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Heike Thormann 17. Dezember 2018

Vertrauen im Web: Mit diesen Tipps verbesserst du deine Online-Texte

Das Vertrauen der Leser ist ein kost­ba­res, gleich­zei­tig aber auch knap­pes Gut. Immerhin kann jeder im Internet unge­prüft ver­öf­fent­li­chen, was er möch­te. Und dabei gibt es viel zu vie­le schwar­ze Schafe, die mehr ver­spre­chen, als sie ein­lö­sen. Überprüfe dei­ne Online-Texte anhand der fol­gen­den Kriterien auf Vertrauenswürdigkeit.

Das Internet ist zu DER Fundgrube schlecht­hin gewor­den: Profis recher­chie­ren nach Informationen, der Otto-Normal-User fahn­det nach Unterhaltung und Anleitungen für dies und jenes, der poten­zi­el­le Kunde sucht nach Dienstleistungen oder Produkten und so wei­ter.

Sie alle wer­den in ers­ter Linie mit Online-Texten ver­sorgt.

Aber so ein­fach ist das nicht mit den Texten im Web. Bevor jemand sich auf dei­ne Informationen ein­lässt, das Know-how mit­nimmt oder gar die Produkte kauft, stellt er sich in vie­len Fällen erst ein­mal die Frage, wie glaub- und ver­trau­ens­wür­dig der Anbieter und die Seite sind. Und wenn du nicht gera­de über einen bekann­ten Markennamen ver­fügst, schlägt dir, anders als zum Beispiel bei Printprodukten und Co., zunächst ein­mal eine nicht unbe­acht­li­che Skepsis der Surfer ent­ge­gen.

Sie glaubt dir nicht. (Foto: Pixabay)

Natürlich kön­nen auch, sagen wir, Bücher eher frag­wür­di­ge Informationen ent­hal­ten. Der Vorteil sol­cher von Redaktionen oder Lektoraten erstell­ten und über­ar­bei­te­ten Produkte ist aber, dass hier von aus­ge­bil­de­ten Leuten eine ers­te Auswahl und Überprüfung schon vor­ge­nom­men wur­de. Das weiß der Leser, dar­auf ver­traut er.

Im Internet kann dage­gen jeder unge­prüft schrei­ben und ver­öf­fent­li­chen, was er möch­te. Das macht einer­seits den Reiz die­ses Mediums aus, ande­rer­seits aber auch sei­ne Gefahr. Und so fin­det man neben vie­len Perlen Seiten, von denen man bes­ser die Finger lässt, jeden­falls sich nicht auf die Informationen ver­lässt.

Deine Aufgabe als Seitenbetreiber oder -gestal­ter ist es daher, mit dei­nen Online-Texten so viel Vertrauen auf­zu­bau­en, dass der flüch­ti­ge Surfer län­ger als die kri­ti­schen ers­ten Sekunden ver­weilt und sich offen auf dein Angebot ein­lässt. Das ist in ers­ter Linie mal in dei­nem vita­len Interesse. Fall nicht auf die Content-Marketing-Pfeifen rein, die behaup­ten, du müss­test bloß Schlagwort-Texte kon­stru­ie­ren, die einen höchs­ten hane­bü­che­nen Nutzwert auf­wei­sen.

Anhand der fol­gen­den 10 Punkte kannst du dei­ne eige­nen Online-Texte auf Tauglichkeit prü­fen. Natürlich funk­tio­niert das auch für die Texte dei­ner Wettbewerber ;-)

1. Äußere Aufmachung

Der ers­te Eindruck zählt. Das gilt auch für Online-Texte.

Der Surfer wird sich also zum Beispiel fra­gen: In wel­chem Umfeld steht der Text? Das heißt, wel­chen Eindruck macht die Webseite? Wirkt sie „seri­ös”? Scheint eine sorg­fäl­ti­ge, gern auch pro­fes­sio­nel­le Hand hin­ter ihr zu ste­cken? Und, da man schnell von der Optik auf den Inhalt schließt: Darf man Autor oder Betreiber dem­nach glau­ben, dass er weiß, wovon er spricht?

Oder scheint es sich eher um eine Hobby-Seite zu han­deln, bei der nicht sicher ist, wie gut der Autor sei­nen Stoff im Griff hat?

Auch Online-Texte brau­chen Pflege. (Foto: Pixabay)

Wie sieht es mit Farbe, Layout und Gestaltung aus? Die opti­schen Sünden aus den Frühtagen des Web sind zwar, nicht zuletzt dank CMS und Co, heu­te oft pas­sé. Dennoch – ob wir wol­len oder nicht, auch die Farbgebung beein­flusst den Vertrauensaufbau beim Leser.

2. Usability

Das Gleiche gilt für die Usability. Je benut­zer­freund­li­cher die Seite und der Text gestal­tet sind, des­to leich­ter wird einem Surfer der Vertrauensaufbau fal­len.

Funktioniert die Seite auch auf mobi­len Geräten? Ist die Navigation „intui­tiv” und schnell zu bedie­nen? Sind eine Kontaktmöglichkeit zum Autor oder Betreiber und ein Impressum ange­ge­ben? Wird die DSGVO ein­ge­hal­ten? Und der­glei­chen mehr.

3. Aktualität

Wie aktu­ell sind die Webseite und deren Texte? Wird die Seite regel­mä­ßig gepflegt? Wann gab es die letz­te Veröffentlichung? Auf wel­chem Stand sind die Informationen? Ist der Autor even­tu­ell für aktu­el­le Nachfragen und Korrekturen greif­bar? Sind die Links noch gül­tig oder gehen vie­le davon ins Leere? Hat man es womög­lich mit einer über­hol­ten „Leiche” im Netz zu tun?

4. Autor

Was lässt sich über den Autor des Online-Textes sagen? Wird er nament­lich im Text genannt? Gibt es ein Impressum und/oder eine Autorenseite bezie­hungs­wei­se „Über mich”-Seite?

Sieht aus, als hät­ten sie das schon mal gemacht. (Foto: Pixabay)

Welchen Hintergrund hat der Verfasser? Handelt es sich zum Beispiel um ein Unternehmen, eine Redaktion oder eine Einzelperson? Scheint er für das Thema qua­li­fi­ziert zu sein? Gibt es Referenzen oder ande­re Dinge, die ihn als Experten aus­wei­sen, dem man ver­trau­en kann? Zum Beispiel Mitgliedschaften in Berufsverbänden oder auch wei­te­re Artikel im Themenbereich.

Ist eine Kontaktadresse ange­ge­ben (Wohnort, Telefonnummer), so dass man ihn als rea­le Person grei­fen zu kön­nen glaubt?

5. Formale Aspekte

Welchen Eindruck machen die Artikel oder Texte selbst?

Strotzen sie nur so vor Rechtschreib- oder Flüchtigkeitsfehlern? Stolpert der Leser immer wie­der über Grammatik und Satzbau? Oder scheint es sich um einen sorg­fäl­tig erstell­ten Text zu han­deln? Ist der Text voll­stän­dig und in sich geschlos­sen? Ist er über­sicht­lich gestal­tet und kann man ihn gut lesen?

6. Sprache

Wie ist der Tonfall des Textes?

Bleibt der Verfasser sach­lich-infor­ma­tiv? Oder nutzt er die Seite nur, um zu pole­mi­sie­ren, über ande­re her­zu­zie­hen und ähn­li­ches mehr? Gleitet er gar in eine star­ke Werbesprache ab oder ver­sucht, den Leser zu mani­pu­lie­ren?

7. Informationsqualität

Was kann man viel­leicht über Inhalt und Informationen sagen? Machen sie einen eher ober­fläch­li­chen Eindruck oder gehen sie auch in die Tiefe? Scheinen sie zuver­läs­sig zu sein?

Diesen Eindruck ver­stärkst du etwa, indem du dei­ne Texte in einen Kontext mit ande­ren Texten ver­gleich­ba­ren Inhalts stellst und des­halb glaub­haft machen kannst, dass du dich näher mit der Materie beschäf­tigt hast.

Vertrauen im Netz ist schwie­rig zu errei­chen. (Foto: Pixabay)

8. Umgang mit Quellen

Lassen sich die Angaben und Informationen über­prü­fen? Gibt es bei­spiels­wei­se Artikel-, Buch- oder Linkverweise? Hängen die Texte mit ande­ren Artikeln zusam­men? Funktionieren die even­tu­ell ange­ge­be­nen Links oder gehen sie ins Leere? Auf wel­che Webseiten füh­ren die ange­ge­be­nen Links? Wie ver­trau­ens­wür­dig schei­nen die­se wie­der­um zu sein?

9. Werbung

Auch wenn das sicher Geschmacksfrage ist: Zu viel Werbung, noch dazu eher frag­wür­di­ge Werbung kos­tet bei vie­len Lesern Vertrauen. Wenn schon Werbung, dann deut­lich getrennt vom Text. Und am bes­ten auch Werbung, die im Kontext zum Text steht, also in die­sem Sinne einen „Mehrwert” und Nutzen bie­tet.

Wenn die Texte von zu viel Werbung umge­ben sind, kommt schnell der Verdacht auf, dass der Text nur noch den Rahmen für die Werbung bie­ten soll. Und von dort ist es nicht mehr weit zu der Frage, wie sorg­fäl­tig erstellt ein sol­cher Text noch ist, bezie­hungs­wei­se wie unab­hän­gig er noch sein kann.

Bei Produktbeschreibungen gilt: Scheinen sie den Leser noch halb­wegs sach­lich infor­mie­ren zu wol­len? Oder wim­melt es von Verkaufstricks und Superlativen, die mit der Urteilsfähigkeit des Lesers spie­len?

10. Sinn und Zweck des Textes

Warum scheint der Online-Text eigent­lich geschrie­ben und ver­öf­fent­licht wor­den zu sein? Scheint er zum Beispiel wirk­lich nur den Rahmen für Werbung lie­fern zu wol­len? Oder will er sach­lich infor­mie­ren?

Gibts auch. (Cartoon: D. Petereit)

Welche Ziele könn­te der Verfasser ver­fol­gen? Was könn­te er von den Lesern wol­len? Macht er gar einen „gekauf­ten” Eindruck?

Und ande­res mehr.

Du siehst, wor­auf ich hin­aus möch­te? Gehst du frem­de Texte anhand die­ser Kriterien durch. bekommst du ein Gespür dafür, wann und war­um ein Online-Text (und sei­ne Internet-Seite) ver­trau­ens­wür­dig wir­ken, und wann nicht. Anschließend gehst du dei­ne eige­nen Texte anhand die­ser Kriterien durch und legst gege­be­nen­falls noch Hand an.

Viel Erfolg beim Vertrauensaufbau zu dei­nen Lesern wün­sche ich dir.

(Artikelbild: Pixabay)

Heike Thormann

Heike Thormann ist Trainerin, Redakteurin und Autorin. Ihr Schwerpunkt sind kreative Schreib-, Denk-, Lern- und Arbeitstechniken. Sie schreibt für verschiedene Fachmagazine und gibt mit ihrer Website ein Online-Magazin zu ihren Fachthemen heraus.

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