Design

Typefacts vermittelt anschaulich die wichtigsten Regeln der Typografie – auch für Webdesigner

7. Dezember 2012
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Typografie ist eine Wissenschaft für sich. Nicht ohne Grund gibt es zahlreiche Bücher, darunter Nachschlagewerke und dicke Wälzer, die sich mit dem Thema beschäftigen. Denn richtige Typografie ist aufgrund zahlreicher Regeln und Fallstricke keine einfache Sache. Hat man es früher im Internet mit korrekter Typografie nicht so ernst genommen (noch heute dient das Zoll-Zeichen oft als Anführungszeichen), werden mittlerweile auch Websites – vor allem dank Webfonts – typografisch immer ansprechender. Typefacts versucht, Typografie ansehnlich und verständlich zu vermitteln.


Typefacts

Die wichtigsten Regeln anschaulich erklärt

Typefacts, welches vom Schriftentwickler Christoph Köblin betrieben wird, richtet sich vor allem an jene, die mit Typografie bislang wenig am Hut hatten. Die wichtigsten typografischen Regeln werden daher sehr anschaulich und praxisbezogen erläutert. Auch wenn sich Typefacts nicht explizit an Webdesigner richtet, ist es eine gute Anlaufstelle, um einen Einstieg in das große Thema Typografie zu finden.


Schaubild auf Typefacts

Die Darreichungsform ist zudem auch für Kinder der Generation Sesamstraße mit extrem kurzen Aufmerksamkeitsspannen leicht verdaulich. In kleinen Beiträgen mit zahlreichen Bildern stellt Köblin das Regelwerk vor. Wer sich da durchgearbeitet hat, dem dürften grobe Schnitzer nicht mehr unterlaufen. Neben den bereits genannten Anführungzeichen wird unter anderem auf Binde- und Gedankenstriche, Ligaturen sowie das Apostroph eingegangen. Gerade beim Apostroph scheint Aufklärungsbedarf. Neben der Wahl des falschen Zeichens (Minutenzeichen oder Akzent) wird das Apostroph auch gerne an falscher Stelle eingesetzt (zum Beispiel bei der Pluralbildung oder im Falle des sogenannten Deppenapostroph).

Schriften und Zusatzinfos

Neben typografischen Regeln stellt Christoph Köblin auch einige Schriften vor. Zudem hat er eine kleine Rubrik eingerichtet, in der er Alternativen zu bekannten und viel verbreiteten Schriften auflistet. Denn nicht immer sind Helvetica oder Gill vorhanden, sodass auf adäquaten Ersatz zurückgegriffen werden will, wenn kann. Außerdem gibt es eine Übersicht namhafter Unternehmen und ihrer verwendeten Hausschriften.


Buchempfehlungen auf Typefacts

Darüber hinaus gibt es weitere nützliche Infoseiten. Es werden Tastenkombinationen für typografische Zeichen, die nicht auf der Tastatur zu finden sind, vorgestellt, sowie Symbole, die sich standardmäßig in vielen Schriften wiederfinden.

Fazit: Typefacts ist für Einsteiger und typografische Laien eine gute Anlaufstelle. Da es sich nicht explizit an Webdesigner richtet, fehlen spezifische Infos rund um Webfonts, Entities und CSS-Typografie; aber damit haben Webdesigner in der Regel ja keine Probleme.

(dpe)

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet. Als Webdesigner und -entwickler gehören HTML5 und CSS3 zu seinen Kernthemen, weshalb er dazu 2013 ein Buch geschrieben hat. „Pure HTML5 und CSS3“ richtet sich an alle, die Vorkenntnisse haben, sich aber bisher mit HTML5 und CSS3 nicht oder nur am Rande beschäftigt haben.

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2 Kommentare zu „Typefacts vermittelt anschaulich die wichtigsten Regeln der Typografie – auch für Webdesigner
  1. ati am 8. Dezember 2012 um 06:50

    Ein Link zum Thema: http://deppenapostroph.de/

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