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Suchmaschinenoptimierte Inhalte: Welcher Content ist König?

28. Mai 2009
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Der Inhalt bestimmt den Mehrwert einer Seite. Jedoch muss auch der beste Text erst gefunden werden, um Leser zu begeistern. Abgesehen von Linkpower und Pagerank kommt es dabei auf den Textaufbau an. Nur, wenn die Information richtig verpackt ist, werden Websites und Online-Shops von Suchmaschinen wahrgenommen.

Was ist “suchmaschinenoptimierter Inhalt”?

„Content is King!“ lautet eine vielzitierte „Web-Weisheit“. Wie viele andere „Weisheiten“ ist diese im Kern richtig, sagt aber im Grunde (fast) nichts aus. Welcher Inhalt ist König? Welcher Inhalt bringt mir Besucher und sorgt dafür, dass sie wiederkommen? Viele Seitenbetreiber mussten schon erfahren, dass viele Inhalte nicht automatisch für Besucherströme und schon gar nicht für zufriedene Besucher sorgen.

Es gibt also einen gewissen Qualitätsanspruch im WWW. Doch, welche Art von Qualität ist im Internet gefragt? Sie wird bestimmt durch die Anforderung, Informationen schnell zu finden. Und dafür nutzen die meisten User Suchmaschinen. In Suchmaschinen leicht gefunden zu werden, wird dadurch zum wichtigsten Ziel aller Webinhalte. Natürlich kommt es dabei auch auf Linkpower und Pagerank an, aber in diesem Beitrag geht es um die Inhalte. Daher sollen die anderen Aspekte hier außen vor gelassen werden. Schlussendlich haben gute Inhalte langfristig eine positive Wirkung auf die anderen Faktoren.

Damit Inhalte einer Suchmaschine auffallen, müssen sie suchmaschinenoptimiert geschrieben werden. Das heißt, der Autor muss verstehen, wie eine Suchmaschine den Inhalt „liest“. Google, Yahoo und all die anderen scannen den Titel, die Überschrift und ungefähr die ersten 100 Wörter einer Seite. Will ein Autor seinen Inhalt für Suchmaschinen optimieren, so sollten die wichtigsten Schlüsselbegriffe, sogenannte Keywords, also genau dort vorkommen. Generell gilt: Je früher und je häufiger ein Keyword in einem Text auftaucht, als desto wichtiger wird es von der Suchmaschine eingestuft.

Doch, wie findet man heraus, welche Keywords die wichtigsten sind? Dabei helfen Keyword-Datenbanken. Dort geben User Suchbegriffe ein und erfahren, wie oft nach diesen Begriffen und ähnlichen Begriffskombinationen auf verschiedenen Suchmaschinen gesucht wurde.

Stehen die Keywords möglichst oft am Anfang eines Textes, weiß die Suchmaschine, dass es in diesem Beitrag genau um diese Begriffe geht. Für menschliche Leser kann ein solcher Text jedoch zum Alptraum werden. Und auch Suchmaschinen sind mittlerweile so programmiert, dass eine zu häufige Wortwiederholung als Manipulation eingestuft wird. Also gilt es, die perfekte Häufigkeit der Schlüsselbegriffe herauszufinden. Diese Häufigkeit wird Keyworddichte genannt und sie sollte bei ungefähr drei Prozent liegen. Häufigere Nennungen des Schlüsselbegriffs, werden von Suchmaschinen mittlerweile abgestraft. Für Leser waren diese Wortwiederholungen nie angenehm. Schließlich bedeutet schon eine Keyworddichte von fünf Prozent, dass bereits jedes 20 Wort gleich ist.

Die Kreativität eines Autors schränkt diese Art der Suchmaschinenoptimierung ein. Der “New York Times”-Artikel This boring headline is written for Google macht das Problem des Texters deutlich. Im Internet sind schnelle und auf den Punkt gebrachte Informationen gefragt. Wortwitze oder Stilmittel versteht die Suchmaschine nicht.

Diese Optimierung ist jedoch nicht zwanghaft zu verteufeln. Schließlich sind gute Texte stets leserorientiert. Ein Internet-User will möglichst schnell wissen, welche Informationen er in einem Text erwarten kann. Bei suchmaschinenoptimierten Beiträgen weiß er es schon im ersten Absatz. Ob der Besucher zufrieden ist, entscheidet ohnehin der Mehrwert des gesamten Textes. Nur, wenn dieser vorhanden ist, wird er wiederkehren. Die kreative Verpackung eines Beitrags spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Suchmaschinenoptimierte Inhalte: So wird’s gemacht

Die richtigen Keywords auswählen und diese vorne platzieren, das ist der Grundstock, auf dem die Suchmaschinenoptimierung von Inhalten aufbaut. Ein bisschen detaillierter lässt sich dies mit den wichtigsten Regeln zusammenfassen:

1. Pro Seite nur ein Thema: Versuchen Sie nicht alles von Adam und Eva bis hin zu Zukunftstrends im Web 2.0 in einen Beitrag zu packen. Richten Sie pro Themengebiet jeweils eine eigene Unterseite ein. So wird jeder einzelne Text unter zusammengehörigen Begriffen gut gefunden. Gliedern Sie auch innerhalb eines Textes verschiedene Abschnitte mit Zwischentiteln.

2. Keine langen und aussageschwachen Einleitungen. Verzichten Sie auf lange Einleitungstexte wie „Herzlich willkommen auf dieser interessanten Seite“. Sie wollen schließlich nicht unter „Herzlich willkommen“ gefunden werden. Kommen Sie schon in Ihrer Einleitung sofort zum Punkt.


Negativ-Beispiel: Diese Einleitung sagt nichts über die Website aus.

3. Keywords in Reinform verwenden. Mit Konjugationen und Deklinationen fangen Suchmaschinen nichts an. Formulieren Sie prägnante Sätze, in denen Sie die Keywords so verwenden, wie Besucher danach suchen. Schreiben Sie diese Reinformen genau so in die Überschrift, den ersten Absatz und in die Zwischentitel eines Textes.

4. Rechtschreibung und Grammatik gehen vor. Achten Sie auf die Rechtschreibung. User suchen nach korrekt geschriebenen Wörtern. Falls innerhalb des Textes einmal die Grammatik die Reinform einer Keyword-Phrase oder eines Keywords nicht zulässt, weichen Sie lieber einmal von der Reinform ab, bevor Sie den Leser mit grammatikalisch falschen Sätzen quälen oder ein wichtiges Keyword weglassen.

5. Vorsicht bei Grafiken, Logos und Flash-Inhalten. Innerhalb dieser Formate erkennt die Suchmaschine keine Inhalte. Daher müssen alle wichtigen Keywords in den Text.

6. Keine Manipulationsversuche. Versuchen Sie nicht die Keyworddichte mit versteckten Inhalten (zum Beispiel Text in der Hintergrundfarbe) künstlich zu erhöhen oder andere Tricks einzusetzen. Wird ein solcher Manipulationsversuch von einer Suchmaschine entdeckt, werden Sie abgestraft und fliegen im schlimmsten Fall aus dem Index. Das ist es nicht wert.

7. Überprüfen der Keywords. Sie haben Ihre wichtigsten Keywords sorgfältig in einer Datenbank recherchiert und wissen, welcher Begriff am häufigsten bei Google und Yahoo eingegeben wird? Das ist gut. Aber überprüfen Sie diese Ergebnisse auch immer wieder mit den Besucherdaten Ihrer Site. Keyword-Datenbanken denken nicht mit. Bieten Sie beispielsweise Fachtexte über hydraulische Pumpen in englischer Sprache, so wird Ihnen eine solche Datenbank mit großer Wahrscheinlichkeit verraten, dass nach dem englischen Begriff „Pumps“ besonders oft gesucht wird. Wie viele dieser User aber tatsächlich an hydraulischen Pumpen interessiert waren oder wie viele davon mode-interessierte Frauen waren, die ein neues Paar Pumps für ihren Schuhschrank gesucht hatten, unterscheidet die Datenbank nicht. Mit einer regelmäßigen Überprüfung und Auswertung Ihrer Daten können Sie solche Irrtümer ausschließen und ihre erfolgreichsten Keywords ermitteln. Auf diese sollten Sie sich dann konzentrieren. Schließlich wollen Sie die richtigen Besucher anlocken.

Das alles sollen Sie im Hinterkopf behalten und anwenden, während Sie einen Text schreiben? Nein, auch auf Suchmaschinen spezialisierte Texter setzen nicht alle Regeln gleich im ersten Entwurf um. Zuerst verfassen Sie Ihren Beitrag ganz normal, ohne auf die Suchmaschinenoptimierung zu achten. Erst in einem zweiten Überarbeitungsschritt verändern Sie den Text diesen Grundregeln entsprechend und überprüfen ihn anschließend auf die Keyworddichte. Wenn Sie die Regeln umgesetzt haben, die Keyworddichte stimmt und der Text noch immer flüssig zu lesen ist, dann sollten Sie ihn veröffentlichen.

SEO-Texte für Webshops

Für die Suchmaschinenoptimierung der Texte von Webshops gelten im Prinzip die gleichen Regeln wie für Contentsites. Jedoch reduzieren viele Shopbetreiber ihr virtuelles Geschäftslokal zu sehr auf Bilder und allgemeine Produktinfos. Dabei bietet auch ein Webshop die Möglichkeit, Suchmaschinen mit informativen Texten auf den Shop aufmerksam zu machen. Mit den folgenden Tipps schöpfen Sie das Textpotenzial Ihres Shops aus:

1. Die Startseite ist das erste, was Suchmaschinen scannen. Diese Seite sollte daher nicht auf eine schwache Begrüßung und drei Bilder reduziert werden. Erklären Sie schon auf der Startseite in wenigen Absätzen, was der Kunde dort finden wird. Nutzen Sie die Keywords, unter denen der Shop gefunden werden soll. Diese sind meist durch die Oberrubriken eines Shops vorgegeben.


New York Bilder: Besucher und Suchmaschine wissen sofort, worum es geht.

2. Ebenso sollte jede Rubrikseite mit Content gefüllt werden. Auch, wenn Bilder mehr als 1.000 Worte sagen, einem Suchbot sagen sie nichts. Nutzen Sie die Einstiegsseite einer Rubrik auch für themenrelevanten und informativen Text. Als professioneller Anbieter wissen Sie, welche Erklärungen einem interessierten Kunden weiter helfen.

3. Produkte: Beschränken Sie sich bei der Produktinformation nicht auf die Standards und den Produktnamen. Gegen die Linkpower großer Preisvergleichsplattformen kommen Sie damit nicht an. Decken Sie in Ihren Produktinformationen lieber den Longtail ab. Das sind sehr spezifische, aber selten gesuchte Begriffe zu einem Produkt. Zum Beispiel Begriffe aus dem engsten Produktumfeld, die so speziell sind, dass sie aber nicht mehr in eine höhere Rubrik-Ebene des Shops passen. Die theoretische Reichweite ist dadurch zwar geringer, aber ein so gut informierter User, hat seine Kaufentscheidung oft schon getroffen und braucht nur noch den letzten Kaufanreiz.

Beim Produktnamen sollten Sie zusätzlich zur Produktbezeichnung des Herstellers noch einen relevanten Suchbegriff eingeben. Verkaufen Sie beispielsweise Drucker, sollten Sie nicht nur „Canon XY“ angeben, sondern „Laserdrucker Canon XY“. Das ist anwenderfreundlich und sorgt für einen wichtigen Schlüsselbegriff an prominenter Stelle. ™

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals für Dr. Web und startete eigene, professionelle Webprojekte. Er verbindet technisches Know-How mit dem Fachwissen der journalistischen Kommunikation. Als Dienstleister entwirft er Online-Marketing-Strategien für Unternehmen und setzt diese um.

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