Standardkonformes HTML
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So mancher Webdesigner lässt sich immer noch von Spezialfunktionen einiger Browser dazu verleiten, selbige auf seinen Webpages einzusetzen. Die irrige Annahme: Die Besucher werden schon den gleichen Browser besitzen.
Und schon treten Fehlermeldungen auf, oder werden Seiten unvollständig oder zerschossen dargestellt. So reizvoll Spezialfunktionen auch sind - sie sollten für die Benutzbarkeit einer Website besser eine Kann- denn eine Muss-Lösung wählen.
Das W3C legt die Spezifikationen für gültigen HTML-Code (einschließlich Style Sheets) fest. Dahinter steckt die Idee, dass eine regelkonforme Webpage auf allen Browsern gleich aussehen soll. Webdesigner könnten dann auf Spezialtricks für eine einheitliche Browser-Darstellung ihrer Seiten verzichten, was die Webpages vom Umfang des Quelltextes tendenziell schlanker machen würde. Auch der in jedem Webdesign anfallende Cross-Browser-Test sowie das Debugging würden weniger zeitaufwändig ausfallen - von Besucherbeschwerden einmal ganz abgesehen.
Teilweise ist das leider noch Theorie. Ausgerechnet die Browser-Hersteller knüppeln dem Webdesigner regelmäßig zwischen die Beine. Obwohl Microsoft und AOL/Netscape Mitglieder des W3C sind und die Standards mit entwickelt und abgesegnet haben, gehen ausgerechnet ihre Browser bisweilen sehr eigenwillige Wege bei der Interpretation von demselben HTML-Tag.
HTML-Standards sind der einzig sinnvolle Weg, die Verbreitung von "besserem" HTML zu fördern und inkompatible Browser vom Markt verschwinden zu lassen (der grausige Netscape 4 mag hierfür ein gutes Beispiel sein). Und es gibt ja auch ein wenig Unterstützung vom W3C: Das Konsortium bietet einen eigenen Überprüfungsdienst für die Gültigkeit von HTML-Code an. Man kann seine Webpages hoch laden und online prüfen lassen oder sich für den lokalen Einsatz ein kleines Validierungstool herunterladen.
Dokumententyp korrekt definieren
Kein Quellcode ohne die Angabe von DOCTYPE in HTML. Moderne Browser verlangen sogar danach und richten den Modus der Seitenanzeige danach aus.
<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 2.0//EN">
HTML 2.0
<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 3.2//EN">
HTML 3.2
<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.0//EN">
HTML 4.0
<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.0 Transitional//EN">
HTML 4.0 mit CSS
<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.0 Frameset//EN">
HTML 4.0 mit Frames
<!DOCTYPE HTML PUBLIC "//W3C//DTS XHTML 1.0 Strict//EN"
"DTD/xhtml1-strict.dtd>
Zeichensatz korrekt angeben
Es ist nicht nur guter Stil, sondern auch eine Notwendigkeit, dem Browser mitzuteilen, welchen Zeichensatz er für die Darstellung der Inhalte einer Webpage verwenden soll. Dafür ist eine spezielle Meta-Angabe im Dateikopf zuständig:
<head>
<meta http-equiv="content-type" content="text/html; charset=iso-8859-1">
</head>
ISO-8859-1 ist der übliche Zeichensatz (engl. "charset") für den westeuropäischen Sprachraum, also auch Deutschland.
Häufige Fehler mit HTML
Einsteiger lernen HTML zu Fuß besser, und Profis schätzen die volle Kontrolle über den Quellcode. Beide haben einen gemeinsamen Feind: den Fehlerteufel.
Tippfehler
Falsch geschriebene Tags, wie <tabel> statt <table> werden vom Browser ignoriert - oder als "echter" Text angezeigt. Oft ergeben sich weitere Darstellungsfehler. Während falsch geschriebene Tags eher kosmetische Folgen haben, werden Tabellen meist völlig verhagelt.
End-Tags vergessen
Von wenigen Ausnahmen abgesehen, müssen in einem korrekten Quellcode stets auch End-Tags gesetzt werden. Fehlt er, kann das diverse Kettenreaktionen auslösen, weil nachfolgende Tags auf den vorhergehenden Tag Bezug nehmen. Zerschossene Tabellen haben häufig ein vergessenes </tr> oder </table> als Ursache.
Tags falsch verschachtelt
Es ist nicht nur erlaubt, sondern auch notwendig, Tags zu verschachteln, und zwar von innen nach außen. Wer's falsch macht, löst Folgefehler aus, weil nicht klar ist, welcher Tag vom Browser interpretiert werden soll.
Grafiken werden nicht angezeigt?
Passiert dem Zu-Fuß-Programmierer dauernd. Meist ist ein falsch geschriebener Dateiname oder Pfad der Grund. Korrekte Groß- und Kleinschreibung ist wichtig. Am besten alles entweder groß oder kleinschreiben.
Anführungszeichen bei Attribut-Parametern vergessen
Es ist regelkonform, die Parameter eines Attributs in zwei Anführungszeichen zu setzen; fehlen beide Anführungszeichen, ist das meist nicht schlimm. Fehlt hingegen nur eines, schon eher. Ausgerechnet den sonst fehlertoleranten Internet Explorer bringt ein width="120> so weit aus dem Konzept, dass er den Tag völlig ignoriert und keine Tabelle aufbaut.
HTML-Code wird nicht ausgeführt
Steckt irgendwo im Quellcode der Kommentar <!--, der den nachfolgenden Block deaktiviert?
Unterschiedliche Schreibweisen: HTML vs. CSS
Ähnliche Funktionen müssen keine identische Schreibweise haben: Während HTML das Attribut bgcolor zum Färben des Hintergrund verwendet, heißt es bei Style Sheets background-color. Bei HTML werden Parameter mit dem Gleichheitszeichen übergeben, bei Style Sheets mit dem Doppelpunkt.
Keine Übersicht über den eigenen Quellcode mehr? Leerzeilen im Quellcode können Blöcke optisch trennen; Einrücken hilft, die Struktur von Tabellen mit dem Auge schneller zu erfassen. Hilft auch bei der Fehlersuche.
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