Weihnachtsgrusskarten an Freunde und Verwandte zu versenden, kann schnell zur Bürde werden. Dabei macht es richtig Spaß, eigene Karten zu kreieren, vor allem wenn Photoshop dabei als Grundlage dient. Denn mit Hilfe der Formwerkzeuge und den passenden Pinselvorgaben lassen sich schnell individuelle Weihnachtsmotive gestalten.
Im Hintergrund
Mit dem Verlaufswerkzeug ziehen Sie auf einer neuen Ebene einen radialen Verlauf aus der Mitte des Dokuments auf. Dazu stellt man die Vordergrundfarbe auf #ffaa11 (RGB 255, 170, 17) und die Hintergrundfarbe auf #ff5500 (RGB 255, 85, 00) ein. Wurde das Werkzeug aktiviert, kann in den Optionen das Icon des Radialverlaufs angeklickt werden. Der Verlauf wird nun aus der Mitte in eine der Ecken aufgezogen, was zu folgender Grundlage führt.

Grundlage der Karte
Streifenmuster
Noch wirkt der Hintergrund zu unspektakulär (kleine Anspielung auf Spekulatius, dem Weihnachtsgebäck). Einen Streifenmuster soll das ändern. Die Vordergrundfarbe wird auf Weiß eingestellt und das Polygon-Werkzeug aktiviert. In den Optionen stellt man die Seiten auf 60 Seiten ein. Weiter links in der Optionsleiste sieht man einen kleinen, schwarzen Pfeil, der nach unten zeigt. Nach einem Klick auf diesen Pfeil gibt man einen Radius von etwa 500px an und setzt ein Häkchen vor »Stern«,; wo bei »Seiten einziehen um:« 95% angegeben wird.
Der Stern wird nun aufgezogen. Dabei sollte man darauf achten, dass in den Optionen »Formebenen« aktiviert ist. So entsteht automatisch eine neue Ebene. Mit dem Verschieben-Werkzeug positioniert man den Stern mittig. Die Füllmethode wurde hier auf »Überlagern« (Ineinanderkopieren) und die Deckkraft der Ebene auf etwa 70% umgestellt.

Streifen dank dem Polygon-Werkzeug
Tannenbaum – Grundform
Die Grundform von diesem Weihnachtsbaum ist mit dem Zeichstift-Werkzeug schnell erstellt. Auch hierbei sollte »Formebenen« aktiviert sein. Außerdem sollte die Vordergrundfarbe auf #11bb11 (RGB 17, 187, 17) eingestellt werden. Die ersten Tannzweige an der Spitze werden mit dem Zeichenstift geformt. Der Schlagschatten mit der Füllmethode »Normal«, #009900 (RGB 0, 153, 0), Deckkraft 100%, Winkel 90 Grad, Distanz 5 sowie Größe 3 und eine Verlaufsüberlagerung mit Deckkraft 100%, einem Verlauf von der Vordergrund- zur Hintergrundfarbe mit #11aa11 (RGB 17, 170, 17) und #22bb22 (RGB 34, 187, 34) sowie einem Winkel von 45 Grad sorgen für einen leichten 3D-Effekt.
Hier wurde die Grundform zweimal über »Ebene ↔ Neu ↔ Ebene durch Kopie« dupliziert, mit dem Verschieben-Werkzeug positioniert und jeweils etwas anders über »Bearbeiten ↔ Transformieren« verformt. Der Stamm ist auf gleiche Art und Weise entstanden. Nur Form und Farbe variieren natürlich.

Mit dem Zeichenstift erstellter Weihnachtsbaum
Tannenbaum – Schmuck
Für den Stern wählt man noch einmal das Polygon-Werkzeug an, ändert die Optionen jedoch auf fünf Seiten und Seiten einziehen um 50% ab. Das Feld bei Radius bleibt leer. Mit gelber Vordergrundfarbe ist der Stern nach dem Aufziehen in der gewünschten Größe sogleich fertig. Die Kugeln enstanden mit dem Ellipse-Werkzeug. Hierbei habe ich die Shift-Taste gehalten, um kreisrunde Formen aufzuziehen. Ein »Schlagschatten« sowie eine »Verlaufsüberlagerung« von Schwarz nach Weiß mit der Füllmethode »Überlagern« sorgt hier für den Kugeleffekt. Diese Kugel wurde mehrfach kopiert und nach einem Doppelklick auf die Ebenenminiatur die Farbe geändert.

Geschmückt mit Kugeln und Stern
Schneeflocken
Um die Schneeflocken relativ schnell in die Karte zu integrieren, besorgt man sich einfach das passende Werkzeugspitzenset, wie etwa die Snow + Snowflakes Brushes auf deviantart.com. Um eine Pinselvorgabe zu laden, aktiviert man das Pinsel- oder Buntstift-Werkzeug und öffnet in den Optionen die Auswahlliste. Da klickt man auf den kleinen schwarzen Pfeil oben rechts.
In der Liste können verschiedene Aktionen in Bezug auf die Spitzen durchgeführt werden. So könnte mit »Pinsel laden…« der aktuellen Liste eine weitere Bibliothek hinzugefügt oder mit »Pinsel ersetzen« die aktuelle Liste durch eine andere Bibliothek ersetzt werden. Auf einer eigenen Ebene, die über »Ebene ↔ Neu ↔ Ebene« erstellt wird, sorgt man mit weißer Farbe und einem der Schneeflocken für einen winterlichen Effekt.

Weihnachtskarte im Retro-Look
Für den Vintage-Look blendet man die Hintergrundebene aus und reduziert alle sichtbaren auf eine Ebene. Über »Bild ↔ Anpassen ↔ Farbton/Sättigung« wird die Sättigung abgeschwächt und über die LAB-Helligkeit das Bild leicht ausgeblichen. In diesem Beispiel sorgten zwei schmutzige Texturen für einen schönen »Grunge«-Effekt. Die Deckkraft dieser Texturen wurde stark reduziert und die Füllmethode bei der einen Textur auf »Überlagern« (Ineinanderkopieren), bei der anderen auf »Multiplizieren« umgestellt.
Man könnte noch die Ebene mit der Karte und die Ebenen mit den Texturen auf eine Ebene reduzieren, unter dieser Ebene mit dem Abgerundeten-Rechteckwerkzeug eine Form aufziehen, die einen Schlagschatten erhält und die Ebene mit der Karte über den Menüpunkt »« und einer Schnittmaske an diese Form anpassen.
Übrigens gibt es erst seit Dezember 1843 Weihnachtsgrußkarten. Es war Henry Cole der, recht typisch, wenig Zeit und vielleicht auch keine Lust verspürte, zum Weihnachtsfest wie es damals gängig war lange Briefe an seine Freunde und Verwandten zu schicken. Er beauftragte deshalb den Illustrator John Callcott Horsley, eine Weihnachtskarte mit dem Text »Merry Christmas and a Happy New Year to You« zu gestalten. (Quelle: Wer erfand die Weihnachtskarte?)
Erstveröffentlichung 24.12.2007
Dirk Metzmacher
Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials in den letzten 7 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, dem Franzis Verlag oder DigitalPhoto sowie Online-Magazinen wie etwa Dr.Web, photokina oder das Smashing Magazine von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine




[...] Hier zum Photoshop Tutorial: Weihnachtskarte in Retro-Stil erstellen [...]
[...] Digitale Weihnachtskarten, ahoi. Super, schont nicht zuletzt die Umwelt ! (Naja nicht wirklich, spart aber Zeit, richtige Postkarten auszufüllen) Quelle: http://www.drweb.de/magazin/weihnachtskarte-im-retro-stil/ [...]
Super!
Vielen Dank!