Und täglich grüßt der Spam

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Werbung in Briefkästen gibt es bereits seit Ewigkeiten, man hat sich an sie gewöhnt und das Meiste wird ungesehen in den Papierkorb geworfen, als Kaminanzünder genutzt oder auf eine andere Weise sinnvoll genutzt. Nun werden Sie sicherlich festgestellt haben, dass praktisch jeder mit der Zeit geht und die Zukunft liegt nun mal in der virtuellen Welt des Internets. Nicht nur für seriöse Firmen, sondern eben auch für Werbeagenturen, deren Prospekte Sie bisher immer entsorgt haben.

Diese unbeliebten Werbebriefe, mit denen Sie es seit Neuestem zu tun haben, nennen sich liebevoll “Spam”. Der Nutzer, in diesem Fall Sie, wird mit unerwünschten und lästigen E-Mails auf Neudeutsch vollgespammt, Ihr Postfach droht zu platzen und den Platz für die wirklich wichtigen Mails zu versperren.

Der Begriff Spam wird Teils auch synonym für das massenhafte Auftreten bestimmter Beiträge in Foren oder Seiten in Suchmaschinen verwendet. Der Begriff Spam geht auf einen Sketch der britischen Komikertruppe Monty Python zurück. Dort wurde in einem Restaurant nichts als Spam angeboten. Eigentlich ist Spam (Spiced Ham) ein Produkt des amerikanischen Herstellern Hormel, das es schon vor dem 2. Weltkrieg gab. Fleisch in Büchsen.

Das sind mit Sicherheit keine Aussichten, die Ihnen gefallen werden und das zu Recht. Wer will schon täglich zig neue Spammails per Hand löschen? Mit Sicherheit niemand. Reine Verschwendung von wertvoller Zeit, die Sie weitaus sinnvoller nutzen könnten – zum Beispiel zum Bearbeiten und Beantworten von anderen E-Mails, die Ihnen weitaus lieber sind, die von Menschen kommen, die Sie kennen und die wissen, was Sie interessiert.

Sollten Sie sich irgendwann einmal gefragt haben, wie Sie eigentlich zu dieser zweifelhaften Ehre kommen, täglich unzählige E-Mails löschen zu dürfen, dann kommt nun die überaus einfache Antwort: Dadurch, dass Sie ihre E-Mail-Adresse irgendwo einmal veröffentlicht haben – und sei es nur in einem unbedeutenden Diskussionsforum, einem Chat oder sonstwo. Sie werden gefunden und einmal in den Fängen dieser Spammer ist es wohl fast unmöglich, jemals wieder in Ruhe gelassen zu werden.

Zwar bietet mittlerweile jeder bekannte Freemailanbieter kostenlose Spamfilter an, aber das löst das Problem auch nur insofern, dass einem das Aussortieren erspart bleibt – vorausgesetzt natürlich, der Spamfilter kann gut von schlecht unterscheiden, was leider nicht immer der Fall ist und nur zusätzlich Arbeit schafft. Aber mit der Zeit werden diese auch immer besser und Sie können sich praktisch voll und ganz auf den Spamfilter verlassen. Einzig das Problem mit dem Löschen bleibt, denn schließlich wollten Sie ihr Postfach nicht ewig zugemüllt lassen, vor allem wenn die Anzahl der E-Mails begrenzt ist und Sie eigentlich anderes lesen möchten.

Sie merken, dieser Kreislauf ist mehr als nervig, vor allem da es praktisch keinen Ausweg zu geben scheint. Denn selbst wenn Sie es in Zukunft völlig vermeiden, ihre E-Mail-Adresse irgendwo in der korrekten Form zu veröffentlichen, erreichen Sie immer noch täglich genügend Spammails, um Sie um den Verstand bringen zu können. Diese Spammails kommen dann sozusagen “auf gut Glück” – fiktive Usernamen werden mit möglichen E-Mail-Adressen kombiniert, die vielleicht irgendwann einmal im Internet kursierten oder die irgendein Bekannter von Ihnen irgendwo mal zufällig verlinkt hat, und schon haben Sie die unerwünschten Besucher wieder in Ihrem ach so sicheren Haus.

Ein weiteres Problem ist die Unübersichtlichkeit des Internets und die damit verbundene Rechtsfreiheit in dem Sinne, dass es fast unmöglich ist, bestimmte Seiten langfristig aus dem Verkehr zu ziehen. Täglich werden mehrere Hundert Internetseiten weltweit erstellt, andere wieder gelöscht und kein System der Welt kann diese Flexibilität noch überblicken, keine Statistik ist über einen längeren Zeitraum auch nur annähernd aktuell, wirkliche Kontrolle beinahe unmöglich. Dieser Umstand begünstigt natürlich Spams, jeden Tag können neue Scheinadressen generiert werden, von der aus man die Werbemails dann seelenruhig verschicken kann.

Der einzige effektive Schutz ist wohl, übers Internet gar nicht erreichbar zu sein und gänzlich auf den E-Mail-Verkehr zu verzichten, aber wer kann sich so etwas heutzutage schon leisten? Sie sicherlich nicht und auch kaum ein anderer. Die Welt wächst nun einmal zusammen und das Internet ist ein unverzichtbares Medium in der modernen Gesellschaft geworden. Ein Medium, das mit Werbung arbeitet, an dem Millionen Arbeitsplätze hängen und das wahrscheinlich auch die Erfindung der Spams braucht, um weiter existieren zu können. Schließlich ist Werbung die einfachste Art, Ideen zu verkaufen und sei es anhand von Spam.

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