Webfonts adé: Typekit-Konkurrent WebINK gibt auf

Mit der Etablierung der Webfonts vor etwa fünf Jahren gab es sehr schnell die ersten Anbieter von Webfonts auf dem Markt. Vor allem Typekit als einer der ersten Webfontdienste hat hier das Abomodell durchgesetzt. Seit 2011 gehört Typekit zu Adobe und ist fest in die Creative Cloud eingebunden, so dass Mitbewerber es seitdem nicht unbedingt leichter haben. Die ersten Auswirkungen treten jetzt zutage…

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Typekit dank Adobe allgegenwärtig

Daher ist es nicht allzu überraschend, dass mit WebINK der erste halbwegs große Typekit-Konkurrent die Segel streicht und seinen Dienst einstellt. WebINK gehört zum Softwareunternehmen Extensis, das selbst zwar keine Schriften anbietet, sich aber auf professionelle Schriftenverwaltung spezialisiert hat. Der Abschied von WebINK überrascht auch deshalb nicht, weil der Dienst mangels eigener Schriften ein relativ überschaubares Angebot an Webfonts hatte.

Mit den über 4.000 Schriften, die Typekit anbietet, konnte WebINK nie mithalten. Neben Typekit sind es vor allem MyFonts und fonts.com, die unter den kommerziellen Webfontdiensten derzeit im Wettbewerb zu Typekit stehen.

Ende Juni ist Schluss

WebINK stellt seinen Dienst Ende Juni ein. Auch wer kurz vor Schluss den Dienst noch einmal testen möchte, kommt zu spät. Neuanmeldungen sind nicht mehr möglich. Kunden empfiehlt WebINK den Wechsel zu Typekit oder Google Fonts. Über eine Migrationstabelle erfährt man, welche Schriftenanbieter von welchen Webfontdiensten unterstützt werden. Das kann zumindest dabei helfen, eine Alternative zu finden.

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Adobes Reaktion auf das Ende von WebINK

Allerdings ist die Migrationstabelle vor allem auf den Wechsel zu Adobes Typekit ausgelegt. Adobe hat bereits auf den Rückzug von WebINK reagiert und drei neue Schriftenhäuser in sein Angebot aufgenommen. Einen spezielles Migrationsservice, der den Umzug vereinfachen würde, wird es jedoch nicht geben.

Abomodelle und ihre Nachteile

Das Beispiel WebINK zeigt auch den großen Nachteil von Abomodellen. Nutzer von WebINK müssen sich nun nach einem neuen Dienst umschauen. Je mehr Schriften auf verschiedenen Webprojekten eingesetzt werden, desto schwieriger dürfte der Wechsel fallen. Abgesehen vom Aufwand, Schriften eines neuen Anbieters in bestehende Websites einzubauen, muss erst einmal ein Anbieter gefunden werden, der auch alle genutzten WebINK-Schriften anbietet.

Webfonts auch ohne Abo erhältlich

Ich selbst war nie ein großer Freund des Abomodells bei Schriften. Auch wenn ich mich mittlerweile mit der Creative Cloud von Adobe halbwegs angefreundet habe, sind mir selbst gehostete Schriften immer noch lieber.

Zwar findet man klassische Adobe-Schriften ausschließlich als Abomodell; aber vor allem MyFonts bietet all seine Webfonts zum Selbsthosten an. Zwar wird hier unterschieden zwischen Schriften, die einmal lizenziert werden und solchen, für die man nach Page-Impressions zahlt. Aber auch letztere werden selbst gehostet. Hier ist man lediglich verpflichtet, ein Zählpixel auf der Website einzubinden, welcher MyFonts erlaubt, die Seitenzugriffe nachzuvollziehen.

Bei Typekit besteht zwar derzeit wohl nicht das Risiko, dass der Dienst dicht macht. Aber das Beispiel WebINK zeigt zumindest, dass man bei Abomodellen grundsätzlich auch das Ende eines Dienstes im Hinterkopf haben sollte. Auch wenn das jetzt die vielen Startups im Lande nicht gern hören werden: das Risiko ist bei jungen, kleinen Unternehmen größer als bei den etablierten und sollte im Vorfeld sorgfältig abgewogen werden.

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Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet. Als Webdesigner und -entwickler gehören HTML5 und CSS3 zu seinen Kernthemen, weshalb er dazu 2013 ein Buch geschrieben hat. „Pure HTML5 und CSS3“ richtet sich an alle, die Vorkenntnisse haben, sich aber bisher mit HTML5 und CSS3 nicht oder nur am Rande beschäftigt haben.

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