Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
Dieter Petereit 22. April 2015

900dpi: Das CMS für jede Website – schnell wie nie

Designer begeistern sich für eine Menge Dinge, was sie aber am meisten lieben, ist die Freiheit ihre eigenen Ideen zu Designs werden zu lassen und das Ganze dann auch frei nach ihrem Gusto umzusetzen. Daher sind Homepage-Baukästen im professionellen Webdesign in der Regel keine Option. Da, wo es spannend wird, stoßen diese oft an Grenzen, auch wenn die Angebote über die Jahre tatsächlich besser geworden sind. Wenn Sie eher zu den klassischen Designern gehören oder mit Sublime, Coda und ähnlichen Werkzeugen arbeiten, haben Sie sicher oft ein CMS-Feature schmerzlich vermisst. Bevor Sie sich entscheiden Ihr Design auf ein ausgewachsenes CMS aufzupfropfen – schauen Sie sich mal 900dpi an – einen originellen, neuartigen Service von einem kleinen, passionierten Team aus den Vereinigten Staaten.

900dpi-teaser

Versuch und Irrtum: Was wir alles überstanden haben

Früher war alles ziemlich einfach. Wir haben uns einfach in Nick Bradburys HomeSite vertieft und losgelegt mit dem Programmieren. Dann kamen Dreamweaver und GoLive um die Ecke und wir programmierten fröhlich weiter. Für ein kurzes Intermezzo warf später NetObjects Fusion seine Schatten über die Welt des Webdesigns – was mir übrigens immer noch Alpträume beschert. Bei diesem Tool wurde die Webseite innerhalb ihres eigenen Editors gebaut. Wenn die Seite dann live gehen sollte, spuckte NetObjects Fusion den gesamten Quellcode für die ganze Seite mit einem Mal aus. Und der konnte einem Angst machen.

Inzwischen haben wir all die teilweise haarsträubenden Konzepte hinter uns gelassen. Doch einige der Probleme sind geblieben. Zwar hat der Siegeszug des mobilen Internet die Etablierung von Webstandards stärker voran gebracht, als wir uns je erhofft hatten. Wer zum Beispiel hätte sich vorstellen können, dass HTML5 es tatsächlich zur Verabschiedung schafft? Doch so kam es.

Aber obwohl wir grandiose Tools zur Verfügung haben, die kaum Wünsche übrig lassen, von minimalistischen Text-Editoren bis hin zu tollen WYSIWYG-Umgebungen – eine Aufgabe blieb ungelöst. Was tun, wenn der Kunde seine Website partout selbst pflegen will? Was machen wir, wenn ein CMS nötig ist?

Fragen Kunden nach einer CMS Funktionalität, ist die typische Antwort in der Regel: „Klar, wir setzen ein WordPress/Drupal/Joomla/Typo3/wasauchimmer“ auf. Nicht nur, dass eine solche Lösung weitgehende Kenntnisse in HTML5 erfordert. Auf einmal gilt es auch, Dinge wie Hooks oder syntaktische Feinheiten im Code zu beachten und sich in ein vorgegebenes Korsett zu fügen. Ich bin schon Content Management Systemen begegnet, bei denen ich nicht auf den ersten Blick sehen konnte, wo ich denn bitte mein Design einbauen kann. Als Folge dessen gingen die meisten Designer dazu über, sich eine Menge Entwicklerwissen anzueignen und sich auf ein System als Komplettlösung zu spezialisieren (meistens war das WordPress). Und wer darauf keine Lust hat?

Wer sich diesem Trend verschließen will, für den gibt es immer noch professionelle Website-Builder, welche die Erstellung von Online-Präsenzen ermöglichen. Die besseren bieten eine durchaus zufriedenstellende Anpassungsfähigkeit beim Design und CMS Funktionen können einfach im Editor-Fenster eingebaut werden. Mir fallen da ein paar Systeme mit sehr brauchbaren CMS Features ein – gleichzeitig weiß ich, dass auch diese schnell an ihre Grenzen kommen.

Zunächst einmal erfordert jede dieser Lösungen eine gewisse Einarbeitungszeit. Erfahrung in HTML5 allein reicht da nicht aus. Gleichzeitig muss man Kompromisse akzeptieren. Vor allem, dass es nicht möglich ist eine Arbeitskopie der Site lokal zu speichern, ist ein echter Nachteil. Ich finde es einfach besser, mein HTML, CSS und JavaScript in Projektordnern auf meinem Rechner zu haben. Ich will Dateien gern direkt austauschen können, ohne auf Drittlösungen anderer angewiesen zu sein. Ich will in der Lage sein, das ganze Projekt einfach zu einem anderen Host hochladen zu können. Das alles sind Gründe, warum ich mich für diese Programme nicht so recht erwärmen kann, auch wenn es ohne Frage gute Konzepte gibt.

Ich jedenfalls brauche eine andere Lösung. Und so geht es vielen anderen Designern, die ich kenne. Wir wollen die ganzen Funktionen von WordPress, oder welches CMS Ihnen spontan dazu einfällt, einfach nicht im Detail erlernen. Wir wollen bei unserer Design-Arbeit nicht alles auf eine CMS-Karte setzen müssen und uns mit einer Spezialisierung von diesem System abhängig machen.

Wir brauchen etwas anderes, etwas wie 900dpi.

900dpi: CMS für einfach jede Website

900dpi hat einen anderen Weg gewählt. Mit 900dpi setzen Sie ihr Webdesign so um, wie Sie es gewohnt sind. Sie wählen Ihren bevorzugten Editor, Ihre Arbeitsumgebung. Sie gestalten mit Photoshop, Sketch, Pixelmator oder Fireworks, programmieren mit Sublime, Coda oder Dreamweaver, arbeiten mit MacOS, Windows oder Linux – alles ist möglich. Speichern Sie Ihre Projekte lokal ab, so wie Sie es seit vielen Jahren machen. Dann verbinden Sie Ihr Projekt mit 900dpi, auch das ist nicht schwer.

Der Grund: 900dpi nutzt entweder eine SFTP-Verbindung oder Dropbox, um die Projektdaten zu synchronisieren. Letzteres ist zweifellos komfortabler. 900dpi erstellt dann selbstständig einen Ordner im App-Ordner Ihrer Dropbox, dort wird synchronisiert. Und ja, das System kann ausschließlich auf diesen Ordner zugreifen. Sie brauchen sich also keine Sorgen machen, dass die sehr speziellen Partyfotos vom Wochenende demnächst im Internet die Runde machen. Vor der ersten Nutzung war ich durchaus skeptisch, aber nach dem einfachen Setup war ich schnell überzeugt.

Sobald die Dropbox verbunden ist, können Sie im Dashboard Ihres 900dpi-Kontos beginnen, Webseiten zu gestalten. Der Account selbst ist schnell eingerichtet, nur wenige persönliche Daten sind nötig, Zahlungsinformationen werden überhaupt nicht abgefragt. Ein Projekt aufzusetzen ist leicht. 900dpi erstellt in der Dropbox einen Ordner mit dem von Ihnen gewählten Projektnamen und legt eine Beispieldatei sowie eine Ordnerstruktur an. Ihre Website ist im Übrigen unter einer Subdomain von 900dpi.com sofort funktionsfähig.

Die Bearbeitung einer Website mit 900dpi ist sehr einfach

Klicken Sie im Dashboard „Edit Website“ um den Edit Modus aufzurufen.

Standardmäßig sehen Sie dann das:

Innerhalb der blau umrahmten Flächen sind die CMS-Funktionen aktiv. Nach dem Klicken auf ein Foto öffnet sich ein Fenster, in dem Bilder ausgewählt und hochgeladen werden können. Falls eine Bildgröße nicht dem vorhandenen Platz entspricht, kann danach der Bildausschnitt gewählt werden. Größe und Seitenverhältnis werden dabei vom Designer bestimmt, nicht von 900dpi. Das Klicken auf einen Text öffnet ein Editor-Fenster mit den üblichen Formatierungsoptionen.

Ich habe alle Bilder ausgetauscht und Teile des Textes. Einige Bereiche konnte ich nicht verändern – das war vom Designer aber vorher auch genau so festgelegt worden. Der Grund dafür ist klar: schließlich ist das kein Editor für Webdesigner, sondern für die Kunden der Designer. Und diese sollten natürlich nicht in der Lage sein, einfach jedes Detail der Website selbstständig zu verändern.

Noch sind die blauen Rahmen sichtbar. Sie verschwinden, sobald Sie das Häkchen bei „Edit Mode“ entfernen. So präsentiert sich die Seite dann dem Publikum:

Die Seite ist vollständig responsiv. Der Kunde kann sie in jeder Gestaltungsphase reibungslos bearbeiten.

Einfach ist auch das Schreiben eines Blogs. Hat der Designer die Blog-Funktion freigeschaltet, einfach „New Blog Post“ in der oberen Navigation klicken. Es erscheint ein mehr oder weniger selbst erklärendes Fenster, in dem Sie Titel und Inhalt des Postings einfügen und Kategorien festlegen können. Anschließend nicht vergessen, den Status auf „Published“ zu setzen oder – nun ja…

Content-Redakteure können über das Dashboard eingeladen werden. Hilfe kann man immer gut gebrauchen. Tja, und das war es eigentlich auch schon. Meinen Sie nicht auch, dass diese Funktionen alles abdecken, was man für die meisten Kundenprojekte braucht?

Und welchen Aufwand müssen Designer nun aufbringen, um ein solches Ergebnis zu erzielen?

900dpi für Designer: Eine einfache Klasse und eine Handvoll Datenattribute

Der Aufwand für Sie, den Designer, ist…praktisch Null. Klingt komisch, ist aber so. Fügen Sie einfach allen Elementen, die Ihrer Meinung nach vom Kunden bearbeiten werden können, die Klasse (.class) 900-edit hinzu. Das war´s. 900dpi erledigt den Rest.

Mit der wachsenden Funktionsvielfalt von 900dpi wurden außerdem zusätzliche Datenattribute eingeführt. Aber diese kann man in weniger als zehn Minuten verstehen – und erlernen. Kennt jemand ein anderes CMS, das Designer ähnlich schnell beherrschen?

Ihrem herkömmlich gebauten Projekt eine Klasse hinzuzufügen, sollte kein Problem sein. Möglicherweise ist es sogar sinnvoll, Ihren bereits bestehenden Projekten die CMS-Funktionalität nachträglich mitzugeben – so könnten Sie zusätzliche Einnahmen mit bereits vorhandenen Kunden erzielen. Alles, was Sie dafür tun müssen ist, das Projekt in die Dropbox zu laden und, wie gehabt, die Klasse dort hinzuzufügen, wo der Kunde Änderungen vornehmen kann.

900dpi ermöglicht außerdem eine einfache Formularverarbeitung, die Verkleinerung von JS, CSS und Bildern sowie Server Side Includes (SSIs). Eine anpassungsfähige und stimmige Navigation ist so kinderleicht. Zudem kann man das Dashboard auch als White-Label-Lösung nutzen. Kunden sehen dann nicht 900dpi, sondern Ihre eigene Marke. Beachten Sie jedoch, dass einige der hier vorgestellten Funktionen sozusagen zur „Sonderausstattung“ gehören und nicht in jedem Abo-Modell verfügbar sind.

900dpi einfach mal ausprobieren

Keine Server konfigurieren, keine Datenbanken erstellen, keine Skripts installieren, kein Durcheinander bei den Lese- und Schreibrechten, keine .htaccess Fehler – nada, nothing, nichts von alledem. Eine CMS-basierte Webseite ist hier einfach nur ein Design-Job, Entwickler oder Administratoren haben Pause.

Und am allerbesten – Sie brauchen mir gar nicht zu glauben. Testen Sie es einfach selbst. Das geht ganz schnell: in zwei Minuten vom Registrieren bis zur Online-Version der ersten Webseite mit Beispieldateien. Das Einstellen eines Ihrer bereits bestehenden Projekte und das Hinzufügen der relevanten Klassen an den gewünschten Stellen? Fünf, okay, sagen wir zehn Minuten.

In diesen zehn Minuten bekommen Sie einen recht guten Eindruck davon, wie 900dpi Sie unterstützen kann. Keine Zeit dafür? Dann schauen Sie doch dieses Ein-Minuten-Video:

900dpi ist kostenlos solange es Ihnen reicht, Ihre Webseiten unter der genannten Subdomain laufen zu haben. Für den professionellen Einsatz werden Sie dagegen sicher Ihre Domains mit 900dpi verbinden wollen. Auch das geht leicht und der Vorgang ist auf ihrer „Documentation“ Seite gut beschrieben. In diesem Fall schließen Sie einfach eines der Abo-Modelle ab und passen dann ein paar DNS-Einträge an.

Falls Sie nicht nur eine größere Zahl von Kunden versorgen wollen und sich für die Komplettlösung entscheiden (einschließlich White Label, mehrerer Entwickler-Konten und der Reseller-Möglichkeit), dann ist der Agency Plan das Richtige – zum monatlichen Preis von 80 USD. Die letzten beiden Features sind derzeit noch in der Ankündigungsphase.

Wer auf die White-Label-Lösung verzichten kann, dem reicht ganz sicher das Freelancer Abo für 30 USD/Monat. Es gibt auch noch das Portfolio Abo für 5 USD/Monat, welches meiner Meinung nach jedoch nicht empfehlenswert ist. Bei diesem Modell kann nur eine Webseite erstellt werden, CMS oder Blog Features fehlen ganz.

Sowohl das Freelancer als auch das Agency Abo erlauben eine unbegrenzte Anzahl von Webseiten. Und das wird Ihnen möglicherweise entgegenkommen – wenn Sie merken, wie gern Sie mit dem System arbeiten. Die Preise relativieren sich dann auch recht schnell, je mehr Projekte man damit umsetzt. Letztlich spart man mit 900dpi jede Menge anderer Kosten und das Ganze amortisiert sich in kurzer Zeit.

Gibt es irgendwelche Schattenseiten? Mir sind keine aufgefallen. Die Projektdateien werden lokal gespeichert. Sie gehen nicht verloren. Das Design ist voll funktionsfähig, schon bevor Sie das Projekt mit 900dpi verbinden. Auch da geht nichts verloren. Sollte also 900dpi dereinst mal seine Arbeit einstellen, können Sie Ihre Projekte zu jedem beliebigen Host-Anbieter hochladen – mindestens 99% der Seite bleibt heil und unversehrt.

Meine Projektdateien gehören mir

Probieren Sie es mal aus und schreiben Sie gern Ihre Meinung unten in die Kommentarbox. Ich bin wirklich daran interessiert.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

6 Kommentare

  1. Halte ich fuer die saubestste Moeglichkeit eine recht simple Seite zu erstellen. Habe es mir noch nicht angeschaut, aber das Konzept gefaellt mir jetzt schon. Durch dieses Konzept wird einfach kein Drecks Code erzeugt. Ausserdem kann man auch etwas javascript einbauen ohne das man grossartig Probleme bekommt. Sieht auf jeden Fall sehr interessant aus.

  2. Ja, gab auch bisher bereits Systeme, die es auf einfache Weise ermöglichten, bestehende Webseiten im Nachhinein pflegbar zu machen. Aber das ist eine oft günstige und relativ unkomplizierte Möglichkeit den Kunden die Eigenpflege zu ermöglichen.

    2 Punkte sehe ich allerdings auf der „Schattenseite“, da die Daten ja sicherlich auf amerikanischen Servern gespeichert und von dort ausgeliefert werden:
    – der Datenschutz bei Firmenwebsites und
    – der Serverstandort spielt auch eine Rolle für SEO (was für dt. Webseiten kontraproduktiv ist).

  3. Sowas gibts eigentlich schon länger mit Unify und Konsorten.

    Auch hier muss man einfach die unify class in das eigene HTML einfügen und fertig. Das ganze am eigenen Webhosting und OHNE MONATLICHE PAUSCHALE!

    http://unify.unitinteractive.com/index.php

  4. Hallo,

    WOW, ich bin begeistert. Genau sowas suche ich bereits seit Jahren!

    Eine Frage blieb jedoch offen:
    Setzt du die Navigation etc. mit PHP noch selbst um oder übernimmt das ebenfalls 900dpi?

  5. Hallo, verstehe ich es richtig das ich als Designer/Programmierer jeden Monat die 30€ Zahle und dafür alle meine Kundenprojekte, welche ein CMS benötigen unter einem Hut habe?
    Also keine weiteren Kosten für Website Hosting etc.?

    Wäre super, wenn Ihr mir die Frage beantworten könntet. (:

  6. Ich kenn noch ein System, das ähnlich funktioniert http://sitecake.com. Wir haben es bei paar Kunden eingesetzt, wo CMS-Funktionalität nachträglich eingebaut werden sollte.

    Hat es jemand bereits benutzt?

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