Design

Style Tiles: Rapid Prototyping eines Webdesigns mit Photoshop

22. April 2012
von

Wenn man als Webdesigner einem neuen Kunden erste Ideen präsentieren möchte, stellt sich oft die Frage, wie detailliert und ausgefeilt soll der erste Entwurf sein? Beispiele bereits erstellter Projekte zu zeigen, reicht oft nicht aus. In einem ausgearbeiteten Entwurf steckt aber viel Arbeit. Vor allem vor dem Hintergrund des Risikos, dass der Kunde den Entwurf eventuell direkt ablehnt, scheuen Designer den Aufwand. Style Tiles, eine Art Templates für den visuellen Webentwurf, füllen die Lücke zwischen schwammigen Beispielen und konkreten Entwürfen.


Screenshot von styletil.es

Style Tiles ist dabei nichts weiter als eine Photoshop-Vorlage, die sich jeder Webdesigner zur eigenen Verwendung herunterladen und anpassen kann. Die 1020 mal 760 Pixel große Arbeitsfläche der Vorlage lässt sich schnell mit ersten Ideen für Farben, Texturen, Schriftarten, Slogans etc. befüllen. Mit Style Tiles wird kein Entwurf für eine Website erstellt. Vielmehr wird ein erster Eindruck des visuellen Erscheinungsbildes der Website entwickelt.


Style Tiles: Leere Vorlage

Style Tiles: Webdesignvorlage für Photoshop

Statt fertiger Entwürfe, in denen immer viel Arbeit steckt, lassen sich mit Style Tiles grundsätzliche, aber entscheidende Aspekte einer Website schnell festlegen und ebenso schnell auch verändern. So kann man als Webdesigner ohne viel Aufwand mit dem Kunden abklären, was zusagt und was gar nicht geht.

Erst wenn der Style Tile abgesegnet ist, beginnt die konkrete Erarbeitung eines Entwurfs. Als Designer kann man sich dann sicher sein, dass Farben, Schriften etc. auch tatsächlich beim Kunden ankommen.

Exisitiert bereits ein konkretes Corporate Design, sind Style Tiles in vielen Fällen sicher überflüssig. Denn viele der mit den Style Tiles festgelegten Aspekte sind in der Regel bereits im Corporate Design definiert. Für Projekte, bei denen wenige oder gar keine gestalterischen Vorgaben vorhanden sind, sind sie jedoch generell ein guter Anfang.

Die vorgebenen Felder der Photoshop-Vorlage lassen sich natürlich auch beliebig anpassen und erweitern. Die Vorlage ist explizit nur ein Grundgerüst, das jeder ganz nach seinen Ansprüchen und den Anforderungen des Kunden abändern kann.


Style Tiles: Beispiel

Fazit: Style Tiles können helfen, den Kunden die gestalterische Grundidee einer Website nahezubringen, bevor viel Arbeit in die konkrete Gestaltung gesteckt wird. Grundsätzlich ist diese Vorgehensweise natürlich nicht neu. Designentwürfe werden seit Jahren gern in Photoshop, Fireworks oder einem anderen Grafikprogramm als Prototyp gezeichnet. Style Tiles beschleunigt den Vorgang durch das fertige Template allerdings durchaus spürbar. Das gilt jedenfalls dann, wenn man nicht bereits seine eigenen Vorlagen hierfür erstellt hat.

(dpe)

Denis Potschien

Seit 2005 ist er freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet.

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