Webdesign

Was bringen eigentlich Anzeigen im RSS-Feed?

10. Juli 2007
von

Darüber den Feed dieses Weblogs mit Anzeigen zu versehen habe ich schon einmal nachgedacht. Es aber nie getan. Die Zahlen in diesem Beitrag stammen aus einem anderen bekannten Blog. Feed und Anzeigen werden via Feedburner ausgeliefert. Das Feedburner Anzeigen-Netzwerk zahlt Tausenderkontaktpreise (TKP). Pro Tausend aufgerufener Feeds einen Betrag zwischen 1 und 9 Dollar. Dies ist die Preisspanne, die ich in drei Monaten beobachtet habe. Das klingt brauchbar, denn Klickraten im Feed sind niedrig und spielen so keine Rolle. Unser Beispielfeed bringt es auf rund 20.000 Abonnenten.

Eine einfach Beispielrechnung führt in die Irre. 20.000 Leser pro Tag mal durchschnittlich 4,50 Dollar TKP macht 90 Dollar pro Tag oder 2700 Dollar pro Monat. So lässt sich leider nicht überschlägig kalkulieren. Die 20.000 werden zwar von Feedreadern abgefragt, aber noch lange nicht geöffnet und auch gelesen. Dies ist aber notwendig damit eine Grafik abgerufen und die Banner gezählt werden können. Selbstverständlich spielt auch die Frequenz der Postings eine Rolle, die hier eher gering war (zwei Beiträge pro Woche).

Dazu kommt, dass nicht jeder Beitrag eine Anzeige bekommt und einige davon über ein GeoTargeting ausgeliefert werden, das heißt in bestimmten Ländern zu sehen sind. Die Abrechnungen fallen also deutlich geringer aus. Das Ganze lässt sich noch weiter begrenzen, indem nur Beiträge ab einer bestimmten Länge überhaupt berücksichtigt werden. Hier kann der Blogger Einfluss nehmen. Anzeigen in Kurzbeiträgen stören. Über die Monate hinweg sieht die Statistik nun so aus:

Screenshot

Feedburner braucht eine Weile um im Schwung zu kommen. Nach einem Monat wurden mehr laufende Anzeigen angeboten. Neue Kampagnen muss man übrigens nicht akzeptieren. Gefällt einem nicht, was man sieht, lässt sich die Anzeige abwählen. Da Feedburner inzwischen zu Google gehört, ist zukünftig mit dem Adsense-Format zu rechnen. Das kann vieles ändern. Einige Hundert Dollar sind bereits jetzt herauszuholen. Ob sich das lohnt und der eigene Feed genug dafür hergibt, ist eine andere Frage.

Sven ist der Erfinder des Dr. Web Magazins, Autor und Herausgeber diverser Fachbücher. Als Webdesigner und Texter früher freiberuflich für verschiedene Unternehmen und Verlage tätig. Jetzt Vorstand und Mitgründer der Smashing Media AG.

18 Kommentare zu „Was bringen eigentlich Anzeigen im RSS-Feed?
  1. iKA am 10. Juli 2007 um 11:33

    Klingt natürlich extrem verlockend, zumal sich die Seite hier ja auch irgendwie finanzieren muss. Aber ehrlich gesagt, bei Werbung in Feeds neige ich (und IMHO auch viele andere) meistens zu einer Abbestellung des selbigen.

    Denn seien wir mal ehrlich, in Browsern nutzt fast jeder Vielsurfer irgendein Tool, das einem die Werbung ausblendet und/oder Popups etc. unterbindet. Warum sollten sich diese User dann mit Werbung im Feed abgeben?

  2. markus am 10. Juli 2007 um 13:05

    Nicht schlecht. Klingt verlockend :-)

  3. Martin am 10. Juli 2007 um 13:33

    Mein RSS Feed kann da leider nicht mithalten… =)

  4. […] Weblog hat aus einem anderen Blog die Feedburner-Daten zusammengestellt. Welche Daten? Feedburner bietet nicht nur zahlreiche RSS Managementfunktionen an, sondern auch […]

  5. Conny am 10. Juli 2007 um 14:33

    Mhhh Werbung im RSS Feed mhh ich wüsste gar net wie man das bei WP einbinden kann. Weiß einer Rat?

  6. Fabian am 10. Juli 2007 um 15:16

    Also ich finde, ein RSS-Feed ist ein Informationsmedium und sollte nicht für Werbung missbraucht werden. Für mich wäre Werbung im Feed ein klarer Grund diesen nicht weiter zu abonnieren…

  7. This and That am 10. Juli 2007 um 16:17

    […] ja “noch” selten. Einer der wenigen Anbieter ist Feedburner. Grade von Google gekauft. Dr. Web Weblog bringt mich grade auf die Idee das einfach mal ein paar Tage oder Wochen hier zu testen. Passend […]

  8. Janshi am 10. Juli 2007 um 22:09

    Ich benutze die Google-Startseite iGoogle und sehe immer nur die Überschriften. Mich würde das also nicht betreffen, aber ich kann mir vorstellen, dass es anderen nicht gefällt :/

  9. Sascha am 11. Juli 2007 um 11:08

    @#5 – mmmhhh? Zeitungen und TV sind auch Informationsmedien. Würdest du die auch abbestellen? Natürlich muss der nichtredaktionellen Inhalt gekennzeichnet sein.

  10. Meikell am 11. Juli 2007 um 16:48

    Muss denn wirklich ÜBERALL Werbung sein? Ich glaube, viele (mich eingeschlossen) nervt das nur noch, man blendet es mental aus (und damit geht die Werbung am Ziel vorbei)

  11. creezy am 11. Juli 2007 um 17:55

    Werbung im RSS Feed?

    Wie schnell kann man wohl „unsubscribe“ drücken?

  12. […] entdecken nun auch Werber nach und nach das Thema RSS. Und so steht man derzeit vor den ersten Einnahmemöglichkeiten und Diskussionen, ob RSS und Werbung wirklich ein Traumpaar ergeben, oder warum das Format […]

  13. Werbung in Blogfeeds « WEBKRAM.de am 13. Juli 2007 um 09:49

    […] Dr. Web hat Sven Lennartz einen Beitrag veröffentlicht, in dem er ein Fazit der letzten Monate mit […]

  14. Alex am 13. Juli 2007 um 11:25

    Werbung in Feeds, solange nur auf Text basierend, hat sicherlich seine Berechtigung. Warum glauben immer alle, dass im Internet alles kostenlos sein muss? Die paar Textzeilen Werbung werden sicherlich keinen User verkraulen.

  15. André am 13. Juli 2007 um 11:47

    Ich bin auch kein Freund von Werbung im Feed, aber ich verstehe auch, dass ein Blogger bei einem Komplettfeed Werbung einbauen will. Die Umsetzung von Feedburner finde ich hingegen nicht sehr gelungen, da könnte man noch etwas verbessern.
    Insgesamt aber sich ein Trend, der zunehmen wird.

  16. Mike Adolphs am 13. Juli 2007 um 13:21

    Mich stoert Werbung im Feed auch nicht sonderlich. Anklicken wuerde ich allerdings auch nur in den seltensten Faellen.

  17. werbung stinkt am 15. Juli 2007 um 20:09

    Warum glauben immer alle, dass im Internet alles kostenlos sein muss?

    Und warum glauben immer alle, alles kommerzialisieren und mit jedem Furz Geld verdienen zu müssen?

  18. […] mal Werbung im Feed getestet und die Klickzahlen waren schlecht. Zu dem selben Schluss kommt auch Dr.Web in einem entsprechenden […]

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