Wer bei der Webseitengestaltung Wert auf die Benutzerfreundlichkeit legt oder intensiv nach potenziellen Kunden sucht, stößt auf wesentliche Fragen. Wie verhalten sich meine Besucher? Wie stellt man fest, ob die Struktur der Seite übersichtlich genug ist und ob ihre Inhalte für die Zielgruppe attraktiv sind? Und überdies: Werden die gesuchten Inhalte einer Seite gefunden? Und wenn ja, auf welche Hindernisse stoßen die Besucher am häufigsten?
Measure Map
Der kostenlose Blog-Analyse-Dient Measure Map – ursprünglich ein Kind von Adaptive Path, mittlerweile ein Bestandteil von Google – sammelt nicht nur Blog-spezifische Statistiken, sondern analysiert auch die Nutzung der Seiten durch die Besucher. Measure Map liefert eine detaillierte Zusammenfassung von Besuchern, eingehenden Links und Linkströmen. Eine hübsche benutzerfreundliche Oberfläche sorgt für klare und informative „Berichterstattung”. Neben Zugriffen auf einzelne Beiträge lässt sich auch die Popularität der einzelnen Posts anzeigen.

Was das Tool von konventionellen Analyse-Diensten grundlegend unterscheidet, ist dessen starke Bindung an die Blogosphäre. Nicht nur werden die Betreiber der Seiten blitzschnell über die Blogs benachrichtigt, die ihre Web-Seite gerade verlinkt haben, auch zeigt der Dienst anhand der Daten auf, welchen Einfluss sie auf Blogs weltweit haben.
Mit Measure Map gewinnt ein Blogbetreiber zwei wesentliche neue Funktionen – Analyse der Popularität ausgehender Links und ein Bericht über die Aktivitäten seiner Besucher – gemessen an der Häufigkeit der geschriebenen Kommentaare. Dadurch wird einerseits möglich, den Wert der ausgehenden Links auf der Web-Seite zu messen; anderseits verschafft man sich auf diese Weise ein konkretes Bild des Auditoriums und dessen Interessen.

So macht beispielsweise das Verhältnis der passiven (einmaligen) und aktiven (zurückkehrenden) Besucher eine konkrete Aussage darüber, ob man die Stammleserschaft mit speziellen Inhalten speisen sollte oder ob man sein treues Publikum zuerst noch finden muss. Das Letztere kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass man Beiträge aus verschiedenen Nischen anbietet, die auf breites Interesse der Öffentlichkeit stoßen können.
Überwiegt der aktive Teil der Besucher, so kann man davon ausgehen, dass es eine bestimmte Erwartung seitens des Publikums gibt. Nimmt man diese Besucher genauer unter die Lupe und beobachtet die Daten über mehrere Wochen hinweg, so lässt sich feststellen, welche Inhalte das Interesse des Besuchers stärker anziehen. Daraus entsteht dann ein Profil des durchschnittlichen Besuchers – es wird klarer, was genau vom Blog erwartet wird und somit welche Inhalte der Web-Entwickler am besten anbieten sollte, um neue Leser zu gewinnen und alte nicht zu verlieren.

Je besser man seinen Besucher kennt , desto offener und “glatter” ist der Dialog zwischen dem Seitenbetreiber und seinem Leser oder gar seinem potentiellen Kunden. Und desto besser können unerwünschte Konflikte und Missverständnisse vermieden werden.
Mit MeasureMap hat man ein geschicktes Handwerkszeug in der Hand, mit dem sich das Verhalten der Blogs-Besucher genauer analysieren lässt und die Inhalte der Seite an ihre Gewohnheiten anpassen lassen.
Performancing Metrics
Wie MeasureMap spezialisiert sich auch Performancing Metrics auf den typischen Besonderheiten der Blogs. Dabei kann das Tool einzelne Weblogs separat voneinander “tracken”, leistet aber ihren Dienst auch beim Betrieb von Multi-Blogs und Blog-Netzwerken meisterhaft.
Neben üblichem Logging-Arsenal bietet Performancing Metrics zwei kleine Bequemlichkeiten, die für einen Blogger besonders interessant sein können.
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Zum einen sammelt das Programm sämtliche Google AdSense-Daten; der Tracker liefert detaillierte Berichte über das Performance Ihrer Seiten und Ihre Einnahmen. Es wird genau angezeigt, welche Anzeigen wann angeklickt wurden. Auch wird eine ausführliche Statistik geführt, die sich über mehrere Monate beobachten lässt. Betrachtet man die Statistik, so kann man herausfinden, welche Kategorien, Beiträge und Seiten besonders profitabel sind. Auch lässt sich daraus schlussfolgern, auf welchen Seiten die Anzeigen am besten platziert sind. Spätestens bei den Kalkulationen von potenziellen Revenue-Einnahmen kann dieses Wissen essenziell zu der Steigerung der Effizienz einer Seite beitragen.
Zum anderen kümmert sich PMetric um sämtliche Daten zu den Kommentaren im Blog. In wenigen Klicks erfährt man, bei welchen Beiträgen die meisten Kommentare hinterlassen wurden und welche Kommentare zuletzt geschrieben worden sind – ein Zeichen für die Aktivität der Besucher und ihr Interesse.

Performancing Dashboard
Interessant sind auch die Funktionen „RSS feeds tracking”, mit der Sie beobachten können, welche Blogs gerade auf Ihre Seite verwiesen haben, sowie eine ausführliche Statistik zur Popularität ausgehender Links. Diese Funktion kann unter Umständen einen guten Dienst leisten. Weist ein ausgehender Link eine extrem hohe Popularität auf, so ist es ein wichtiges Signal, das ein Webseitenbetreiber nicht unterschätzen sollte. Nicht nur sieht man dadurch, dass der Beitrag, also das entsprechende Thema, Ihre Leser interessiert hat. Vielmehr hat man eine Web-Seite gefunden, deren Thematik sich mit der Ihrer Seite überschneidet. So kann man damit rechnen, dass die Besucher der verlinkten Seite sich auch für die Inhalte Ihrer Seite interessieren würden. Folglich kann man durch bloße Statistikdaten goldrichtige Partnerseiten finden, mit denen man einen qualitativen Linksaustausch vornehmen könnte.
Außerdem kann die Popularität von „outbound links” ein Anzeichen dafür sein, dass Ihr Publikum Ihnen vertraut und Ihre Empfehlungen respektiert. Ist dies der Fall, so haben Sie sich als ein Profi etabliert – ein positives Signal für einen Webseitenbetreiber.
Offensichtlich stellt man mit der Statistik ausgehender Links auch fest, wo Links effizient platziert sind und wie man die Seitenstruktur am besten optimiert, damit bestimmte Links die Aufmerksamkeit der Leser auf sich lenken. Zu diesem Zweck kann man wichtige Links auf die guten Positionen verschieben. Eine mögliche Alternative wäre aber auch, den so gefundenen „heißen” Block als Werbefläche anzubieten. Somit lässt sich das Wissen über die ausgehenden Links sowohl im Kontext der Marketing- als auch für Usability-Analysen verwenden.
Die einzige negative Eigenschaft des Tools besteht darin, dass die Daten nicht in Echtzeit, sondern nur stündlich aktualisiert werden. Wer also die Real-Time-Statistik vorzieht, wird PMetrics gepaart mit alternativen Tools verwenden müssen.
Insgesamt aber bietet Performancing ein kompaktes „Blogger’s Package” an, das nützliche blogspezifische Funktionen liefert. Die gesammelten Daten können per RSS-Feed abonniert werden, außerdem soll in den nächsten Monaten eine API-Umgebung bereitgestellt werden, wodurch manuelle Ergänzungen und Anpassungen möglich werden.
Und was sollte ich benutzen?
Die Auswahl der Analyse-Dienste ist zwar groß, doch im Prinzip bietet jedes Tool spezielle Eigenschaften, die in Abhängigkeit von den Interessen des Webseitenbetreibers nützlich sein können. Ein Blog-Betreiber wird wohl mit Measure Map oder Performancing Metrics besser auskommen, während statische Seiten sich besser mit Crazy Egg analysieren lassen. Für nützliche zusätzliche Informationen wird Opencube Mousetrends sorgen und umfassende Statistik-Berichte sollten lieber dem Google Analytics oder Clicktracks Appetizer überlassen werden.
Abschließend bleibt anzumerken, dass die meisten Dienste im Augenblick noch in Beta-Testing sind, also für die Öffentlichkeit noch nicht zugänglich sind. Um aber rechtzeitig das eine oder andere Tool ausprobieren zu können, sollte man schnellstmöglich seinen Platz in der Warteliste reservieren. Schaden kann es nicht, gewinnen kann man dadurch enorm – schließlich sollte man im Kampf um jeden Besucher zu allen vorhandenen Mitteln greifen. ™
Die Links zum Thema:
- Measure Map
- Performancing Metrics
- Was ist Eye Tracking?
- Im Dr. Web Weblog: BlogBeat Blog-Counter
- PHP Analyse Tool BBCLone
- cHCounter
Erstveröffentlichung 09.05.2006
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