Wer bei der Webseitengestaltung Wert auf die Benutzerfreundlichkeit legt oder intensiv nach potenziellen Kunden sucht, stößt auf wesentliche Fragen. Wie verhalten sich meine Besucher? Wie stellt man fest, ob die Struktur der Seite übersichtlich genug ist und ob ihre Inhalte für die Zielgruppe attraktiv sind? Und überdies: Werden die gesuchten Inhalte einer Seite gefunden? Und wenn ja, auf welche Hindernisse stoßen die Besucher am häufigsten?
Map Surface
Unter seinen Konkurrenten hebt sich Glenn Jones’ Map Surface vor allem durch seine innovative Arbeitsweise hervor. Laut Entwickler handelt es sich bei Map Surface um ein „Web Page Activity Widget”, ein Tracker der anderen Art, der alle gesammelten Daten unmittelbar auf der aktuellen Seite anzeigt, ohne die Anmeldung in den Admin-Bereich vorauszusetzen.
Um sich die Statistik einer Seite, die von Map Surface überwacht wird, anzuschauen, genügt es, die entsprechende Seite im Browser zu laden und “Alt + X” anzuschlagen. Unverzüglich erscheint dann ein schwebendes Navigationsmenü, in dem man auf die einzelnen Daten zugreifen kann.
Interessanterweise werden Seiten nicht mit Tausenden von Javascript-Zeilen gestopft, sondern nur „on demand” geladen, also wenn der Besucher die entsprechende Tastenkombination anschlägt – eine interessante neue Technik, die bisher kaum zum Einsatz gekommen ist.
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Zwar überrascht das Analyse-Tool nicht mit Vielfalt an vorhandenen Funktionen, doch die wichtigsten Informationen sind da und können mit wenigen Klicks angezeigt werden. Die Rubriken “Views”, “Referrers” und “Links” bieten eine anschauliche Übersicht der gesammelten Daten in Echtzeit an.
Der AJAX-basierte Link Tracker präsentiert neben ausführlichen Informationen über die Anzahl der Besucher auch die Popularität der ausgehenden Links und einen ausführlichen Bericht über die meist besuchten Inhalte. Sämtliche Informationen erscheinen auf der aktuellen Seite und sind sofort sichtbar – so wird die Popularität eines Links nicht in einer unendlich langen Liste aller ausgehenden Verweise dargestellt, sondern neben dem entsprechenden Link auf der Web-Page.

MapSurface Dashboard
Den Entwicklern von Map Surface ist es gelungen, die wichtigsten Funktionen üblicher Analyse-Dienste und Benutzerfreundlichkeit unter einen Hut zu bringen. Zwar wird das Tool sicherlich nicht alle Wünsche eines anspruchsvollen Web-Entwicklers erfüllen können, dafür zeigt es in wenigen Sekunden die wichtigsten gesammelten Daten auf einer einzelnen Seite an.
Mint
Im Prinzip ist Mint ein Musterbeispiel für effiziente und erfolgreiche Marketing-Kampagne. Mit seinem “frischen” Statistik-Sammler hat Shaun Inman der Öffentlichkeit ein kompaktes Tool angeboten, das übliche Daten – einkommende Links, Popularität der Seiten, Aktivität der Besucher und sämtliche Traffic-Ströme – unter einer schönen Oberfläche präsentiert.

Eine Besonderheit des Programms besteht darin, dass es eine API-Umgebung beinhaltet, mit der man grundlegende Funktionen beliebig verändern und erweitern kann. Doch mehr bietet das php-basierte Skript nicht. Mint schlägt mit 30$ pro Web-Site zur Buche, bietet aber viel weniger als seine “Konkurrenten” an – ganz zu schweigen von Google Analytics.

Mint Statistiken
Übrigens, eine kostenlose Alternative zu Mint gibt es auch – Slimstat bietet ein ähnliches Arsenal an Funktionen an und steht unter einer Open-Source-Lizenz.
Google Analytics
Was andere Dienste in der näheren Zukunft speziell für Weblogs ermöglichen wollen, wird Google Analytics mit Sicherheit für alle anderen Websites gewährleisten können. Google Analytics, entwickelt in Zusammenarbeit mit dem renommierten Statistik-Sammler Urchin, bietet in einem umfassenden kostenlosen Paket fast alle Dienste an, die ein Webseitenbetreiber sich jemals gewünscht oder auch nicht gewünscht hatte. Es werden sämtliche Informationen über die Besucher in zahlreichen Grafiken, Tabellen und speziellen Berichten präsentiert. Dadurch ist Google Analytics jedoch komplex, unübersichtlich und gewöhnungsbedürftig geworden.

Wie kommt mein Besucher von Seite A zur Seite B?
Wohl die wichtigste Funktion des Google Analytics besteht darin, dass man dem Tool bestimmte Ziele (Goals) vorgeben kann, um genauer zu untersuchen, wie die Besucher zu der gewünschten Seite gelangen, um welche Besucher es sich dabei handelt und welche Inhalte auf dem Weg zu dem Ziel besonders effizient gewesen sind. Möchte man beispielsweise genau erfahren, wie viele Besucher auf ein Angebot eines Online-Shops aufmerksam geworden sind und das Produkt über das Bestellungsformular gekauft haben, so genügt es, die entsprechenden URL-Adressen bei der Einrichtung Ihrer Goals einzugeben. Auf diese Weise lassen sich jedoch nicht nur E-Commerce-Transaktionen, sondern auch das allgemeine Verhalten der Besucher präzisieren. Ein freiberuflicher Web-Entwickler etwa kann so ermitteln, auf welche Inhalte potenzielle Kunden besonders viel Wert legen, bevor sie sich entscheiden, sich mit dem Autor in Verbindung zu setzen.

Google Analytics Dashboard
Jedem einzelnen Goal kann man einen bestimmten Wert zuordnen, um die Verkaufsraten verschiedener Angebote genauer zu beobachten. Einem Produkt würde man dabei sinnvollerweise seinen Preis zuweisen. Seine Rentabilität wird von Google Analytics in Echtzeit kalkuliert und in mehreren Berichten detailliert beschrieben (etwa “Conversion-Zusammenfassung”).
Kurzer Überblick wichtiger Funktionen
Die Berichte werden in drei verschiedenen Hauptkategorien dargestellt, die für verschiedene Benutzerprofile gedacht sind. Ein Web-Designer wird zum Beispiel nur über designspezifische Daten informiert, wobei die übrigen Ergebnisse im Hintergrund bleiben.
So stellt ein “Leitender Angestellter” neben einer allgemeinen Übersicht der Besucherzahlen und eingehender Links auch einen Bericht über die Effizienz der aktiven Ziele (Conversion-Zusammenfassung) und die Popularität einzelner Seiten (Content-Zusammenfassung) vor. Wie hoch der Prozentanteil der Besucher ist, die über verschiedene Quellen zu Ihren Goals gelangt sind, wird in “Zusammenfassung Marketing” angezeigt. Besondere Erwähnung verdient die Funktion “Website-Overlay”, mit der sich die Popularität jedes einzelnen Links und ihre “Conversion Rate” anschaulich – auf der Web-Seite selbst – darstellen lassen. Die entsprechenden Daten zu den ausgehenden Links werden leider nicht angezeigt.
Die Rubrik “Marketingverantwortlicher” wird einem Marketing-Experten mit Sicherheit ein paar nützliche Tools zur Verfügung stellen. “Analyse CPC Program” informiert über die Effizienz der “cost-per-click”-Kampagnen, an denen die Seite teilnimmt. Dabei werden die “profitablen” Schlüsselwörter ermittelt und ihr Gewinn berechnet. Eine allgemeine Übersicht effizienter Marketing-Aktivitäten ist unter “Ergebnisse der Marketingkampagne” zu finden.
Besonders interessant ist die Kategorie “Definierte Trichternavigation”, in der aufgezeigt wird, wie viele Besucher über welche Seite die gesetzten Goals erreichen. Wo die Seite am häufigsten verlassen wird, verrät die Rubrik “Bevorzugte Ausstiegspunkte”. So lässt sich beispielsweise leicht feststellen, wann genau die Besucher ihren Weg zur Bestellung eines Produkts abbrechen und mögliche Gründe, warum sie es tun. Weitere detaillierte Berichte über die Goals und das Verhalten der Besucher findet man in “Ziele und Trichterprozess”.
Wie die Besucher navigieren , was die häufigsten Eingangsseiten sind und wie sie sich auf der Web-Seite verhalten, erfährt man im Menü “Navigationsanalysis” in der Rubrik „Webmaster Ansicht”. Außerdem hilft “Content-Optimierung” zu verstehen, welche Investitionen qualitativen Traffic bringen und ob es Sinn macht, auf die Werbeanzeigen in Suchmaschinen, Foren oder Newsletter zu setzen. Welche Werbeanzeigen zu einem Thema effizienter sind, lassen die Ergebnisse des A/B Anzeigentests vermuten.
Das Tool enthält einen integrierten Zugriffsmanager – mit dem man verschiedene Benutzerprofile erstellen kann, um auch Ihren Kollegen den Zugang zu den Daten zu ermöglichen – und einen Filtermanager, der dafür sorgt, dass bestimmte Klicks in Berichten nicht berücksichtigt werden. Wenn Sie außerdem über ein AdWords-Konto verfügen, können Sie unmittelbar von der AdWords-Benutzeroberfläche aus auf Google Analytics zugreifen.
Länge und Tiefe der Besuche
Wie kein anderes Tool berichtet Google Analytics über die Länge und Tiefe der Besuche einer Seite. Spätestens seit Why Web Users Scan Instead of Read von Jakob Nielsen wissen wir, dass die Texte im Internet nicht gelesen, sondern vorwiegend gescannt werden. Das Wissen darüber, wie lange ein Besuch dauert, ist ein Indikator für die Nützlichkeit der Inhalte, aber auch ein Zeichen für die Präsentation und Inhalt der Seite – beispielsweise was die Lesbarkeit der Texte und Schreibstil betrifft. Springt der Besucher von einer Seite zu der anderen, lädt er die schon einmal geladene Seite noch mal und kehrt dann wieder zurück, so ist möglicherweise keine interaktive Navigation gewährleistet. Je länger ein Besucher auf der Seite bleibt, desto wahrscheinlicher ist es, dass ihr Artikel eigentlich gelesen wird und somit dass der Besucher wieder kommen wird.
Auch die Tiefe der Besuche kann informativ sein – wenn die Besucher von einem Artikel auf die zusammenhängenden Beiträge kommen, passt der Inhalt der Seite gut zusammen. Wird die Seite aber nach dem ersten Besuch verlassen (s. exit rate, bounce rate), so hat das bestimmt einen guten Grund – so hängt das eventuell mit der mangelhaften Struktur der Seite, ungeschicktem Design oder aber unattraktiven Inhalten zusammen.
Benutzen oder nicht benutzen? Benutzen!
Erwähnenswert ist auch, dass alle von Google Analytics gesammelten Daten sich untereinander vergleichen lassen und sich in verschiedene Formate exportieren lassen – darunter auch in Excel. Außerdem enthält Google Analytics erfreulicherweise eine ausführliche deutschsprachige Dokumentation, die jede einzelne Funktion step-by-step erklärt und mögliche Verwendungszwecke andeutet.
Insgesamt verfügt Google Analytics über Hunderte weiterer Funktionen, die man jedem etablierten Statistik-Tool zumuten würde; somit kann das System sicherlich als eine sinnvolle Alternative zu jedem ähnlichen Dienst gesehen werden. Das Programm soll in Zukunft für alle zugänglich werden, im Moment muss man aber in der Warteschlange ausharren – es sei denn man erhält eine Einladung. ™
Die Links zum Thema:
- Map Surface
- MyBlogLog
- Mint
- Mint Demo
- Slimstat
- Google Analytics
Erstveröffentlichung 03.05.2006
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