die wichtigsten Anbieter von Zahlungssystemen für deinen Online-Shop

Mit der Registrierkasse kommst du beim eigenen Online-Shop nicht weiter. Hier sind Zahlungssysteme gefragt, die für den Käufer einerseits einfach und bequem zu bedienen sind und andererseits seine Zahlungsdaten sicher und geschützt verarbeiten. Für den Shopbetreiber ist eine unkomplizierte und sichere Abwicklung entscheidend.

Ob nun per Kreditkarte, Lastschrift oder PayPal gezahlt wird – die Zahlungsabwicklung solltest du in zuverlässige und kompetente Hände legen. Glücklicherweise gibt es eine Reihe Anbieter, die für deinen Online-Shop die komplette Zahlungsabwicklung übernehmen.

 Anbieter von Zahlungssystemen

Amazon Payments

An Amazon führt im E-Commerce ja kein Weg dran vorbei. Da es kaum jemanden gibt, der nicht ein Konto bei Amazon besitzt und dort gelegentlich kauft, kannst du das auch für deinen eigenen Online-Shop zu deinem Vorteil nutzen. Denn mit Amazon Payments können deine Kunden ganz bequem über ihren Amazon-Account zahlen.

zahlungssysteme_amazonpayments

Der Vorteil für deine Kunden besteht darin, dass sie sich nicht für einen weiteren Shop registrieren müssen. Viele scheuen es, zu vielen Anbietern ihre Zahlungsinformationen anzuvertrauen. Hier liegt das große Plus bei Amazon Payments.

Entscheidest du dich für Amazon Payments, stehen deinen Kunden alle Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die sie in ihrem Amazon-Account hinterlegt haben. Als Verkäufer bindest du die Schaltfläche „Bezahlen mit Amazon“ ein, über die dann die Zahlungsabwicklung erfolgt. Der Käufer gibt seine Lieferadresse an und wählt eine Zahlungsmethode aus.

Die Integration von Amazon Payments erfolgt über eine eigene API, für die es eine ausführliche Dokumentation gibt. Es stehen aber auch fertige Lösungen für verschiedene Shopsysteme zur Verfügung. So werden PrestaShop und Shopify ebenso unterstützt wie Magento und xt:commerce. Hierbei stellt Amazaon Payments jeweils Plug-ins bereit, mit denen der Bezahldienst direkt in deinem Shopsystem eingebunden werden kann.

Für jeden Kauf über Amazon Payments wird für Verkäufer eine Autorisierungsgebühr von 35 Cent pro Bestellung sowie eine Bearbeitungsgebühr von 1,2 bis 1,9 Prozent (je nach monatlichem Zahlungsvolumen) fällig.

Giropay

Wer sich eine Zahlungsabwicklung möglichst ohne Umwege direkt über die Bank seiner Kunden wünscht, findet in Giropay eine Möglichkeit. Der Dienst wurde unter anderem von der Postbank und der Star Finanz (gehört zu den Sparkassen) gegründet und ermöglicht es euren Kunden, ihren Einkauf in eurem Shop direkt per Online-Banking zu bezahlen.

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Dazu leitet Giropay deine Kunden während des Bezahlprozesses direkt zum Online-Banking ihrer Bank weiter. Nach Anmeldung wird eine Überweisung generiert, die deine Kunden per TAN bestätigen. Du erhältst anschließend das Geld also per Online-Überweisung.

Auch wenn eine Überweisung immer ein bis zwei Tage dauert, erhältst du als Verkäufer von Giropay die Information, dass die Überweisung getätigt wurde. So weißt du, dass das Geld auf dem Weg ist und musst nicht abwarten, bis das Geld tatsächlich auf deinem Konto eingetroffen ist. Für deine Kunden hat Giropay den Vorteil, dass sie keinem Fremddienst irgendwelche Zahlungsinformationen mitteilen müssen, da die komplette Abwicklung über das Online-Banking erfolgt.

Giropay wird von der Postbank, den Sparkassen sowie fast allen Volks- und Raiffeisenbanken unterstützt. Auch zahlreiche Privatbanken unterstützen den Dienst.

Auch Giropay bietet eine eigene API an, um das System ganz individuell in deinen Shop integrieren zu können. Es gibt aber auch Plug-ins für zahlreiche Shopsysteme wie Magento, osCommerce und xt:commerce.

Die Kosten für dich als Verkäufer betragen maximal 0,89 Prozent des Umsatzes sowie pro Transaktion 0,33 Cent.

Paydirekt

Ebenfalls von den Sparkassen und deutschen Banken wurde das noch recht neue System Paydirekt entwickelt. Man könnte es als eine Art Mischung aus Giropay und PayPal verstehen. Während Giropay das Online-Banking der jeweiligen Bank nutzt, ist Paydirekt ein eigener Bezahldienst, bei dem sich deine Kunden anmelden müssen.

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Im Gegensatz zur PayPal wird das Paydirekt-Konto mit dem Konto bei einer Sparkasse oder Bank verknüpft. Für dich als Verkäufer bietet diese Zahlungsmethode eine besondere Sicherheit.

Wie auch bei anderen Anbietern gibt es eine API sowie Plug-ins für einige Shops wie xt:commerce und WooCommerce.

Die Kosten für die Nutzung von Paydirekt für dich als Verkäufer musst du mit deiner Bank selbst aushandeln. Vorausgesetzt ist natürlich, dass deine Bank überhaupt Paydirekt unterstützt.

Paymill

Grundsätzlich solltest du deinen Kunden mehrere Zahlungsmöglichkeiten anbieten. Die einen zahlen lieber per Kreditkarte, andere per Überweisung oder Diensten wie PayPal. Mit Paymill integrierst du eine Vielzahl unterschiedlicher Zahlungsdienste in deinen Online-Shop.

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Unterstützt werden Kreditkartenzahlungen von Visa und Master Card sowie der Debitkartendienst Maestro. Außerdem sind SEPA-Lastschriften aus Deutschland und Zahlungen per PayPal möglich. Auf Nachfrage werden auch noch andere Bezahlmöglichkeiten unterstützt.

Die Integration erfolgt über eine API sowie über Plug-ins für Shopsysteme. Für die API gibt es Bibliotheken unter anderem für PHP, Java und Python. Plug-ins gibt es unter anderem für Magento und PrestaShop.

Die Kosten für pro Bezahlung unterscheiden sich je nach Methode. Bei Zahlungen per Kredit- oder Debitkarte werden 2,95 Prozent und zusätzlich 28 Cent fällig, bei SEPA-Lastschrift und PayPay sind es nur die 28 Cent.

BS Payone

Eine Alternative zu Paymill ist der Anbieter BS Payone, der als Tochterunternehmen des Deutschen Sparkassenverlangs zur Sparkassen-Finanzgruppe gehört.

Unterstützt werden unter anderem Zahlungen per Kredit- und Debitkarte, SEPA-Lastschrift, Giropay und PayPal. Bei den Kreditkarten werden alle gängigen Anbieter wie Visa, American Express und Master Card unterstützt. Auch der Kauf per Vorkasse, Nachnahme und Rechnung wird angeboten. Da sollte für jeden deiner Kunden etwas dabei sein.

Eine direkte Anmeldung für BS Payone ist nicht möglich. Stattdessen kannst du dir für deinen Online-Shop ein Angebot zusammenstellen lassen. Neben dem kompletten Repertoire an Zahlungsmöglichkeiten übernimmt BS Payone auf Wunsch auch die Rechnungstellung und das Forderungsmanagement für dich. Du hast mit dem Dienst, der zu den größten deutschen Zahlungssystemen gehört, also ein sehr umfangreiches Angebot zur kompletten Zahlungsabwicklung einschließlich Risikomanagement.

Zur Integration von BS Payone stehen dir verschiedene APIs zur Verfügung, mit denen du den Dienst in deinen Online-Shop einbindest. Wie bei anderen Anbietern auch gibt es aber fertige Plug-ins für gängige Shopsysteme, darunter Magento und xt:commerce.

Klarna

Klarna kommt aus Skandinavien und ist dort der führende Anbieter für Online-Zahlungen. Für Händler ist Klarna besonders dadurch attraktiv, dass er Shop-Betreibern ermöglicht, ihre Ware auch als Rechnungskauf anzubieten.

Klarna übernimmt hierbei das Risiko eines Zahlungsausfalls für den Händler. Der Kunde hat nach Erhalt der Ware 2 Wochen Zeit zur Zahlung der bestellten Produkte. Im Fall des Zahlungsausfalls, etwa wegen Betrugs, erfolgt die Zahlung an den Händler dennoch und Klarna übernimmt den Ausfall.

Ein weiterer Vorteil von Klarna ist, dass über diesen Payment-Anbieter auch der Kauf auf Raten möglich ist. Natürlich musst du nicht den Kauf auf Rechnung oder auf Raten anbieten, um mit Klarna kooperieren zu können. Der Dienst arbeitet ebenso mit Sofort-Überweisung, Lastschrift, Visa und MasterCard über das eigene Gateway namens Klarna Checkout.

Fazit

Welches Zahlungssystem nun das richtige für deinen Shop ist, lässt sich pauschal natürlich nicht sagen. Wer sich nicht mit der jeweiligen API auseinandersetzen möchte, sollte schauen, ob es für das verwendete Shopsystem überhaupt ein Plug-in gibt.

Darüber hinaus ist es wichtig, mehrere Zahlungsmöglichkeiten anzubieten. Auch wenn Dienste wie Giropay und Paydirekt eine einfache und sichere Zahlung direkt oder indirekt über das eigene Girokonto anbieten, so werden nicht alle Banken unterstützt. Und Dienste wie PayPal sind zwar weit verbreitet, aber auch nicht jedermanns Sache.

(Artikelbild: Depositphotos)

Denis Potschien

Denis Potschien

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet. Als Webdesigner und -entwickler gehören HTML5 und CSS3 zu seinen Kernthemen, weshalb er dazu 2013 ein Buch geschrieben hat. „Pure HTML5 und CSS3“ richtet sich an alle, die Vorkenntnisse haben, sich aber bisher mit HTML5 und CSS3 nicht oder nur am Rande beschäftigt haben.
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7 Kommentare

  1. Giropay und Amazonpayments werde ich auch in meinen Shop einfügen. Ist Sofortüberweisung auch noch so relevant wie früher.
    So erhöht man die Conversationsrate deutlich.

  2. Guten Tag !
    Das ist wahrscheinlich ein typischer Kommentar eines WP-Autodidakten … ?
    Kann ich das ganze Zahlungssystem-„Gebamsel“, vielleicht sogar mit einem Plug-In, deaktivieren und WP mit meinem Woocommerce vorbereiteten „Kleid“ ( http://ideenfabrikant.in/ ) mehr oder weniger als Kleinanzeigenmarkt (regional) verwenden ?
    Dankeschön !

  3. Aufgrund der sehr guten Dokumentation hatten wir uns Anfang des Jahres für Paymill entschieden und auch relativ fix eingebaut. Leider hat der Freischaltungsprozess bei der Partnerbank dann statt der angekündigten zwei Wochen dann ewig gedauert, so dass wir uns nach mehr als acht Wochen Wartezeit – und mehreren Vertröstungen -dann für Braintree (Tochter von PayPal) entschieden haben. Die Meldungen über die Insolvenz haben dafür den Ausschlag gegeben.

    Braintree, das die obige Liste sehr gut ergänzen würden, bietet Kreditkarten- und PayPal Zahlungen und die Integration klappt auch innerhalb eines Tages.

  4. Ich kenne alle diese Anbieter nicht.
    Der einzige, den ich kenne, wird hier nicht aufgeführt.
    Warum ist das so?

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