CSS

Wie validieren?

15. Januar 2004
von

Fehlerfrei, valide und geprüft, so hätten es viele gern. Doch so ganz einfach ist die Sache nicht. Vor allem dann nicht, wenn man bei Null anfangen muss und sich niemals zuvor damit beschäftigt hat. Der erste Test mit einem Validator lässt die meisten bereits wieder aufgeben. Hunderte von Fehlermeldungen lassen auf ein unmögliches Vorhaben schließen.

Zu erst einmal möchten wir Ihnen die Sache ein wenig schmackhaft machen. Warum sollte man sich diese Arbeit aufhalsen?

Browser zum Beispiel sind ein Argument. Man weiß nie, welche neue Version übermorgen erscheint und wie die eigenen Seiten dann aussehen. Valider Quellcode verleiht Sicherheit. Eine Garantie, dass alles in Ordnung ist gibt es zwar nicht, doch die Chancen sind deutlich größer. Wenn etwas nicht klappt, dann ist es zumindest nicht Ihre Schuld, sondern liegt am fehlerhaften Browser. Und je sauberer der Quellcode ist, desto einfacher hat es ein Browser, die Seiten korrekt darzustellen.

valid foto
So soll es aussehen…

Sollte einmal ein Experte tief in den Bauch Ihrer Seiten blicken, weiß er Bescheid. Ein valider Code sagt ihm, dass ein Profi am Werke war.

Fehlerfreie Seiten sind außerdem oft schneller geladen, sind zugänglicher und leichter einzulesen, zum Beispiel für Suchmaschinen – ein wichtiges Argument, wenn eine Website auch Erfolg haben soll.

Also ran an den Speck. Als Maßstab gilt uns der Validator des W3C, jener Organisation, die für die Webstandards zuständig ist.

Bevor Sie Ihre Seiten dort prüfen lassen, sind jedoch einige Vorbereitungen nötig.

  1. Eine Seite genügt. Verwenden Sie die Startseite, sofern es sich nicht um eine reine Vorschalt- oder Weiterleitungsseite handelt. Legen Sie eine Kopie an.
  2. Sie benötigen ein Werkzeug. Mit MS Frontpage erstellte Seiten können zwar auch nachbearbeitet werden, doch das Programm verwirft Ihre Korrekturen, sobald Änderungen mit Frontpage daran vorgenommen werden. Sie benötigen einen Editor, der Korrekturen nicht verwirft. Dazu reicht im Prinzip ein einfacher Texteditor. Wenn Sie nicht sicher sind, probieren Sie es aus.
  3. Räumen Sie auf. Je geringer der Umfang einer Seite, desto schneller klappt es mit der Validierung. Nehmen Sie heraus, was Sie nicht unbedingt benötigen. Später kann man wieder erweitern.
  4. Entfernen Sie alle Javascripte.
  5. Bestimmte, häufig vorkommende Kleinigkeiten werden vom Validator auf jeden Fall angemeckert. Um diese kann man sich bereits vorher kümmern. Dazu gehört, dass jede Grafik einen Alternativtext benötigt. Das gilt auch für BlindGIFs. Dies ist leicht zu beheben, schreiben Sie in den IMG-Tag einfach ALT=”" hinein.
  6. Legen Sie mit Hilfe eines Doctypes fest, welche Version von (X)HTML Sie verwenden. Geschieht dies nicht, weigert sich der Validator überhaupt mit der Arbeit zu beginnen.

Soweit vorbereit lassen wir den Ernstfall auf uns zukommen. Ein Validator kennt verschiedene Arten von Fehlern.

  • Tags, Elemente und Codes, die ihm unbekannt sind, die nicht zum Standard gehören oder nicht zur angegebenen (X)HTML Version passen.
  • Syntaxfehler, das heißt fehlerhaft geschriebene Tags, die manch ein Browser trotzdem zu interpretieren weiß.
  • Falsche Verschachtelungen. Manchmal ein großes Problem bei komplizierten Tabellenkonstruktionen.
  • Fehlende Schlußtags.

Einige Beispiele dazu:

 end tag for "STRONG" omitted...
    <strong>Text<p>...

Der Abschlußtag wurde ausgelassen.

      there is no attribute "BGCOLOR"
    <table border="0" bgcolor="#4a5a74"...

Das sieht eigentlich ganz passabel aus. Ist es aber nicht, denn hier wurde dem Validator per Doctype die HTML Version 3.2 vorgeschrieben. Diese kannte aber noch keine Hintergrundfarben für Tabellen.

      invalid comment declaration
    <!--- Ad-Tag 468x60 --->

Ein falsch geschriebener Tag. Browser stören sich nicht daran, der Validator nimmt es genau. Es muss heißen <– statt <—

      there is no attribute "BORDER"
    <td valign="top" border="0" width="50" height="50">

Rahmen für Tabellenzellen kennt HTML nicht, dies wäre nur mit CSS möglich.

      there is no attribute "FACE"
    <font size=1 face="Verdana, Arial, Helvetica"> 

Schlechte HTML-Editoren produzieren so etwas. Korrekt wäre “font-face”. Font-Befehle gibt es übrigens in der HTML 4 nicht mehr.

Eine falsch verschachtelte Tabelle stellt sich so dar:

      end tag for element "TD" which is not open
    ...><tr><td>&nbsp;</td></table></tr></td></tr></table>
      end tag for element "TR" which is not open
    ...<td>&nbsp;</td></table></tr></td></tr></table>
    

Solche Fehler aufzuspüren ist nicht einfach, der Validator hilft aber dabei.

Findet man den Fehler im wuchernden Code-Dschungel nicht, ist es eine gute Idee, den möglichen Bereich einzugrenzen. Dies tut man, indem man nur mit diesem den Validator füttert, oder Teile der Seite vorübergehend entfernt.

Auch wenn der Einstieg schwierig ist. Jeder aufgespürte und korrigierte Fehler macht die Website besser, jedes gelöste Problem ist ein Schritt nach vorn.

 foto

Sven Lennartz

Sven ist der Erfinder des Dr. Web Magazins, Autor und Herausgeber verschiedener Fachbücher. Als Webdesigner und Texter früher freiberuflich für verschiedene Unternehmen und Verlage tätig. Jetzt Geschäftsführer der Smashing Media GmbH.

3 Kommentare zu „Wie validieren?

  1. HTML5 – ein Überblick « urban-listening am 11. November 2009 um 00:29

    [...] Wie validieren? (0) [...]

  2. Lutz Näther am 7. März 2010 um 21:03

    Toller Beitrag im Internet,
    dem ich nur beipflichten kann.
    Habe selbst in meiner Freizeit angefangen Webseiten zu schreiben (seit 2004) und verschiedene Stufen durchgearbeitet. Begonnen hatte alles mit Fames-Sets, dann “normales” HTML und später dann auch meine Seiten angefangen zu validieren (logisch – beim W3C).
    Gerade das validieren und strikt mit CSS (auch bei Bildern) zu arbeiten brachte einiges an Erfolgen für meine Webseiten.
    Mein Rat ebenfalls an alle: lasst Eure Seiten prüfen (validieren) um Browser-Abstürzen zu begegnen.
    Auch heute noch, wo ich doch schon einiges an Erfahrungen habe, lasse ich neue Seiten generell validieren.
    Eines noch an Freunde der Frames-Sets: Erstens lassen sich diese schlecht oder gar nicht validieren, zweitens erschwert Ihr den Suchmaschinen das Auslesen und drittens erschwert Ihr dem User das Surfen wenn er von einer Suchmaschine kommen sollte. Stellt einfach um auf CSS 2.0: position:fixed; und das ganze arbeitet ähnlich einem Framesset.
    Übrigens: der Beitrag selbst zum validieren ist sehr korrekt und entspricht den Tatsachen. Manche Fehler bekommt man sehr genau angezeigt, manche Fehler können um ein paar Zeilen nach oben abweichen. Bei vielen Fehlern auch von mir die Empfehlung: einkürzen (war bei mir bei der ersten Seite auch) und am besten Webseiten selbst schreiben (mit SELFHTML).

  3. Cujo am 21. September 2010 um 11:33

    Schöner Beitrag :) In einem Punkt möchte ich dich aber gerne noch präzisieren. Die Validität einer Webseite hat keinen Einfluss auf das Google-Ranking. Das sieht man z. B. auch daran, dass die meisten großen Seiten wie z. B. spiegel.de oder tagesschau.de nicht valide sind. Ich habe letzte Woche zwei Artikel zum Thema Validieren geschrieben. Im ersten davon habe ich auch den Grund dafür genannt, warum selbst die Google-Seite invalide ist:

    http://www.webmaster-zentrale.de/webentwicklung/html-css/muss-eine-webseite-valide-sein/

    Ich versuche trotzdem, meine Seiten valide zu halten. Aber manchmal, z. B. bei manchen Werbebannern oder bei schlecht geschriebenen WordPress-Plugins, muss man halt auch Invalidität in Kauf nehmen.

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