Christian Adler 25. Juli 2017

AMP im Vormarsch – Vorteile für Webseitenbetreiber und Besitzer von mobilen Endgeräten

Google AMP - mobile Endgeräte

Christian Adler ist Geschäftsführer der Online-Marketing-Agentur aduco, die seit 14 Jahren ihren...

Google AMP: Accelerated Mobile Pages, ein neuer Standard für mobile Webseiten. Im Jahr 2016 kam der Standard AMP auf den Markt für Webseitenoptimierung im Bereich der mobilen Endgeräte. Hinter dieser neuen Technologie steckt der Internetriese Google, der AMP, was für Accelerated Mobile Pages steht, angeschoben und definiert hat. Ziel des neuen Standards ist es, Webseiteninhalte auf mobilen Geräten zu beschleunigen bzw. die Ladezeiten von Webinhalten im mobilen Einsatz zu verkürzen. Für Benutzer von mobilen Telefonen, Smartphones und Tablets ergeben sich durch AMP gleich mehrere Vorteile.

AMP für schnelle Ladezeiten

Ladegeschwindigkeiten von Webseiten sind wichtige Kriterien für jeden Webseitenbetreiber, SEO-Experten und Webseiten-Optimierer aber natürlich auch für Webseitenbesucher. Dauert der Ladevorgang einer Webseite zu lange, wird oft weg oder weitergeklickt, was sich meistens negativ auf das Ranking der Webseite auswirkt. In der Regel freuen sich Webseitenbesucher über sehr schnell ladende Internet-Inhalte. Wird AMP für mobile Endgeräte eingesetzt, dauern Ladevorgänge von Webseiten nicht länger als eine Sekunde. Der neue Standard von Google beschränkt sich auf spezielle HTML-Befehle und eigene, AMP-spezifische HTML-Elemente. Diese können Webinhalte auf Smartphones, Tablets und zahlreichen anderen mobilen Geräten rasend schnell darstellen.

AMP ist ein neues Kriterium im Google-Ranking

Zahlreiche Anwendungen und Darstellungen, die einwandfrei und performant auf Desktop-Geräten laufen, haben Probleme mit mobilen Endgeräten. Oft sind gerade Webseiten nicht für kleine Displays von mobilen Geräten geeignet. Hier fehlt die Optimierung seitens des Webseitenentwicklers bzw. des Webseitenbetreibers. In diesen Fällen ist das Lesen der Seite eher beschwerlich und macht die Nutzung der jeweiligen Seite unkomfortabel. Google hat für diese Fälle AMP entwickelt, was zum einen die Darstellungen auf mobilen Geräten optimiert und zum anderen Ladezeiten verkürzt. Das Lesen von Webpages auf mobilen Devices wird dadurch angenehm und übersichtlich gemacht, außerdem soll AMP das Google-Ranking beeinflussen.

Gute CSS und HTML Kenntnisse beim Erstellen von AMP sehr wichtig

Da Google das Ranking von Webseiten maßgeblich bestimmt, und den AMP-Standard eingeführt hat, kann davon ausgegangen werden, dass der Internetgigant AMP-Webseiten entsprechend bevorteilt. Somit ist AMP ein neues und durchaus bedeutendes Google-Kriterium, das von Webseitenbetreibern beachtet werden sollte. Für die Realisierung des AMP-Standards sollten zudem erfahrene Entwickler eingesetzt werden, die die Vorteile aber auch die Einschränkungen des neuen Standards kennen. Außerdem sind gute HTML-Kenntnisse sowie das passende Know-how im Erstellen von CSS, den Cascading Syle Sheets, essenziell für AMP-Projekte.

Der Einsatz von AMP: Gut überlegen und beraten lassen

Wer derzeit über den Einsatz von AMP nachdenkt, sollte je nach Situation einen Webseitenentwickler konsultieren. Webseiten lassen sich nämlich auch ohne AMP für die Darstellung auf mobilen Endgeräten optimieren. Außerdem wird ohne die Umstellung auf AMP eine gewisse Unabhängigkeit vom Internetprimus Google gewahrt. AMP bringt Vorteile, solange die Webseite nicht responsive designt wurde und von unangenehmen Popups bevölkert wird. Ist die Webpage jedoch komplex aufgebaut und besitzt zahlreiche Funktionen sowie ein sehr individuelles Design, kann möglicherweise auf AMP verzichtet werden. Gleiches gilt auch für Seiten, die sich bereits schnell aufbauen bzw. schnell geladen werden. Performanceprobleme beim Laden von Webseiten können übrigens auch durch den Wechsel auf schnelle Webhosting-Plattformen behoben werden.

Christian Adler

Christian Adler ist Geschäftsführer der Online-Marketing-Agentur aduco, die seit 14 Jahren ihren Kunden bei der Optimierung ihrer Webseiten hilft.

4 Kommentare

  1. Wir setzen AMP seit einigen Monaten ein, dies auf einer WP Site per Standard AMP Plugin (Von Automattic) + Custom AMP (Von Lamvt) ein. Damit ist es natürlich auch ohne HTML/CSS Kenntnisse einfach zu machen.

    Mit dem Zusatzplugin Custom AMP kann man auch einfach die Darstellung ein wenig beeinflussen und, für uns wesentlich: Ein paar Zusatzinfos in den Footer packen. ZB. Hinweise zu etwaig fehlenden Elementen (zb. Kommentare, Popups, SocialMedia Buttons, usw …).
    Noch wichtiger: Es könnten ja, uU. Bildnachweise fehlen! Daher habe ich einen Link zur Originalversion eingebaut, wo man alles wie gewohnt sehen kann.
    Grade letzteres wäre ja eine Fundgrube für Abmahnanwälte, die nur drauf warten, dass sich irgendwo kein Bildnachweis, ©, Quelle, uä. befindet. Ein Zeitlang gab es ja bei der AMP Darstellung mit WP keine Bilder und später schon, aber noch immer keine Bildunterschriften dazu. Wer da nicht mit Wasserzeichen arbeitete hatte eben das Nachsehen. Außer man lässt gleich gar keine Bilder zu …

    Für diese Hinweise, Link zur Originalversion ist es natürlich hilfreich, ein bisschen HTML zu können, dies packt man eben einfach in das Formfeld des Zusatzplugins.
    Ansonsten werden diese Zusatzplugins aber immer unnötiger, denn AMP zeigt ja nativ immer mehr und die Schalter in den Plugins verlieren ihren Nutzen – manche „doppele“ Einstellungen können sogar schaden.

    Ansonsten – ja, die Artikel laden urschnell, Google „gefällt das“, Ranking verbessert sich ein bisschen.
    Ich lasse es mal so aktiv, obwohl unsere Site ohnehin responsiv ist. Kann ja nicht schaden.

  2. Ich verstehe nicht, wieso eine Webseite mit einer Dateigröße von 2 MB durch den Einsatz von AMP in 1 s geladen sein soll. Wie funktioniert das?

    1. Das funktioniert so gar nicht. Vielmehr beschränkt AMP den Entwickler so sehr, dass er praktisch zur Reduzierung der Inhalte gezwungen ist. Der wesentliche Effekt entsteht dann dadurch, dass AMP-Seiten über Google-Server ausgeliefert werden. Google fungiert hier also als CDN. Und deine Inhalte kommen über Google URLs, nicht deine eigene…

      1. Ganz im Gegenteil. AMP funktioniert sogar perfekt.
        Wer einmal eine AMP-Website aus den SERPs aufgerufen hat, wird seinen Augen nicht trauen – sie erscheint fast augenblicklich.

        Der „Trick“ hinter der Sache: noch während der Suchende in der Ergebnisliste scrollt, werden AMP-Seiten bereits auf das Mobilgerät geladen. Sie befinden sich bei Aufruf also bereits im Browsercache.

        Die Aussage, dass die Inhalte über Googles CDN geladen werden, trifft nur zu bei Klicks auf die SERPs. Seiten die über die interne Verlinkung (Sitemap, Navigation…) aufgerufen werden, werden nach wie vor von der eigenen URL geladen, ebenso wie von Backlinks oder Bookmarks.

        Auch, dass Entwickler zur Reduzierung der Inhalte gezwungen werden stimmt so nicht. Inhalte sind selbstverständlich auch bei AMP ein wichtiges Kriterium für Google. Was reduziert wird ist lediglich dass ganze Blink-Blink-Gedöns von JavaScripts ohne das anscheinend kaum eine Website heute noch auskommt:

        „The average number of Requests is 84.“
        – gtmetrix.com

        Eine gut programmierte Webseite bekommt man mühelos auf 10-12 Requests (auch ohne AMP).

        Das Verhältnis von Quelltext zu Inhalt verbessert sich dadurch stark zugunsten des Inhalts.

        Das Killerargument für AMP schlechthin aber ist:
        AMP-Seiten werden in den Suchergebnissen von Google besonders hervorgehoben (Blitz und „AMP“)!

        Auf Seiten die wir um AMP erweitert haben, konnten wir eine durchschnittliche (dauerhafte) Erhöhung der Klickrate von 15-20% beobachten.

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