Glatt und sauber war gestern. Denn so ist die Welt nicht- auch nicht die virtuelle. Immer mehr Designer versuchen sich am Gegenteil. Dazu gehören Flecken, zerrissene Rahmen, beschädigte Icons, geknickte und gerissene Zettel und was einem noch dazu einfallen mag. Schmutzige Texturen werden wieder benötigt und dienen als Hintergründe für Seiten, Fotos und andere Elemente.
Das passt prima zum Handschriftlichen und ist so ziemlich das gerade Gegenteil des klinisch sauberen, stets glanzvollen Web 2.0 Designs. Beispiele haben wir bereits gezeigt und Sie mit Material versorgt. Vertiefen wir diese Gedanken noch etwas:
Keineswegs muss eine Website komplett solchen veränderten Geschmäckern folgen, es kann durchaus genügen nur einige wenige Gestaltungselemente einzubeziehen. In Shops und Unternehmensauftritten ist es auch kaum anders möglich. Hier machen Details die Stimmung und beeinflussen so die Wahrnehmung des Nutzers.
Dieser Look is unregelmässig schmutzig und roh; wirkt benutzt, getragen, vergilbt und gebraucht. Dazu reicht es mitunter einen passende Textur in das Design einzubauen und fertig ist der Grunge-Look. Genau das hat Jeremy Zevin gemacht. Seine Website würde ansonsten wohl auch als Web 2.0 Design durchgehen können.
Handschriftliche Elemente sind wichtig, da sie gleich das passende Aussehen mitbringen. Wer wirklich etwas gegen das rechtwinklige, oft viel zu gerade Web unternehmen will, der muss sich seine Website selbst zeichnen – oder Teile davon. Gelegentlich wird das auch versucht. Vielleicht sogar häufiger als man denkt. Zwischen Schmiererei und Persönlichkeit ist alles dabei. Egal ob Blog, Shop, Werbung, private Seite, Portfolio oder Aktion – Flash oder (X)HTML.
Leuchtkräftfige Tupfer und Elemente in kontrastierenden Farben machen sich gut in diesem Umfeld. Siehe die Beispiele von Shop Moss oder wie hier im Bild von David Hellmann.

Designelemente, die häufig vorkommen
Wichtig sind Hintergrund- und/oder Headerbilder bzw. schmutzige Texturen, die schon einmal kräftig ausfallen dürfen.

nregelmässige Linien und Rahmen

vergilbtes Tesafilm

Heft- und Fotoklammern, Büroklammern, Nadeln und Pins aller Art

Kaffeeränder, verschüttete Flüssigkeiten, Flecken

Risse (Papier), Brüche, schmutzige Kanten

Eselsohren

Handschrift

EXP.TYPO ist eher Collage denn Webdesign
Ein weitaus typischeres Beispiel stellt Joe Grishams Website. Hier kommen gleich mehrere der genannten Elemente vor:
David Hellmann – verwendet einen schwarz getünchte Bretterzaun als Hintergrundtextur
Team Green
red9ine
Shop Moss
Pain is Good – nicht wörtlich zu nehmen, hierbei handelt es sich um Werbung
Olly Hite
Webdesigner Ro
Burn the Fields – Musiker, keine Frage hier passt der Look perfekt.
Scouting for Girls machen ebenfalls Musik
Adventure Trekking

dtamas

grantmx/designs
Shaker Designs
Design Sponge
Extrem-Designer Thomas Schostok aus Germany
Darklight
nYq
Liquidesign
loworks – made with Flash
DesignBStudios
CSS Rockstars
a j miles
Sven Lennartz
Sven ist der Erfinder des Dr. Web Magazins, Autor und Herausgeber verschiedener Fachbücher. Als Webdesigner und Texter früher freiberuflich für verschiedene Unternehmen und Verlage tätig. Jetzt Geschäftsführer der Smashing Media GmbH.





[...] in der Blogecke zu finden sind. Aber zur Inspiration reicht es allemal… Siehe auch nochmal hier: http://www.drweb.de/magazin/webdesig…grunge-design/ So alt is der Artikel auch noch nicht . __________________ [...]
[...] Dr.Web. / Webdesign-Trend: Grunge Design [...]
[...] Dr.Web. / Webdesign-Trend: Grunge Design [...]
Hallo Sven,
Danke für diesen Artikel und den schönen Anregungen.
Werde mal ein paar Ideen ausprobieren. Passendes Material ist mein alter grauer Lappen (Führerschein) der schon 30 Jahre in meinem Portmonee rumgetragen wird. Ansonsten werde ich die Augen offen halten für schöne alte Sachen.