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Sven Schannak 19. Juli 2012

Mac OS X: 5 Editoren im Vergleich

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit Entwicklungsumgebungen für das Mac OS. Windows-Anwender warten also bitte auf den entsprechenden Beitrag zu ihrem System: Es kann schon einen guten Teil eines Entwicklerlebens beanspruchen, die ideale IDE zu finden. Damit das aber nicht ganz so lange dauert, werfen wir für Sie einen Blick auf die verschiedenen Möglichkeiten für Webworker unter Mac OS.

//Weitere Editoren-Testberichte gibt es hier//

Dreamweaver

Dreamweaver

Dreamweaver

Beim ersten Öffnen von Dreamweaver war ich überrascht. Positiv. Dreamweaver hatte ich schon einige Zeit nicht mehr genutzt und alles, was mir in Erinnerung geblieben ist, waren hässliche, automatisch erstellte HTML-Zeilen und ein riesiger lahmer Editor. Doch muss ich zugeben, dass mir die neue Oberfläche gefällt. Alles wirkt aufgeräumt und minimalistisch. Klar, Dreamweaver ist nicht der Editor für zwischendurch, den man schnell mal aufmacht, um was zu bearbeiten, das will Dreamweaver aber auch nicht sein.

Besonders gut hat mir die Multi-Screen-Vorschau gefallen. Sich eine Seite so bequem und schnell auf verschiedenen Devices anschauen zu können, kannte ich noch nicht. DW arbeitet nativ mit jQuery/jQuery Mobile und PhoneGap zusammen und hat dafür sogar ein paar nette Vorlagen. Erweiterungen gibt es für DW wahnsinnig viele, also auch hier keine Probleme. Gut ist die umfangreiche Dokumentation, aber hier leistete Adobe schon immer gute Arbeit.

Ich persönlich mag aber diesen „verwaschenen“ WYSIWYG-Ansatz nicht. Alles wirkt irgendwie immer so, als ob es nicht um den Code geht, sondern darum, sich irgendwas zusammenzuklicken. Aber okay, das ist dann wohl Geschmackssache. Dreamweaver versteht sich als IDE zum Entwickeln von Frontends und hat nur wenig für die Backend-Entwicklung zu bieten. Es gibt zwar Unterstützung für PHP, .NET und ColdFusion, den Rest muss man sich aber ggf. über Extensions besorgen.

DW ist einfach eine Referenz und bietet viele Möglichkeiten, aber eben mehr für den Webdesigner. Wer als Frontend-Entwickler eh mit Adobe-Produkten arbeitet, sollte durch die starke Integration z.B. durch Photoshop Dreamweaver nutzen. Einzeln kostet DW allerdings über 500€ und man muss ständig die neuesten Versionen dazukaufen, welche auch um die 150€ kosten. Es gibt ein Mietkonzept mit monatlicher Zahlung.

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TextMate

TextMate

TextMate

Beim Begriff TextMate horchen die meisten Mac-Nutzer auf. Das ist doch dieses nette und schnelle Tool für Webentwickler und alle anderen Entwickler für den Mac. Ja, allerdings wirklich nur für den Mac. Windows-User gucken in die Röhre, können aber zumindest Snippets und Commands für TextMate nutzen mit Hilfe des kommerziellen Editors „E Text Editor“

TextMate ist etwas für die Freunde der wirklich minimalistischen Entwicklung und für jene, die sich ihre IDE gerne selber zusammenbasteln. Das geht dank einer großen Anzahl an Erweiterungen und der Möglichkeit, selber schnell Snippets zu schreiben, ohne Probleme und auch recht schnell.

TextMate ist schnell geöffnet und damit auch für den schnellen Bugfix geeignet. Es macht Spaß, damit zu arbeiten. Aber nicht alle Entwickler werden es mögen, viele Extensions einzubinden, die man dann ständig Up-to-Date halten muss. Aktuell kostet TextMate 44,85€. Das ist für eine IDE zwar ein fairer Preis, da TextMate aber eher ein einfacher Editor ist, ist der Preis nicht wirklich überzeugend.

Eclipse /Aptana Studio

Aptana basiert, wie man beim ersten Öffnen sieht, auf Eclipse. Allerdings wirkt Aptana etwas aufgeräumter und performanter. Aptana kommt von Haus aus mit Unterstützung für PHP, RoR, Python und Adobe AIR. Auf der JavaScript-Seite sind die wichtigsten Vertreter nativ dabei, so etwa jQuery oder YUI.

Über FTP/SFTP habt ihr die Möglichkeit, direkt auf externen Servern zu arbeiten. Git wird ebenfalls unterstützt. Erweiterungsmöglichkeiten gibt es einige, zum Beispiel Code-Completion für verschiedene Frameworks.

Aptana ist relativ mächtig und wer gerne mit Eclipse gearbeitet hat, fühlt sich hier auf jeden Fall wohl, wenn er in Zukunft nur noch für das Web entwickeln möchte. Aptana ist entweder unter der GPL oder APL frei erhältlich und für umsonst mehr als nur brauchbar. Aptana war lange Zeit mein Favorit für die Entwicklung von Webanwendungen in PHP. Es ist erhältlich für alle bekannten Plattformen.

Netbeans

Netbeans wirkt anfangs auch wie ein Eclipse-Fork. Doch ist Netbeans eine eigenständige Entwicklung und das macht sich auch bemerkbar. Ähnlich wie bei Eclipse ist es bei Netbeans möglich, verschiedene Bundles für den jeweiligen Anwendungszweck zu verwenden. Dabei ist zu beachten, dass man Netbeans als Complete Bundle wählen kann. Leider läuft dieses Bundle dann nicht mehr wirklich flüssig.

DAs PHP-Bundle bietet nativen Support für Symfony und Zend. Unit Testing mit PHPUnit oder Selenium ist genauso wie Debugging mit xdebug dabei. Seinen Ursprung hat Netbeans aber in der Java-Entwicklung, wofür es zum Beispiel ein GUI Design Tool mitbringt.

Support wird auch hier für Git, FTP/SFTP und MySQL angeboten. In Netbeans ist es möglich, sehr gut mit JavaScript zu arbeiten, denn es werden alle nötigen Dienste nativ mitgeliefert.

Oft ist Netbeans beim Arbeiten gefühlt sehr langsam. Allerdings bietet Netbeans dafür einen starken Funktionsumfang. Wer auf der Suche nach einer Eclipse-Alternative mit ähnlichem Umfang und guten Möglichkeiten zur Erweiterung ist, wird bei Netbeans, welches übrigens kostenlos und als Open-Source zur Verfügung steht, schnell fündig.

Coda 2

Coda 2

Coda 2

Coda 2 ist erst vor Kurzem veröffentlich worden. Es ist nur für den Mac erhältlich und vor allem ziemlich hübsch anzusehen. Nativ werden die meisten Entwicklungssprachen unterstützt, sowie Git, SFTP/FTP, WebDav und Amazon S3 bzw. SSH zur Verbindung mit dem Server. Außerdem gibt es eine Datensicht für MySQL-Server.

Persönlich finde ich, dass das Arbeiten mit Code sehr angenehm ist. Vor allem durch die aufgeräumte Arbeitsfläche und die schnelle Preview-Ansicht erleichtert Coda das Arbeiten für Webworker doch sehr.

Jedoch gibt es keine nennenswerten Erweiterungen für Coda. Wer sich also für Coda entscheidet, sollte sich bewusst sein, dass er seine IDE vorerst nicht groß erweitern kann. Allerdings bietet Coda 2 von Haus aus Support für verschiedene Programmiersprachen.

Coda 2 kostet regulär 99$, ist aber oft im Angebot und wer hier zuschlagen möchte, sollte auch darauf warten. Denn 99$ sind im Vergleich zur Konkurrenz, die sich auf Augenhöhe befindet und oft kostenlos ist, einfach zu viel.

JetBrains

Die Firma JetBrains entwickelt IDEs für verschiedene Anwendungszwecke. PHPStorm für PHP-Entwickler, RubyMine für Ruby-Entwickler, WebStorm für JavaScript-Entwickler, Pycharm für Python/Django-Entwickler und vieles mehr. Die IDEs ähneln sich zwar, sind aber für den jeweiligen Anwendungszweck angepasst.

Aus Erfahrung kann ich über die Entwicklung von Django-Anwendungen mit Pycharm schreiben. Hier bietet Django zahlreiche Dinge, um die Arbeit für Webworker zu erleichtern. Integriertes Unit-Testing, starten der Anwendung direkt aus Pycharm, Git-Integrationen und ein vereinfachtes Deployment.

Pycharm läuft eigentlich immer flüssig. Es gibt aber auch einen Nachteil. Es ist nämlich relativ schwierig, mehrere Projekte mit Pycharm parallel zu bearbeiten, da das jeweils geöffnete Fenster nur das aktuelle Projekt anzeigt.

Für ambitionierte Entwickler kann ich eine Kaufempfehlung für die Jetbrains-Produkte geben. Pycharm gibt es kostenlos für OpenSource-Projekte, für 29$ für Studenten und ab 99$ für professionelle Entwickler.

Fazit

Bei der Wahl eines neuen Editors oder einer kompletten IDE kommt es neben dem persönlichen Geschmack bzgl. des User-Interfaces vor allem auf die Anforderungen an. Wenn man in Teams an größeren Projekten arbeitet, sollte man die Eclipse-Varianten, Netbeans oder das entsprechende JetBrains-Produkt nutzen. Arbeitet man bereits mit anderen Adobe-Produkten und möchte gerne die gegenseitige Integration der Anwendungen beibehalten, ist Dreamweaver die richtige Wahl.

Wer dagegen selbstständig ohne Team an kleineren Projekten arbeitet und öfter mal einen schnellen Bugfix durchführen möchte, der sollte eines der minimalistischen Produkte wählen.

Und wer es ganz puristisch und schnell mag, dem sei der gute alte VIM-Editor ans Herz gelegt, den es in verschiedenen Formen für die meisten Plattformen gibt.

(dpe)

 

Sven Schannak

ist ein leidenschaftlicher Web-Entrepreneur, freiberuflicher Web-Entwickler und stolzer Coding-Monkey.

20 Kommentare

  1. Ich gehöre ja zur VI und Emacs-Fraktions. Kleine Dinge mit VI, größere mit Emacs. Aber leider ist Emacs unter MAC OS X dann doch nicht das Gelbe vom Ei. Spätestens bei Verwendung deutsch Umlaute merkt man, dass es nicht UTF-8 ist.

    Also bin ich auf der Suche nach UTF-8 unterstützenden Editoren für MAC und diese Auswahl hier hilft mir schon sehr weiter.

    Vielen Dank!

  2. Wer keine komplette IDE braucht sondern einen schlanken Texteditor sucht, dem kann ich Tincta empfehlen. Es hat eine Oberfläche, die sehr ähnlich ist zu dem leider nicht mehr weiterentwickelten Friase. Ausserdem ist es kostenlos :-)

    http://mr-fridge.de/software/tincta/index.php

  3. Es gibt auch noch das klassische Gespann BBEdit / TextWrangler: http://www.barebones.com

    Vorteile:
    * schnell (funktioniert auch noch mit 200-MB-Dateien, wenn man mal einen SQL-DUmp bearbeiten muss)
    * gute Unterstützung von regulären Ausdrücken beim Suchen/Ersetzen
    * schnelle Suche über das Projekt (im Ggs. zu TextMate)

  4. Hallo zusammen,

    ich hatte Sublime Text mit behandelt, hatte aber leider wenig Erfahrungen damit. Mir ist aber bewusst, dass das Ganze im Moment ziemlich gehypt wird.

    Ich schaue mir Sublime Text 2 mal an und würde dann einen ausführlichen Artikel darüber schreiben.

  5. Kann denn einer der Konsorten hier mit Espressos @override-Direktive mithalten? Füge ich das in eine CSS-Datei ein sehe ohne Speichern jede Änderungen direkt im Live-Preview einer Website, egal ob lokal oder irgendwo in den Weiten des Netzes. Das gab’s damals schon bei CSSEdit. Bei Coda 2 soll es was ähnliches geben, nur funktioniert es nicht bzw. findet man keine Doku dazu.

    Bei Espresso stört leider die langsame Weiterentwicklung und die durchschnittliche Editor-Komponente. Da sind Textmate und Sublime Text meilenweit voraus. Bei Coda finde ich die Verschmelzung von Preview und Code unpraktische, da bei mir oft mehrere Dateien zu einem Preview gehören.

  6. Hallo,
    aus der Windoof-Welt komment war ich lange Zeit auf der Suche nach einem guten Editor und habe diverse ausprobiert. Die größte Enttäuschung und von meiner Seite aus absolut nicht zu empfehlen ist Tince bzw. Tinca pro.

    Statt viel Geld und unnötig Zeit zu investieren hätte ich gleich auf die Idee kommen können, nachzufragen, ob es meinen Lielingseditor auf für den Mac gibt. Und siehe da. Es gibt ihn. Ultra Edit und ich sind ein eingefleischtes Team und ich kann das Programm nur empfehler.

    Beste Grüße
    Achim

  7. Sublime Text 2 for President!!!

  8. Danke für den Beitrag. Aber:

    Warum wird Sublime Text 2 nicht erwähnt, dafür aber das „tote“ TextMate aufgeführt? Und warum werden als Screenshot die Release Notes nach einem Update gezeigt? TextMate ist ein einfacher Editor? Das war lange Zeit „der“ Editor auf dem Mac schlechthin. Der Preis ist „nicht überzeugend“? Warum? Muss immer alles billig/umsonst sein?

    Welche wichtigen Erweiterungen fehlen denn bei Coda? Coda 2 kostet im Moment 59,99 €. Das (und die Umrechnung des Normalpreises in €) kann man recherchieren und erwarte ich. Die schnelle Preview Ansicht in Coda ist nichts weiter als eine normale Webkit Vorschau. Da kann ich auch den Browser nehmen. Wenn ich wirklich eine Live Preview (ohne die Änderungen speichern zu müssen) haben will, ist Espresso der Editor meiner Wahl.

    Welche starke „Integration durch Photoshop“ gibt es denn in Dreamweaver? Und wieso muss ich ständig die neuesten Versionen dazukaufen?

    Das es mehr als diese hier gezeigten Editoren für den Mac gibt und nicht alle gezeigt werden (können) ist nachvollziehbar. Eine saubere und detaillierte Recherche hätte ich mir allerdings schon gewünscht. Dieser Vergleich hilft bei der Entscheidungsfindung eher nicht.

  9. Ich will nochmal auf den schon erwähnten Editor Smultron bzw Fraise hinweisen,
    da man in Verbindung mit Cyberduck (FTP-Client) Daten direkt auf dem Server speichern kann.
    Und er ist kostenlos, oben steht zwar 5$ aber die musste ich noch nie bezahlen o.O.
    Ich finde den nicht nur zum Editieren gut sondern habe damit eine Zeit lang eigentlich alles mit gemacht.

    • Smultron ist in einer etwas älteren Version 3.* kostenlos. Die läuft aber wohl nicht reibungslos unter OS Lion. Dafür ist die V4 gedacht, und die gibt es meines Wissens nur im App Store für 3,99 oder so.

  10. Sorry, aber wer über Editoren schreibt und nicht Sublime Text erwähnt hat sein Thema verfehlt.

  11. Schöne Übersicht, danke dafür. Warum aber fand die App „Espresso“ von MacRabbit keine Erwähnung?. Das ist m.M.n. ein wunderbarer Editor, der unbedingt mit in „diese Runde“ gehört. Gruß, Matthias

  12. Als kleine Ergänzung zum Artikel …

    Komodo Edit gibt es kostenlos und ist auch für größere Projekte geeignet:
    http://www.activestate.com/komodo-edit/downloads

    Für kleine Edits ist Smultron für 5$ super:
    http://www.peterborgapps.com/smultron/

    Und neben Coda ist Espresso wohl der „mac-likeste“ Editor:
    http://macrabbit.com/espresso/

    • Ich kann nur Komodo Edit empfehlen! Sehr komfortabel zu bedienen und viele Sprachen die unterstützt werden. Aber auch die ganz einfachen wie Vi (Vim) kann empfohlen werden, zumindest für den richtigen Programmierer ;)

      Espresso höre ich zum ersten mal, der muss wohl auch mal angesehen werden :)

    • Bin nach diversen guten und weniger guten Editoren in den letzten über 10 Jahren vor einem Jahr bei Komodo gelandet, verwende es mit grosser Begeisterung unter Linux und Mac. Meine absolute Empfehlung für (X)HTML/PHP/JS/CSS/…

  13. Sehr schöne Liste. Es fehlt mir allerdings ein „großer neuer Stern“ Sublime Text 2 sollte man nicht vergessen. Der ist komplett anpassbar, frisst Textmate Bundles und Erweiterungen sind wunderbar schnell geschrieben.
    http://www.sublimetext.com/2

    Ich nutze Sublime am PC, allerdings gibt es auch eine MAC und Linux Version.

    • Das sehe ich wie Michael: hier fehlt *eindeutig* Sublime Text 2. Aber vielleicht wird der ja noch nachgereicht, in der URL steht ja „6-editoren-ides-fur-den-mac-im-vergleich“! ;-)

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