Bücher

So verkaufen Sie Inhalte

12. September 2004
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Irgendwie muss das Geld ja hereinkommen, um eine Website überhaupt betreiben zu können. Ein bisschen Werbung hier, ein Partnerprogramm da. Anspruchsvollen Projekten kann das nicht genügen. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten auch mit Inhalten Geld zu verdienen.

Was eigentlich am einfachsten, am elegantesten und auch am naheliegendsten wäre, das funktioniert am schlechtesten, nämlich die digitale Ware direkt und ohne Umwege an den Mann, die Frau zu bringen. Für bloßen Content will man nicht zahlen. Schade zwar, aber über Umwege geht es eben doch.

Pressen Sie Ihre Inhalte auf CD. Das macht besonders dann Sinn, wenn sich im Laufe der Zeit besonders viel Content angesammelt hat. Die Herstellung einer CD ist einfacher und preiswerter als die eines Buches. Allerdings genießen die Silberlinge keine so große Wertschätzung wie ein gedrucktes Buch, weshalb die Auflage zurück bleibt. Der Content muss nicht speziell aufbereitet werden, da er ja in Form von HTML-Seiten schon vorliegt und eine Navigation bereits existiert. Wird die Website aus Datenbanken generiert oder arbeitet mit Includes muss zuvor eine Offline Version erstellt werden. Dies kann einige Tage Arbeit machen, ist aber nicht im Vergleich zum Buch.

Das Buch ist für uns immer schon die erfolgsreichste Möglichkeit gewesen mit Dr. Web auch Geld zu verdienen. Aber leider auch die aufwändigste. Will man größere Auflagen verkaufen, wir reden hier von Tausenden, sind nicht unbeträchtliche finanzielle Vorleistungen zu bringen. Ein Buch muss konzipiert, gestaltet, layoutet und redigiert werden. Das ist eine Menge Arbeit, die man leicht unterschätzt. Das Layout wird man in der Regel auch nicht selbst anfertigen können, man braucht einen Dienstleister oder beauftragt die Druckerei.

Inhalte müssen für ein Buch speziell aufbereitet werden, damit sie in dieser Form überhaupt genießbar sind. Echter Hypertext eignet sich eben nicht für die gedruckte Form. Abbildungen müssen speziell angefertigt werden, denn mit GIF oder JPEG kommt man hier nicht weit. Je weniger Bücher gedruckt werden, desto teurer kommt das einzelne Exemplar in der Herstellung. Wenige Exemplare lohnen sich also erst gar nicht. Druckt man zu viel, bleibt man im Gegenzug auf einem horrend teuren Bücherberg sitzen und die Sache hat sich nicht gelohnt.

Book On Demand heißt die Alternative. Der digitale Druck eignet sich speziell für kleine Auflagen, sagen wir einige Hundert Exemplare. Ein Preisbeispiel: 100 Exemplare á 150 Seiten kosten 450 Euro. Daraus ergibt sich ein Herstellungspreis von 4,50 pro Exemplar. Dazu kommt allerdings noch die Erstellung des Layouts. Aber es bleibt genügend Luft für eine durchaus lohnende Kalkulation. Auch eine Broschüre kann Sinn, zum Beispiel 52 Seiten im A4 Format Bei 100 Exemplaren kommt man auf knapp 2,60 Euro pro Stück.

Wem das Büchermachen zu aufwändig ist, die zeit muss man auch erst einmal haben, der muss es ja nicht selbst tun. es gibt Spezialisten dafür, die Verlage. Gerade im Sachbuchbereich sind gute Konzepte immer gefragt. Und wer eine Website erfolgreich über Jahre betreibt, der verfügt nachweisbar über enormes Know-how und eine erstklassige Visitenkarte mit Referenzen.

Kurzum, Sie sind Experte auf Ihrem Gebiet. Um einen Verlag zu interessieren, brauchen Sie kein fix und fertiges Manuskript. Ein Expose, ein Entwurf mit Beispielen und wichtigen Eckdaten genügt. Das beste Anschauungsobjekt bleibt immer noch die Website selbst. Ist das Buch erst einmal erschienen, können Sie über Ihre Website selbst am Verkauf mitverdienen, günstige Konditionen dafür sollte man mit dem Verlag bereits ausgehandelt haben.

Noch preiswerter wird es, wenn man ein elektronisches Buch ins Auge fasst. Kompliziertes und teures Digital Rights Management muss nicht sein. Machen Sie ein PDF, das Sie nach Zahlungseingang per Email verschicken. Adobes Acrobat 5.0, für das Sie einmalig einige Hundert Euro investieren müssen, wandelt Ihre Website oder Teile davon direkt in ein handliches PDF Dokument um. Kostenlose Alternativen gibt es ebenfalls. Schon die Büro-Suite OpenOffice speichert jedes Dokument auch im PDF-Format.

Vorteil: Sie können so viele Titel produzieren wie Sie wollen, auch die Auflage oder die Seitenzahl spielen nicht die geringste Rolle. Portokosten und Postgänge entfallen. Allerdings bekommt auf diese Weise der Kunde kein Produkt, das er auch in Händen halten kann. Ein Nachteil. Deshalb eignet sich das PDF Format am besten für unveröffentlichte Inhalte oder Sonderausgaben, die anders nicht zu bekommen wären.

Sven Lennartz

Sven ist der Erfinder des Dr. Web Magazins, Autor und Herausgeber verschiedener Fachbücher. Als Webdesigner und Texter früher freiberuflich für verschiedene Unternehmen und Verlage tätig. Jetzt Geschäftsführer der Smashing Media GmbH.

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