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Heike Thormann 17. Dezember 2007

6 Tipps gegen den Stress

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Stress ist eine Volkskrankheit geworden. Was als sinnvolle Eigenschaft unseres Körpers begann, um akute Gefahren zu überwinden, hat sich längst zu einem krankmachenden Dauerzustand ausgewachsen. Grund genug, Ihnen in dieser kleinen Artikelserie ein paar Tipps an die Hand zu geben, wie Sie mit Ihrem Stress fertig werden können.

Was ist Stress?
Stress ist in aller Munde. Jeder ist gestresst. Auf die eine oder andere Art. Viele nur gelegentlich, damit kann man umgehen. Manche aber auch im Dauerzustand, dann wird’s gefährlich. Was also ist Stress?

Platt formuliert ist Stress eine Abwehrreaktion unseres Körpers auf äußere Bedrohungen. Ein Programm, das tief in unsere Zellen gebrannt ist, um unser Überleben zu sichern.

Wenn wir bedroht werden oder in Gefahr geraten, reagiert unser Körper reflexhaft mit Angriff oder Flucht. Hormone werden ausgeschüttet, um uns in Alarmbereitschaft zu versetzen und zusätzliche Energien freizugeben. Diese Energien können wir dann nutzen, um die Gefahr zu überwinden. Mit anderen Worten: Stress ist zunächst einmal positiv besetzt und überlebenswichtig. Das ist die gute Nachricht.

So sinnig diese Reaktion nun in Zeiten äußerster Gefahr auch sein mag, zum Problem wird sie, wenn wir uns dauerhaft bedroht sehen. Und je höher die Anforderungen an uns sind, je weniger wir uns einer Lage gewachsen fühlen, desto wahrscheinlicher wird das der Fall sein.
In einem Zustand ständiger Anspannung hat sich so mancher mit chronischem Stress die Gesundheit ruiniert. Das ist die schlechte Nachricht.

Nun hat natürlich jeder sein eigenes Stressempfinden. Wenn jemand die Aufgaben, die auf ihn warten, gerne angeht, mag er sich positiv gestresst fühlen und blüht so richtig auf (Sogenannter Eustress, „gesund machender Stress“). Dann sollte er nur für das richtige Gleichgewicht zwischen ruhigen und stressigen Phasen sorgen, um seinem Körper die nötige Erholung zu gönnen.

Schlägt das Pendel allerdings in die andere Richtung aus und empfindet man die stressende Situation als negativ und belastend, kann einen Stress buchstäblich krank machen (So genannter Distress, „krank machender Stress“.)

Die Folgen eines solchen negativen Stresses können von Vergesslichkeit über Aggressivität bis Depressionen, von Kopf- oder Magenschmerzen über Allergien bis zu Herz- / Kreislauf-Erkrankungen reichen.

Grund genug, Ihnen in dieser kleinen Artikelserie ein paar Tipps an die Hand zu geben, wie Sie mit Ihrem Stress besser fertig werden können.

Tipp 1: Analysieren Sie Ihren Stress
Wir hatten es gerade – Stress ist nicht gleich Stress. Während sich die einen positiv angeregt fühlen, sehen sich die anderen unter Druck gesetzt. Die einen brauchen nur regelmäßige Erholungsphasen, die anderen können regelrecht krank werden.

Das hängt nicht nur von den unterschiedlichen Aufgaben und Situationen ab, denen wir uns gegenübersehen. Das liegt vor allem daran, wie wir auf diese Situationen reagieren. Manchen mag es stressen, wildfremde Menschen anrufen zu müssen. Manchen mag es belasten, mit Aufgaben zugeworfen zu werden. Und mancher reagiert gestresst, wenn man ihm seine heißgeliebte Routine durcheinander bringt.

Keine zwei Menschen sind gleich. Deshalb muss jeder Kampf gegen Stress damit beginnen, herauszufinden, was einen ganz persönlich belastet.

Führen Sie dazu zum Beispiel ein Stress-Tagebuch. Beobachten Sie sich selbst: Wovon fühlen Sie sich konkret gestresst? Welche Auswirkungen hat das auf Sie? Welche Mittel haben Sie gegen diesen Stress schon angewandt? Mit welchem Ergebnis? Was könnte noch helfen?

Analysieren Sie Ihren Stress. Dann sind Sie Ihren individuellen Anti-Stress-Mitteln schon ein gutes Stück näher.

Tipp 2: Setzen Sie Prioritäten
Wer auf allen Hochzeiten tanzen will, muss sich nicht wundern, wenn das Ganze in Stress ausartet. Unsere Zeit ist nun mal begrenzt, Klone haben sich als Stellvertreter noch nicht durchgesetzt und auch unserem Kopf tut Multitasking nicht gut.

Übernehmen Sie sich deshalb nicht, sondern setzen Sie Prioritäten. Überlegen Sie, was wirklich wichtig für Sie ist und trennen Sie sich möglichst vom Rest. Bringen Sie das, was noch übrig bleibt, in eine logische Reihenfolge und gehen Sie es Stück für Stück an. Kennen Sie das Sprichwort „Eile mit Weile“? That’s it.

Tipp 3: Lernen Sie, Nein zu sagen
Das ist eine logische Konsequenz aus dem gerade Gesagten. Denn nicht immer wollen wir freiwillig an allen Fronten tätig werden. Oft sind es auch die lieben Mitmenschen, die „mal eben schnell“ etwas von uns wollen. Und wir würden ja auch gern, keine Frage. Nur die wenigsten sind so kaltherzig, eine Bitte ungerührt links liegen zu lassen.

Das Problem ist nur, dass zu viele Verpflichtungen Stress bedeuten – ob beruflich oder privat. Sagen Sie deshalb nicht vorschnell „Ja“, sondern wägen Sie ab. Was möchten Sie wirklich, was können Sie ausnahmsweise noch tun, und was droht in Stress umzuschlagen? Lehnen Sie letzteres freundlich, aber bestimmt ab.

Und sollten Sie deswegen ein schlechtes Gewissen haben, bedenken Sie: Niemand hat etwas von Ihnen, wenn Sie Raubbau an sich selbst betreiben. Auch die Menschen nicht, denen Sie gern helfen würden. Ihre erste Priorität müssen aus diesem Grunde Sie sein.

Tipp 4: Bauen Sie freie Phasen ein
Sie haben Ihre Hochzeiten reduziert und gelernt, zu Verpflichtungen „Nein“ zu sagen? Prima. Dann fehlt hier nur noch eine Kleinigkeit: Bauen Sie in Ihren Tagesablauf auch bewusst Phasen für sich selbst ein. Entschleunigen Sie.

Ob kurze Pausen zwischendurch oder ein längerer Urlaub, irgendwann ist auch der letzte Adrenalinstoß eines hektischen Alltags verbraucht und Sie haben vor allem eines nötig – Ihre Batterien wieder aufzuladen.

Überlassen Sie diese Aufladezeiten nicht dem Zufall (der kommt dann nämlich meistens nicht), sondern planen Sie sie ganz bewusst mit ein. Wertschätzen Sie sich selbst und Ihre Arbeitskraft, indem Sie Ihre freien Phasen genauso wichtig nehmen wie alle noch zu erledigenden Aufgaben.

Tipp 5: Organisieren Sie Ihren Arbeitsalltag
Kennen Sie das? Es sind ja oft die Kleinigkeiten, die stressen können. Da muss man sich mühsam durch diverse Unterlagen wühlen, hat eine entscheidende Telefonnummer verlegt, oder kann mit seiner Arbeit nicht weitermachen, weil wichtige Informationen oder Zwischenschritte fehlen. All das kostet nicht nur Zeit, all das kann auch Nerven kosten.

Gemeinsam ist diesen Dingen eine, sagen wir, noch zu optimierende Arbeitsorganisation. Ob in Sachen Papierflut, Ablage, Notizmanagement oder sinnvolle Reihenfolge von Arbeitsschritten. Nehmen Sie sich einmal ganz bewusst Zeit, hier die nötige Vorarbeit zu leisten. Umso reibungsloser und stressfreier können Sie hinterher arbeiten.

Tipp 6: Schluss mit Aufschieberitis
Aufschieberitis – ein harmloses Wort für etwas, was extremen Stress auslösen kann. Dabei fängt die Sache auch durchaus harmlos an. Da wartet eine Aufgabe auf uns. Nicht weiter schlimm, schließlich haben wir noch genug Zeit – meinen wir, und verschieben. Tage später wartet die Aufgabe immer noch auf uns, und wir haben schon deutlich weniger Zeit und dennoch verschieben wir. Bis sich die Sache verselbstständigt, uns der Abgabetermin im Nacken hängt und massiven Druck, Frust und Stress ausübt.

Hier anzusetzen und Aufgaben mit genug Puffer anzugehen, kann erhebliches Stresspotenzial beseitigen. Gewöhnen Sie sich deshalb zum einen an, Tätigkeiten, wenn nicht sofort, so doch zumindest vorausschauend zu erledigen. Und suchen Sie in hartnäckigeren Fällen nach den tieferen Ursachen für Ihren Unwillen.

Wer weiß, vielleicht erweist sich Ihre Aufgabe als eine, zu der Sie in Wirklichkeit hätten Nein sagen wollen. (Vgl. Punkt 3) Ziehen Sie heraus dann die Konsequenzen und suchen Sie für die Zukunft nach Lösungen. Weiter mit Teil 2

Erstveröffentlichung 17.12.2007

Heike Thormann

Heike Thormann ist Trainerin, Redakteurin und Autorin. Ihr Schwerpunkt sind kreative Schreib-, Denk-, Lern- und Arbeitstechniken. Sie schreibt für verschiedene Fachmagazine und gibt mit ihrer Website ein Online-Magazin zu ihren Fachthemen heraus.

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