Webdesign mit den raffiniertesten technischen Details entfaltet keine Wirkung, wenn es nicht in eine durchdachte Struktur gestellt wird, die mehr als eine Ansammlung von Webseiten ist.
Nicht umsonst bezeichnen Webworker die Struktur einer Website als grundlegende Voraussetzung für die Organisation der Inhalte und damit deren funktionales Grundgerüst. Sie stellt die Basis für die Gliederung der Informationen und die Gestaltung der Navigation dar.
Die Struktur resultiert aus den inhaltlichen Anforderungen, die der Auftraggeber oder der Gestalter der Website seinen Auftragnehmern oder sich selbst setzt. Dabei kann man im besten Falle die vorgegebene Struktur tatsächlich umsetzen, oder muss mit einigem Aufwand die darzustellenden Inhalte in eine Struktur (sinnvolle) aufteilen. Visuell lässt sich die Struktur in als Fluss- oder Baumdiagramm darstellen.
Eine lediglich lineare Struktur sollte nur bei der Umsetzung beispielsweise von interaktiven Abläufen sinnvoll sein. Größtenteils wird bei der Entwicklung einer Website auf eine hierarchische Struktur abgestellt, die sich in der Tiefe immer weiter verzweigt. Im Rahmen der letztgenannten Hierarchie gibt es verschiedene Möglichkeiten für die Strukturierung. So kann man beispielsweise eine Person, ein Unternehmen oder ein Thema ganz in den Mittelpunkt der Struktur stellen. Es ist aber auch möglich, die Struktur aus einem bestimmten Angebot heraus abzuleiten, oder diese an so genannten Bedarfssituationen festzumachen.
Wie immer man sich entscheidet, muss bereits aus der Struktur und deren Bezeichnung eindeutig hervorgehen, um welche Inhalte es sich bei der einzelnen Seite oder Kategorie handelt. Nur so kann für den Benutzer der Website eine intuitive Benutzerführung und Navigation gewährleistet und der Inhalt zutreffend identifiziert werden. Hinsichtlich der Tiefe der Verzeichnisstruktur bestehen keine eindeutigen Regeln. Erlaubt ist, was angemessen und dem Benutzer zumutbar ist. Auf jeden Fall dürfen nur Dokumente mit engem inhaltlichen Zusammenhang und gleicher Abstraktionsebene zusammengefasst bzw. untergliedert werden. Vermieden werden sollten auch inhaltliche Redundanzen, damit man nicht ein und dieselben Inhalte an verschiedenen Stellen findet. Die Länge einer URL für die jeweilige Seite sollte dabei unberücksichtigt bleiben. Je besser die Seiten strukturiert und bezeichnet sind, desto handhabbar, besser identifizierbarer und automatisch zu verarbeiten sind sie.
Damit eine Website auch in der Folgezeit und bei anstehendem Relaunch für den Benutzer stabil bleibt, sollte man hinsichtlich der Struktur visionär sein und bereits Ebenen vorausschauend einplanen, die im Detail eventuell noch nicht belegt sind. Es ist weit schwerer, nachträglich solche Ebenen einzufügen, als sie bereits angelegt zu haben. Dabei sollte man auch darauf achten, dass die vergebenen URLs weitestgehend stabil bleiben, was besonders für viel besuchte und damit wichtige Seiten (Inhaltsverzeichnis, Hauptkategorien usw.) von Bedeutung ist. Denn der Besucher der Website stößt dann unter Umständen bei der Benutzung seiner Bookmarks auf die bekannten und unangenehmen Fehlermeldungen von Typ “Error 404″.
Wenn dennoch im Laufe der Zeit eine Veränderung der Struktur unumgänglich wird, hilft beispielsweise eine Liste aller “Veränderungen” und damit “Umzüge” einzelner Seiten als Dateien, sich in der neuen Struktur zurechtzufinden, wenn man bereits einmal dort “zu Besuch” war. Gleichermaßen ist derjenige gut beraten, die vielfältigen Verlinkungen auf einzelne Dokumente nicht nur zu kopieren, sondern z.B. als SSI einzubinden und damit nur an einer Stelle verändern zu müssen. Das gilt auch für Kopf- und Fußzeilen, Header oder CSS-Referenzen. Um entsprechende Links ebenso schnell wie zuverlässig zu finden, kann man sich darüber hinaus der Hilfe nützlicher Link-Checker bedienen, die in beachtlicher Anzahl und Qualität als Freeware angeboten werden.
Es empfiehlt sich im Zusammenhang mit der Website-Struktur außerdem, eine Konfigurationsdatei mit Variablen für wesentliche Struktur-Teile anzulegen sowie und in allen Quelltexten solche Variablen zu verwenden und Verweise aus ihnen zu generieren. So kann man sich viel Zeitaufwand sparen und damit auch die manuelle Veränderungen im Rahmen der Verschiebung einzelner Teilen über die gesamte Struktur vermeiden. Außerdem sollte sich die Verwendung eines Scripts auszahlen, die die Struktur nach denjenigen Strings durchsucht, welche in der Konfigurationsdatei als “unverrückbar” definiert wurden.
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