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The Noun Project: Icons für jeden Zweck als globale Wikipedia für Piktogramme

29. Januar 2013
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The Noun Project, zu deutsch: das Hauptwort-Projekt, entstand Ende 2010 als erfolgreiches Kickstarter-Venture. Ziel des Projekts ist die Erschaffung einer visuellen Sprache, die international verstanden wird und nicht auf zusätzliche Erklärungen in Wortform angewiesen ist. Lässt man den ganzen teil-ideologischen Overhead beiseite, handelt es sich schlicht um eine große Sammlung von Icons zu jedem erdenklichen Thema. Diese Sammlung kann kostenfrei von jedermann genutzt werden.

The Noun Project: Schnell wachsendes Icon-Verzeichnis mit vielen, stark unterschiedlichen Symbolen

Wer möchte, betrachtet The Noun Project, wie eben bereits vorgeschlagen, schlicht als große Sammlung freier Icons und Icon-Sets. Damit liegt man nicht verkehrt. Alle Icons stehen als einzelne SVG-Dateien zum Download bereit. So können Sie mit entsprechender Vektor-Software bearbeitet, insbesondere frei skaliert werden, was für moderne Retina-Displays wichtige Voraussetzung ist.

Icons in The Noun Project stehen unter einer von drei möglichen Lizenzen. Etwa die Hälfte aller verfügbaren Symbole steht unter Public Domain Lizenz, kann also völlig frei, ohne jede Quellenangabe verwendet werden. Die andere Hälfte teilt sich zwischen zwei CC-Lizenzen auf.

Die eine, die CC0 entspricht inhaltlich der Public Domain Lizenz, ist dabei aber angelegt, dessen Schwächen, insbesondere in Bezug auf die international unterschiedlichen Rechtslagen, auszugleichen. Die CC-BY Lizenz erlaubt ebenfalls den kostenfreien Einsatz zu privaten und kommerziellen Zwecken, verlangt dabei jedoch die Attribution, also die Nennung der Herkunft und des Erstellers im Wege eines textlichen Zusatzes in Printprodukten und im Wege eines Links bei Online-Publikationen. Die jeweils zu verwendende Attribution ist an jedem so zu verwendenden Icon direkt platziert und kopierbar.

Wer Icons verwenden möchte, die unter CC-BY lizenziert sind, jedoch die Attribution nicht vornehmen möchte oder kann, der hat seit kurzem die Option, das entsprechende Icon kaufen. Der Einheitspreis scheint bei 1,99 Dollar zu liegen. Zumindest ist mir kein anderer Preis untergekommen. Nach Zahlung dieser Lizenzgebühr ist der Verwender berechtigt, den Link zum eigentlichen Urheber bzw. die textliche Nennung zu unterlassen.

Wer glaubt, dass eine korrekte Benennung der Ersteller aller etwa verwendeten Icons schwierig sein könnte, der hat nur dann Recht, wenn es sich um die Verwendung einer Vielzahl von Icons unterschiedlichster Ersteller etwa auf einem einseitigen Poster, einem Flyer oder einer Visitenkarte handelt. Dort wird es in der Tat rein faktisch schwierig, überhaupt den erforderlichen Platz zu finden.

In größeren Projekten, etwa Websites, Büchern oder Zeitschriften kann die Linksetzung, respektive textliche Nennung auf Unterseiten, wie einer Seite mit Credits oder einer About-Page oder dem Impressum gesammelt erfolgen. Eine entsprechende Informationsseite im Noun Project informiert dezidiert über die Erfordernisse und Möglichkeiten.

Das Besondere an den Inhalten des Noun Projects ist, dass es sich nicht auf Mainstream-Icons fokussiert, wie das 99% aller sonst üblichen Icon-Verzeichnisse tun. Stattdessen werden, nicht zuletzt im Rahmen sogenannter Iconathons, spezielle Themengebiete konzentriert bearbeitet und mit visuellen Elementen erschlossen. Die Ergebnisse der Iconathons stehen stets als Public Domain frei zur Verfügung. Im Blog des Noun Project informieren die Organisatoren über anstehende und vergangene Iconathons und deren Zielsetzung. Illustre Gastgeber, meist aus dem öffentlichen Bereich oder aus der Wohlfahrt, wie zum Beispiel das Rote Kreuz, stellen den jeweiligen Rahmen bereit.

Neben dieser populären Methode, den Fundus der Kollektion zu erhöhen, kann über ein simples Upload-Formular jeder selbst zum Wachstum der Seite beitragen. Besonders interessant finde ich, dass man am jeweiligen Icon die Möglichkeit hat, eine eigene Alternative anzubieten. So kann eine gezielte Verbesserung der Qualität des Verzeichnisses in Angriff genommen werden.

Mittlerweile stehen deutlich mehr als 3.000 Symbole zum Download bereit, Tendenz stark steigend. Icons findet man über ein Suchfeld oder indem man durch den Bestand blättert, der nach verschiedenen Kriterien sortiert werden kann.

The Noun Project will eine visuelle Sprache für die ganze Welt etablieren

So, damit ist der objektive Teil des Dienstes hinreichend erklärt. Kommen wir zurück zur Zielsetzung des Noun Project. Das folgende Video, gehostet auf Vimeo, vermittelt einen Eindruck:

The Noun Project tritt demnach zu nichts geringerem an, als eine global verständliche Bildersprache zu erschaffen. Es geht mithin auf seinem Gebiet den Wikipedia-Weg, will dabei jedoch Sprachbarrieren elegant zu Fall bringen. Nach der Theorie, dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte, soll The Noun Project weltweit für die Völkerverständigung sorgen.

Das ist eine zweifellos interessante Idee. Sicherlich ist es in multikulturellen Gesellschaften nützlich, wenn man Piktogramme zur Verfügung hat, die unabhängig von Sprachen funktionieren. Dass das weltweit funktionieren kann, darf indes durchaus bezweifelt werden. Denn immerhin gibt es sogar in der Symbolik mindestens kulturelle Unterschiede. Viele Piktogramme werden zudem in manchen Teilen der Welt gar nicht benötigt und schon aus diesem Grunde im Auftretensfalle auch nicht verstanden.

So bereiteten mir als wenig exotischem West-Europäer etliche Symbole, etwa zur Beschilderung rumänischer Wälder oder der Rikshas aus Bangladesh spontane Verständnisprobleme, die nur durch Nachlesen der Intentionen zu beheben waren. Auch das Cheburashka-Icon ruft in mir keinen Aha-Effekt hervor…


Cheburashka: Na, wer das nicht versteht…

Insofern will ich den Machern den ideologischen Overhead gern lassen. Es fühlt sich vielleicht besser an, so ein Schild vor sich herzutragen; irgendwie historisch, von der Bedeutung her. Allerdings sollte man selbst, als Endanwender, mit gestutzten Erwartungen an das Verzeichnis gehen. Eine tolle Icon-Ressource ist es in jedem Falle…

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Screenshots im Überblick:

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit fast 30 Jahren in der IT daheim. Seit 2008 schreibt er für Dr. Web, seit 2012 ist er Chefredakteur des Magazins. Man findet ihn auch auf Twitter und Facebook, aktiver ist er allerdings auf Google+.

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2 Kommentare zu „The Noun Project: Icons für jeden Zweck als globale Wikipedia für Piktogramme
  1. MaWoSch am 29. Januar 2013 um 11:12

    Sehr schön und gute Suchmöglichkeiten. Leider ist die Seite etwas langsam.

  2. Johannes am 2. Februar 2013 um 19:11

    So etwas kann man gebrauchen! Vielen Dank!

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