Webdesign

Variablen in CSS: Werkzeuge und Lösungsansätze

9. Juni 2009
von

Die Einführung von Variablen in CSS scheint eine vernünftige Idee zu sein. Schließlich wäre es nicht verkehrt, nur einmal eine Farbe oder eine Schrift zu definieren und diese weitgehend im ganzen Stylesheet zu nutzen. Einige Experten halten dagegen, die Stylesheet werden komplexer, die CSS-Dateien werden größer und unübersichtlicher. Doch, während sich CSS-Experten streiten, ob die Einführung von Variablen in CSS eine vernünftige Sache sei, arbeiten Designer und Entwickler heftig daran, das Design von Cascading Stylesheets mittels Variablen zu erleichtern und zu beschleunigen. Die Vorteile liegen auf der Hand.

Eigentlich ist die Idee weder neu noch revolutionär. Die Nachfragen, Variablen in CSS einzuführen, gibt es seit Jahren, ebenso verschiedene Techniken, mit denen dies “künstlich” realisiert werden kann (auf der “Pre-Processing”-Ebene). Grundsätzlich kann jetzt schon jeder mit PHP, ASP, Ruby, Perl et cetera einen eigenen Preprocessor schreiben, der die Aufgabe übernimmt. Das Problem ist dabei nur, dass das Stylesheet unübersichtlicher wird, weil es nun nicht mehr abgekoppelt ist und zuerst durch einen Preprocessor “laufen” soll. Dadurch kann die Wartung des Stylesheets komplexer und unübersichtlicher werden. Somit ist die Entscheidung, ob man CSS Variables einsetzt oder nicht eine individuelle Frage, die jeder Designer für sich beantworten muss. Machbar und leicht zu realisieren ist dies auf jeden Fall.

Eins vorweg: CSS Variables sollten nicht mit JavaScript implementiert werden, denn sonst wird die Seite in Browsern, die keine JavaScript-Unterstützung mitbringen, unlesbar dargestellt. Wenn überhaupt, sollten CSS Variables mit serverseitigen Skriptsprachen realisiert werden. Das ist also eine schlechte Lösung.

Wir haben uns umgeschaut und einige interessante Ansätze zur Implementierung von CSS Variables mit serverseitigen Sprachen gesammelt. Haben wir etwas vergessen? Bitte teilt es uns in Kommentaren mit!

CSS Variables With Moonfall
Moonfall erzeugt einen Abstraktionslayer für die Designer von Stylesheets. Die CSS-Datei kann mittels der Programmiersprache Lua (das für “World of Warcraft” benutzt wird) Variablen enthalten; das Preprocessing findet mittels eines CGI-Skripts oder der Kommandozeile statt. Interessante Alternative zu üblichen Techniken.

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HSS
HSS ist eine Kommandozeilen-Anwendung, die HSS-Dateien (in denen unter Anderem CSS-Variablen, Block-Variablen und Nested Blocks definiert werden können) kompilieren kann – lokal, auf dem Rechner des Entwicklers.

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CleverCSS
CSS-Variablen mit Python. Bonus: auch “Rechenoperationen” wie etwa Addition von Farbei und Schriftgrößen lässt sich mit CleverCSS bequem realisieren.

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Variables in your CSS via PHP
Chris J. Davis beschreibt eine Technik, mit der man Objekt-Orientierung in PHP nutzen kann, um etwa color-, font-family- oder gar margin und padding-Attribute dynamisch festzulegen. Siehe auch Embedding PHP in CSS, CSS Variables Using PHP, Variables in CSS via PHP, Faster Development with CSS Constants und CSS Constants.

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CSS Handler
CSS Handler ist ein HttpHandler, der CSS-Dateien mit Variablen, relativen Dateipfaden und @import-Direktiven arbeiten kann und auch die CSS-Dateien “on the fly” komprimieren kann. Mehr Informationen dazu.

Sass
Sass ist eine Metasprache, mit der Stylesheets eleganter und einfacher geschrieben werden können. Ein CSS-Layout könnte etwa in wenigen Zeilen Code realisiert werden (siehe Screenshot unten). Eine ausführliche Einführung in Sass finden Sie im Beitrag Dynamic CSS.

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CSS Cacheer
Ein robustes Werkzeug, mit dem Entwickler nicht nur Variablen, sondern auch serverseitige Imports, Konstanten und verschachtelte Selektoren-Definitionen festlegen können. Siehe auch CSSExtra Plugin.

Compass
Compass baut auf Sass auf (siehe oben) und stellt ein CSS Meta-Framework zur Verfügung, das direkt in Ruby-Applikationen benutzt werden kann und über die Kommandozeile funktioniert. Das Werkzeug stellt zudem Bausteine für die Erzeugung von Layouts auf der Grundlage von Blueprint, YUI und 960.gs-Frameworks bereit. Siehe auch Don’t use css or table layout, use Sass and Compass.

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CSS Variables With Rack Middleware
Phil Burrows beschreibt eine simple Technik, mit der CSS Variables in Rails mittels Rack Middleware implementiert werden. Ein .rb-Skript dafür wird mitgeliefert.

CSScaffold
Ein Plugin für den Editor Coda, mit dem CSS-Code mittels Variablen und Shortcodes eleganter und schneller geschrieben werden kann. Video dazu.

CSS Variables TextMate Bundle
Ein CSS Variables-Plugin für die Quellcode-Editoren TextMate und E-TextEditor.

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Techniken, Beiträge und Tutorials

How to Add Variables to Your CSS Files
Dieses Schritt-für-Schritt-Tutorial erläutert, wie CSS Variables ganz einfach mit PHP realisiert werden können. Die Generierung von Stylesheet wird Apache auf ein PHP-Skript deligieren; dieses öffnet das Stylesheet, liest es Zeile für Zeile und ersetzt benutzerdefinierte Variablen durch vorgegebene Werte. Anschließend nutzt Apache das Output, um dem Browser eine perfekte “ausgewertete” Stylesheet-Datei vorzugaukeln. Wahrscheinlich eine Overkill-Lösung, die zu komplex ist. Geht aber dennoch.

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Dynamic CSS A.K.A. CSS Variables
Eine weitere simple Technik, mit der CSS Variablen mittels PHP implementiert werden können.

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CSS Constants
Eine Übersicht von verschiedenen Techniken, mit denen CSS Variables eingeführt werden können. Natürlich können CSS Variables auch mit SSI realisiert werden. Von Christian Heilmann.

Dynamic CSS in WordPress
Wie erreicht man in WordPress, dass jede Rubrik ein eigenes Hintergrundbild hat? Auch das geht mit dynamisch erzeugtem PHP/CSS-Code.

CSS Variables Proposal
Ein CSS Variables-Proposal von Entwicklern der WebKit Rendering Engine. Anfang 2008 sind CSS Variables in WebKit nightlies aufgetreten, ein paar Monate später hatten WebKit-Entwickler die Idee wieder aufgegeben. Die test builds existieren aber immer noch.

Was könnte man noch mit CSS Variables machen?

CSS Variables stellen nicht nur das alleinige Konzept dar, mit dem das Design von Cascading Stylesheets erleichtert und verbessert werden könnte. Eine Möglichkeit wäre es etwa, Variablen zu nutzen, um darauf basieren Rechenoperationen (wie etwa bei CleverCSS durchführen zu können. Dies würde etwa die Berechnung von Containterbreiten deutlich vereinfachen. In seinem Beitrag Future CSS Variables and Calculations setzt sich Peter Gasston mit dem Thema auseinander. Der Quellcode könnte etwa so aussehen:

@define { box_padding: 100px; }

div {
padding: $box_padding;
width: calc(100% - $box_padding);
}

Einen anderen Vorschlag hat Jens Meiert: die Zuweisung von Stilen sollte mittels Gleichsetzung der Selektoren erfolgen. Etwa

.old = .new;

oder

@foo = .old, .new;

Mehr dazu finden Sie in Jens Beitrag Selector Variables.

Was meinen Sie?
Was meinen Sie? Ist es vernünftig, CSS Variables einzusetzen? Gehören CSS Variables in die Web Standards? Und welche weitere Features vermisst Ihr in CSS? ™

Vitaly Friedman ist Buchautor, Autor sowie Entwickler und Designer von benutzerfreundlichen Webseiten. Er ist Chef-Redakteur des Online Magazins Smashing Magazine, das zu den weltweit populärsten Onlinemagazinen für Webdesign zählt und wie Dr. Web zur Smashing Media GmbH gehört. Vitaly studierte Informatik an der Universität des Saarlandes.

27 Kommentare zu „Variablen in CSS: Werkzeuge und Lösungsansätze
  1. Wishu am 9. Juni 2009 um 09:15

    Ganz netter Anfang, doch scheint es so, als würde man mit dieser Linksammlung unten dran nur den Beitrag voll bekommen wollen, weil man keine Lust hatte zu testen, was gut ist.

  2. deweso am 9. Juni 2009 um 09:28

    Methoden, die on-the-fly korrekten CSS Code erzeugen kann man vielseitig erstellen. Die Frage ist wie oft kommt der Besucher wieder und wie oft verändert sich wirklich etwas.
    Lohnt sich die (wenn auch meist leichte) Performance Einbuße die CSS zur Laufzeit zu erzeugen.

    Caching kann dann hier zu einem ersten Problem werden. Generell sollte sich die CSS Datei ja nicht so viel ändern, damit diese auch in Ruhe aus dem Cache geladen werden könnte.

    Was CSS-Expressions angeht gibt es hier noch einen wichtigen Hinweis bei Yslow von Yahoo:
    http://developer.yahoo.com/performance/rules.html#css_expressions

    Ich denke das eine Art Framework zum erstellen seiner eigenen CSS-Datei Sinn macht, so das man nur grundsätzliche Dinge austauscht. Z.B. alle Boders einheitlich verändert, etc. oder Farben durch einen Variable ersetzt. Daraus würde ich dann aber immer eine “konventionelle” CSS-Datei erstellen und diese Verwenden.
    Das lohnt sich aber nur wenn man ein größeres (eigenes) CSS-Framework verwendet, das man dann schneller für mehrere Kunden auf deren Bedürfnisse anpasst.

    Wenn man mit “far future Expires header” (http://developer.yahoo.com/performance/rules.html#expires) arbeitet sollte man auch darauf achten, das man Versionsnumern bei den CSS einführt, da ansonsten vom Browser ggf. nicht geprüft wird, ob es hier nicht einen “aktuelle” Version gibt.

  3. Thomas Weise am 9. Juni 2009 um 09:32

    So sehr ich es mir auch wünschen würde, oben in der css-Datei mal schnell ein paar Farben usw. definieren zu können… Diese ganzen “Workarounds” sind mir am Ende auch wieder zu umständlich.
    Also bleibt “search & replace” weiterhin mein Freund bei css-Dateien ;-)

  4. rené am 9. Juni 2009 um 09:44

    @Wishu
    Statt in jedem Beitrag rumzumotzen und sich als Hater zu outen, kommentiere doch mal den Beitrag “Tutorial-Autoren gesucht”. Mal sehen, was Du so bringst. Wie gut Du testest und nachrechnest, sieht man an deinem Blog zum Thema “Gratis Visitenkarten”.
    Was in letzter Zeit gegen Dr. Web gemotzt wird, ist wirklich nicht mehr normal.
    Hauptsache man kann einen Link zu seinem ach so “wertvollen” Blog setzen. Wenn ich mir dann die Inhalte dieser Blogs anschaue, streuben sich mir meistens die Haare, von dene ich nicht viele habe.
    Ich finde selbst die pure Aufzählung von Links sehr nützlich, gerade bei CSS Themen sauge ich alles auf.
    Was ich brauche oder nicht, muss ich selber entscheiden.
    Wenn mich etwas nicht interessiert, lese ich es einfach nicht.
    Aber manch einer braucht alles vorgekaut.
    Weiter so Dr. Web

  5. Mudder am 9. Juni 2009 um 09:52

    Ich finde die Linkliste auch gut. Wobei ich ehrlich gesagt nichts damit Anfangen kann. ;)
    Für mich käme wenn nur die PHP-Variante in Frage, doch solange Variablen nicht fester Bestandteil der CSS-Struktur sind werde ich sowas auch nicht einsetzen. Wenn man Stylesheets korrekt aufbaut und ggfl. auch in mehrere Dateien verteilt, kann man leicht verschiedene Designs realisieren.

  6. David Hellmann am 9. Juni 2009 um 10:04

    @ renè

    unterschreib! wie recht du hast. es wird auch noch gemeckert wenn man “kostenlose” infos bekommt. tststs

    Zum Thema

    Ich finde auch das diese Workarounds nicht so das gelbe vom ei sind. Klar wäre es schön ein paar variablen fest zu legen aber im Grunde geht es ja auch ohne. Entweder es kommt direkt in CSS oder eben nicht.

  7. […] einen Beitrag bei Dr. Web inspiriert, möchte ich hier mal eine etwas sinnvollere Lösung bieten als dort erwähnt wird. Dort […]

  8. Fabian am 9. Juni 2009 um 10:39

    Sehr interessanter Artikel, also ich bin mal dankbar für die vielen Links. Auch wenn ich, soweit möglich, darauf verzichten werde. Da CSS selbst nicht solche Variablen vorsieht, möchte ich auch nicht eine Hilfskrücke wie etwa PHP wählen. Es gibt sicherlich einige Anwendungsbeispiele. Jedoch glaube ich nicht, dass dies bei kleinen Projekten zum Einsatz kommt.

    Gruß Fabian

  9. zyko am 9. Juni 2009 um 11:08

    Für mich eine Riesensauerei dass es keine Variablen gibt in css. Hab das auch schon an verschiedenen Stellen bemäkelt.
    Das einzige was zu tun wäre ‘im einfachsten Fall’ alle Konstanten durch ihre Werte ersetzen, suchen und ersetzen, so wie es auch diese php-Notnagel-Lösungen tun.
    Kann sicher keinen Browser überfordern sowas, in einer Zeit wo jeder Browser eh auch Skripting unterstützen muss.

    Aber Nein, stattdessen darf sich jeder Web-Developer damit rumschlagen, nur weil ein paar verknöcherte Heinis von irgendeinem Standardisierungskremium sich querlegen.

    Die sollen bitteschön mal selber Webseiten baun.

  10. Wishu am 9. Juni 2009 um 11:13

    @rené
    Durch Kritik wird ein Blog auch nur besser. Und da ich davon ausgehe, dass der Autor auch liest, was die Kommentartoren schreiben, kann ich also davon ausgehen, dass er zumindest darüber nachdenkt, ob es für ihn Sinn macht.

    Dass mein Blog nicht der beste ist, ist mir durchaus klar, habe ich auch nie behauptet. Ich hole mir aber auch keine Autoren, die nach der Hälfte des Beitrags keine Lust mehr haben.

    Wenn du mal drauf achtest, sind die Links hier nofollow, also bringt es mir nicht wirklich was.

    Und wo habe ich gesagt, dass es mich nicht interessiert? Ich sagte lediglich, dass es besser beschrieben werden könnte. Es fehlt einfach mal die sinnvollste Möglichkeit, welche ich nun in meinem Blog beschrieben habe.

    Und Kritik als “Meckern” zu verstehen, halte ich für übertrieben. Ich möchte ja nicht wissen, wie ihr mit Kommentaren in euren Blogs umgeht…

  11. Uli am 9. Juni 2009 um 11:24

    css variablen sind meiner meinung nur gut, um sachen wie ci farben und schriften o.Ä. festzulegen. Das würde ja vollkommen reichen wenn es so eine art “define” geben würde.

  12. beza1e1 am 9. Juni 2009 um 11:45

    Mein Variante wäre den C Preprocessor zu benutzen. Ist überall vorhanden, super getestet und keineswegs auf C beschränkt. Zum Beispiel so: http://uwstopia.nl/files/2007/12/css-cpp.make

  13. domingos am 9. Juni 2009 um 12:27

    Wie ist es denn in CSS3? Sind da Variablen vorgesehen? Fänd ich auch nicht schlecht. Die ganzen Workarounds sind mir ehrlich gesagt auch zu kompliziert, zumal die meisten Server ohnehin nur PHP oder Perl unterstützen.

    Trotzdem ein guter Beitrag, weiter so.

  14. Wishu am 9. Juni 2009 um 12:44

    @domingos
    Selbst wenn es vorgesehen ist, müssten es erstmal alle Browser können und man könnte es somit aller frühestens in 5 Jahren benutzen. Ich glaube nicht, dass wir ohne die Workarounds noch an unsere Variablen kommen.

  15. Vitaly Friedman am 9. Juni 2009 um 14:09

    Nein, in CSS3 sind Variablen nicht vorgesehen.

  16. Mario am 9. Juni 2009 um 18:09

    Ich hab mich mal mit SSI beholfen und dazu auch mal was drüber geschrieben.

  17. tekl am 9. Juni 2009 um 20:28

    Mir würden Farbkonstanten absolut reichen. Mehr bräuchte es nicht und würde CSS auch nicht großartig aufblähen. Named Colours quasi.

  18. […] Variablen in CSS: Werkzeuge und Lösungsansätze: Mehr Flexibilität aber auch ein Mehr an Komplexität […]

  19. Markus Schlegel am 9. Juni 2009 um 21:17

    Ich habe etwas dazu geschrieben:

    http://markus-schlegel.com/weblog/variablen-und-abstraktion

    Es geht um den Unterschied wahrer CSS-Variablen und dass man richtige Variablen nicht serverseitig realisieren kann.

  20. Kristof am 9. Juni 2009 um 21:24

    Einerseits unterstütze ich das Argument, man müsse bei gut geschriebenem CSS Attribute nicht all zu oft wiederholen, was Variablen überflüssig mache.

    Andrerseits finde ich, die diversen Workarounds sind umständlicher als das eine oder andere Attribut mehrmals schreiben zu müssen. Und eine zusätzliche Syntax lernen zu müssen oder gar solche enorm umständlichen Konstrukte wie bei dem Beispiel von Nettuts bauen zu müssen ist mmn einfach Überzogen.

    Doch ich weiss nunmal, die Realität sieht anders aus. Bei einer größeren Seite mit einem vielfältigem Farb-Set und mehreren Schriftarten kommt man oft zu einem Punkt, wo man den Überblick übers Stylsheet verliert.

    Ich halte die PHP-Variante mit dem Header-Rewrite für die praktikabelste – Sie ermöglicht viele Operationen, und wenn man sie mit bedacht einsetzt, stellt sie mmn gar kein so schlimmes Performance-Leck dar.
    Denn wenn man genau überlegt, braucht man für das meiste ja gar keine Variablen – zB:

    Selten wird man denke ich mehr als 3 Schriftarten auf einer Website verwenden. Diese am Anfang des Stylesheets mit mehrfachen Selektoren einmal zu deklarieren, macht Variablen überflüssig. Auch Maße und Abstände müssen selten vielfach deklariert werden – Hauptsächlich sehe ich den Einsatz der Variablen dort, wo Farben unterschiedliche Vorder-/Hintergrundkombinationen ausmachen, oder dort, wo in längeren Stylesheets Hex-Farbwerte oder Maße verwirrend sein können.

    Mit Bedacht eingesetzt sind diese sicher praktisch, doch ich denke, je besser eine Website durchgeplant ist, desto eher wird sich der Einsatz von Variablen als überflüssig erweisen – vielmehr ist der Einsatz von php im Stylesheet sicher dor praktisch, wo Rechenoperationen oder if/else Statements brauchbar sein könnten.
    Die Ansätze zur Browser-Differenzierung hier: http://www.silverspider.com/2007/dynamic-css/ finde ich besonders interessant.

  21. Harry Schmieder am 9. Juni 2009 um 22:36

    Mir wäre es viel lieber, css3 würde sich endlich browserübergreifend durchsetzen.

    Zeit würde es ja mal werden…

    Ich denke, mit css alleine kann man schon viel anfangen. Wenn man das Stylesheet sorgsam aufbaut, dann kann man auch jede Menge Ladezeit einsparen. Alles machbar.

    Auf mich wirken die verfügbaren Möglichkeiten für css-Variablen größtenteils nicht ausgereift und ich vermute dahinter mehr Nachteile als Vorteile.

    EIN Ziel von css-Dateien ist die Trennung von Inhalt und Formatierung, wodurch auch die Ladezeit drastisch gesenkt wird.
    Warum muss man dann am Ende durch “endlos-parsen” und was weiß ich nicht noch alles das Ganze ad absurdum führen?!

    Teilweise sind die Variablen-Angaben in den Beispielen wesentlich text-lastiger und bewirken auch nicht mehr, als eine simple Zeile css-code.

    Ich bin (noch) nicht überzeugt von der ganzen Variablen-Geschichte in Verbindung mit css. Warum Äpfel mit Birnen bearbeiten?!
    CSS ist eine wunderbare Sache, Variablen auf dem Server sicher auch. Ich glaube aber nicht, dass beide zusammen die Vorteile von reinem css deutlich verbessern.

    Wie oben erwähnt; schreibt ladezeiten-optimierten css-Code, dann ist das schon mal die halbe Miete. Verknüpft auf eine valide (X)HTML-Seite, und das Ganze bleibt auch übersichtlich und es funktioniert einwandfrei.

    Und richtig genießen können wir css erst recht, wenn alle relevanten Browser auch css3 unterstützen.

  22. ProfessorWeb am 10. Juni 2009 um 08:47

    Ich hatte mal einen ähnlichen Ansatz, der aber keine praktikable Anwendung fand:

    #element {
    width:500px; /* 600px, 700px*/
    }

    Das wurde mit PHP geparsed und je nach GET-Variable wurden dann die 500 Pixel durch 600 oder 700 ersetzt.

    Dies war im Zusammenhang mit der Vergrößerung ganzer Websites, was dank der Zoom-Funktion seit FF3 und IE7 sich erledigt hat.

    Ich schließe mich meinem Vorredner (Harry) an, CSS3 für alle Browser wäre sehr wünschenswert und würde viel Arbeit, gerade mit abgerundeten Ecken, etc. ersparen – und ein Calc-Befehl gibt es auch, was den Variablen zumindest entgegen kommt.

    Gruß
    Armin

  23. zyko am 10. Juni 2009 um 11:00

    Ich wäre auch schon alleine mit Farb-Konstanten und Zahlen-Konstanten zufrieden.
    Fonts zu ändern ist wirklich nicht das Thema.

    Css ist hier ohne Variablen nicht ‘dry’.(don’t repeat yourself)
    Wenn ich an komplett unterschiedlichen Stellen, die CSS mäßig nicht vererbbar sind, dieselben Farben benötige,
    weil ma die ja ‘einheitlich halten will’ in einem Gesamt-Layout, muss man denselben Farbwert wieder reinschreiben.
    Somit wird das dann ‘schwer wartbar’.

    Und nachdem sich beim Programmieren auch der DRY Ansatz durchgesetzt hat, weil halt sonst größere Projekte nicht mehr wartbar sind, ist es naheliegend dieses Konzept auch in den Layout Bereich einfliessen zu lassen, wie auch immer man es dann nennt.

    Also wird’s so sein, wie’s immer ist, die Entwicklung schreitet voran und irgendwann gibt’s das mal auch bei CSS. Nur halt leider nicht in absehbarer Zeit…

  24. Gabber am 10. Juni 2009 um 12:50

    Interessantes Thema, leider kommt im Ergebnis absolut nichts neues dabei rum. So ist das doch ein alter Hut

  25. Leonid Lezner am 11. Juni 2009 um 12:44

    Ich möchte meinen Ansatz für die CSS-Variablen vorstellen: http://www.leolezner.de/webdesign/dynamic-css-machts-leichter/

    Ich hoffe ich kann damit einige überzeugen! Der Ansatz ist Quelltextfreundlich und effizient. Und kann je nach Wunsch erweitert werden.

  26. rbq am 14. Juli 2009 um 14:02

    CSS ist im Moment ja in vielerlei Hinsicht noch ganz am Anfang, gefühlter Versionsstand: 0.21. Das betrifft zum einen die rudimentäre, superumständliche Syntax (fehlende Variablen, Rechenoperationen, hierarchische Notation, Templates) und zum anderen das, was sich damit überhaupt ausdrücken lässt.

    Ich bin der Meinung, dass CSS im Moment vor allem hinsichtlich des zweiten Punktes weiterentwickelt werden sollte, derart, dass es über (Text-)Gestaltung hinaus auch tatsächlich für Layout-Zwecke dienen kann; das kommende Mehrspalten-Layout-Modul ist in dieser Hinsicht sicher ein guter Anfang. Fehlende Variablen und Co sind hingegen verhältnismäßig unwichtig, bedeuten sie doch lediglich mehr Tippaufwand, bzw. einen Durchlauf durch eine serverseitige Skriptsprache der Wahl.

    SASS und Compass leisten in dieser Hinsicht hervorragende Dienste, liefern alle erdenklichen Sprachfeatures, eine kompakte und lesbare Notation und verpacken komplette Layout-Frameworks. Diese Funktionalität wird mit CSS eh innerhalb der nächsten 10, 15 Jahre nicht ansatzweise umzusetzen sein.

  27. cortex am 6. August 2009 um 09:54

    habe mir vor kurzem csskon angeschaut. basiert auf css-ssc von shaun inman und macht einen brauchbaren eindruck.

    cx

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