Für Unternehmen sind Gewinnspiele…
…auf dem wohl größten Social Network äußerst attraktiv, um ihre Fangemeinde wachsen zu lassen. In der Vergangenheit gab es dazu zahlreiche negative, aber auch einige positive Praxisbeispiele, von denen man viel lernen konnte.
Einige Unternehmen haben dabei ihrem Image mehr geschadet und die Fans nachhaltig in ihrer Meinung über das Unternehmen beeinflusst. Andere wiederum versuchten in soziale Netzwerken die Fans mit Hilfe von Wettbewerben zum Mitmachen zu animieren, bei welchen Humor, Kreativität und Ideenreichtum gefragt waren.
Es gibt jedoch einige Dinge zu berücksichtigen, wenn man aufmerksamkeitsstarke Gewinnspiele über soziale Medien aufbauen will. Im Folgenden Gastbeitrag von Twago werden mehrere positive und negative Praxisbeispiele kurz vorgestellt.
So gestalten Sie ein Gewinnspiel auf Facebook richtig
Hornbach veröffentlichte auf der Pinnwand der Facebook-Fanseite Fotos, auf denen Produkten des Hornbach-Sortiment versteckt waren. Die Fans sollten die Produkte markieren und nahmen damit für ein Gewinnspiel des jeweiligen Produktes teil. Die Umsetzung des Gewinnspiels war wegen des Stattfindens auf der Pinnwand jedoch gemäß den Promotion Guidelines von Facebook nicht erlaubt, so dass das Gewinnspiel nach einigen Tagen gesperrt wurde.
Hornbach reagierte und versprach den Fans, sich eine andere Lösung für das Gewinnspiel zu suchen. Interessant ist, dass die Fans in Hornbachs Sinne reagierten. Die durch die User als kleinkarierte empfundene Sperrung, führte zu vielen positiven Kommentaren für Hornbach. Die Kundenbindung dürfte hier also, trotz des schiefgelaufenen Gewinnspiels, eher verstärkt als geschwächt worden sein.
Es kann auch mal schief laufen… oder die Konkurrenz gewinnt
Weniger glücklich dürfte die Firma L’Oreal nach dem Ende ihrer Facebook-Kampagne gewesen sein. Sie startete eine Promotion für Haarfarbe. Zu gewinnen gab es ein Fotoshooting. Hier ging neben vielen anderen Bewerbungen auch die einer 71-jährigen Dame für den Contest ein. Die Fans stimmten für die Außenseiterin ab und so sammelte sie mit Abstand die meisten Stimmen.
Die Jury des Wettbewerbs entschied sich dennoch gegen die Favoritin der Fans und schloss diese vom Contest aus. Schwarzkopf nutzte den sozialen Fehltritt des Konkurrenten und setzte die Sympatieträgerin des Wettbewerbs als Model für Haarpflegeprodukte der eigenen Marke ein. Das frischgebackene Werbegesicht Frau Gerdes wurde zudem Testimonial für älteres Haar. So konnte in diesem Fall der Konkurrent Schwarzkopf von dem Wettbewerb auf Facebook profitieren.
Henkel wurde die Schmach zwar erspart, dass ein Konkurrent die Social-Media-Schwäche ausnutze, aber als positiv kann der Konzern seine Facebook-Kampagne ebenfalls nicht verbuchen. Für das Produkt Pril rief Henkel einen Design-Wettbewerb über Facebook aus. Die Pril-Etiketten sollten ein von Fans kreiertes und “geliktes” Antlitz erhalten. Als Hauptgewinn für die Kreativen gab es ein iPad.
“Die Resonanz war groß und die Fans stimmten ab, auch für die reichlichen, schrägen Spaßdesigns. Henkel entschied sich bei den Stimmergebnissen unzulässige Stimmen abzuziehen und auch einige Designs von der Teilnahme am Wettbewerb, aufgrund von anstößigen, ethisch oder moralisch nicht vertretbaren Inhalten, auszuschließen. Die Reaktion der Community war eindeutig.”
Die Nutzer waren sehr verärgert und fanden das Handeln des Unternehmens peinlich und humorlos. Henkel reagierte, indem Sie Spülmittelflaschen mit einem spaßigen Favoritendesign der Fans produzierten und der abstimmenden Community zukommen ließen. Jedoch reichte das den Fans nicht, Sie wollten, dass das gewählte Design auch offiziell in den Handel kommt.
Auch Otto hat nicht mit dem Witz der Nutzer gerechnet, aber anders als Henkel davon profitiert. Hier hat man über Facebook einen Wettbewerb für das schönste Gesicht laufen lassen. Neben zahlreichen ernst gemeinten Wettbewerbern wurden auch Gag- Aufnahmen von einem jungen Mann in Frauenkleidern zur Wahl gestellt.
Die Fans wählten Sascha Mörs, in seinem Frauendress, zum schönsten Gesicht. Für Otto hat sich die Aktion bezahlt gemacht, denn täglich wurde die Fangemeinde von der Otto-Seite um 10.000 Nutzer größer. “Der Brigitte”, wie sich Sascha Mörs nannte, bekam die meisten Likes und anders als andere Konzerne bewies OTTO Humor und lud den Mann in Frauenkleider zum gewonnen Foto- und Videoshooting ein.
Lernen von den Fehlern der Anderen
Aus den zahlreichen Fehlern haben andere Unternehmen bereits gelernt. So hat auch die Drogeriekette DM einen Wettbewerb für das Design einer Spülmittelflasche ausgeschrieben. Jedoch haben sie eine Jury die Vorauswahl treffen lassen und ihren Fans dann die 10 besten Designs zur Wahl gestellt.
Doch wie geht man nun am besten mit Kritik auf der eigenen Facebook-Seite um? Treffen kritische Bemerkungen von Fans der Unternehmensseite ein, heißt es schnell und richtig reagieren. Großen Unmut erzeugt man mit dem Löschen von Wahlstimmen und Kommentaren und dem Ausschluss von Wettbewerbsteilnehmern.
“Wer seine Fans bei Facebook zum Mitmachen bewegen möchte, sollte auch in jeder Situation souverän reagieren und vor allem Humor beweisen. So kann man Kampagnen, die schief gehen noch retten und die Symphatien vieler Nutzer gewinnen.”
Wichtige Details, die man bei der Umsetzung eines Gewinnspiels beachten sollte
Facebook hat für Promotionaktionen strenge Richtlinien. Zu beachten sind hier sowohl die Richtlinien der Plattform, die Werberichtlinien, die Richtlinien für Promotions sowie die allgemeinen Nutzungsbedingungen von Facebook.
So können Marketingaktionen wie Gewinnspiele nicht auf der Pinnwand, den Notizen, Fotos, Videos, Diskussionen oder auch den Bewertungen der Fanpage durchgeführt werden. Somit sind also auch Gewinnspiele, bei denen man etwas auf der Pinnwand posten soll, nicht erlaubt.
Eine Realisierung eines Gewinnspiels ist durch eine Anwendung auf der eigenen Fanpage möglich oder auch über eine Canvasseite. Bei der Umsetzung eines Gewinnspiels muss man darauf achten, dass man eine vollständige Freistellung von Facebook verdeutlicht und somit klarstellt, dass man weder von Facebook gesponsort, organisiert noch unterstützt wird. Zudem darf die Handelsmarke Facebook nicht im Zuge der Aktion erwähnt werden oder damit beworben werden. Desweiteren muss deutlich sein, dass der Gewinnspielteilnehmer die möglichen Daten, die er preis gibt, nicht Facebook bereitstellt.
“Das Gewinnspiel darf keine Werbemaßnahme für Produkte wie Tabak, Alkohol oder Schusswaffen sein und auch bei dem Gewinn an sich sind diese Produkte natürlich nicht erlaubt.”
Eine weitere sehr verführerische aber dennoch nicht erlaubte Promotionaktion ist die automatische Teilnahme an Gewinnspielen durch das „Gefällt mir“ Klicken der Fanseite. Somit sind Aktionen á la „Werde Fan unserer Seite und nehme automatisch Teil an unserem Gewinnspiel“ von Facebook nicht gestattet.
Auch ist es verboten, den Like-Button oder die Kommentare als Abstimmungsinstrument für das Gewinnspiel zu nutzen. Sollte der Gewinner dann feststehen, darf dieser nicht über Facebook benachrichtigt werden. Wenn man die von Facebook erlaubten Applikationen nutzt, kann man bei der Aktion die Daten der Teilnehmer erfragen und den Gewinner dann per Mail, Telefon oder auch auf dem Postweg informieren.
Fazit über Gewinnspiele auf Facebook
Gerade für kleinere Unternehmen ist es daher schwierig Gewinnspiele über Facebook zu realisieren. Sollte man sich doch dazu entschließen, kann die Erstellung einer Applikation für das geplante Gewinnspiel hohe Kosten verursachen.
Um sich eine Gewinnspielapplikation, die nach den Richtlinien von Facebook erlaubt ist, anzulegen, kann man allerdings auch auf Baukastensysteme zurückgreifen (angeboten werden diese beispielsweise von Halalati, Wildfire, Kulali Social oder North Social). Eine kostengünstigere und erlaubte Möglichkeit wäre ein Pinnwandeintrag, der mit dem passenden Link zu dem besagten Gewinnspiel auf die Webseite des Unternehmens führt.
Über den Autor
Dieser Gastbeitrag wurde erstellt von Marianne. Sie arbeitet für Twago, einer Projektvermittlungsplattform für Freelancer und Unternehmen. Grundsätzlich fokussiert sich Twago auf die Vermittlung von Dienstleistungen, die an einem beliebigen Ort weltweit vor einem Monitor erbracht werden können. Die Spannweite der vermittelten Dienstleistungen umfaßt die konzeptionelle Erstellung von Webseiten und Programmierung von Software, Grafikdesign sowie administrative und Schreib-/Übersetzungsdienstleistungen.
Weitere Beiträge:
- JEDER GEWINNT! Das größte & verrückteste Gewinnspiel aller Zeiten + Preise von über 100.000€ geht an den Start!
- JEDER GEWINNT! Das größte & verrückteste Gewinnspiel aller Zeiten! Teil 2: So funktioniert´s…
- 5 Ideen wie Sie wiederkehrende Arbeitsschritte & Marketingprozesse gewinnbringend im Internet automatisieren! Ein Gastbeitrag von Robert Nabenhauer.
- Wachstum durch Facebook-Gewinnspiele: Wie Sie über Facebook virale Gewinnspiele & eine schnell wachsende Fangemeinde aufbauen
- Wie Sie aufmerksamkeitsstarke Prelaunch-, Launch- und Relaunch-Szenarien aufbauen und dabei Viralität, Spannung & Kaufkraft erzeugen
- Wie Sie waschechte Iphone-Apps mit PhoneGAP entwickeln, um am lukrativen App-Markt mitzumischen
- Wie Sie Ihr Shop-Sortiment so präsentieren, dass der Kunde in Zukunft mehr findet und eher kauft! Ein Gastbeitrag von Nicolas Schmidt-Voigt.


Gewinnspiele ziehen schon unglaublichen Traffic an, aber leider ist die “Traffic-Qualität” ehr mies und oft nicht ansatzweise die Zielgruppe. Also Vorsicht damit. Aber solang man beim Gewinnspiel keine Unsummen rauswirft, kann man nur selbst gewinnen.
Hi Tobias,
weil es gerade passt – hier gleich mal ein kleines Beispiel wie man mit FaceBook ein Gewinnspiel
durchführen kann, das auch erlaubt ist und super Funktioniert.
http://www.testberichte-testsieger.de/gewinnspiele/facebook-gewinnspiel-smartphone-htc-sensation-xe
Interessant ist auch das man sich 4 weitere Lose Sichern kann und mehrfach am Gewinnspiel teilnimmt,
aber die 4 weiteren Lose kann man erst nach den ersten 2 schritten erhalten.
LG Frank
Man sollte sein Gewinnspiel auch bei den unzähligen Gewinnspielportalen melden um sich die höchstmögliche Besucherzahl zu ergattern.
Hallo Marianne,
wirklich guter Beitrag – auch wenn Facebook Gewinnspiele tot gelaubt waren, ist das Thema gerade ziemlich brisant und in vielen Blogs. Bei allfacebook kann man auch einiges dazu lesen: http://allfacebook.de/gastbeitrag/die-10-geheimnisse-erfolgreicher-facebook-gewinnspiele
Beste Grüße
Lisa
Gewinnspiele sind ein zweischneidiges Schwert finde ich. Mit kleinen Gewinnspielen kann man kaum noch User hinterm Ofen vorlocken, es muss sich schon echt lohnen. Außerdem finde ich wichtig nicht einfach drauflos zu starten sondern zu schauen das es den Teilnehmern auch um das Produkt geht und nicht nur um den Preis. Fans die sich nach dem Ende des Spiels wieder verziehen oder nur auf das nächste warten bringen nicht viel.
Ein wirklich guter Artikel. Danke für die tolle Arbeit. Gewinnspiele kosten Geld, aber am Ende sollen sie doch Gewinne erwirtschaften. Dumm, wenn es nach hinten los geht. Ohne Werbung kann sich keiner über Wasser halten und Gewinnspiele oder Wettbewerbe, wenn sie gut gemacht sind und ein großes Echo finden, sind ein guter Weg.
Ich muss sagen, dass man immer wieder Gewinnspiele bei Facebook findet. Vor allem gibt es viele kleine Fanpages die ein Gewinnspiel nutzen um die Likes in einer kurzen Zeit enrom zu steigern. Ich hab in Zukunft vor mit Facebook Fanpages etwas Geld zu verdienen. Vielleicht werde ich auch die Fanpage über Gewinnspiele vermarkten