
Altman will SpaceX Konkurrenz machen

Markus Seyfferth
Autor Dr. WebOpenAI’s CEO verhandelte mit dem Raketen-Startup Stoke Space über eine Milliarden-Beteiligung. Die Vision: Rechenzentren im Orbit. Die Realität: Erstmal „Code Red“ bei ChatGPT.
Die nächste Frontier liegt im Orbit
Stellen Sie sich vor: Ihre nächste KI-Anfrage wird nicht in einem stromfressenden Rechenzentrum in Virginia bearbeitet, sondern von einem Satelliten, der von der Sonne angetrieben durch den Orbit schwebt. Was klingt wie Science Fiction, beschäftigt offenbar die Chefetagen der Tech-Giganten.
Sam Altman, CEO von OpenAI, hat im Sommer Gespräche mit dem Raketen-Startup Stoke Space geführt. Das Ziel: Eine milliardenschwere Beteiligung, die ihm letztlich die Kontrolle über das Unternehmen sichern sollte.
Warum braucht ein KI-Unternehmen Raketen?
Die Antwort liegt in einem fundamentalen Ressourcenproblem. Altman hat öffentlich spekuliert, dass der unstillbare Hunger nach Rechenleistung für KI-Systeme irgendwann so viel Energie verschlingen wird, dass es ökologisch sinnvoller wäre, die Rechenzentren gleich ins All zu verlegen.
Google hat mit „Project Suncatcher“ bereits angekündigt, 2027 zwei Prototyp-Satelliten mit TPU-Chips in den Orbit zu schicken. CEO Sundar Pichai prognostiziert, dass Rechenzentren im Weltraum in zehn Jahren zum Normalfall werden. Altman will offenbar nicht zusehen, wie die Konkurrenz davonfliegt.
Das Stoke-Paket wäre strategisch wertvoll gewesen
Stoke Space hat im Oktober 2025 eine Series-D-Finanzierung über 510 Millionen Dollar abgeschlossen und damit seine Gesamtfinanzierung auf 990 Millionen Dollar verdoppelt.
Die Nova-Rakete ist als vollständig wiederverwendbares Medium-Lift-Fahrzeug konzipiert, das 3.000 kg in den niedrigen Erdorbit befördern kann.
Der Start der ersten Nova-Rakete ist für Anfang 2026 vom Launch Complex 14 in Cape Canaveral geplant. Eine Übernahme hätte Altman direkten Zugang zu einer SpaceX-Alternative verschafft.
Die Gespräche liegen auf Eis
Laut Wall Street Journal sind die Verhandlungen nicht mehr aktiv. Für Altman sind Investitionen außerhalb seiner Kernkompetenz nichts Neues. Er hält ein undurchsichtiges Portfolio von über 400 Unternehmen. Doch derzeit hat OpenAI andere Prioritäten.
Altman hat intern einen „Code Red“ ausgerufen, nachdem Google’s Gemini 3 ChatGPT in wichtigen Benchmark-Tests überholt hat. Der geplante „Pulse“-Assistent wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.
News-Smörrebröd:
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Der eigentliche Wettkampf findet auf der Erde statt
OpenAI hat in den letzten Monaten Infrastruktur-Zusagen über 1,4 Billionen Dollar gemacht. Microsoft, das über 13 Milliarden Dollar in OpenAI investiert hat, verzeichnete im ersten Fiskalquartal 2025 einen Verlust von 3,1 Milliarden Dollar durch die KI-Beteiligung.
Die Frage, wie OpenAI seine ambitionierten Computing-Deals finanzieren will, bleibt unbeantwortet. Ein Weltraum-Abenteuer scheint da zweitrangig.
Fazit für Entscheider
Die Stoke-Gespräche zeigen, wie weit die Visionen der KI-Branche reichen. Für Ihre strategische Planung bedeutet das: Die Infrastruktur-Frage wird zur zentralen Herausforderung der nächsten Dekade. Wer heute in KI investiert, sollte auch die Energieversorgung im Blick behalten. Ob diese Lösung im Orbit liegt, bleibt abzuwarten.
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