Die richtige Preisfindung ist eine komplexe und durchaus schwierige Sache. Immerhin sieht sich fast jeder Webdesigner einen harten Wettbewerb ausgesetzt. Es ist an der Zeit, dies wie schon einmal einem kleinen Test zu unterziehen.
Wir haben zwei Mal 30 Anfragen herausgeschickt, jeweils 30 an freiberufliche Designer und 30 an gewerbliche Anbieter. Nicht jeder hat ein Angebot abgegeben, so blieben jeweils 22 übrig, aus denen wir Durchschnittspreise errechnet haben. Dies ist nicht repräsentativ, sondern soll lediglich eine Hilfe bei der eigenen Preisgestaltung darstellen.
Das von uns vorgegebene Angebot finden Sie weiter unten. Augenscheinlich unrealistische Angaben haben wir – so weit es erkennbar war – unberücksichtigt gelassen.
Der durchschnittliche Preis einer kleinen Website schlägt mit 2990 Euro zu Buche. Der durchschnittlich zugrunde gelegte Zeitaufwand mit 51,5 Stunden. Dabei gibt es, wie nicht anders zu erwarten, erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Angeboten. Verwunderlich ist das nicht, da eine Anfrage ganz verschieden interpretiert werden kann.
Nicht überraschen dürfte, dass gewerbliche Angebote, diejenigen von Firmen also, preislich höher liegen, als die der freiberuflichen Kollegen. Firmen müssen freilich mit höheren Kosten und einer beträchtlichen Steuerbelastung kalkulieren. Das gilt erstaunlicherweise auch für die angesetzte Stundenzahl, die zur Abwicklung des Musterauftrags angegeben wurde.
| Freiberufler | Gewerbe | |
| Durchschnittspreis | 2470 | 3510 |
| Preisspanne | 300-8400 | 1900-16500 |
| Stunden im Schnitt | 44 | 59 |
| Stundenspanne | 15-139 | 20-160 |
Wer sich weit von den Mittelwerten entfernt, könnte es schwer haben. Für die Kunden der Webdesigner gilt, unbedingt mehrere Angebote einholen.

Einige Anbieter verwenden Preisrechner mit denen man sein Wunschangebot selbst kalkulieren kann

Der fiktive Auftrag
Es ging um die Website eines Kleinunternehmens mit fünf Mitarbeitern. Auf einen zu Präsentationszwecken anspruchsvollen und technisch sauberen Auftritt wurde ausdrücklich Wert gelegt. Folgendes wurde verlangt:
- Beratung und Planung
- Aufwändige Startseite mit grafischen Elementen
- Benutzerfreundliches Design
- 10 fehlerfreie HTML-Seiten
- Ein dynamischer Bereich für ein Weblog oder Nachrichtensystem
- Ein Kontaktformular
- Das Scannen und Bearbeiten von einem Dutzend Fotografien
- Eine interne Suchfunktion
- Die Anmeldung bei Suchmaschinen und Webkatalogen
- Endabnahme
Alle Preise wurden mit Umsatzsteuer berechnet. All das sagt nichts über die Qualität von Websites aus. Auch mag manchem der veranschlagte Arbeitsaufwand recht hoch erscheinen. Man sollte dabei nicht vergessen, dass insbesondere für Beratung und Wünsche eines Kunden viel Zeit verbraucht werden kann.
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