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Wie funktioniert Linkbaiting?


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Das wertvollste Gut im Netz ist der Link. Einen Seitenbetreiber zum Setzen eines Links zu veranlassen, ist darum eine höchst einträgliche Kunst. Leider keine einfache.

Linkbaiting meint ködern (aus dem Englischen). Es bedeutet Material mit Absicht so aufzubereiten, dass ein ein Seitenbetreiber gar nicht anders kann, als freudig darauf zu verweisen. Dazu muss ihm etwas Besonderes geboten werden. Erst dann erfolgt eine aktive Reaktion. Gewöhnliche Einzelseiten eignen sich nicht zum Linkbaiting. Ein schöner Bericht, eine spannende Nachricht, egal wie originell oder aufregend, wird nur wenige Mitmenschen zum verlinken inspirieren. Man muss mehr bieten. Der Linksetzer braucht ein Ziel, das sich lohnt weiterempfohlen zu werden. Für echte Sensationen gilt das nicht, die brauchen keine Unterstützung, doch wer hat so etwas schon im Ärmel...

Ihr Material benötigt mindestens zwei dieser Eigenschaften:

  • beeindruckend
  • nützlich, hilfreich
  • einzigartig
  • dauerhaft

Listen und Tabellen
Eine Möglichkeit ist das Zusammentragen von Quellen in Form von Linklisten, Übersichten oder Tabellen. Eine solche Zusammenstellung muss mächtig und eindrucksvoll ausfallen, damit man sie als eine bemerkenswerte Arbeit wahrnimmt. Sie muss viel zum gewählten Thema bieten. Abbildungen helfen. Der Zwang, zumindest einen Bookmark zu setzen, ist nun fast unwiderstehlich. Ähnlich geht es Seitenbetreibern, die gern von der Existenz einer Quellensammlung erzählen, so sie diese selbst als nützlich erachten. Mancher Seitenbetreiber verlinkt Dinge nur deshalb, weil er sie zu einem späteren Zeitpunkt selbst zu verwenden gedenkt.

Mitnahmeartikel
Eine Sammlung von 50-CSS-Templates oder 200 profunden Gartentipps lockt. Gleiches gilt für hilfreiche Software oder PDF-Dateien. Ein einzelnes PHP-Script genügt nicht, es sei denn, es es bietet etwas einzigartig Neues. Ein Icon reicht auch nicht, es braucht eine Sammlung. Icons, Wallpaper und Fonts eignen sich gut für das Linkbaiting. Stimmt die Qualität und ist die Masse ausreichend genug, ist der Zweck rasch erfüllt. Eine lebhaften Traffic streicht man nebenbei ein. Gelegentlich kann ein einzelnes Foto oder Video ausreichen. Erfolge dieser Art sind aber eher zufällig. Sie sind deshalb kein echtes Linkbaiting. Ein Beispiel dafür ist ein Foto der Firma FontShop, das einen geplatzten LCD-Bildschirm zeigt. Es sorgte für Aufmerksamkeit und wurde in kurzer Zeit häufig verlinkt.

Screenshot
Kaputter Monitor als Wallpaper

Über bloßes Linkbaiting hinaus gehen Arbeiten wie der Buttonator. Ein Online-Generator zur Herstellung von Buttons. Hier kamen in nur andertalb Monaten vorsichtig geschätzt mehr als 500 Links und über 1500 Social-Bookmarks (allein bei del.icio.us) zusammen. Und manchmal genügt ein Versprechen um Körbeweise Links einzusammeln.

Trendthemen
Ein Artikel oder eine Meinung zur Fußball-WM bringt nichts. Es braucht Masse. Alle Spieler, alle Tore aller früheren Weltmeisterschaften in einer lesefreundlichen Übersicht und schon klappt es mit den Links. Ein Kommentar zu Ajax oder Web 2.0 ist ordentliches Material für Ihre Leser. Linkbaiting aber wird daraus erst, wenn Sie über 50 Vorteile von AJAX oder die 100 erfolgreichsten Web 2.0 Unternehmungen berichten können.

Quantität vor Qualität?
Eine Gratispublikation wie unser Buch 5 funktioniert auch im Sinne von Linkbaiting. Nur zu diesem Zweck wäre ein eigens aufgelegtes Buch allerdings viel zu teuer. Verlinkt wird übrigens zumeist, ohne das der jeweilige Linksetzer den Inhalt wirklich kennt. Es genügt die Existenz eines Downloads, der normalerweise Geld kostet; der darüber hinaus genug Seiten hat, so dass man ihn ernst nehmen muss. Und der zum Dritten aktuell und neu ist. Ein 40-seitiges eBook ist besser als eine einzelne HTML-Seite, so lang sie auch sein mag.

Der Zeitfaktor
Der Köder ist umso wirksamer, je mehr Dauerhaftigkeit das Material verspricht. Eine Iconsammlung, ein guter Gratisfont oder ein eBook lohnen einen Link weil sie auch in sechs Monaten wahrscheinlich noch brauchbar sind. Tools, kleine Programme, Generatoren oder Scripts erfüllen mitunter jahrelang ihren Zweck. Auch Tarifrechner, Umrechner oder Konfiguratoren schlagen in diese Kerbe.

Es versteht sich von selbst, dass der Köder nicht bereits auf diversen Websites in ähnlicher Form angeboten wird. Das kann kein Erfolg werden. Es macht Sinn sich etwas auszudenken und sich dabei an den Bedürfnissen und Wünschen seiner Kundschaft zu orientieren. Ideen liefert Ihnen die Popular-Liste von del.icio.us. Was hier auf Top-Positionen geführt wird, wird wahrscheinlich auch oft verlinkt. Die Liste lässt sich nach Tags sortieren. Zudem verändert sie sich ständig. Vorlieben und Muster findet man schnell heraus.

Linkbaiting funktioniert besser wenn es angeschoben wird. Geeignete Methoden sind alte Bekannte, etwa Newsletter oder Pressemitteilungen. Ideal sind Weblogs. Blogger verlinken gern, nicht nur auf Sie, sondern auch untereinander. Hat man selbst kein Weblog, ist das kein Beinbruch. Es genügt einigen prominenten Bloggern davon zu erzählen. Anregungen dazu liefern die deutschen Blogcharts. Hier sind geeignete Vertreter schnell ermittelt. Emailadressen sind meist ohne Probleme herauszufinden.

Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, dem sei die Liste der Artikel über Linkbaiting empfohlen, die selbst natürlich auch Linkbaiting ist. (tm)

Erstveröffentlichung 14.06.2006

Über Sven Lennartz

GravatarSven ist der Erfinder und Leiter des Dr. Web Magazins. Autor und Herausgeber verschiedener Fachbücher. Als Webdesigner und Autor früher freiberuflich für verschiedene Unternehmen und Verlage tätig. Jetzt Geschäftsführer der Smashing Media GmbH. Website. Weitere Beiträge für Dr. Web: 1226

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2 Kommentare zu “Wie funktioniert Linkbaiting?”

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