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Juliane Heise 19. Juni 2017

5 gute Gründe beim E-Mail-Marketing auf ein WordPress-Plugin zu setzen

Mann notiert sich 5 Gründe für ein E-Mail WordPress Plugin

Webseite und E-Mail Marketing haben sich als zen­tra­le Kommunikationskanäle zwi­schen Unternehmen und Kunde eta­bliert. Wird bei­des gut umge­setzt, inten­si­vierst du bestehen­de Kundenbeziehungen, gewinnst Neukunden, erhöhst die Conversion Rates und stei­gerst dei­nen Umsatz. Warum nicht bei­des zusam­men­füh­ren?

Blogger, Contao, Contenido, Drupal, Joomla!, Magento, Redaxo, Shopify, Typo3, WordPress uvm., Unternehmen kön­nen aus einer rie­si­gen Auswahl an Content Management Systemen (CMS) wäh­len. WordPress nimmt hier eine markt­be­herr­schen­de Stellung ein. Jede vier­te Webseite ope­riert mit die­sem CMS und es exis­tie­ren bereits zahl­rei­che E-Mail-Plugins.

Bei WordPress auf ein Plugin zu set­zen macht durch­aus Sinn. Damit erstellst, ver­sen­dest und über­prüfst du E-Mail-Kampagnen direkt aus dem WordPress-Backend her­aus, ohne zwi­schen ver­schie­de­nen Systemen hin und her wech­seln zu müs­sen. Du sparst Zeit, bist fle­xi­bler und senkst dei­ne (Personal-)Kosten.

Doch warum überhaupt ein E-Mail-Plugin?

WordPress sel­ber bie­tet mit der PHP-Funktion mail() die Möglichkeit, E-Mails direkt aus dem Backend her­aus zu ver­sen­den. Dies mag ein Plugin auf dem ers­ten Blick über­flüs­sig machen. Doch zahl­rei­che Webhosting-Anbieter haben die­se mail() Funktion bewusst deak­ti­viert.

Durch die wei­te Verbreitung ist WordPress eben­falls bei Hackern beliebt. Da WordPress ein CMS ist, bei dem der Webseitenbesitzer viel Eigenpflege betrei­ben muss, ist die Gefahr hoch, dass es bei Kontaktformularen etc. zu Sicherheitslücken kommt, die Hacker schnell für sich nut­zen und Spam-Nachrichten ver­schi­cken. Mit der Deaktivierung die­ser PHP-Funktion ver­su­chen sich die Hoster davor zu schüt­zen.

Keine E-Mails zu ver­sen­den, ist auch kei­ne befrie­di­gen­de Lösung. Um E-Mails ver­sen­den zu kön­nen, stel­len Hoster des­halb SMTP zur Verfügung. Mit Hilfe eines spe­zi­el­len E-Mail-Plugins wie WP-Mail-SMTP, Mailpoet oder The Newsletter Plugin wird die­se intern von WordPress genutz­te Funktion rekon­stru­iert. Nachrichten wer­den nun mit­tels SMTP und Standard WordPress-Funktionalität ver­sen­det. Problem gelöst? Noch nicht ganz.

Zu welchem Plugin solltest du greifen?

Eines der wich­tigs­ten Kriterien für erfolg­rei­che E-Mail-Marketing-Kampagnen ist die Zustellbarkeit und hier haben CMS Nachteile. Der E-Mail-Versand ist von PHP und dem WordPress-E-Mail-System abhän­gig. Viele Nachrichten, die direkt aus WordPress ver­sen­det wer­den, wer­den aus­sor­tiert oder lan­den im Spamordner des Empfängers. Warum ist das so?

Einer der Gründe für die eher beschei­de­ne Zustellbarkeit liegt dar­in, dass du dei­ne E-Mails meist über dei­nen Hoster (1&1, all inkl. Strato etc.) ver­sen­dest. Je nach gebuch­tem Paket nutzt du die glei­che IP-Adresse wie vie­le ande­re Webseiten. Bei die­sen Shared-IPs gilt das Prinzip “Mit gefan­gen mit gehan­gen”. Sofern eine oder meh­re­re die­ser Webseiten Spam-E-Mails ver­sen­den, ist die Gefahr hoch, dass dei­ne von E-Mail-Clients wie Gmail, Outlook, Yahoo, GMX und Co. eben­falls als Spam ein­ge­stuft wird.

Hinzu kommt, dass die­se Anbieter aus Sicherheitsgründen nur eine gewis­se Stückzahl zulas­sen (meist unter 100 Empfänger). Planst du eine grö­ße­re Anzahl an E-Mails zu ver­sen­den, ent­ste­hen Warteschleifen, die ggf. zu Verzögerungen oder Fehlern füh­ren. Im schlimms­ten Fall wird dei­ne E-Mail gar nicht ver­sen­det.

Auch ver­fü­gen die­se nur über begrenz­te Funktionalitäten. Neben einer eher über­sicht­li­chen E-Mail-Statistik, feh­len in der Regel wich­ti­ge Funktionen wie A/B Testing, Echtzeitüberwachung und mehr. Selbst bei kos­ten­pflich­ti­gen Plugins sind sie Möglichkeiten der E-Mail-Kampagnenoptimierung eher begrenzt.

Ein wei­te­rer Nachteil liegt dar­in, dass du die­se aus­schließ­lich inner­halb von WordPress nut­zen kannst. Solltest du irgend­wann vor­ha­ben das CMS zu wech­seln, hast du ein Problem.

E-Mail Plugin ist nicht gleich E-Mail Plugin

Es exis­tie­ren eine Vielzahl von die­sen klei­nen Helfern am Markt, die die Erstellung, den Versand und die Analyse dei­ner E-Mail Marketing Kampagnen bewerk­stel­li­gen. Neben den oben genann­ten Beispielen haben zahl­rei­che E-Mail Service Provider die Bedeutung einer direk­ten CMS Einbindung erkannt und eige­ne WordPress Plugins kre­iert.

Die eben genann­ten Fakten sind wich­ti­ge Gründe, war­um du lie­ber zu einem Plugin eines exter­nen E-Mail-Anbieters wie Mailjetzurück­grei­fen soll­test. Nicht nur ver­sen­dest du mit deren SMTP-Relay. Auch haben die­se ein gro­ßes Interesse dar­an, kei­ne Sicherheitslücken zuzu­las­sen und hal­ten Plugins up-to-date.

Was muss ein E-Mail Plugin genau leisten?

Damit sich die Nutzung eines Plugins von einem E-Mail-Service-Provider lohnt, macht es Sinn, dass gewis­se Funktionalitäten vor­lie­gen, dar­un­ter:

  • Erstellung und Versand aller E-Mails, ob Marketing oder trans­ak­tio­na­le E-Mails direkt aus WordPress, idea­ler­wei­se mit einem Drag & Drop Editor.
  • Erstellung und Synchronisierung von Kontaktlisten mit per­so­na­li­sier­ten Variablen
  • Echtzeitanalysen über Öffnungsraten, Klickraten, Geografie, Durchschnitts-Klickzeit etc.
  • Möglichkeit der Einbindung einesNewsletter Anmelde Widget, dass die Newsletter Anmeldungen etc. ver­ein­facht.
  • Speicherung der Daten nicht im WordPress System, son­dern direkt beim E-Mail Anbieter.

Schauen wir uns die ein­zel­nen Funktionen im Folgenden näher an.

Erstellung professioneller E-Mail Kampagnen

Professionelle Newsletter und ande­re E-Mails direkt im WordPress-Backend zu erstel­len, idea­ler­wei­se via Drag-and-Drop, gehört zu den wich­tigs­ten Funktionen, die ein gutes E-Mail-WordPress-Plugin mit­bringt. Entscheidend ist, dass dir die glei­chen Funktionen zur Verfügung ste­hen wie im Backend des E-Mail-Anbieters dei­ner Wahl. Was nutzt dir die Erstellung von Kampagnen, wenn du nicht auf alle Werkzeuge (Einfügen von Text, Bilder, Buttons, Variablen etc.) zurück­grei­fen kannst? Genau, nicht viel.

WordPress E-Mail Plugin Kampagnen erstellen

Erstellung und Synchronisierung der Kontaktlisten

Neben der E-Mail Erstellung gehört das Pflegen inklu­si­ve auto­ma­ti­scher Synchronisierung aller Kontaktlisteeben­falls zum Grundrepertoir eines pro­fes­sio­nel­len E-Mail Plugins. Hierzu gehört auch die Segmentierung, um dei­ne Kunden und E-Mail Empfänger noch geziel­ter und indi­vi­du­el­ler anzu­spre­chen.

WordPress E-Mail Plugin Kontaktliste anlegen und verwalten

Echtzeitanalysen

Um die Performance der ver­sen­de­ten E-Mail Kampagnen aus­rei­chend zu ana­ly­sie­ren, ermög­li­chen gute Plugins voll­wer­ti­ge Analysen. Kunden erwar­ten heut­zu­ta­ge eine per­sön­li­che und zeit­na­he Kommunikation. Sofern du nicht in der Lage bist, dei­ne Kampagnen inklu­si­ve Öffnungsraten und Klickraten in Echtzeit zu über­wa­chen, bie­tet solch ein Plugin wenig Nutzen. Je län­ger dei­ne Kunden und E-Mail Empfänger auf eine Antwort von dir war­ten müs­sen, des­to höher liegt das ver­schenk­te Potenzial.

WordPress E-Mail Plugin Kampagnenanalyse

Anmelde Widget

Ein Anmelde Widget erleich­tert dir die Integration eines E-Mail Anmeldeformulars auf dei­ner WordPress Seite ohne gro­ßen tech­ni­schen Aufwand. Dies ver­ein­facht nicht nur die Newsletter-Anmeldung. Du sparst dir auch die Installation eines wei­te­ren Plugins. Bedenke, je mehr Plugins du instal­lierst, des­to höher ist die Gefahr, dass sich dein WordPress System ver­lang­samt. Die Folge: län­ge­re Ladezeiten der Seite.

E-Mail Anmeldewidget mit E-Mail WordPress Plugin

Datenspeicherung

Greife auf ein Plugin zurück, bei dem die Daten mit den im Nutzeraccount ange­leg­ten Kontaktlisten syn­chro­ni­siert wer­den. Sprich Inhalte, Kontaktlisten und Statistiken wer­den nicht bei WordPress, son­dern bei Ihrem E-Mail-Provider gespei­chert. Im Grund soll­te das Plugin eine Art Abbild des E-Mail-Tools sein, also wie eine Brücke zwi­schen WordPress und E-Mail-Service-Provider- Backend fun­gie­ren.

Nutze ein Plugin von einem euro­päi­schen E-Mail Anbieter mit Sitz und Server in der EU. Bei die­sem wer­den alle Daten in der EU gespei­chert. In der EU exis­tie­ren bereits stren­ge Datenschutzvorschriften, die 2018 sogar noch ver­schärft wer­den. Solange ein neu­es Datenschutzabkommen mit den USA nicht aus­ge­han­delt ist, läufst du ab kom­men­dem Jahr Gefahr, bei der Nutzung von ame­ri­ka­ni­schen Tools wie Mailchimp, Getresponse, Aweber und Co. abge­mahnt zu wer­den.

Juliane Heise

Juliane Heise leitet bei Mailjet das Marketing im deutschsprachigen Raum. Mailjet ist ein europäischer E-Mail Service Provider, der Unternehmen eine intelligente All-in-One-Lösung für Marketing und Transaktions-E-Mails bietet.

5 Kommentare

  1. Hallo,

    dan­ke für die­sen super Artikel; sehr infor­ma­tiv und ange­nehm zu lesen.
    Das Problem mit dem Landen im Spamordner des Empfängers konn­te ich lei­der auch schon fest­stel­len und fand kei­ne Lösung dafür. Ein Grund war­um ich in Zukunft auf spe­zia­li­sier­te Anbieter von Emailsystemen und Diensten set­zen wer­de. Besonders die Möglichkeit per Plugin gewis­se Statistiken über Klick und Öffnungsraten zu erhal­ten fin­de ich sehr wich­tig.
    Dein Artikel hat mir sehr gehol­fen und zeigt das mein Vorhaben genau rich­tig ist.

    Danke und bes­te Grüße, Daniel

  2. “Solange ein neu­es Datenschutzabkommen mit den USA nicht aus­ge­han­delt ist, läufst du ab kom­men­dem Jahr Gefahr, bei der Nutzung von ame­ri­ka­ni­schen Tools wie Mailchimp, Getresponse, Aweber und Co. abge­mahnt zu wer­den.”

    Privacy Shield ist seit 2016 in Kraft und das ist aktu­ell. Safe har­bor ist ein wenig län­ger her. Die Empfehlung ist nichts­des­to­trotz kor­rekt.

    • Hallo Sebastian, vie­len Dank für dei­nen Kommentar.
      Ja, tech­nisch gese­hen stimmt das. In der Praxis wäre ich da ein wenig vor­sich­ti­ger, was das Privacy Shield Abkommen betrifft. US Präsident Donald Trump hat am 25. Januar 2017 eine Anordnung unter­zeich­net, die besagt, dass die Privacy Acts für Personen, die kei­ne US-ame­ri­ka­ni­schen Staatsangehörigen oder kei­ne stän­di­gen recht­mä­ßi­gen Einwohner der USA sind, nicht gel­te.

      Das Europäische Parlament hat dar­über hin­aus am 6. April 2017 eine kri­ti­sche Resolution zum Privacy Shield ange­nom­men. Die Mehrheit des Parlaments stell­te dar­in erheb­li­che Defizite beim Datenschutz fest und hält die Überwachungspraxis in den USA mit EU-Recht für nicht ver­ein­bar. Es bleibt auf jeden Fall span­nend.

      • Ok, dass ist inter­es­sant, dass ist an mir vor­bei­ge­lau­fen. Hast Du da bit­te eine Quelle zu? Ist mal wie­der Wasser auf mei­ne Mühlen, die Finger von ame­ri­ka­ni­schen Dienstleistern zu las­sen. Das ist zwar oft sehr scha­de (weil die ein­fach sehr gut sind, wie bei­spiels­wei­se Mailchimp), aber das fort­lau­fen­de Datenschutzdesaster gera­de in Hinblick auf die kom­men­den Verschärfungen der DS GVO 2018 machen das Risiko ein­fach unkal­ku­lier­bar.
        Was die Kritik an Privacy Shield angeht. Die ist ja abso­lut berech­tigt und kam ja schon auf, als das Abkommen ver­ab­schie­det wur­de. Es war ja nur Verschlimmbesserung des alten safe har­bor Abkommens.

      • P.S. Quelle ist schon gefun­den. Danke für die Info. :)

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