WordPress für Datennomaden

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Mit der Verbreitung mobiler Datenendgeräte steigen auch die Ansprüche derer Verwender. War es noch vor wenigen Jahren völlig akzeptiert, dass man mobil Websites eben nicht oder nur über spezielle Wap-Sites besuchen konnte, muss man sich heutzutage als ernsthafter Seitenbetreiber schräg anschauen lassen, wenn die eigene Seite in mobilen Browsern unbenutzbar wird. Schon seit langem werden für das höchst beliebte “WordPress” (WP) Lösungen entwickelt, die die auf WP basierenden Blogs für den Besucher so umformatieren, dass eine angenehme User-Experience die Folge ist. Dieser Tage trat mit dem “dotMobi WordPress Mobile Pack” die bislang vollständigste Lösung in den Ring.

dotMobi WordPress Mobile Pack – starker Newcomer

Das “dotMobi WordPress Mobile Pack” (WMP) besteht im Wesentlichen aus zwei Komponenten. Verantwortlich für die dahinterliegende Logik ist das Switcher-Plugin, verantwortlich für die letztendliche Optik sind einige spezielle, über das Plugin gesteuerte Themes. Anders als andere Plugins stellt das WMP keine auf iPhone oder Android beschränkte Lösung dar, sondern bietet auch beispielsweise auf Nokia-Handys eine gute mobile Nutzbarkeit des Blogs. Weiterhin, anders als bei anderen Lösungen, bietet WMP nicht bloß für den mobilen Blogbesucher eine Lösung, sondern formatiert auch den Adminbereich so um, dass der Blogbetreiber ebenfalls seine Vorteile aus dem WMP hat.

Besonders letztgenannter Umstand soll Grund genug für eine Testinstallation sein. Wenn Sie mir folgen wollen, stellen Sie zunächst sicher, dass Sie keine ältere WP-Version als 2.5 nutzen. Außerdem muss Ihr WP zwingend auf einer PHP-Version ab 5 laufen. Auch unter WPMU 2.6 lässt sich das Plugin im sog. Plugins-Modus installieren. Unter WP 2.7 haben Sie bekanntlich die Möglichkeit, Plugins direkt aus dem Repository zu installieren, so Ihre Hosting-Umgebung das zulässt und das gewünschte Plugin im Repository bereit steht. Letztere Voraussetzung ist bei WMP gegeben. Zwischenzeitlich war auch der direkte Download von der Entwicklerseite defekt, weshalb sich das Repository ohnehin als Ort der Wahl empfiehlt.

Teils ungewöhnliche Installationserfordernisse, aber eingängige Konfiguration

Ich ziehe stets die Installation der Plugins auf herkömmlichen Wege vor. So oder so muss das Plugin letztlich im üblichen Ordner “Plugins” laden. Bevor Sie nun WMP wie gewohnt aktivieren, müssen Sie zwei Verzeichnisse mit Schreibrechten (777) ausstatten. Das betrifft zum einen das Cache-Verzeichnis wordpress-mobile-pack/plugins/wpmp_transcoder/c, das sich im Plugins-Ordner befindet und das betrifft zum anderen das Verzeichnis “Themes”, welches sich im Ordner “wp-content” befindet. WMP installiert nämlich bei der Aktivierung selbstätig die mitgelieferten Themes dorthin. Letzteren Punkt empfand ich als etwas unangenehm, weshalb ich versuchte, durch ein manuelles Umkopieren der Theme-Dateien in den Themes-Ordner die Vergabe dieser Schreibberechtigung zu vermeiden. Erfolglos. WMP prüft anscheinend bei der Aktivierung nur, ob Schreibrechte vergeben sind und nicht etwa, ob die zu installierenden Themes eventuell bereits vorhanden sind.

Hat man sich letztlich überwunden, im Grunde unnötige Schreibrechte zu vergeben, läuft die Aktivierung des Plugins ohne Auffälligkeiten ab. Solange WMP mit seiner Berechtigungsstruktur nicht zufrieden ist, führt jeder Aktivierungsversuch zu einer Fehlermeldung. Hat man diese ersten Hürden genommen, findet man im Navigationsbereich “Darstellung” drei neue Optionen vor, nämlich “Mobile Theme”, “Mobile Widgets” und “Mobile Switcher”.

neue-darstellungsoptionen.jpg

Der Hauptkonfigurationspunkt und damit auch die erste Anlaufstelle ist der Mobile Switcher. Hier stellt man ein, welches von den mitgelieferten Mobile-Themes zur Verwendung kommen und auf welche Weise erkannt werden soll, dass eine mobile Nutzung vorliegt. Empfehlenswert ist die Einstellung BOTH, die auf zweierlei Weise zum Aufruf der mobilen Darstellung führt. Zum Einen findet eine Browser-Erkennung statt. Wird ein mobiler Browser erkannt, wird das Surfen auf der mobilen Seite angeboten. Zum Anderen wird der Mobilmodus über eine Subdomainvergabe angesteuert.

m-blogmanufaktur-de.jpg

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So hat sich mittlerweile für diese Zwecke weitgehend die Subdomain “m.domain.tld” durchgesetzt. Der Effekt ist, dass beim Aufrufen dieser Subdomain auch dann die Mobilversion angezeigt wird, wenn der Besucher nicht mit einem mobilen Browser kommt. Einerseits also eine gute Möglichkeit zum Testen, ohne jedesmal ein Handy verwenden zu müssen, und andererseits auch eine gute Methode für diejenigen mobilen Geräte, bei denen die Browser-Erkennung nicht zum korrekten Ergebnis führt. Zudem kann man im Footer einen Link unterbringen, mit dem zwischen Mobil- und Desktopversion frei geschaltet werden kann.

mobileswitcheroptions.jpg

Unter “Mobile Theme” lässt sich die Darstellung der Inhalte finetunen. Dabei handelt es sich in der Gesamtheit um Maßnahmen, die die Mobilversion so schlank wie möglich machen sollen. Sie können festlegen, wieviele Posts in welcher Weise (beispielsweise nur Titel, ähnlich RSS) angezeigt werden und ob aufwändigere Site-Bestandteile, wie etwa eingebundene Medien versteckt werden sollen. Die Optionen sind allesamt selbsterklärend. Die “Mobile Widgets” repräsentieren die in den Sidebars des Desktop-Themes vorhandenen Widgets. Wählt man eins oder mehrere davon aus, so werden die entsprechenden Inhalte im Footer der Mobilversion angezeigt. So erreicht man einen nahezu vollständigen Leistungsumfang seines Blogs auch für unterwegs.

mobiletheme-options.png

USP: Mit “dotMobile WordPress Mobile Pack” kann man auch bloggen!

Bis hierhin kann das durch den Kollegen Florian Fiegel hier kürzlich vorgestellte WordPress-Plugin WP-Touch noch teilweise mithalten. Es ist allerdings auf iPhone, Android und Storm limitiert und läuft nicht in Kombination mit jedem anderen Plugin. Wenn es läuft (was mir bislang nicht unter vernünftigen Kompromissen gelungen ist), bietet es dem Besucher eine noch etwas schickere Optik als die “Mobile Themes” aus dem WMP, aber: WP-Touch wirkt nur auf das Frontend.

Mit WMP indes verwaltet der Blogbetreiber auch sein Backend. Zumindest teilweise, denn derzeit ist es mit dem WMP lediglich möglich neue Beiträge zu schreiben, bestehende zu bearbeiten, Kommentare zu moderieren und einige Einstellungen zu ändern. Dabei dürften allerdings gerade das Schreiben neuer Beiträge, sowie die Kommentarmoderation zu den meistgenutzten und für die tägliche Praxis relevantesten Funktionen gehören, weshalb die Einschränkungen nicht ganz so schwer wiegen werden. War man bislang mit seinem iPhone oder Android auf spezielle Apps aus den bekannten Stores angewiesen, so kann man mit WMP darauf verzichten. S60-Blogger entschieden sich möglicherweise nach einiger Sucherei für Scribe und werden froh sein, künftig darauf verzichten zu können.

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Fazit: Es gibt bislang keine mit dem “dotMobi WordPress Mobile Pack” vergleichbare Lösung. Das betrifft sowohl den gebotenen Funktionsumfang, wie auch die Kompatibilität zu vorhandenen Plugins einerseits und mobilen Endgeräten andererseits. Damit ist das WMP derzeit klar die richtige Wahl für den mobilen Betrieb von WordPress-Blogs. ™

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Über Dieter Petereit

ist diplomierter Absolvent des Studienganges Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Marketing, aber bereits seit 25 Jahren in der IT daheim. Seit der Jahrtausendwende ist er bei verschiedenen Unternehmensberatungen tätig gewesen und hat dort KMU in Fragen crossmedialer Marketingstrategien, sowie hinsichtlich konkreter IT-Projekte betreut. Technische Dokumentationen schreibt er seit Ende der Neunziger am Fließband, so dass der Betrieb verschiedener Blogprojekte seit 2005 nur konsequent ist.

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15 Kommentare zu WordPress für Datennomaden

  1. Chukki.de 18. Mai 2009 at 08:57 #

    Und was macht das Plugin mit Seiten? Ich mein WordPress findet ja immer mehr beliebtheit als CMS… da ist dieses Plugin ja dann nicht so der knaller für oder wi eseh ich das?

    gruß

  2. Werner Bremen 18. Mai 2009 at 10:46 #

    Hallo. Doch, mit Seiten funktioniert das Plugin ganz genauso.

  3. Oliver 18. Mai 2009 at 11:13 #

    Mich hätte eher ein Vergleich zu WPTouch interessiert. Das, was hier als Ausgabe kommt, sieht ja eher erschreckend aus. Einmal durch Lynx gepiped…

  4. Björn Kaiser 18. Mai 2009 at 13:44 #

    Sehr schöner Artikel!
    Ich selber Ärger mich immer wenn ich Seiten auf meinem Handy nur in der “normalen” Version abrufen kann und das dauert ja immer so ewig ;-)

    Hoffe der ein oder andere rüstet sein Blog mit diesem Plugin nach :)

    Die Themes schreiben sich auch wie WordPress Themes, oder? Da wäre mal ein Artikel interessant – mobile WordPress Themes, was man so alles beachten muss etc..

    Grüße Björn

  5. Tate83 18. Mai 2009 at 14:28 #

    hi
    danke für den tipp zu diesem coolen Plugin! Installation hat geklappt, nur leider zeigt er mir m.forall.ch nicht richtig an, das Redirecting scheint nicht zu funktionieren. Muss ich eine .htaccess oder so anlegen?

    Grüsse

    Tate

  6. Werner Bremen 18. Mai 2009 at 15:47 #

    @Tate: Nehme an, dass es daran liegt, dass Du auf ein Unterverzeichnis forwardest.

  7. Chukki 19. Mai 2009 at 08:18 #

    @Werner: Dann werd ich es doch mal ausprobieren :) Vielen Dank für die Information.

  8. Gabber 21. Mai 2009 at 23:51 #

    Wozu brauch man (WP) das? Andere Systeme könnens von hause aus, ohne zusätzliche Plugins, ganz ohne *magic*.

    *sign*

  9. Markus 27. Juni 2009 at 17:46 #

    werd mir das auch mal anschauen. bin seit langem am überlegen wie ich das am besten umsetz ohne die “normale” zu sehr zu belasten. deshalb schreckt mich die plugin variante bisher ab.

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