Viel Design für wenig Geld: die öffentliche Ausschreibung bei 99Designs

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Wer einen Grafiker oder Webdesigner für einen bestimmten Zweck sucht, der kann es bei 99 Designs versuchen. Das Prinzip geht so: man schreibt die Aufgabe aus und legt ein Honorar dafür fest. Zum Ausprobieren habe ich mir eine illustrierte Suchbox gestalten lassen. Das habe ich mir 150 Dollar kosten lassen. Anschließend legen die Designer los. Wer Lust oder eine Idee hat und das in Aussicht gestellte Honorar für ausreichend erachtet reicht seine Entwürfe ein. Sieben Tage dauert so eine Aktion. Die ersten Entwürfe waren rasch da, insgesamt waren es mit Ablauf der Woche 48 Stück von 22 Designern. Darunter waren einige brauchbare und wirklich gelungene Vorschläge.

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Der Gewinner

Die Designer erwarten Feedback. Entweder benutzt man den Starrater oder schreibt Kommentare. Fragt sich wer Lust hat gleich 48 Entwürfe zu kommentieren. Umsonst ist der Dienst nicht. Man zahlt einen Festpreis von 44,- Dollar. So dass das gewählte Design am Ende 194,- Dollar, beziehungsweise 123,- Euro kostete. Soweit ich das Prinzip verstanden habe, muss man am Ende keine Sieger küren und kann sein Geld behalten wenn nichts brauchbares dabei war. Man hat aber die Möglichkeit vorher zu erklären auf jeden Fall einen Gewinner bestimmen zu wollen, was die Motivation der Teilnehmer erhöhen soll. Die Abwicklung mit dem Gewinner war (auch Paypal) innerhalb einer Stunde erledigt.

Folgende Rubriken stehen zur Verfügung: Webseiten, Logo, T-Shirts, Print, Visitenkarten, Button oder Icons, Anzeigenmaterial (Banner) und Sonstiges. Logodesign ist am stärksten nachgefragt. Die Honorare liegen überwiegend zwischen 100 – 500 Dollar. Sich ganze Websites auf Verdacht machen zu lassen wirkt schon arg ausbeuterisch. Auch sonst dürften hier am ehesten die Auftraggeber von der Globalisierung profitieren. Ein billiges Logo bekommt man auch anderswo. Der Vorteil hier liegt vielleicht darin gleich eine ganze Anzahl unterschiedlicher Ideen und Entwürfe präsentiert zu bekommen ohne das man dafür extra zahlen muss.

Vier der 48 Entwürfe:

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Über Sven Lennartz

Sven ist der Erfinder des Dr. Web Magazins, Autor und Herausgeber verschiedener Fachbücher. Als Webdesigner und Texter früher freiberuflich für verschiedene Unternehmen und Verlage tätig. Jetzt Geschäftsführer der Smashing Media GmbH.

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24 Kommentare zu Viel Design für wenig Geld: die öffentliche Ausschreibung bei 99Designs

  1. Sl 15. Mai 2008 at 08:42 #

    Zwei Tippfehler gefunden ;-)
    Letzen beiden Zeilen: Präsentiert(!) und in der letzten ein “der” zuviel.

    Beitrag kann danach gelöscht werden…

  2. RW 15. Mai 2008 at 09:16 #

    Ich finds klasse – vor allem beim jetzigen Dollarkurs :-) Gerade für einen Existenzgründer ist ein vernünftiges Logo wichtig. Und wie wir alle aus Erfahrung wissen, ist die Birne leer, wenn man’s selbst machen will…

    So kann man wunderbar auswählen und für die teilweise sehr gute Qualität zahl ich dann auch gern!
    Allerdings muß für dt. Firmenlogos eine excellente Beschreibung in englisch her, sonst haben die meisten Designer keine Ahnung, worum’s bei der Firma geht!

    PS: im letzten Satz fehlt das Komma nach darin

  3. Hank 15. Mai 2008 at 09:56 #

    Preiswerter gehts bei worth1000.com

  4. Melwin 15. Mai 2008 at 10:03 #

    Im Artikel steht, dass man sich Logos an anderen Stellen billiger kreieren lassen kann.

    Hat da jemand Tipps?

  5. _nico 15. Mai 2008 at 10:54 #

    Das Suchfeld sieht aus wie ein billiges Clipart.

  6. Dirk Hermanns 15. Mai 2008 at 10:54 #

    So ein Service ist bestimmt ein interessanter Ansatz und die Ergebnisse sind wirklich nicht schlecht. Allerdings glaube ich, aus meiner persönlichen Erfahrung, dass niemand für 120$ Ernsthaft leben, bzw. überleben kann. Mal abgesehen davon, dass es für den Kunden niemals die optimale Lösung sein kann, da dass Briefing und die Vorarbeiten, wie Analyse des Unternehmens, der Mitbewerber etc. wieder mal völlig außer acht gelassen wird. Wer sich ernsthaft professionell mit seiner eigenen Identität präsentieren möchte muss mehr als 120$ ausgeben. Oder ist euch eure Identität nur 120$ wert? Wenn man Logo als Stangenware versteht, wie ein neues T-Shirt, sollte wirklich einen Fachmann damit beauftragen.

    • ryuk 18. Juli 2011 at 18:27 #

      ja aber es geht ja grade nicht um ein teures design, sondern eine preiswerte alternative für kleinere unternehmen, die, wenn sie mehr geld haben ja immer noch einen designer beauftragen können. ich find die idee klasse.

  7. Markus 15. Mai 2008 at 11:13 #

    Das ist wirklich klasse – gibt es das auch im deutschen Raum?

    Im Grunde genommen ist es eine riesige Übungs- und Spielwiese mit vielen Ideen.

  8. Dilu 15. Mai 2008 at 12:39 #

    Ehm für eine Suchbox 194 Okken zu Zahlen würde ich nicht gerade als kostengünstig bezeichnen Oo

  9. Ilija 15. Mai 2008 at 15:48 #

    Für einen Designer ist diese Seite, meiner Meinung nach, ein Horror.
    Die meisten sagen: ich benötige ein Logo für die Firma Abcdefg, das logo soll die Buchstaben ACF beinhalten. Somit weiß man nicht mal worum es in der Firma geht, was der Kunde will, nicht mal ob der Kunde rote oder grüne Farben bevorzugt. Süper ist auch dass man nicht mal weiß ob man für die Arbeit überhaupt etwas bezahlt bekommt.

    sg

  10. Sasa Ebach 15. Mai 2008 at 15:51 #

    Die armen Designer. Naja, nachdem die Entwickler (elance) schon lange damit leben müssen, danach die Texter (Textbroker) sind jetzt eben die Designer dran. Frage mich, wann die Suchmaschinenoptimierer dran sind…? Für so wenig Geld kann man wirklich nicht leben, aber wenn man niedrige Unterhaltskosten hat (China, Indien, Russland), dann vielleicht schon?

  11. Calaelen 15. Mai 2008 at 16:32 #

    Diese “Ausschreibungs” Dienste sind die größte Ausbeute-Maschinen des tollen Web2.0.

    Als Designer sind deine Entwürfe sofort enteignet und gehen in den Besitz von 99design über. Der Auftraggeber muss, wie du schon schreibst, nichtmal ein Gewinner bestimmen und kann die Entwürfe trotzdem einfach nutzen.

    Welcher Designer wird eine Klage in einem fremden Land / Kontinent für ein paar hundert Dollar einreichen, zumal die “Rechte” ja eh an 99design abgegeben wurden.

    Naja… Geiz ist geil und so ;-)

  12. Karina 15. Mai 2008 at 17:58 #

    Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich 194$ für eine Suchfeld-Grafik günstig finden soll. Wenn ich das hochrechne, kann ein Design (das ja auch noch aufeinander abgestimmt sein sollte) ganz schön teuer werden.

    Die rechtliche Situation ist natürlich ein anderes, nicht zu vernachlässigendes Problem.

  13. Einsiedlerkrebs 16. Mai 2008 at 02:47 #

    Willst uns verarschen?
    Dafür hast du 194 Dollar bezahlt?
    Nicht mal die Spiegelung ist richtig.

  14. Sven Lennartz 16. Mai 2008 at 08:31 #

    @13 du kannst natürlich alles besser…

    die 194 sollar habe ich bezahlt um den dienst selbst zu testen zu können. selbst ausprobieren, und nicht einfach so irgendwas hinschreiben. da ich keine verwendung für ein logo habe, habe ich mir etwas anderes ausgedacht. schaut euch die 48 entwürfe an, das bekommt man für 194 dollar.

  15. Sylvia 16. Mai 2008 at 11:50 #

    Klar, richtige Designer können nicht davon leben, und grosse Firmen werden nicht hier auf dem Logo-Flohmarkt sich eines aussuchen sondern eben professionelle Designer beauftragen.

    Aber für evtl. Studenten ist es doch eine gute Möglichkeit, sich mal designmässig auszuleben erfahrung zu sammeln, sehen was ankommt und was nicht. Und für sehr kleine Firmen, die keine Ahnung von Design und kein Geld für Profis haben, ist das denke ich eine möglichkeit, sich relativ kostengünstig ein Logo erstellen zu lassen.

    Schade finde ich, dass man nie weiss, ob so ein Preisgeld auch ausgezahlt wird. Von den 10 Seitem mit Contents sind gerade mal 4 Contests mit Preisgarantie. Kann mir vorstellen, dass man das ganze gut gebrauchen kann um sich kostenlos inspirieren zu lassen…

  16. Der liebe Gott 20. Mai 2008 at 13:11 #

    Ein schnell dahingeschludertes Suchfeld-Design für 194 Dollar ist natürlich *nicht* sonderlich günstig. Aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass 34 weitere Gestalter keinen Cent sehen für ihre Arbeit. Wobei das in diesem Fall wohl bei keinem eine stundenlange Arbeit war und die Ergebnisse auch eher durchwachsen sind – aber man kann ja auch komplexere Aufgaben stellen.

    Ich finde Wettbewerbe generell fragwürdig, bei denen am Ende zig Leute für die Tonne gearbeitet haben; denn die Designs sind, wenn man gewissenhaft arbeitet, exakt auf die Bedürfnisse des Auftraggeberst abgestimmt und somit kaum wiederverwendbar – zumal man hier angeblich sogar seine kompletten Rechte an 99designs abtritt, wenn man dem obigen Kommentar glauben schenken darf.

    Wobei – natürlich – niemand gezwungen wird, dabei mitzumachen.

  17. Matias 20. Mai 2008 at 13:11 #

    Grenzwertig, sehr grenzwertig sowas. Auch wenn wir ähnliches machen, ist uns durchaus bewusst, das so etwas schnell nach hinten losgehen kann.
    Die AGBs bei solchen Crowdsourcing-Plattformen müssen immer fair sein. Fair gegenüber den Designern und gleichzeitig fair gegenüber dem Kunden.
    Problematisch wirds, wenn man auf amerikanischen, indischen oder anderen ausländischen Portalen mitmacht. Wer garantiert, das die Idee nicht adaptiert wird. Und der Designer schaut in die Röhre.
    Das mit der Bezahlung… es ist doch jedem Freelancer, Studenten, Grafiker selbst überlassen, ob er mitmacht oder nicht. Niemand wird dazu gezwungen. Und 150 Euro für ein Suchfeld zu bekommen finde ich absolut fair.
    Man schaut halt vorher, was sich lohnt und worauf man Lust hat. Viele Studenten freuen sich über solche Micro-Projects.
    Aber es besteht immer die Gefahr, das Crowdsourcing-Profis einen mit vorgefertigten Lösungen bombardieren. Da kanns schnell passieren, dsa der “Nachbar” dann fast das gleiche Logo oder Suchfeld hat. Gar keine Frage.
    Wir versuchen darum möglichst ausgefallene Aktionen zu machen. Und wir versuchen auch beim Kunden immer mehr wie “nur” einen Sieger durchzudrücken. Gelingt nicht immer, aber immer öfter.
    Aktuell gibt es zum Beispiel bis zu 10 Gewinner bei “Crazy CHILLO”. http://gifcontest.chillo.at
    Und bei uns zumindest gehen natürlich NICHT die Rechte aller Einsendungen an uns über. Nur die Gewinner müssen einige Nutzungsrechte logischerweise abtreten. Der Rest bleibt zu 100% Eigentum der Designer! Nur für die Dauer der Aktion gibt es immer Einschränkungen.

  18. matthias 15. November 2008 at 02:48 #

    Und so geht der ausverkauf des Grafik Design weiter bis niemand mehr bereit ist gutes Design zu entlohnen!

    Bravo weiter so!!

  19. Michael 13. Januar 2009 at 15:35 #

    Wir haben ein ähnliches Konzept für den deutschsprachigen Markt umgesetzt: http://www.designenlassen.de

  20. Albi 15. Mai 2009 at 16:14 #

    Es würde immer schlimmer, wirklich nicht schlecht.
    deutschsprachigen Markt umgesetzt: http://www.designenlassen.de [www.designenlassen.de]

  21. jta 25. Juni 2010 at 02:29 #

    Anderer Menschen Leistung via Internet geschenkt haben wollen ist leider sehr modern. Leider finden sich da immer wieder auch Opfer, die für dieses Geld dann wirklich auch noch eine Arbeit abliefern. Noch dazu wird praktisch ein fertiges Produkt verlangt bzw. ein gratis Designvorschlag. Entsprechend seicht sind dann auch die Angebote.
    Ich vermute, dass sich hier Jugendliche ein Taschengeld verdienen und irgendwelche Geldgeier, sie lieblos ausnehmen.

    Der Wert eines Logos setzt sich übrigens gesetzlich aus der grafischen Arbeit und den Copyrights zusammen. Copyrights geben der Arbeit unterschiedliche Werte. Das kommt darauf an, ob das für einen einzelnen Event oder auf Dauer verwendet wird. ein weiteres Kriterium ist die Reichweite der Anwendung: lokal, National oder International. Allein dies macht Design eigentlich sozial. Ein großes Unternehmen zahlt mehr ein als ein kleines Naja ein großes Unternehmen wird in der Regel auch mehr Leistung verlangen.
    Schon die Konsultation und jeder Entwurf ist in der Regel kostenpflichtig. Es wäre auch Branchenüblich, dass künstlerische Honorare im voraus zu bezahlen sind.

    Wenn jemand mit etwas Geschäft machen möchte, dann ist es nur fair, wenn man Leistungen, die man dafür braucht so entlohnt werden, dass man auch davon leben kann.

    Das ist da keineswegs der Fall.

  22. Jean 15. September 2010 at 03:54 #

    Mal ehrlich. Was meckert ihr da “dumm” rum? Ich sehe ganz genau den überfüllten Markt im Mediendesign. Manche leisten gute Arbeite, andere hervoragende und andere widerum sind wahre Künstler keines Gleichens.
    Und ich beispielsweise interessiere mich dafür weil es ein Hobby ist. Ich erstelle Webseiten und Webdesign. Ich bin ein junger Mann und habe mich entgegen meine Ambition zur Webtechnik dagegen entschieden, ein Studium in dieser Richtung zu nehmen.

    Ich sehe für mich keinen Sinn darin, einen so rastlosen und haltlosen Job auszuführen.
    Sicher sind wir im 21. Jahundert angelangt und das digitale Zeitalter beschärt uns tolle Daten, die in tollen Farbspielen eingebettet sind , dennoch sind unmengen Argumente dagegen anzuführen, dass viel zu viele junge Leute in die Medien-Richtung gehen.

    Kein Platz in der Arbeitswelt ist so hart umkämpft wie dieser Markt. Ich kann euch gut verstehen. Ja, es ist unfair. Aber so sieht “leider” nun mal die Realität aus.

    Ich lächele als über die hochtrabenden “Mediengestalter”. Glaubt ihr denn wirklich, dass ihr mit 40 oder 50 nach 20 Jahren arbeit noch immer so effektiv arbeitet wie mit 20 oder alle paar Jahre die neuen Standards (W3C & co) genauso gut aneignen könnt? Und wenn es euch dennoch möglich ist, dann wäret ihr sicher eures Jobs an der Mattscheibe irgendwann müde, dass ihr umbedingt einen anderen Job ohne PC haben mögt.

    Ich kenne einige Verwandte und Bekannte in meinem Umkreis, die so sehr aufgezehrt sind von dieser Arbeit am PC (u.a. für namenhafte Firmen in Richtung Webtechnik, webdesign, Netzwerk und Datenbanken). Sie alle sind davon gekennzeichnet von der unerfüllten Ausübung der Daten-Verarbeitung.

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