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Dieter Petereit 2. September 2009

Adminer – MySQL-Administration On The Fly

Es hilft alles nichts. Ab und an ist der Zugriff auf die MySQL-DB hin­ter dem CMS unab­ding­bar. Leider ist der zustän­di­ge Mitarbeiter Ihres Kunden, der Ihnen den Zugang zum host­sei­ti­gen phpMyAdmin ver­schaf­fen könn­te, erkrankt, im Urlaub, im Feierabend, nach Australien aus­ge­wan­dert. Ein kla­rer Fall für Adminer.

Sie ver­fü­gen über einen FTP-Zugang und könn­ten von daher natür­lich auch “schnell” phpMyAdmin instal­lie­ren? Sicher. Nur wer­den Sie den Funktionsboliden für die gän­gi­gen Allerweltsänderungen nicht benö­ti­gen. Außerdem waren Sie schon auf dem Weg ins Fitnessstudio und woll­ten nicht erst noch rund 700 Dateien mit ins­ge­samt 11 MB auf den Webserver schie­ben.

Schön, dass Sie das in Zukunft nie mehr müs­sen, denn mit Adminer steht eine php-basie­ren­de MySQL-Verwaltung zur Verfügung, die aus einer ein­zi­gen, rund 170 kb gro­ßen Datei besteht und dabei den­noch kei­ne Standardfunktionalität ver­mis­sen lässt.

Eine Installation gibt es nicht. Sie schie­ben die Datei per FTP auf den betref­fen­den Server und löschen sie nach Gebrauch schlicht wie­der. Wollen Sie Adminer irgend­wo dau­er­haft belas­sen, soll­ten Sie die Datei selbst­ver­ständ­lich in ein geschütz­tes Verzeichnis legen. Ich emp­feh­le aller­dings den Upload nach Bedarf zu löschen.

Liegt Adminer nun auf dem Server, rufen Sie es unter Eingabe des Dateinamens dort auf. Empfehlenswert ist es, die­sen anzu­pas­sen, weil die Eingabe von adminer-2.0.0.php in der Adressleiste doch etwas unbe­quem ist. Adminer ist es egal, wie die Datei benannt ist, Sie könn­ten also auch horst.php dar­aus machen und hät­ten so ein klei­nes Stückchen zusätz­li­cher Sicherheit, falls Sie doch ein­mal das Löschen ver­ges­sen, denn auf den Aufruf von www.domain.tld/horst.php muss ja erst ein­mal einer kom­men…

Ein klei­ner Hinweis am Rande: Adminer.php liegt stan­dard­mä­ßig in kom­pri­mier­ter Form zum Download bereit. Wer sich also dar­an zu schaf­fen machen möch­te, wird nicht viel Freude emp­fin­den. Leute, die sich für den struk­tu­rier­ten Sourcecode inter­es­sie­ren, kön­nen die­sen hier her­un­ter laden.

In mei­ner klei­nen Beispielumgebung habe ich Adminer als adminer.php ins Hauptverzeichnis mei­ner Website gela­den und dort auf­ge­ru­fen. Adminer fragt nach dem Server, dem Benutzernamen und dem Passwort.

Je nach Konfiguration ist es nach dem Login mög­lich, auch neue Datenbanken und Benutzer mit­samt der Berechtigungsstruktur anzu­le­gen. Ein ent­spre­chend pri­vi­li­gier­tes Admin-Benutzerkonto ist natür­lich Voraussetzung. Weiterhin kann an die­ser Stelle Zugriff auf die Prozessliste genom­men sowie die  gene­rel­le MySQL-Variablenconfig ein­ge­se­hen wer­den.

Wählt man, wie gewohnt links, eine zu bear­bei­ten­de DB aus, ste­hen einem die wesent­li­chen Werkzeuge zur Verfügung. Dabei ist die UI von Adminer für phpMyAdmin nicht ganz Unerfahrene wei­test­ge­hend selbst­er­klä­rend.

adminer-03.png

Im Bereich der Standardaufgaben hat mir wäh­rend eines ers­ten Tests nichts gefehlt. Wer aller­dings Daten impor­tie­ren will, muss wis­sen, dass Adminer ledig­lich CSV impor­tiert. Exportieren lässt sich hin­ge­gen auch nach SQL.

Die Featureliste im Übrigen ist durch­aus beein­dru­ckend. Wer mit der Standardoptik unzu­frie­den ist, hat die Wahl zwi­schen meh­re­ren wei­te­ren CSS-Files, die ein­fach in das Verzeichnis hoch zu laden sind, in dem sich auch Adminer befin­det.

Adminer spricht vie­le Sprachen von spa­nisch im Westen bis chi­ne­sisch im Osten und etli­che dazwi­schen, unter ande­rem auch deutsch. Hinsichtlich der Systemvoraussetzungen ist Adminer nicht wäh­le­risch und funk­tio­niert auch mit PHP 4.3, sowie MySQL 4.1. Die Nutzung des Scripts ist sowohl für pri­va­te, wie auch kom­mer­zi­el­le Zwecke frei, solan­ge die Bestimmungen der Apache-Lizenz beach­tet wer­den.

Adminer-Wordpress-Plugin

Dieser Tage hat der bekann­te WordPress-Experte Frank Bültge Adminer in ein WP-Plugin ver­packt, das man in der frü­hen Version 0.1 bereits aus dem Repository her­un­ter­la­den und in das Plugin-Verzeichnis sei­nes Blogs bewe­gen kann. Eine direk­te Installation aus dem WP-Backend ist zum Zeitpunkt die­ses Artikels noch nicht mög­lich.

Nach dem Upload müs­sen Sie das Plugin mit dem nahe­lie­gen­den Namen “Adminer” noch akti­vie­ren. Sodann steht Ihnen unter dem Menüpunkt “Werkzeuge” auch die Auswahl “Adminer” zur Verfügung.

Klicken Sie die­sen Punkt, gelan­gen Sie auf eine Übersichtsseite, die die der Blog-DB zuzu­ord­nen­den Datenbankdaten, also Server, Datenbanknutzer und Passwort auf­lis­tet.

Von hier aus neh­men Sie per Klick auf “Start Adminer” Zugriff auf die Verwaltungsoberfläche. Dabei lädt das Plugin ledig­lich die adminer.php in ein Overlay.

Direkte Vorteile des Plugin gegen­über der Verwendung der oben genann­ten Einzeldatei kann ich daher nicht erken­nen. Mag sein, dass nicht jeder sei­ne Datenbank- und/oder FTP-Zugangsdaten griff­be­reit hat und von daher ein Zusatznutzen durch das Plugin ent­steht.

Wer das Problem nicht hat, kann eben­so die oben beschrie­be­ne Stand-Alone-Lösung ver­wen­den. (tm)

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

11 Kommentare

  1. Das Importieren via SQL funk­tio­niert tadel­los, sogar mit gro­ßen SQL-Files, habe es bis 8 MB live getes­tet, sogar bei 1und1, wo es sonst immer Probleme gibt.

  2. I’m glad you are hap­py with the app­li­ca­ti­on.

    SQL import is avail­ab­le at “SQL que­ry” page which is lin­ked on each page from the left menu.

  3. Hi Dieter,
    fei­ne Sache der Artikel und sehr amü­sant geschrie­ben! Danke dafür. Danke an Frank für die WordPress Variante, werd ich mir mal genau­er anschau­en… oft ver­ges­se ich ein­fach wie der Link beim KundenMyAdmin ist und daher ist das Plugin ganz nett.

    Gruß Ralf

  4. Interessant. Danke für den Beitrag. :)

  5. @Dieter:

    ist es nicht etwa nutz­los, respek­ti­ve wür­de ich das nie behaup­ten

    … so habe ich das auch nicht ver­stan­den, schät­ze dich, wie du weist.

    Das Plugin ist aus dem Problem raus ent­stan­den und Adminer ist dafür genau die rich­ti­ge Lösung, schnell in der DB was machen, ich muss kei­nen FTP Zugang haben um die wp-con­fig zu lesen, oder brau­che kei­nen Zugang auf ein ande­res Tool. Daran hapert es meist bei eini­gen Leuten, sie wol­len blog­gen, haben einen Webspace und das war es; was auch gut ist. Ich stand eini­ge Mails mit dem Entwickler von Adminer in Kontakt und schon war die Idee gebo­ren eine Klasse dar­um zu bau­en, die die Daten von WP mit­gibt. Das CSS ist Zugabe, so dass es in WP bes­ser rein passt.
    * Ein Hinweis; Adminer wur­de von mir ein wenig bear­bei­tet, denn es baut im Standard 2 Verbindungen zu sourceforge.net auf, was man nicht immer ger­ne sieht in WP Plugins, dar­um habe ich die geän­dert; damit hat Adminer für WP in mei­ner Version kein umfang­rei­ches Syntaxhighlightning und kein Hinweis, wenn es Adminer in einer neu­en Version gibt. Aber das kann man sicher ver­schmer­zen, noch dazu ist die Datei zum far­bi­gen Code recht groß und so ist Adminer für WP schlan­ker und schnel­ler.

  6. Oder man nutzt HeidiSQL, wel­ches lokal instal­liert ist. Die meis­ten mySQL-Datenbanken las­sen mitt­ler­wei­le auch einen Zugriff von außer­halb zu. Und ich glau­be es gibt sogar auch für HeidiSQL eine PHP-Tunnel-Variante.

  7. Danke für den Beitrag.
    Das WordPress Plugin ist äußerst hilf­reich.

  8. @Frank: Ohne Link? Gut, ich habe eben noch den Link zu bueltge.de hin­zu­ge­fügt. Du weisst ja, dass ich Deine Arbeit und Expertise sehr schät­ze und gern nut­ze. Auch wenn die­ses Plugin ver­gleichs­wei­se schlicht ist, ist es nicht etwa nutz­los, respek­ti­ve wür­de ich das nie behaup­ten.

    @all: Auch für das “ori­gi­na­le” Adminer gibt es übri­gens ein CSS von Frank Bültge:

    http://www.adminer.org/static/designs/bueltge/adminer.css

    Einfach die CSS-Datei in das Verzeichnis laden, in dem auch die adminer.php gespei­chert ist und schon ändert sich die Optik.

  9. Vielen Dank für die Nennung (lei­der ohne Link), konn­te noch nicht mal sel­ber was zum Plugin schrei­ben :)
    Das Plugin ist ent­stan­den, weil ich per­sön­lich oft um Hilfe gebe­ten wer­de, die User kei­nen Zugang zu phpMyAdmin haben bzw. ken­nen etc. und ähn­lich ver­hält es sich mit FTP oder DB-Zugangsdaten. Daher ist mit dem Plugin der Unterschied nur dar­in zu sehen, dass man als Admin in WordPress schnell an die DB ran kommt, nicht mehr und nicht weni­ger. Versierte Nutzer haben diver­se Möglichkeiten und dabei ist Adminer nur eine mehr, ob via Plugin in WP oder direkt über den Webspace ist dabei egal.

    Kleiner Unterschied ist noch, da ich das CSS neu geschrie­ben habe, so dass Adminer in der Optik von WP genutzt wer­den kann.

  10. @Dieter ;-): Es war nur eine Frage der Zeit, bis das auto­ma­ti­sche Install ver­füg­bar sein wür­de. Das es so schnell ging, ist umso bes­ser.

    Adminer ist unbe­streit­bar prak­tisch und das Plugin hat kei­ne Nachteile. Ich sehe aber auch kei­ne gra­vie­ren­den Vorteile. Es ist Geschmackssache. Adminer pur oder WP-Adminer. Das Ergebnis ist das­sel­be.

  11. Danke für die­sen infor­ma­ti­ven Artikel.

    Nur zur Info: Das Plugin Adminer für WordPress von Frank Bültge lässt sich sehr wohl auto­ma­tisch instal­lie­ren. Zumindest funk­tio­nier­te es bei mir ohne Probleme.
    Und prak­tisch fin­de ich das auch, sofern man viel mit WordPress arbei­tet.

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