Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
Dieter Petereit 2. August 2010

27 Offline-Blogeditoren für Mac, Windows und iPhone/iPad im Test

Bloggen ist eine Onlinetätigkeit. Konsequenterweise blog­gen die meis­ten Menschen daher auch so. Zumeist ver­wen­den sie dafür die Backends der ein­schlä­gi­gen Systeme. Diese sind indes min­des­tens qua­li­ta­tiv stark unter­schied­lich. Während WordPress noch über ein recht kom­for­ta­bles und umfang­rei­ches Admininterface ver­fügt, sind ande­re Systeme wie etwa Blogspot/Blogger hin­sicht­lich ihrer Funktionalität doch stark limi­tiert. Spätestens wenn man als Blogger für ver­schie­de­ne Systeme schreibt, wünscht man sich einen Editor, der über­grei­fend ein­setz­bar ist. Wir haben uns das ver­gleichs­wei­se gro­ße Angebot die­ser soge­nann­ten Offline-Editoren ein­mal näher ange­se­hen.

Ungeduldige sprin­gen am bes­ten gleich zur Zusammenfassung und (Kauf)Empfehlung ans Ende des Artikels.

Neben dem Vorteil, blog­gen zu kön­nen, ohne die Bedienung ver­schie­de­ner Backends erler­nen zu müs­sen, ist Offlinebloggen inter­es­sant, weil man eben nicht online sein muss, um zu schrei­ben. Eine lan­ge Zugfahrt lässt sich mit Offlineeditoren eben­so sinn­voll nut­zen wie ein relax­ter Strandaufenthalt mit plötz­lich ein­set­zen­der Inspirationsphase oder eine belie­bi­ge ande­re Situation, in der kein, kein kos­ten­güns­ti­ger oder kein sta­bi­ler Internetzugang ver­füg­bar ist. Besonders inter­es­sant für Auftragsautoren ist die Fähigkeit der meis­ten Offlineeditoren, die Beiträge mit­samt Bildmaterial etc. kom­plett fer­tig­stel­len zu kön­nen und sie dann nur noch hoch­la­den zu müs­sen. Die Editoren küm­mern sich eigen­stän­dig um die rich­ti­gen Uploadverzeichnisse für Bilder, sowie etwa erfor­der­li­che Thumbnails. Betreiber meh­re­rer Blogs kön­nen erst ein­mal drauf los schrei­ben und spä­ter dann ent­schei­den, wel­cher Beitrag in wel­chem Blog ver­öf­fent­licht wer­den soll.

Blogeditoren mit Potenzial

BlogDesk

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Mit BlogDesk von Johannes Oppermann expe­ri­men­tier­te ich schon vor Jahren. Immerhin befin­det sich BlogDesk bereits seit 2006 in der Zweinuller-Versionslinie. Der letz­te grö­ße­re Entwicklungsvorgang ist aller­dings auch schon zwei Jahre her. So kann man BlogDesk (BD) zwar nicht gera­de eine rasant inno­va­ti­ven Lebenszyklus beschei­ni­gen, jedoch ist BD in sei­ner jet­zi­gen Darrreichungsform den­noch ein aktu­el­ler Wettbewerber.

Ich per­sön­lich zie­he BD dem Windows Live Writer deut­lich vor. Das liegt vor allem am ein­gän­gi­gen und über­sicht­li­chen Bedienkonzept. BD bie­tet nur die nöti­gen Elemente in einer ein­gän­gi­gen Benutzeroberfläche. Nachteilig ist ledig­lich, dass man Beiträge nicht als Entwurf ver­öf­fent­li­chen kann, was bei den meis­ten mobi­len Bloggern aber eher zum Standard gehö­ren dürf­te, der Hobbyblogger wird sich dar­an nicht stö­ren.

Komfortabel ist auch das Bildhandling. Sogar Bearbeitungswerkzeuge hält BD parat. Bereits ver­öf­fent­lich­te Beiträge las­sen sich in BD her­un­ter laden und bear­bei­ten. Für fort­ge­schrit­te­ne WordPress-Nutzer inter­es­sant kann die Fähigkeit sein, auch benut­zer­de­fi­nier­te Felder ver­wen­den zu kön­nen. Für den mobi­len Blogger, der wäh­rend lan­ger Zugfahrten ohne Internetzugang Beiträge für sein Blog vor­be­rei­ten will, ist BD nahe­zu ide­al geeig­net. Aufgrund des zähen Entwicklungsfortschrittes unter­stützt BD recht neue Funktionalitäten, wie das Editieren von WP Pages natür­lich nicht.

BlogJet

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BlogJet für Windows von Coding Robots liegt seit eini­gen Wochen in der Version 2.5 vor und zeigt, dass es auch heu­te noch sehr aktiv ent­wi­ckeln­de Blogeditorprogrammierer gibt. Dabei soll der ein­zi­ge klei­ne Nachteil von BlogJet direkt zu Beginn benannt wer­den. Mit einem Preisschild von 40 $ ver­se­hen, gehört BlogJet zu den Lösungen, die man nicht spon­tan kauft. Glücklicherweise steht eine Testversion zur Verfügung, anhand der das Programm auf Herz und Nieren geprüft wer­den kann.

Aufgrund der akti­ven Entwicklung ist BlogJet neben den Standardfunktionen auch in der Lage, neue Funktionalitäten wie die sta­ti­schen Pages in WordPress, TypePad oder Movable Type zu bedie­nen. Zudem bie­tet BlogJet eine sehr brei­te Unterstützung für Blogdienste und -instal­la­tio­nen. Hier fin­den sich sämt­li­che gän­gi­gen Vertreter. Mit einer Integration in Feedreader wie den FeedDemon und der Integration von BlogJet-This-Buttons in die gän­gi­gen Browser zeigt BlogJet, wel­che Zielgruppe es bedie­nen will. Besonders nütz­lich ist die Software zwei­fel­los für den Newsblogger, wes­halb es wohl auch von etli­chen Probloggern aus die­sem Segment ver­wen­det wird.

Nachteile sind mir wäh­rend mei­nes Tests kei­ne auf­ge­fal­len, wenn man davon absieht, dass die GUI nur auf eng­lisch zur Verfügung steht. Ansonsten gibt es viel Licht. Posts las­sen sich auch als Entwürfe ver­öf­fent­li­chen. So kann der Feinschliff und die Freigabe spä­ter übers Backend lau­fen. Die Bildbearbeitung erlaubt sogar das Anlegen eines phy­si­ka­li­schen Thumbnails vom ver­wen­de­ten Bild. Andere Editoren ska­lie­ren ledig­lich per height und width den Anzeigebereich her­un­ter, was für exor­bi­tan­te Ladezeiten sorgt. Eine Flickr-, sowie eine YouTube-Anbindung ist eben­so vor­han­den. BlogJet bie­tet eine auto­ma­ti­sche Rechtschreibkorrektur, für die auch eine deut­sche Bibliothek ver­füg­bar ist. Und der Herr weiß, dass es vie­le Blogger da drau­ßen gibt, die eine sol­che Funktion her­bei­seh­nen soll­ten.

Gegen BlogJet spricht dem­nach nur der Preis. Wer jedoch einen pro­fes­sio­nel­len Anspruch an sein Blog stellt und dabei auf Offlineeditoren zurück grei­fen will, der macht mit BlogJet und sei­nen durch­dach­ten Funktionen, wie etwa dem Live-Wordcount garan­tiert nichts falsch.

Blogo

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Blogo ist ein Blogeditor für Mac OS und mit 76 MB das Schwergewicht unter den Maceditoren. Mit einem ganz eige­nen opti­schen Konzept ver­se­hen, wirkt Blogo zumin­dest im Vergleich zu den ande­ren Mac-Kandidaten unge­wöhn­lich und anders. Diese Andersartigkeit in Optik und Bedienkonzept hat für den User posi­ti­ve Effekte. So ist Blogo in der Tat schon fast intui­tiv zu bedie­nen.

Die Textbearbeitung kann per Rich Text oder HTML erfol­gen, wobei der HTML-Editor lei­der kein Syntax Highlighting bie­tet. Die wesent­li­chen Formatierungsbefehle befin­den sich rechts neben dem Textfenster. Von Nachteil ist, dass es wei­te­re nicht gibt. Wer also Überschriften for­ma­tie­ren will, muss das per HTML-Tags von Hand erle­di­gen. Da bie­ten ande­re mehr.

Glänzen kann Blogo indes in Sachen Bildhandling. In eine klei­ne Dropbox unter­halb des Textfensters las­sen sich Bilddateien zie­hen, die dann in den Text ein­ge­fügt wer­den. Hierfür ste­hen wei­te­re Bearbeitungsfunktionen zur Verfügung. So kann Blogo ein phy­si­ka­li­sches Thumbnail nach Ihren pixel­mä­ßi­gen Einzelvorgaben oder anhand der Standardblogkonfiguration erzeu­gen und auch das Hauptbild lässt sich ska­liert hoch­la­den. Damit bie­tet Blogo die bes­te und vor allem intui­tivs­te Methode zur Bildbearbeitung in einem Mac-Client.

Auf der Negativseite steht, dass ande­re Dateien nicht ein­ge­fügt wer­den kön­nen. Zudem soll Blogo zwar in der Lage sein, sta­ti­sche Pages zu erzeu­gen oder zu bear­bei­ten. Mir gelang es jedoch nicht, die­ses Feature aus­fin­dig zu machen. Ansonsten kön­nen sich WordPressnutzer über die Unterstützung für Custom Fields freu­en.

Zu Vorschauzwecken kann Blogo auto­ma­tisch ein Template auf der Basis Ihres Originalblogdesigns erzeu­gen. Es ist das voll­stän­digs­te des gan­zen Testfelds, kom­plett mit Header etc. Während des Tippens zählt Blogo nicht nur Ihre Wörter, son­dern auch die getipp­ten Zeichen. Praktisch, wenn man auf der Basis bestimm­ter Mindest- oder Höchstmengen arbei­tet. Zu die­sem Profifeature gesellt sich noch eine Rechtschreibprüfung hin­zu, die man grund­sätz­lich jedem Blogger anra­ten soll­te. Die Programmoberfläche ist zwar nur in eng­li­scher Sprache ver­füg­bar, die Rechtschreibprüfung funk­tio­niert jedoch auch in deut­schen Texten.

Neben dem Bloggen lässt sich Blogo auch zum Microbloggen ver­wen­den. Die Verknüpfung mit mei­nem Twitteraccount funk­tio­nier­te ein­wand­frei, über ein zusätz­li­ches Viewerfenster kann die eige­ne Timeline ange­zeigt wer­den. Listen wer­den aller­dings nicht unter­stützt. Ehrlicherweise soll auch gesagt sein, dass es sich hier zwar um ein net­tes Feature han­delt, die­ses jedoch einen ernst­haf­ten Twitterclient wie Echofon oder Socialite oder Tweetdeck nicht im Ansatz erset­zen kann.

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Im Ergebnis macht Blogo den bes­ten Eindruck unter den Mac-Kandidaten im Test. Lediglich die nicht sehr brei­te Vielfalt an Formatierungsbefehlen, sowie die feh­len­de Dateiunterstützung trü­ben den guten Eindruck etwas. Dennoch sind die 25 $, die Hersteller BrainJuice ver­langt, gut ange­leg­tes Geld. 21 Tage lässt sich Blogo tes­ten, bevor eine Lizenz erfor­der­lich wird.

Deepest Sender

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Deepest Sender ist eine kos­ten­lo­se Firefox-Extension und als sol­che auf allen Plattformen ver­füg­bar, auf denen der Firefox läuft. Die Integration in den Browser bringt imma­nen­te Vorteile mit sich. So ist es etwa pro­blem­los mög­lich, Links, Texte etc. aus dem Browserfenster nach Deepest Sender (DS) zu über­neh­men. Aktuell ist die Version 0.9.3 vom 2. Juni 2010.

Von den Funktionen her zeigt sich DS als eher rudi­men­tä­rer Editor. Bilder las­sen sich bei­spiels­wei­se nur via URL ein­fü­gen, inter­es­sant ist allen­falls das Hotllinking via Drag und Drop aus dem Browserfenster in die Sidebar. Nur, wann benö­tigt man das mal. Ansonsten bie­tet DS nichts beson­de­res, wenn man davon absieht, dass Geolocation und das Erkennen des eben gespiel­ten Songs mög­lich sind. DS spricht, wenn über­haupt jeman­den, dann den Hobbyblogger an, der haupt­säch­lich Webcontent repos­tet und mit klei­nen bis kleins­ten Anmerkungen ver­sieht.

ecto

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ecto ist eine Mac-Anwendung, die mit rund 16 MB Größe und rund 20 Dollar Lizenzgebühr zu den Leichtgewichten im Test gehört. Die Software ist seit etwa 2 Jahren nicht mehr aktua­li­siert wor­den und scheint auch schon zuvor von einem eher retro ori­en­tier­ten Programmierer gepflegt wor­den zu sein. Anders kann ich mir die sehr haus­ba­cke­ne Optik nicht erklä­ren. 2008 wur­de ecto von Illuminex über­nom­men und seit­her offen­bar nicht mehr ange­packt. Stattdessen arbei­te­te Illuminex auf der Basis von ecto an iBlogger, einer iPhone-App, die ich wei­ter unten wenig eupho­risch noch vor­stel­len wer­de.

Zu den Funktionen: Bei einer der­art betag­ten Version über­rascht es nicht, dass ecto neue Funktionalitäten wie Pages nur inso­weit unter­stützt, als es vor­han­de­ne Pages lesen und bear­bei­ten kann. Auch recht neue Features wie die Custom Fields in WordPress wer­den von ecto igno­riert.

Hinsichtlich der Bildbearbeitungsfunktionen kann ecto über­zeu­gen. Anders als vie­le ande­re Editoren, ist es in der Lage, Bilder phy­si­ka­lisch zu ska­lie­ren und sogar zusätz­li­che Thumbnails zu erzeu­gen. Bearbeiten las­sen sich Texte als Rich Text oder als HTML mit ein­ge­schränk­tem Syntax Highlighting. Die größ­te Unterstützung bie­tet ecto für Blogs mit Movable Type API.

Positiv ist der Übersichtsscreen vor­han­de­ner Beiträge zu ver­mer­ken. Dieser popu­liert sich auto­ma­tisch und zeigt die letz­ten Beiträge in akzep­ta­bler Optik an. Negativ ist der Medienmanager, der ledig­lich Bilder, Videos und Musik ohne jede Modifikationen über­neh­men kann. Auch der sog. Amazon- und der Flickr-Helper kön­nen nicht über­zeu­gen. Die Handhabung ist zu unkom­for­ta­bel. Positiv für man­che mag sein, dass man anstel­le des inte­grier­ten Editors auch bereits instal­lier­te wie TextWrangler etc. ein­bin­den kann.

ecto wirbt mit der Lokalisierung. Schaut man sich aller­dings die deut­sche Lokalisierung an, stellt sich die Frage, wor­in die­se besteht. Random Deutsch wür­de ich sagen. Das meis­te in der GUI ist wei­ter­hin eng­lisch.

Probloggerfeatures, wie Veröffentlichen als Entwurf sind nicht ver­füg­bar. Die Website des Produktes ver­spricht Features ohne Ende, aller­dings las­sen sich die­se in der GUI nur schwer fin­den. Mag sein, dass ecto auf den zehn­ten Blick mehr bie­tet, als ich im Test erken­nen konn­te. Immerhin gibt es einen unpro­ble­ma­ti­schen Wordcount. Für mich ist jedoch ins­ge­samt eine intui­ti­ve Bedienung ein Qualitätsmerkmal an sich. ecto kann 21 Tage getes­tet wer­den, bevor man um einen Kauf nicht mehr her­um kommt.

MacJournal

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MacJournal für knap­pe 40 $ ist mit­samt sei­nem wei­ter unten vor­ge­stell­ten iPhone-Derivat für mich die Enttäuschung des Testfelds. Dabei schät­ze ich Mariner Software ansons­ten durch­aus.

Nach dem Download und Aufruf des mit rund 71 MB zweit­schwers­ten Mac-Blogeditors ver­such­te MacJournal zunächst minu­ten­lang ein Backup anzu­le­gen. Kein guter Start. Das lässt sich zwar abbre­chen, danach steht man aller­dings im Freien und muss zu Fuß sei­nen Blog ein­rich­ten. An die­ser Stelle grei­fen bei allen ande­ren Testkandidaten die Kontoassistenten. Überhaupt ist bei MacJournal viel Handarbeit ange­sagt. Die Funktionen sind da, nur fin­den musst Du sie selbst.

Auch unge­wöhn­lich ist die Wortwahl. So hei­ßen Tags hier Etiketten. Unverständlich, war­um hier an eta­blier­ten Begrifflichkeiten her­um­ge­dol­metscht wird. Wichtiger wäre eher die Unterstützung von WP Custom Fields, die aller­dings nicht besteht. In Sachen Formatierung sug­ge­riert MacJournal, dass das Web Word wäre. Jede instal­lier­te Schriftart lässt sich wäh­len. Spätestens an die­ser Stelle ver­lie­re ich das Interesse an MacJournal.

Nach ver­geb­li­cher Suche nach Bildbearbeitungsfunktionen, die aber mit Sicherheit irgend­wo vor­han­den sein wer­den, been­de ich den Test. Schließlich gibt es Software, die den Blogger bes­tens unter­stützt, ohne dass er erst inten­sivst nach die­ser Unterstützung suchen muss. MacJournal kann 15 Tage lang getes­tet wer­den, bevor es eine Lizenzeingabe erfor­dert.

MarsEdit

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MarsEdit ist ein mit rund 14 MB ver­hält­nis­mä­ßig leicht­ge­wich­ti­ger Blogeditor für die Mac-Plattform. Der Preis von rund 40 $ ist da schon weni­ger leicht­ge­wich­tig. MarsEdit bie­tet wäh­rend der Ersteinrichtung die Blogdienste Blogger und WordPress an, lässt sich aber natür­lich auch frei kon­fi­gu­rie­ren. Mit mei­nem selbst­ge­hos­te­ten WordPress-Blog arbei­tet er ein­wand­frei zusam­men.

Dabei gefällt beson­ders das gute Beitragsmanagement, das über­sicht­lich die letz­ten Blogbeiträge, zwar nicht im Originallayout, aber doch anspre­chend auf­lis­tet. Will man unbe­digt sein Originallayout sehen, so kann man in MarsEdit ein ent­spre­chen­des Template hin­ter­le­gen. Anders als ande­re Editoren im Testfeld bie­tet MarsEdit die Möglichkeit, auch die rela­tiv neu­en sta­ti­schen Pages in WordPress zu bear­bei­ten und zu erzeu­gen. Bei der Erstellung/Bearbeitung von Beiträgen und Pages kann der Nutzer zwi­schen Rich Text Ansicht und HTML-Tag-Ansicht wäh­len. Die Ansicht kann jeder­zeit, wenn auch nicht so kom­for­ta­bel wie man sich das wün­schen wür­de, gewech­selt wer­den.

Wichtig für (man­che) WordPress-User: Die Custom Fields neu­er WP-Generationen wer­den nicht unter­stützt. Die Möglichkeit, den Timestamp von Beiträgen zu ändern, um etwa Beiträge im Voraus zu pla­nen, ist nur unkom­for­ta­bel per Menü zu errei­chen. Hingegen kön­nen Beiträge als Entwurf ver­öf­fent­licht wer­den und ste­hen dann im Backend für den Feinschliff zur Verfügung. Insgesamt hin­ter­lässt die GUI einen zwie­späl­ti­gen Eindruck. Die meis­ten Funktionen sind zwar zu fin­den, könn­ten aber bes­ser plat­ziert sein.

Interessant bei den Bildbearbeitungsfunktionen ist, dass MarsEdit in der Lage ist, Bilder auf Zielgröße zu zu schnei­den. Wähle ich zum Upload ein Bild der loka­len Festplatte mit sagen wir 1000 x 1000 Pixeln aus und set­ze in MarsEdit Breite und Höhe auf jeweils 450 Pixel, so wird tat­säch­lich das Bild mit 450 x 450 hoch­ge­la­den. Andere Editoren ver­klei­nern ledig­lich per Setzen von width und height die Ansicht. Integriert ist eben­so eine Zugriffsmöglichkeit auf den eige­nen Flickr-Account. Bereits hoch­ge­la­de­ne Bilder wer­den im loka­len Media Manager gecached und kön­nen so jeder­zeit erneut per Klick ein­ge­fügt wer­den.

Mit dem MarsEdit-Bookmarklet ist der Editor aus jedem Browser her­aus schnell erreich­bar, um Content zu repos­ten oder zur Grundlage eige­ner Artikel zu machen. Neben der inte­grier­ten Textbearbeitungsengine kön­nen auch exter­ne Editoren wie etwa TextWrangler und ande­re ein­ge­bun­den wer­den.

ScribeFire

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ScribeFire ist eine kos­ten­freie Erweiterung für Firefox, Safari und Chrome. Dieser Tage ist für Firefox die Erweiterung ScribeFire Next erschie­nen, die die FF-Version auf die glei­che moder­ne­re Codebasis stellt, auf der ScribeFire für Chrome und Safari bereits ste­hen.

Alleinstellend für den Firefox ist, dass mit Next auch Bilduploads erfol­gen kön­nen, was die Erweiterungsarchitektur von Safari und Chrome nicht erlaubt. Da nur der Upload und das Einbinden in vol­ler Größe mög­lich ist, hält sich aber auch im Firefox der prak­ti­sche Nutzen in engen Grenzen. Weiterhin ist das Layout in ScribeFire Next dyna­misch, d.h. die Extension erkennt, wie­viel Platz sie im Browser hat und ord­net ihre Bedienelemente ent­spre­chend ent­we­der unter- oder neben­ein­an­der an.

Funktional bewegt sich ScribeFire im Rahmen des Üblichen. Positiv ist, dass Beiträge als Entwürfe hoch gela­den wer­den kön­nen. Schön ist, dass der Editor eini­ger­ma­ßen Wysiwyg arbei­tet, aber auch im HTML-Modus ver­wen­det wer­den kann. Negativ ist, dass ScribeFire bei­spiels­wei­se dem WordPress-Backend so stark ähnelt, dass man auch gleich die­ses ver­wen­den kann.

w.bloggar

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w.bloggar ist eine Freeware des Autors Marcelo Cabral und liegt der­zeit in der Version 4.03 vor. Installiert zeigt w.bloggar aller­dings die Versionsnummer 4.02. Mysteriös. Man merkt der Software das ver­gleichs­wei­se hohe Alter deut­lich an. Das WordPress-Backend ist schon fast kom­for­ta­bler. Bilder kön­nen nur via URL ein­ge­fügt wer­den. Alternativ ist es mög­lich, Bilder hoch­zu­la­den und direkt im Anschluss als Img-Tag ein­bin­den zu las­sen. Nutzlos inso­fern, als man das Bild in vol­ler Größe ein­bin­det. Das aller­dings leis­ten sich vie­le Editoren im Testfeld.

Formatiert wird mit HTML-Tags, Wysiwyg gibt es nur ver­mit­tels Klick auf den Tab Vorschau. Das Iconset erin­nert an Firefox 1.0. Positiv: Einträge las­sen sich als Entwürfe ver­öf­fent­li­chen und/oder in meh­re­re Blogs pos­ten. Erweiterte Funktionalitäten, wie Custom Fields oder Pages wer­den nicht unter­stützt. Interessant für Neueinsteiger könn­te noch sein, dass man sich ver­mit­tels des Kontoassistenten bei ver­schie­de­nen Blogdienstanbietern einen Account zule­gen kann. WordPress.com ist aller­dings nicht dabei, obschon sich w.bloggar ansons­ten mit sei­ner hohen Zahl unter­stütz­ter Dienste und Installationen nicht zu ver­ste­cken braucht.

Windows Live Writer

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Der Windows Live Writer gilt dem Vernehmen nach auf der Windows-Plattform als bes­ter Blogeditor über­haupt. Wer sich nun wun­dert, dass aus­ge­rech­net Microsoft in die­ser Richtung aktiv ist, könn­te sich dafür inter­es­sie­ren, dass das Produkt ursprüng­lich gar nicht von Microsoft ent­wi­ckelt wur­de. Vielmehr begab sich um 2001, als eine Softwareschmiede namens Macromedia eine Softwareschmiede namens Allaire über­nahm, die zu die­sem Zeitpunkt für ihre Produkte Cold Fusion und Homesite in Webentwicklerkreisen recht hohes Ansehen besaß. Der Gründer J.J. Allaire blieb noch eini­ge Zeit bei Macromedia, grün­de­te in 2004 jedoch eine neue Firma namens OnFolio. Deren gleich­na­mi­ges Produkt OnFolio fand Microsoft in 2006 so inter­es­sant, dass es die Firma kur­zer­hand über­nahm. Wenige Monate spä­ter erblick­te OnFolio unter dem neu­en Namen Windows Live Writer (WLW) das Licht der Welt. Zu Beginn arbei­te­te das Team um Allaire wei­ter am WLW. Ob Allaire der­zeit noch bei Microsoft ist, konn­te ich nicht recher­chie­ren. (Es wür­de mich aller­dings wun­dern, wäre es so…)

Heutzutage gehört Writer zu den als Live Essentials bezeich­ne­ten Programmen, die sich der Inhaber einer Live.ID kos­ten­los instal­lie­ren kann. Prominent genannt wird Writer dabei nicht. Man kann erken­nen, wel­chen Stellenwert MS dem Writer bei­misst. Das erkennt man übri­gens auch dar­an, dass der Entwicklerblog geschlos­sen wur­de. Auch die vor­mals sogar durch MS selbst ent­wi­ckel­ten Plugins, wie etwa das Firefox-Blog-This-Plugin sind auf einem Entwicklungsstand vor fast drei Jahren ein­ge­fro­ren. Nichts des­to trotz muss man kon­sta­tie­ren, dass WLW der­zeit noch fort­ent­wi­ckelt wird, aktu­ell ist die Version 2009. Wer bereits einen Blick auf die nächs­te Generation der Live Essentials wer­fen will, lädt sich am Besten die Betaversion her­un­ter, die aller­dings nicht auf deutsch ver­füg­bar ist.

Primär als Bloggingtool posi­tio­niert, mit dem MS-Kunden die MS-eige­ne Plattform Spaces bestü­cken kön­nen sol­len, ist WLW, ver­mut­lich auf­grund sei­ner Herkunft in der Lage, die meis­ten Blogdienste und Bloginstallationen mit XML-RPC-Schnittstelle anzu­spre­chen. Der Funktionsumfang ist weit­rei­chend. Bereits im Auslieferungszustand ist WLW in der Lage, zusätz­lich zu Text und Formatierung eine Reihe von Multimediadateien, wie Bilder, Videos etc. ein­zu­bin­den. Über das Konzept der Plug-Ins lässt sich der WLW dazu brin­gen, wei­te­re Formate oder wei­te­re Funktionalitäten, wie etwa die Einbindung von Flickr oder Twitter, zu zu las­sen. Leider war im Test der Zugriff auf die Plugins-Gallery nicht mög­lich.

Bindet man Bilder von der loka­len Festplatte ein, so küm­mert sich WLW um den Upload in das kor­rek­te Serververzeichnis. Selbstverständlich las­sen sich die Bildmasse beein­flus­sen, so dass hoch­ge­la­de­ne Bilder im Text nicht das Layout Ihres Blogs spren­gen. Nachteilig dabei ist, dass es sich ledig­lich um die Beeinflussung der Anzeigemaße han­delt. Es wird nicht etwa ein zwei­tes Bild mit den ver­rin­ger­ten Maßen erzeugt, was wesent­lich Ladezeitfreundlicher wäre. Profis wer­den anders vor­ge­hen.

Insgesamt lässt sich fest­hal­ten, dass WLW ein Sorglostool für den Nurblogger ist, der sich nicht um etwai­ge tech­ni­sche Hintergründe küm­mern will. Die Zielgruppendefinition lei­tet sich eins zu eins aus den übri­gen Live Essentials ab. Private Hobbynutzer wer­den denn auch mit WLW glück­lich wer­den. Alles in allem macht man mit der Verwendung des WLW nichts ver­kehrt, ein zwin­gen­der Anwendungsfall, außer mor­gens in der S-Bahn ohne Internetzugang blog­gen zu wol­len, kann aber auch nicht vor­ge­tra­gen wer­den.

Noch mehr Blogeditoren

Neben den aus­führ­li­cher vor­ge­stell­ten gibt es eine Reihe wei­te­rer Kandidaten. Dabei han­delt es sich teil­wei­se um mehr oder weni­ger “tote” Projekte, für die ich eine detail­lier­te­re Beschreibung nicht mehr loh­nens­wert erach­te­te, ande­re wie­der­um bie­ten im Vergleich zu den obi­gen Kandidaten ein­fach zu wenig. Betrachten Sie die fol­gen­de Liste daher als Not-To-Do-List.

Anconia RocketPost 2 (RP2) ist ein rela­tiv neu­er Blogeditor für Windowsnutzer. In bun­ter MS-Optik gehal­ten, gefällt er allen, die auf eine GUI mit rund­lich, nied­li­chen Iconsets und gro­ßen Schriftgraden ste­hen. Funktional bie­tet RP2 Hausmannskost mit Ausnahme der erwei­ter­ten Bildbearbeitungsfunktionen, die auch Größenänderungen, Zuschnitte etc. ermög­li­chen. Wirklich inter­es­sant ist RP2 eigent­lich nur für die­je­ni­gen, die einen Blog ohne Blogsoftware betrei­ben wol­len. Hier kann RP2 mit sei­nen FTP-Bloggingfeatures glän­zen. Nur, wer macht das schon? Hinzu kommt der Preis. RP2 ist nur kos­ten­los, wenn man damit einen Blog bei Blogger oder Live Spaces schreibt. Ein Blog jedes ande­ren Betreibers zieht eine Gebühr von 29 $ nach sich, der Betrieb belie­big vie­ler Blogs hebt das Salär in spe auf 49 $. Da ist BlogJet die bes­se­re Alternative…

Bleezer steht für Windows, Mac OSX ab 10.3 und GNU/Linux zur Verfügung. Es hat bis heu­te kei­ne sta­bi­le 1er Version erreicht und wird seit rund 3 Jahren offen­bar nicht mehr wei­ter ent­wi­ckelt. Zuletzt ver­sprach der Programmierer am 1. Juli 2007, er wer­de die Probleme mit der Bloggerplattform kurz­fris­tig behe­ben, seit­her hat man nichts mehr von ihm ver­nom­men. Der Kommentarbereich sei­nes Blogs ist nicht mehr zugäng­lich. Das las­sen wir also mal lie­ber…

Bytescout Post2Blog für Windows ist ähn­lich lan­ge ohne Update geblie­ben. Der Hersteller erklärt das Produkt zwar einer­seits zur Freeware, ande­rer­seits aber auch aus­drück­lich zum “Unsupported Project”. Sogar eine Firefox-Extension, die sich aller­dings nicht im Mozilla-Repository wie­der­fin­den lässt, steht bereit. Der Fall ist klar, die Software wird nicht fort­ent­wi­ckelt. Für mich ist die­ser Faktor stets ein Knockout-Kriterium. Warum soll ich Zeit und Mühe in das Erlernen einer Uraltsoftware ste­cken, die zwar mög­li­cher­wei­se heu­te am Tag noch funk­tio­niert, aber mor­gen, nach der nächs­ten Änderung an WordPress, Blogger etc. nicht mehr?

myBlogEdit ist ein leicht­ge­wich­ti­ger Editor für die Macplattform, der für 19,95 $ ver­kauft wird. Ohne Lizenz ist die Version auf 15 Einträge begrenzt. Im Vergleich kann myBlogEdit in kei­ner Hinsicht über­zeu­gen, da reisst auch das gute Syntax Highlighting nichts her­aus. Auf mei­nem aktu­el­len MacBook Pro funk­tio­nier­ten vie­le Features gar nicht oder erst nach dem drit­ten Versuch. Da es aber zur Nutzung eines Offlineeditors eines erheb­li­chen Vertrauens bedarf, flog myBlogEdit ziem­lich zügig aus mei­nem Testfeld. Nicht ein­mal den Bilderupload bekam ich ans Laufen. Pffft.

Newz Crawler für Windows ist in ers­ter Linie ein Feedreader und in zwei­ter Linie ein Blogeditor. Newz Crawler zielt auf Blogger, die haupt­säch­lich Feedinhalte repos­ten und erleich­tert die­ses Prozedere, indem es den Blogzugriff in den Reader inte­griert. Die Software wur­de seit fast zwei Jahren kei­nem Update mehr unter­zo­gen, der Hersteller betreibt ein totes Blog und die Software soll – gemes­sen am Leistungsumfang – hef­ti­ge 24,95 $ kos­ten.

QTM ist ein Open Source Blogeditor für Plattformen, auf denen das QT Framework ver­füg­bar ist. QTM unter­stützt nicht Blogger, aber die übri­gen Verdächtigen, wie WordPress, TypePad, Drupal etc. QTM ist nicht viel mehr als ein Texteditor mit Uploadfunktionalität, der optisch stark Neunziger ist. QTM kommt nicht im Ansatz an die Funktionalitäten ande­rer hier vor­ge­stell­ter Editoren her­an, unter­liegt einem äußerst zähen Entwicklungszyklus und kann ins­ge­samt getrost igno­riert wer­den.

Qumana steht für Windows, Mac OSX und sogar für Linux zur Verfügung. Aktuell ist die Version 3.2.3 auf Windows und 3.2.4 auf den bei­den ande­ren Plattformen. Ich ver­such­te zunächst den Test unter Windows, konn­te jedoch nach Fertigstellung der Grundkonfiguration kei­nen neu­en Eintrag erzeu­gen. Auch das Droppad, das eigent­lich dazu die­nen soll, Bilder etc. per Drag and Drop ein­zu­bin­den, funk­tio­nier­te bei mir nicht. Unter Mac OSX konn­te ich dann zwar neue Einträge erzeu­gen, jedoch konn­te mich die Benutzeroberfläche mit­samt Darstellungsoptik nicht im Mindesten über­zeu­gen. Das Einfügen von Bildern funk­tio­nier­te aller­dings auch auf dem Mac nicht. Sehr auf­dring­lich ist, dass an allen Ecken und Enden dar­auf hin­ge­wie­sen wird, man sol­le doch sei­nen Blog ver­mark­ten und mit sog. Q-Ads (jetzt: AdGenta) aus­stat­ten. Hierfür steht eigens ein dicker Button “Werbung ein­fü­gen” bereit. Nicht mein Ding…

WB Editor 3 basiert auf dem Microsoft .NET Framework 2.0 und ver­bin­det Bloggen und Browsen (unter Verwendung des IE). WB Editor ist seit Jahren kei­nem Update mehr unter­zo­gen wor­den, wird aber nach wie vor für knap­pe 30 Euronen zum Kauf ange­prie­sen. Der letz­te Blogeintrag des Herstellers stammt aus Mai 2007, das “neue” Supportforum ist bereits im Nirvana der Netzweiten ver­schwun­den. Eine Version 4 wur­de schon im Dezember 2004 per Roadmap ange­kün­digt. Finger weg!

Zoundry Raven für Windows ist als ambi­tio­nier­tes Projekt gestar­tet und soll­te der Next Generation Blogeditor wer­den, qua­si das Beste seit Bier in Dosen. Die Euphorie hielt nicht lan­ge vor und so beschloss man, Raven in die Open Source Community zu ent­las­sen. Das war im Februar 2009 und mar­kiert gleich­zei­tig den letz­ten Eintrag im Corporate Blog von Zoundry LLC. Offenbar hat die Open Source Community auch nicht gera­de auf Raven gewar­tet und so kann man der Projektsite bei Google Code ent­neh­men, dass sich seit­her nichts getan hat. Die aktu­ell wei­ter­hin zum Download ver­füg­ba­re Version ent­spricht einem Entwicklungsstand von unge­fähr August 2008. Bloß nicht…

Yabet ist ein ganz fri­scher Blogeditor für Windows und Linux, der zur Zeit in der Version 0.1 Beta vor­liegt. Er wird unter der GNU-Lizenz bereit gestellt und soll der­einst alle mög­li­chen Blogformate unter­stüt­zen. Ich habe das immer­hin 12 MB schwe­re Paket her­un­ter gela­den und kurz ange­tes­tet. Positiv ist, dass Yabet nicht instal­liert wird, son­dern aus dem Verzeichnis her­aus gestar­tet wer­den kann. Negativ ist, dass Yabet zur Zeit nahe­zu nichts leis­tet und dabei noch ste­tig abstürzt. In einem guten Jahr mag es sich viel­leicht loh­nen, noch ein­mal auf der Yabet-Projektseite bei Google-Code vor­bei zu schau­en, heu­te aber nicht…

Blogeditoren für iPhone und iPad

Im Folgenden stel­le ich noch eini­ge Editoren für iPhone/iPad vor. Selbst getes­tet habe ich die Editoren nur, wenn es eine für das iPad opti­mier­te Version gibt, da ich ernst­haf­tes Bloggen auf dem iPhone-Display für absurd hal­te.

BlogPress ist für 2,39 € im Appstore erhält­lich. Zu die­sem Preis kann es sowohl auf dem iPhone, wie auch auf dem iPad in einer opti­mier­ten Version genutzt wer­den. BlogPress unter­stützt die gän­gigs­ten Plattformen, dar­un­ter WordPress, Blogger, TypePad, Drupal, Joomla und Live Journal. Während mei­nes Test stürz­te BlogPress gele­gent­lich ab, ver­lor dabei jedoch kei­ne Daten. Leider kann BlogPress nicht mehr wie bis­lang in einer Liteversion kos­ten­los aus­pro­biert wer­den. Die 2,99 € indes kön­nen jeden­falls iPad-Nutzer gefahr­los in die Hand neh­men, ohne sich im Nachgang über­mä­ßig ärgern zu müs­sen.

BlogWriter aus dem Hause Virtuesoft kann als Text-Only-Version kos­ten­los aus­pro­biert wer­den, die Vollversion, die dann auch Fotos ver­wal­tet, kos­tet der­zeit 1,59 €. Das letz­te Update ist gute neun Monate her, was im Appgeschehen unüb­lich ist und – vor­sich­tig for­mu­liert – dar­auf hin­deu­tet, dass der Programmierer nicht mehr mit dem ganz gro­ßen Élan an die Sache her­an­geht. In den Rezensionen zum Produkt klingt Durchwachsenheit durch. Eine iPad-Version exis­tiert nicht.

iBlogger ist ent­stan­den auf der Basis von ecto und unter Mitarbeit des­sen Autoren. Von daher sind die Erwartungen groß. Leider kann iBlogger, das für stol­ze 7,99 € im Appstore ver­kauft wird, die­sen Erwartungen nicht gerecht wer­den. Sicherlich muss man iBlogger die brei­te Blog(system)unterstützung zu Gute hal­ten. Sie wer­den kaum einen in der Praxis genutz­ten Blogdienst fin­den, der nicht mit iBlogger zu bestü­cken wäre. Ansonsten aber bie­tet iBlogger für sei­nen recht hohen Preis gemes­sen an ande­ren iPhone-Apps, nicht mehr, als die TypePad- oder die WordPress-App für nop­pes. Eine für das iPad opti­mier­te Version ist bis­lang nicht ver­füg­bar.

MacJournal for iPhone ist nicht nur zufäl­lig namens­gleich mit dem wei­ter oben bereits beschrie­be­nen MacJournal. Es stammt aus der­sel­ben Schmiede und arbei­tet auch mit dem Desktop-Pendant zusam­men. Die App kann sich, wenn sie mit ihrem Wirt, dem iPhone im sel­ben Funknetzwerk ist wie ein Mac, auf dem MacJournal instal­liert ist, mit dem Bestand in MacJournal syn­chro­ni­sie­ren. Klingt erst ein­mal gut, bringt letzt­lich wenig und ist mit 3,99 € deut­lich über­zo­gen, zumal es nicht ein­mal eine opti­mier­te iPad-Version gibt.

TypePad for iPhone ist eine kos­ten­lo­se App für iPhone und iPod Touch, die aus­schließ­lich TypePad-Blogs unter­stützt. Eine iPad-opti­mier­te Version ist nicht ver­füg­bar. Mit einer ver­gleichs­wei­se guten Bildbearbeitung und einer Twitteranbindung ist TypePad for iPhone eine ver­nünf­ti­ge Lösung, sofern man eben aus­schließ­lich mit TypePad bloggt und kein iPad besitzt.

WordPress for iOS ist eine Open Source iPhone/iPad-App, die aus­schließ­lich WordPress-Blogs bear­bei­ten kann. Da WordPress den Löwenanteil aller Blogs stel­len dürf­te, ist das zunächst kein Nachteil. Unterstützt wer­den selbst-, wie auch fremd­ge­hos­te­te Blogs auf wordpress.com. Auf dem iPad nutzt die App den grö­ße­ren Screenspace sinn­voll aus. WordPress eig­net sich eher weni­ger für das aus­dau­ern­de, textrei­che Bloggen und auch die Bildverwaltungsfunktionen sind eher rudi­men­tär. WP for iOS ist aber ein pri­ma Admintool für die Kommentarmoderation.

Tumblr ist der offi­zi­el­le Bloggingclient des Tumblr-Systems und kos­ten­los im Appstore ver­füg­bar. Der Client kann alle Medien, die getumb­led wer­den kön­nen, ver­ar­bei­ten und bie­tet dem mobi­len Tumblr alles, was er/sie brau­chen könn­te. Außer einer iPad-Version. Hier sei der Vollständigkeit hal­ber erwähnt, dass es eine gan­ze Reihe wei­te­rer Tumblr-Clients gibt, dar­un­ter Tumbliking, der auch iPad-Support bie­tet, dabei aber hin­sicht­lich des Medienportfolios ein­ge­schränkt ist. Da er gra­tis ist, kann ein Blick nicht scha­den…

Schnellzusammenfassung und (Kauf)Empfehlung

Sie wol­len nicht den gesam­ten hoch­in­ter­es­san­ten Text lesen, son­dern nur wis­sen, wel­chen Editoren Sie denn jetzt wäh­len sol­len? Okay, hier kommt´s:

  • Windowsanwender neh­men BlogJet (1. Wahl, aber 40$) oder BlogDesk (2. Wahl, aber kos­ten­los).
  • Macanwender neh­men Blogo für 25 $. Auch gut ist MarsEdit, aber der Mehrpreis von 15 $ recht­fer­tigt sich nicht.
  • iPhone-/iPad-Anwender neh­men BlogPress (2,39 €).

(mm),

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

9 Kommentare

  1. Ich hab die letz­ten zwei Jahre meh­re­re Editoren aus­pro­biert, soweit das geht, denn der Artikel ist ja schon ein wenig älter. Am bes­ten fand ich immer noch den Windows Live Writer, mitt­ler­wei­le bin ich aller­dings auf einen Mac umge­stie­gen, also such­te ich nach einer ähn­li­chen Alternative. Aber: lei­der kommt mei­nes Erachtens nichts an den Windows Live Writer her­an, des­we­gen blei­be ich auch beim WordPress-Editor.

  2. Toller Artikel.

    Die Frage bleibt für jeden ein­zel­nen: wie nütz­lich ist solch ein Tool für mich wirk­lich?

    Wie sacr­i­on schrieb glau­be ich auch das die wenigs­ten von uns solch ein Progrämmchen brau­chen.

    Ich für mei­nen Teil blei­be beim WordPress inte­grie­ten TinyMCE :-D

    -Tom-

  3. Vielen Dank für die­se Übersicht! BD nut­ze ich schon lan­ge und sehr unre­gel­mä­ßig, werd mal BlogJet tes­ten. Leider kommt auch das offen­bar nicht mit Subkategorien klar, die stellt er (eben­so wie BD) alle alpha­be­tisch und nicht nach Oberkategorien dar. Naja, ich soll­te mei­ne Kategorien ja soweit ken­nen, dass das nicht groß stört ;)

  4. Ich arbei­te schon fast seit einem Jahr mit dem Windows Live Writer und bin sehr zufrie­den damit.

    Kann alles was ich benö­ti­ge und ist mei­ner Meinung nach sehr über­sicht­lich.

  5. Und bit­te – was wird Linux-Usern emphoh­len?

  6. Ich per­sön­lich nut­ze der­ar­ti­ge Software ganz ger­ne auf dem Weg zur Arbeit auf dem Netbook, macht sich gut.

    Schöner aus­führ­li­cher Test für Mac und Windows Software. Auch nett das Software erwähnt wird die nicht wei­ter­ent­wi­ckelt wird. Aber lei­der wur­den Alternative OS zu stüm­per­haft behan­delt. Editoren für Symbian feh­len gänz­lich.

  7. Ein sehr guter und inter­es­san­ter Artikel, aber ich den­ke, dass man sol­che Editoren kaum nut­zen braucht, da es schließ­lich world­press gibt und man mit die­sem Blogeditor mei­ner Meinung nach sehr gut arbei­ten kann.

  8. Interessanter Artikel, aber der größ­te Teil aller Blogger wer­den die­se Art von Software wohl nie­mals brau­chen.

  9. Vielen Dank für den aus­führ­li­chen und inter­es­san­ten Beitrag. Ich ver­wen­de seit Jahren Blogdesk (auch wenn es scha­de ist, dass da nichts mehr pas­siert). Blogdesk bie­tet alles was ich brau­che, daher gibt es für mich kei­ne Gründe auf ein ande­res System umzu­stei­gen! Trotzdem sehr inter­es­sant mal eine gute Übersicht über alle Systeme zu erhal­ten..

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