YouTube - Tipps für Gezieltnutzer
Verbringen Sie viel Zeit auf YouTube, in dem Sie sich ziellos durch die Videomassen treiben lassen? Ist YouTube Ihr TV-Ersatz geworden? Dann ist dieser Beitrag definitiv nicht für Sie! Nutzen Sie YouTube wenigstens so gezielt wie ich, können Sie möglicherweise im Folgenden den ein oder anderen Tipp erhalten.
Für mich ist YouTube in erster Linie ein Musiksender. Außer Musikvideos und kurzen Comedyclips bietet die Plattform nach meiner Meinung nicht viel. Gibt es doch ausnahmsweise mal den ein oder anderen interessanten Content, lässt dieser sich nur recht versteckt im schlecht geschnittenen Video finden. Häufig liest man dann Dinge wie „Interessant wird es etwa ab 1m20s“.
Zeitübergabe per URL
Neuerdings muss man nicht mehr in den bisweilen hakelig scrollenden Videos mit Pfeil- oder Maustasten versuchen, die angeblich interessante Stelle zu finden. Neuerdings gibt es dafür einen URL-Parameter. Meine Lieblingsstelle im Video zu Vertigo von U2 lässt sich damit beispielsweise so ansteuern:
http://www.youtube.com/watch?v=YhWZ7bpfQag#t=2m35s
Der zusätzliche Parameter lautet im Falle meines Vertigo-Beispiels demnach #t=2m35s und wird einfach hinten an die URL gehängt. In den Kommentaren auf YouTube übrigens funktioniert das Feature schon länger, wenn auch in anderer Form. Dort würde man einfach in etwa kommentieren „Look at 2:35“ und schon würde YouTube auf das 2:35 selbständig den korrekten Timestamp-LInk setzen. Nur, wer kommentiert schon bei YouTube?
Streamdrag
Musik hören ohne den Videooverhead von YouTube wäre schön, oder? Zumal relativ viele Videos ohnehin nur hanebüchene Zusammenstellungen mehr oder weniger kunstvoll arrangierter Standbilder sind. Erstaunlich, womit sich die Teenager heutzutage die Zeit vertreiben.
Eine Website, die ich in letzter Zeit schätzen lernte, wenn sie auch noch far from perfect ist, ist Streamdrag. Streamdrag besteht im Wesentlichen aus einem Suchfeld, über welches man seine Lieblingsmucke aufspürt. In der sich nach unten anschließenden Ergebnisliste klickt man dann entweder direkt auf Play oder fügt beliebig viele Titel zu einer Playlist hinzu, die man hernach abspielen lässt. Streamdrag zieht die Audiospur aus dem YouTube-Video und spielt sie in einem unter dem Suchfeld aufschiebernden Player ab.

Gut ist, dass man einzelne Songs auf Repeat setzen kann, schlecht ist, dass es keinerlei Benutzerverwaltung whatsoever, nicht mal in Form von Cookies gibt, so dass man lediglich eine einzelne Playlist anlegen kann, die beim nächsten Besuch verschwunden ist, wie die Spuren im Sand, die ich gestern noch fand.
Dennoch: Um lediglich Musik zu hören, ist Streamdrag eine brauchbarere Lösung als YouTube selbst.
Videos downloaden
Videos auf YouTube tendieren zum Verschwinden. Von daher gibt es eine relativ hohe Nachfrage nach Tools, die Clips auf den heimischen Rechner ziehen können, bevor sie der nervöse Finger der Copyrightwächter bei YT in den Orkus jagt. Außerdem gibt es natürlich eine ganze Reihe gut gemachter Schulungs- und Produktvideos, deren Download sich schon rein aus Gründen des pädagogischen Wertes lohnt – gnihihi -.
Ich habe mittlerweile eine ganze Reihe entsprechender Softwarewerkzeuge ausprobiert. Eine der wenigen wirklich zuverlässigen Lösungen, wenn man den häufigen Updates folgt, ist das Firefox-Plugin Video DownloadHelper (VDH). VDH klinkt sich in die Symbolleiste des Browsers ein, steht aber auch im Extras-Menü bereit.
Durch einen simplen Klick auf das Symbol erreicht man die Liste der auf der gerade besuchten Website verfügbaren Videos. Ein weiterer simpler Klick auf die entsprechende Datei startet den Download. Zum Abspielen verwendet man dann entweder den kostenlos verfügbaren FLV-Player oder lässt VDH direkt eine Formatkonvertierung in zum Beispiel DIVX vornehmen, wozu allerdings der entsprechende Codec auf dem Rechner installiert sein muss.
Kleiner Wermutstropfen, gerade für Computer, an denen auch Minderjährige sitzen: VDH bietet unter dem Optionspunkt „Unterstützte Websites“ explizit an, Websites mit jugendgefährdenden Inhalten über VDH zugänglich zu machen. So bringt man junge Leute unnötig auf dumme Gedanken. Zwar muss man stets per Klick bestätigen „I´m over 18“, aber wer ist das in solchen Fällen nicht?
Eine weitere, dabei als Desktopanwendung völlig eigenständige Lösung ist der Free FLV Converter von KoyoteSoft. Der Free FLV Converter bietet aus seinem Anwendungsfenster heraus direkten Zugriff auf die Datenbanken von YouTube, Metacafé, DailyMotion und Google-Video. Aus der Software heraus suchen Sie die von Ihnen gewünschten Videos, die Sie dann abspielen und herunterladen, sowie direkt in verschiedene Formate konvertieren können, unter anderem ins iPhone/iPod-, sowie ins 3GP-Format. Womit klar ist, dass die Konvertierung in erster Linie auf Mobilgeräte zielt, was aber angesichts der üblichen Auflösungen auf Videoplattformen ohnehin logisch erscheint. Vorsicht bei der Installation. FFC versucht IHnen die Dealio-Toolbar unter zu jubeln, sowie die Standardsuchmaschine auf Yahoo zu ändern. Nicht vorschnell die Setupscreens durchklicken!
Wer die deutschstämmigen
Videoportale, wie VideU.de, Clipfish.de, MyVideo.de und sevenload.de, sowie vor allem MySpace, das für Musik schon fast eine Zwangsanlaufstelle darstellt, in seine Suche einbeziehen will, kommt an Ashampoos ClipFinder nicht vorbei. ClipFinder lässt sich nur nach vorheriger Registrierung kostenlos nutzen, wobei sich die abgefragte Information auf die E-Mailadresse beschränkt. ClipFinder versucht einen während der Installation an MSN zu binden, also auch hier nicht vorschnell die Screens durchklicken. Nach der Installation bietet sich einem eine pompöse, fast schon barocke Optik, die dem schnellen Suchen durchaus im Wege steht und die Übersichtlichkeit deutlich mindert. Gut aber ist, dass ClipFinder die Suche simultan über alle integrierten Videoportale unterstützt und man so je nach Suchbegriff zu vielen bis sehr vielen Ergebnissen gelangt. Anders als FFC kann ClipFinder die Videos nicht konvertieren, sondern legt sie als FLV auf der heimischen Festplatte ab.
Musik rippen
Um YT-Videoinhalte als MP3 konsumieren zu können, müssen sie natürlich zunächst in Video- und Audiospur getrennt werden, wobei der Audioteil dann als MP3-Datei auf dem heimischen Rechner abgelegt wird. Das beliebteste, zuverlässigste und auch nahezu einzige Programm, das hierzu in der Lage ist, ist der Free YouTube to MP3 Converter.
In dieses kleine Progrämmchen pastet man den Videolink und gibt die Qualitätseinstellungen für das zu erzeugende MP3-File vor. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Converter einen schon im Video schlechten Klang nicht verbessern kann. Also Obacht bei der Videoauswahl. Chip bietet hier übrigens einen unnötigerweise als Klickstrecke angelegten Workshop zum eben genannten Converter.
Schnelle Datenverbindung, höhere Qualität
Zu guter Letzt noch ein Klassiker, den aber dennoch noch lange nicht jeder zu kennen scheint. YT hält viele Videos in höherer Qualität vor, als der Standardaufruf zu Tage fördert. Ist man bei YT registriert, kann man in seinen Profileinstellungen vorgeben, dass man, da wo es ein Video mit hoher Qualität gibt, auch diese hohe Qualität sehen will. Ist man nicht registriert, bietet YT nur die Standardkost.
Auch dieses Verhalten kann man mit einem URL-Parameter steuern. Um ein Video mit hoher Qualität anzuschauen, erweitert man die URL um den Parameter &fmt=18, also beispielsweise bei dieser Version von Stuck In A Moment:
http://www.youtube.com/watch?v=cww89NK1Yao&fmt=18
Unterhalb des Videos erscheint dann ein Linktext des Inhalts „In normaler Qualität ansehen“. Will man ein Video aus seinem kleinen Videofenster befreien und bildschirmfüllend anzeigen, empfiehlt sich das Experimentieren mit diesem Parameter jedenfalls, will man nicht an Augenpest erkranken.
Zum Abschluss sei mir als altem Weltverbesserer noch erlaubt, Ihnen das genaue Hinhören bei diesem Video zu empfehlen!
Listen, repeat and learn: http://www.youtube.com/watch?v=Goq1KxzaIro&fmt=18
[Galerie der verwendeten Screenshots:]












